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Anfrage des Newsblog, was Gesamtkonferenz leistet: Erster Verband nimmt Stellung – HBB verteidigt GK nicht / Anzeige beim Bundestag

heilpraktiker

Als ich die Mitgliedsverbände der Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände und Fachgesellschaften (GK) am 28.1. um Auskunft bat, war klar: Es geht um mehr als Verwaltung. Ich wollte wissen, wie strukturiert, transparent und wirksam dieser Zusammenschluss wirklich ist – gerade in Situationen, in denen Medien und Politik den Berufsstand herausfordern.
Mein Artikel „Wer ist für Heilpraktiker aktiv, wenn es in Medien und Politik ernst wird?“ zeigte: Während Blogs öffentlich informieren und Orientierung bieten, lässt sich von der Gesamtkonferenz öffentlich kaum etwas nachweisen.

Jetzt reagiert der Heilpraktiker Betreuungsbund (HBB) am 29.1. als erster der angeschriebenen Verbände, die laut GK-Website Mitglied sind, auf eine konkrete Anfrage zur Rolle der Gesamtkonferenz. Und die Reaktion sagt mehr aus, als die Antwort selbst.

Keine Antwort auf die Fragen – und keine Verteidigung der Gesamtkonferenz

In meiner Anfrage hatte ich unter anderem gefragt:
-Besteht eine formelle Mitgliedschaft Ihres Verbandes in der Gesamtkonferenz?
– Gibt es Satzungen, Einladungen und Protokolle?
– Welche Aktivitäten zu Öffentlichkeitsarbeit oder politischer Kommunikation gibt es?
– Und wie bewertet Ihr Verband seine Mitgliedschaft?

Die Antwort des HBB lautete am 29.1. knapp:

„Ich sehe allerdings keinen Anlass für eine Diskussion im Rahmen der Beantwortung Ihrer aufgelisteten Fragen. Einige Fragen beantworten sich von selbst bei genauer Einblicknahme in die Webseite der ‚Gesamtkonferenz‘.“

Was an dieser Formulierung auffällt, ist nicht nur das Ausweichen bei konkreten Punkten, sondern vor allem, was nicht gesagt wird:

Der HBB verteidigt die Gesamtkonferenz nicht, weder indirekt noch inhaltlich. Er verweigert eine inhaltliche Beantwortung der Fragen, statt Positionen zu beziehen.

Das mag auf den ersten Blick höflich oder formal wirken – in der journalistischen Praxis ist es jedoch eine Aussage:
Wenn ein Mitgliedsverband der Gesamtkonferenz diese nicht verteidigt, sobald Transparenz gefragt ist, lässt sich das journalistisch nicht als Zeichen von Stärke lesen, sondern als Ausdruck von Unsichtbarkeit.

Was der Vergleich mit Blogs zeigt

Mein Vergleichsartikel stellte der Gesamtkonferenz und ihrem Anspruch, für rund 47 000 Heilpraktiker zu sprechen, ein einfaches Kriterium gegenüber: Was ist öffentlich sichtbar und nachvollziehbar dokumentiert?

Ergebnis in zwei relevanten Fällen:

Grüner Bundesparteitag (28. 11. 2025)
Watchblog und Newsblog berichteten zeitnah, ordneten ein und boten praktische Reaktionsmöglichkeiten an.
Bei der Gesamtkonferenz waren keine öffentlichen Stellungnahmen oder Aktivitäten zu finden.

ZDF-Magazin Royale (19. 12. 2025)
Blogs lieferten Analyse, Einordnung und Medienrechtswege.
Die Gesamtkonferenz hatte keine öffentlich dokumentierten Reaktionen oder Interventionen.

Dieser Vergleich verzichtet auf Motive oder innere Prozesse. Er misst ausschließlich, was öffentlich sichtbar ist – was für Heilpraktiker als Basis für Orientierung und politisches Handeln entscheidend wäre.

Warum das Schweigen selbst relevant ist

Dass der HBB erklärt, keine der Fragen beantworten zu wollen, und dabei gleichzeitig nicht erklärt, warum oder wie er die Gesamtkonferenz bewertet, lässt zwei Schlussfolgerungen zu:

Der Verband nimmt keine öffentliche Verteidigung der Gesamtkonferenz vor. Er weist nicht darauf hin, dass die Gesamtkonferenz wichtig oder aktiv sei. Er übernimmt auch keine öffentliche Kritik oder Distanz. Er verweigert sich der Debatte.

Beides zusammen ist interessant: Es zeigt, wie ein Mitgliedsverband wie der HBB sich in einer Struktur verhält, die für Öffentlichkeit, Politik und Sichtbarkeit verantwortlich zeichnen will, aber weder verteidigt noch erklärt wird.

Fazit

Der HBB ist als Mitgliedsverband nicht bereit, öffentlich für die Gesamtkonferenz einzutreten oder ihre Relevanz aktiv zu begründen, wenn Transparenz gefragt ist.

In einer Zeit, in der Information, Einordnung und Beteiligung für Heilpraktiker in Politik und Medien entscheidend sind, wird deutlich: Eine reine Struktur ohne öffentlich nachvollziehbare Wirkung bleibt wirkungslos.

Wie sieht sich die Gesamtkonferenz selbst

und wie definiert sie ihre Tätigkeiten gegenüber dem Bundestag (Link)? Die GK ist im Lobbyregister des Bundestages eingetragen. Auszüge und Zitate der GK in der Selbstbeschreibung gegenüber dem Bundestag:
„Wir treten ein für den Heilpraktikerberuf…“,
„Unsere Gemeinschaft von Berufs- und Fachverbänden erarbeitet in verschiedenen Expertengremien Konzepte für die zukunftsfähige Gestaltung des Heilpraktikerberufes…“,
„Wir suchen das Gespräch mit Politikerinnen und Politikern sowie mit Beamtinnen und Beamten insbesondere aus dem Gesundheitsbereich, um über unseren Berufsstand zu informieren und die oftmals komplexe Rechtslage darzustellen.“
„Gesamtzahl der Mitglieder: 39 Mitglieder am 04.07.2025, ausschließlich juristische Personen, Personengesellschaften oder sonstige Organisationen“.
„Die Interessenvertretung wird nicht im Auftrag ausgeübt.“

Diese Selbstdarstellung der GK habe ich der Website des Bundestages entnommen.


Rechtlich ist dieser Satz interessant für die Gesamtkonferenz:

„Die Interessenvertretung wird nicht im Auftrag ausgeübt.“ Dieser Satz entstammt der Selbstauskunft der GK auf Bundestag.de. Denn die GK dürfte laut Selbstauskunft beispielsweise nicht im Auftrag des BDH-Präsidenten oder weiterer Personen handeln. Ansonsten muss das von der GK gegenüber dem Bundestag angezeigt werden.

Oder andere übernehmen diesen Hinweis beim Bundestag.


Presseanfrage an die Leitung der Gesamtkonferenz

Um das Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten, habe ich der Leiterin der GK, Elvira Bierbach die Möglichkeit eröffnet, sich zu äußern. Frau Bierbach hat eine Doppelfunktion: Sie ist Leiterin der GK und Beirat BDH. Laut Bundestag.de ist Christian Blumbach, Vorstand BDH, ebenfalls Vorstand der Gesamtkonferenz. Hier meine Presseanfrage an Frau Bierbach:

Von: „christian.j.becker.redaktion@homoeopathiewatchblog.de“ <christian.j.becker.redaktion@homoeopathiewatchblog.de>

Betreff: Presseanfrage zur Struktur, Mitgliedschaft und Arbeitsweise der Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände

Datum: 28. Januar 2026 um 12:40:10 MEZ

An: Mailadresse Bierbach

Sehr geehrte Frau Bierbach,

im Rahmen einer journalistischen Berichterstattung zur Struktur, Arbeitsweise und öffentlichen Wirksamkeit der Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände (Hintergrund: Homoeopathiewatchblog, 28.01.2026, https://homoeopathiewatchblog.de/2026/01/28/wer-ist-fuer-heilpraktiker-aktiv-wenn-es-in-medien-und-politik-ernst-wird-ein-vergleich-mit-3-fallstudien-zwischen-gesamtkonferenz-und-newsblog-und-deren-relevanz/)  bitte ich Sie um eine Stellungnahme zu einigen grundlegenden Fragen.

Anlass ist ein Vergleich öffentlich dokumentierter Aktivitäten der Gesamtkonferenz mit anderen Akteuren im Zeitraum November 2025 bis Januar 2026. Parallel dazu habe ich die auf Ihrer Website als Mitglieder genannten Verbände jeweils einzeln um eine Stellungnahme zu ihrer Mitgliedschaft und Zusammenarbeit mit der Gesamtkonferenz gebeten.

Vor diesem Hintergrund bitte ich Sie als 1. Vorstand um Auskunft zu folgenden Punkten:

1. Struktur und Mitgliedschaft
– In welcher rechtlichen Form ist die Gesamtkonferenz aktuell organisiert?
– Wie definiert die Gesamtkonferenz formell eine Mitgliedschaft von Verbänden?
– Liegen für alle auf Ihrer Website genannten Mitgliedsverbände schriftliche Beitritts- oder Eintrittserklärungen vor?

2. Formalia eines nicht eingetragenen Vereins
– Verfügt die Gesamtkonferenz über eine schriftliche Satzung, und wurde diese allen Mitgliedsverbänden übermittelt?
– Finden Mitgliederversammlungen statt, und werden Einladungen sowie Beschlussprotokolle regelhaft an die Mitgliedsverbände versandt?

3. Finanzierung
– Gibt es innerhalb der Gesamtkonferenz Konzepte oder Planungen zur Finanzierung, etwa über pauschale Beiträge oder Abgaben pro Heilpraktiker, die über die Mitgliedsverbände erhoben werden sollen?
– Falls ja: In welcher Form wurden diese Modelle diskutiert oder beschlossen?

4. Öffentlichkeitsarbeit und politische Kommunikation
– Welche konkreten Aktivitäten der Gesamtkonferenz im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, Medienarbeit oder politischer Kommunikation sehen Sie im Zeitraum November 2025 bis Januar 2026 als zentral an?
– Wo sind diese Aktivitäten öffentlich dokumentiert oder nachvollziehbar einsehbar?

5. Anspruch und Sichtbarkeit
– Die Gesamtkonferenz formuliert öffentlich den Anspruch, für den gesamten Berufsstand zu sprechen und koordinierend zu wirken.
Wie stellen Sie sicher, dass diese Rolle für Heilpraktiker und Öffentlichkeit auch sichtbar und nachvollziehbar wird?

Ich bitte um eine Rückmeldung bis 2.2.26.
Sollte keine inhaltliche Stellungnahme von Ihnen zu diesen fünf Fragen erfolgen, werde ich dies im Rahmen der Berichterstattung entsprechend transparent machen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian J. Becker

| Gesundheitsjournalist | Dipl. oec. troph. |

Redakteur Homoeopathiewatchblog.de und

Heilpraktiker-Newsblog.de – seit 2018

Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für Homöopathie und Heilpraktiker

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