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DZVHAE und weils hilft können heute ihre Bundestags-Petition starten – Watchblog zieht seine Petition zurück

homöopathie

Kurzfassung für Schnellleser

Der Watchblog hat seine Bundestags-Petition zurückgezogen – im Interesse einer gemeinsamen, erfolgreichen Mobilisierung der Homöopathie-Gemeinschaft.

Zuvor hatten Verbände DZVHAE und weils hilft genau das vom Watchblog eingefordert und eine eigene, abgestimmte Initiative angekündigt.

Damit liegt die Verantwortung für die Homöopathie-Petition jetzt vollständig bei den Vorständen von DZVHAE und weils hilft. Sie haben die Möglichkeit – und den Anspruch formuliert –, heute eine Bundestags-Petition zur Rettung der Homöopathie zu starten und die notwendige Mobilisierung zu leisten.

Wie es dazu kam

Die Finanzkommission Gesundheit hat am 30. März empfohlen, die Homöopathie aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen. Die Bundesregierung bereitet laut Gesundheitsministerin ein Gesetz vor, das diese Empfehlung noch vor der Sommerpause umsetzen soll. Spätestens am 10. Juli 2026 wird der Bundestag also über die Homöopathie entscheiden.

In dieser Situation bleibt für die Homöopathie-Gemeinschaft nur ein sehr begrenztes Zeitfenster, um politisch sichtbar zu werden. Eine Bundestags-Petition ist dabei eines der wenigen Instrumente, das den parlamentarischen Prozess noch maßgeblich beeinflussen kann.

Der Homoeopathiewatchblog hatte unmittelbar nach Veröffentlichung des Gutachtens bereits am 31.3. eine Bundestags-Petition eingereicht, um genau diesen politischen Druck aufzubauen (Link). Ich hatte darüber die Homöopathie-Verbände weils hilft und DZVHAE informiert und sie gebeten, die Petition mit zu verbreiten.

Warum der Watchblog seine Petition zurückgezogen hat

Kurz darauf kam deutliche Kritik am Vorgehen des Watchblog von Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführer weils hilft und anthroposophischer Kinderarzt, und Ulf Riker und Mona Kölsch, DZVHAE, Vorstände des Vereins und Ärzte für Homöopathie. In einer Mail, die im Wortlaut unten dokumentiert ist (Anlage 1), wurde der Schritt des Watchblog als problematisch bewertet.

Im Schreiben der Homöopathie-Verbände weils hilft und DZVAE vom 31.3. an den Homoeopathiewatchblog, unterzeichnet von Stefan Schmidt-Troschke, heißt es unter anderem: „Eine zusätzliche, unabgestimmte Initiative birgt die Gefahr der Zersplitterung. Sollte ein notwendiges Quorum nicht erreicht werden, würde dies das Anliegen deutlich schwächen.“ Und weiter schreibt Stefan Schmidt-Troschke von weils hilft: „Ich bitte Sie, Ihre Petition nicht weiterzuverfolgen und zurückzuziehen. Von Seiten der Verbände wird es eine fundierte und abgestimmte Initiative geben.“

Der zentrale Gedanke dahinter: Eine erfolgreiche Petition könne nur gemeinschaftlich von weils hilft und DZVAE getragen werden und nicht durch eine Einzelinitiative entstehen.

Der Watchblog hat dieses Argument geprüft und aufgenommen. In einer Situation, in der für die Homöopathie-Gemeinschaft nur drei Monate Zeit bleiben, könnte eine parallele oder konkurrierende Petition das Ziel – Rettung der Homöopathie – schwächen.

Aus diesem Grund habe ich die Petition des Homoeopathiewatchblog für die Homöopathiegemeinschaft im eigenen Namen beim Bundestag zurückgezogen und den Petitionsauschuss des Bundestages über den Schritt informiert.

 

Jetzt liegt die Verantwortung bei den Verbänden DZVHAE und weils hilft für die Bundestagspetition und Rettung der Homöopathie

Mit diesem Schritt ist die Ausgangslage eindeutig:

Die Verbände weils hilft und DZVAE haben im Schreiben an den Watchblog  (Anlage 1) deutlich gemacht, dass sie eine abgestimmte, gemeinschaftlich getragene Initiative von weils hilft und DZVHAE wie die Bundestagspetition für zielführender halten. Gleichzeitig haben sie signalisiert, dass sie solch eine Bundestagspetition vorbereiten.

Damit liegt die Verantwortung für eine Bundestags-Petition jetzt bei denjenigen Akteuren, die diese Vorgehensweise selbst eingefordert haben, beim DZVHAE und bei weils hilft.

Weils hilft und DZVHE können heute ihre angekündigte Bundestagspetition für die Homöopathie-Gemeinschaft starten, nachdem der Watchblog seine Petition auf Wunsch von weils hilft und DZVHAE zurückgezogen hat. Ich habe den Geschäftsführer von weils hilft, Stefan Schmidt-Troschke, und die Vorstände DZVHAE, Mona Kölsch und Ulf Riker, am 10.4. schriftlich darüber informiert, dass sie heute ihre Bundestagspetition starten können.

Zwei mögliche Verläufe

Die Situation ist damit klar strukturiert.

Erstens: Die Verbände Weils hilft und DZVHE starten kurzfristig eine eigene Bundestags-Petition, mobilisieren die Homöopathie-Gemeinschaft und erreichen das notwendige Quorum von 30.000 Stimmen. In diesem Fall entsteht politischer Druck, und die Petition kann ein wirksames Signal im parlamentarischen Verfahren setzen.

Zweitens: Eine solche Bundestagspetition von Weils hilft und DZVHE erreicht nicht die notwendige Unterstützung der Homöopathie-Gemeinschaft und der Bundestag beschließt das GKV-Aus der Homöopathie. Dann tragen Weils hilft und DZVHE dafür die Verantwortung für das Scheitern der Petition, die sie vom Watchblog übernehmen wollten. Und sie tragen die Verantwortung für das Aus der Homöopathie, da die Petition realistischerweise die stärkste Möglichkeit ist, in den parlamentarischen Prozess noch eingreifen zu können.

Eine Entscheidung mit Konsequenzen

Der Watchblog hat sich bewusst dafür entschieden, in dieser Situation nicht auf einer eigenen Initiative zu bestehen, sondern dem Argument der Verbände Weils hilft und DZVHE im Sinne einer gemeinschaftlichen Inititive der Homöopathie-Gemeinschaft zu folgen.

Ziel ist es, die gemeinschaftlichen Chancen auf eine erfolgreiche Petition für die Homöopathie insgesamt zu erhöhen – unabhängig davon, wer sie initiiert. Die Ausgangslage ist damit transparent: Das Instrument Bundestags-Petition liegt auf dem Tisch, die Verantwortung dafür liegt beim DZVHAE und weils hilft, weil sie die Verantwortung eingefordert haben. Das Zeitfenster für Weils hilft und DZVHE ist eng.

Und die Möglichkeit für Weils hilft und DZVHE, eine Bundestags-Petition zu starten und zu mobilisieren, besteht – heute.

(Fotos: Schmid-Troschke (www.youtube.com/watch?v=Hr86FwMcVJo), Kölsch (https://www.dzvhae.de/presse/pressemappe/) Riker (https://www.presseportal.de/pm/120120/5184194)

 

Anlage 1: Mail von Stefan Schmidt-Troschke, weils hilft, an den Watchblog im Wortlaut sowie Mail von Watchblog an Schmidt-Troschke, Kölsch, Riker:

 

Von: Stefan Schmidt-Troschke | GESUNDHEIT AKTIV e.V. <schmidt-troschke@gesundheit-aktiv.de>

Betreff: AW: Bundestags-Petition zur Homöopathie eingereicht (Petition 197577)

Datum: 31. März 2026 um 22:25:37 MESZ

An: „christian.j.becker.redaktion@homoeopathiewatchblog.de“ <christian.j.becker.redaktion@homoeopathiewatchblog.de>, „Christian J. Becker“ <christian.j.becker@gmx.net>

Kopie: Cilli Pogodda | GESUNDHEIT AKTIV e.V. <pogodda@gesundheit-aktiv.de>, Maja Thiesen | GESUNDHEIT AKTIV e.V. <thiesen@gesundheit-aktiv.de>

Sehr geehrter Herr Becker,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Mit Blick auf den Zeitpunkt und die Art Ihres Vorgehens irritiert mich Ihr Schritt sehr. Bereits einen Tag nach Veröffentlichung des Gutachtens starten Sie eine eigenständige Aktion und verbinden dies zugleich mit dem öffentlichen (!) Vorwurf der Untätigkeit gegenüber den Verbänden. Das wird der tatsächlichen Lage und den laufenden Aktivitäten nicht gerecht und hat ein eher destruktives Potenzial für die Homöopathie in Deutschland.

Ebenso bleibt für mich unklar, auf welcher Grundlage Sie beanspruchen, „stellvertretend für die Homöopathie-Gemeinschaft“ zu handeln. Wer hat Ihnen dieses Mandat erteilt? Für welche Organisation oder welche Mitglieder sprechen Sie? Und in welcher Rolle treten Sie hier auf – auch vor dem Hintergrund Ihrer journalistischen Tätigkeit?

Auch in der Sache selbst sehe ich erhebliche Risiken. Es existiert bereits eine erfolgreiche und weiterhin relevante Petition. Eine zusätzliche, unabgestimmte Initiative birgt die Gefahr der Zersplitterung. Sollte ein notwendiges Quorum nicht erreicht werden, würde dies das Anliegen deutlich schwächen und uns die Legitimation nehmen, für die Menschen zu sprechen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu erwarten, dass Verbände eine solche Initiative unterstützen, abgesehen davon, dass der Inhalt nicht zielführend erscheint.

Wenn der Wunsch nach öffentlicher Aktion besteht, dann braucht es dafür ein abgestimmtes, gemeinschaftlich getragenes Vorgehen. Einzelaktionen ohne Koordination erzeugen vermeidbaren Druck und untergraben die bisher erreichten Erfolge. Die erste Petition war gerade deshalb wirksam, weil sie durch viele Menschen gemeinsam entwickelt und schließlich breit getragen wurde.

Ich kann daher weder Ihre Rolle noch Ihre Vorgehensweise in diesem Zusammenhang nachvollziehen.

Ich bitte Sie, Ihre Petition nicht weiterzuverfolgen und zurückzuziehen. Von Seiten der Verbände wird es eine fundierte und abgestimmte Initiative geben. Besonnenheit und strategisches Vorgehen sind in der aktuellen Situation entscheidend.

Sollten Sie ernsthaft an einer Stärkung der Homöopathie interessiert sein, bin ich gern bereit, mit Ihnen in ein Gespräch zu gehen, um mögliche Formen der Zusammenarbeit und sinnvolle Beiträge Ihrerseits zu prüfen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Stefan Schmidt-Troschke

Geschäftsführender Vorstand

GESUNDHEIT AKTIV e. V.
Bürger- und Patientenverband
Gneisenaustraße 42 | 10961 Berlin
Telefon +49 30 695 68 72-16
Telefax +49 30 695 68 72-29

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Von: christian.j.becker.redaktion@homoeopathiewatchblog.de <christian.j.becker.redaktion@homoeopathiewatchblog.de>

Gesendet: Dienstag, 31. März 2026 10:43

An:schmidt-troschke@gesundheit-aktiv.de <mona.koelsch@dzvhae.de>, DZVhÄ – Ulf Riker <ulf.riker@dzvhae.de>

Betreff: Bundestags-Petition zur Homöopathie eingereicht (Petition 197577)

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Vorstände der Homöopathie-Verbände,

ich möchte Sie darüber informieren, dass ich heute eine Petition beim Deutschen Bundestag zur Zukunft der Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversicherung eingereicht habe.

Die Petition richtet sich gegen die Empfehlung der Finanzkommission Gesundheit vom 30.3., homöopathische Leistungen aus der GKV zu streichen – obwohl selbst kein Einsparpotenzial ausgewiesen wird.

Die Petition wurde unter der Nummer 197577 vom Bundestag registriert.
Ich habe sie stellvertretend für die Homöopathie-Gemeinschaft eingereicht.

Eine kurze Einordnung sowie den vollständigen Petitionstext finden Sie hier:
https://homoeopathiewatchblog.de/2026/03/31/bundestags-petition-zur-rettung-der-homoeopathie-eingereicht-petitions-nr-197577-petent-ist-die-homoeopathie-gemeinschaft/

Sobald die Petition durch den Bundestag freigeschaltet wird, beginnt die Mitzeichnungsphase. Ich informiere Sie dazu gern.

Für Rückfragen oder Austausch stehe ich zur Verfügung. Ich freue mich, wenn Sie die Petition nach Freischaltung unterstützen – im Sinne der Homöopathie- und Anthroposophie-Wertegemeinschaft.

Mit freundlichen Grüßen

Christian J. Becker

Dipl. oec. troph. | Gesundheitsjournalist |

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Initiator der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie

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