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Keine Gegenwehr: Verband mit Homöopathie-Herstellern wie DHU widerspricht GKV-Aus nicht / Stellungnahme Pharma Deutschland

homöopathie

Die Empfehlung der Finanzkommission Gesundheit, die Homöopathie aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen, stößt bei Lesern des Homoeopathiewatchblog auf Widerspruch.

Allerdings stößt die Empfehlung nicht überall in der Homöopathie auf offenen Widerspruch. Das zeigt eine aktuelle Stellungnahme von Pharma Deutschland – einem Branchenverband, der auch Unternehmen wie DHU vertritt, die homöopathische Arzneimittel herstellen. Der Verband macht deutlich, dass von ihm keine Gegenwehr gegen das GKV-Aus der Homöopathie zu erwarten ist. (Link zum Statement.) Die DHU leitet das Gremium der homöopathischen Hersteller im Verband.

Ein Leser im Newsblog kommentiert diese Haltung: „Ich erinnere mich auch noch sehr deutlich an die begeisterte Unterstützung der Covid-„Impf“-Kampagne durch die DHU. Hahnemann würde sich im Grab umdrehen.“

Homöopathie-Streichung wird von Pharma Deutschland nicht kritisiert

In seiner Einordnung greift der Verband Pharma Deutschland zunächst die Argumentation der Finanzkommission auf. Diese empfehle, „homöopathische Leistungen vollständig aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen“, da „kein belastbarer Wirksamkeitsnachweis im Sinne der evidenzbasierten Medizin vorliegt“.

Der Verband Pharma Deutschland widerspricht dieser Begründung nicht.

Stattdessen ordnet er die Maßnahme vor allem systemisch ein – und relativiert ihre Auswirkungen. Für Patienten bedeute der Vorschlag „vor allem, dass eine bislang von einigen Kassen zusätzlich angebotene, freiwillige Leistung entfiele“.

Zentrale Aussage: Nutzung bleibt privat bestehen

Der entscheidende Satz der Stellungnahme von Pharma Deutschland findet sich am Ende der Passage: „… während sich an der grundsätzlichen, privat finanzierten Nutzung homöopathischer Präparate wenig ändern würde.“

Damit verschiebt der Verband den Fokus weg von der GKV hin zum Selbstzahlermarkt. Die Botschaft ist klar: Die Streichung betrifft die Erstattung – nicht die grundsätzliche Verfügbarkeit oder Nutzung.

Argument Verband: Geringe Kosten, geringe Bedeutung

Ein weiteres Argument des Verbands Pharma Deutschland zielt auf die wirtschaftliche Dimension. Der Anteil erstatteter homöopathischer Leistungen sei „vergleichsweise gering“. Auch hier folgt keine politische Schlussfolgerung im Sinne eines Erhalts der Leistung. Die Aussage bleibt beschreibend.

GKV-Aus: Keine Forderung, kein Widerspruch

Was in der Stellungnahme von Pharma Deutschland fehlt:

Der Verband formuliert weder eine Gegenposition noch eine Alternative.

Verband Pharma Deutschland vertritt auch Homöopathie-Hersteller

Das ist insofern bemerkenswert, als Pharma Deutschland auch Unternehmen organisiert, die homöopathische Arzneimittel herstellen.

Eine entsprechende Übersicht der Mitgliedsunternehmen liegt dem Homoeopathiewatchblog vor – siehe unten. Gerade vor diesem Hintergrund fällt die zurückhaltende Positionierung auf.

Einordnung

Die Stellungnahme zeigt: Selbst innerhalb des Branchenumfelds der Hersteller der Homöopathie, in dem Homöopathie wirtschaftlich verankert ist, bleibt der offene Widerspruch gegen die geplante Streichung aus. Für die politische Bewertung bedeutet das: Der Schritt wird nicht nur mit Verweis auf Evidenz begründet – er trifft auch auf eine Branche, die ihn öffentlich nicht aktiv infrage stellt.

Anhang: Homöopathie-Hersteller im Verband Pharma Deutschland

Der Branchenverband Pharma Deutschland vertritt eine Vielzahl pharmazeutischer Unternehmen – darunter auch Hersteller homöopathischer Arzneimittel.

Pharma Deutschland (ehemals BAH) umfasst über 400 Mitgliedsunternehmen, darunter zahlreiche Hersteller homöopathischer und anthroposophischer Arzneimittel. Der Verband vertritt explizit diese Hersteller und setzt sich für ihre Interessen ein.

Homöopathische Hersteller

Zu den Mitgliedern von Pharma Deutschland zählen bekannte homöopathische Produzenten wie:

Pharma Deutschland organisiert mehr als 30 solcher Firmen, die den Großteil der homöopathischen Hersteller in Deutschland abdecken.

Wichtig ist dabei:

Die Stellungnahme von Pharma Deutschland ist eine Verbandsposition und nicht zwingend als Einzelposition der genannten Unternehmen zu verstehen.

Anthroposophische Hersteller

Unter den anthroposophischen Herstellern sind vertreten:

Der Verband betont die Rolle dieser Hersteller als Teil der besonderen Therapierichtungen.

Quellen und Hinweise

Die vollständige Liste aller Mitglieder finden Sie auf der offiziellen Seite:

pharmadeutschland.de/der-verband/mitgliedsunternehmen/

. Für Details zu homöopathischen und anthroposophischen Produkten siehe

pharmadeutschland.de/themen/homoeopathische-und-anthroposophische-arzneimittel/

. Die Angaben basieren auf Stand 2026 und können sich ändern.

Wichtig ist dabei:

Die Stellungnahme von Pharma Deutschland ist eine Verbandsposition und nicht zwingend als Einzelposition der genannten Unternehmen zu verstehen.

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