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Größter Heilpraktikerverband mobilisiert: FDH-Präsidentin ruft zur Beteiligung an Kampagne zur Rettung der Homöopathie auf

homöopathie

Der Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH), mit rund 7.000 Mitgliedern bundesweit der größte Berufsverband der Heilpraktiker, geht angesichts des seit 16. April vorliegenden Gesetzentwurfs zum GKV-Aus von Homöopathie und Anthroposophie in die Offensive. Der Verband, der sich seit Jahren öffentlich und gegenüber der Politik für die Komplementärmedizin einsetzt, ruft Heilpraktiker jetzt erneut zu konkretem Handeln auf.

FDH-Präsidentin Ursula Hilpert-Mühlig richtet sich in einem aktuellen Schreiben direkt an die Kollegenschaft (u.a. Landesverbandsvorsitzende und Mitglieder sowie andere Verbände) und fordert zur Beteiligung an gezielten politischen Aktionen auf, beispielsweise zur Beteiligung an der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie. Ziel ist es, in der entscheidenden Phase des Gesetzgebungsverfahrens noch Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger zu nehmen.

Ursula Hilpert-Mühlig, Präsidentin des FDH

Landesverbände des FDH verbreiteten das Schreiben noch am selben Tag an ihre Mitglieder per öffentlich zugänglichem Newsletter weiter, um schnell viele Heilpraktiker mobilisieren zu können, beispielsweise der Landesverband Hamburg des FDH (Link). Oder die FDH-Landesverbände rufen auf ihren Webseiten zum Mitmachen auf, z.B. der Landesverband Saar des FDH  (Link).

Die FDH-Präsidentin hat auch den Heilpraktiker-Newsblog und Homoeopathiewatchblog (beide Blogs haben zusammen jährlich etwa 1,5 Millionen Seitenaufrufe) gebeten, ihr Schreiben zu veröffentlichen und damit eine möglichst breite Öffentlichkeit unter Heilpraktikern und Homöopathie-Freunden zu erreichen. Ziel ist eine schnelle Mobilisierung vieler Menschen. Dieser Bitte komme ich gern nach.

Der Transparenz halber erwähne ich, dass ich mich zu dem Thema neben dem FDH an weitere vier Heilpraktikerverbände gewandt und sie um eine Einschätzung und Hinweise zu ihren Aktivitäten gebeten habe. Der FDH hat mir u. a. sein Schreiben zur Verfügung gestellt. Die Reaktionen und Aktivitäten der vier weiteren Verbände stelle ich in einem separaten Artikel vor.


Appell der FDH-Präsidentin an 47.000 Heilpraktiker und Patienten: „Beteiligen Sie sich nochmals an einer Kampagne pro Homöopathie und Komplementärmedizin“

Im Zentrum ihres Schreibens steht die klare Botschaft: Wer jetzt nicht handelt, überlässt anderen die Deutung über die eigene Arbeit und die Zukunft der Komplementärmedizin.

Hier das Schreiben der FDH-Präsidentin Ursula Hilpert-Mühlig im Wortlaut:

München, 17.4.2026

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das politisch motivierte Vorhaben, der Homöopathie die Kassenleistung zu entziehen, läuft ja schon geraume Zeit in unterschiedlich starken Wellen – wir haben regelmäßig darüber berichtet und auch gehandelt.
Unser Berufsstand ist zwar nicht im Leistungskatalog der GKV vorgesehen, doch betrifft das GKV-Aus der Homöopathie indirekt auch uns. Es wird eine traditionelle Heilweise delegitimiert („keine Evidenz“), damit Vertrauen untergraben und Nachfrage reduziert. Es werden die Verordnungen zurückgehen und damit bei den Herstellern die Produktion, was die Verfügbarkeit einschränkt.

Der FDH hat sich seit Beginn dieses politischen Vorhabens öffentlich positioniert und zu Aktionen bei der Kollegenschaft, Patienten und Freundeskreisen der Homöopathie aufgerufen.
Als 2024 der damalige Bundesgesundheitsminister Lauterbach (SPD) seinen Referentenentwurf zur Streichung vorlegte, beteiligten wir uns an einer großen Petition zusammen mit anderen Organisationen.
In kurzer Zeit kamen über 200.000 Stimmen zusammen, mehr als für die Annahme der Petition im Deutschen Bundestag nötig. Dort kam es im Petitionsausschuss zu einer Anhörung und kurze Zeit später war die vorgesehene Streichung nicht mehr im Gesetzentwurf.
Da dachten wir: Signal aus der Bevölkerung bei den Entscheidungsträgern angekommen – Thema erledigt. Doch dann gab es 2025 auf dem Bundesparteitag der SPD wiederum einen Antrag zur Streichung der Homöopathie aus der Kassenleistung und zur Aufhebung ihres Status als Arzneimittel. Dazu startete der FDH umgehend mit der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie des Heilpraktiker-Newsblog, eine groß angelegte Briefaktion. Sie richtete sich an SPD-Abgeordnete im ganzen Land. Auch hierbei beteiligten sich tausende Befürworter der Homöopathie. Der Antrag wurde nicht abgestimmt, sondern an die SPD-Bundestagsfraktion weitergereicht – dort liegt er bis dato immer noch.

Leider gab es keine Verschnaufpause: ebenfalls 2025 wurde auf dem Bundesdelegiertenkongress der Grünen-Partei ebensolcher Antrag gestellt, Homöopathie aus der Kassenerstattung und Abschaffung ihres Arzneimittelstatus.
Wiederum startete der FDH zusammen mit der Mitmachkampagne zur Rettung der Homöopathie eine Briefaktion, die sich an alle Delegierten der Landesverbände der Grünen richtete. Wiederum beteiligten sich eine Vielzahl aus Kollegenschaft, Patienten und Freundeskreisen. Davon unbeeindruckt wurde der Antrag von den Grünen mit großer Mehrheit abgestimmt.

Das griffen auch einige einflussreiche Kritiker der Homöopathie auf, um öffentlich Druck auf das Bundesgesundheitsministerium zu machen. Das bewegte dann auch den FDH zusammen mit dem DDH, Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) persönlich anzuschreiben, um für die Kassenerstattung der Homöopathie und deren Arzneimittelstatus aus Sicht unseres Berufsstandes zu sensibilisieren. Die Antwort der Ministerin im Januar 2026 gab Anlass davon auszugehen, dass in ihrer Legislaturperiode keine Befassung mit dem Status der Homöopathie als Kassenleistung und Arzneimittel vorgesehen ist (nachzulesen www.heilpraktiker.org News).

Inzwischen hat sich die Lage wieder verändert: die vom BMG eingesetzte FinanzKommission Gesundheit hat Anfang März 2026 eine Vielzahl von Einsparmöglichkeiten im Gesundheitswesen vorgeschlagen, darunter auch die Streichung der Homöopathie als Kassenleistung. Das dies baldigst umgesetzt werden soll, zeichnet sich deutlich ab.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde der Homöopathie,
ich kann nachvollziehen, wenn sich Ermüdungserscheinungen und auch eine gewisse Resignation zeigen – denn jedesmal, wenn etwas Stabilität gewonnen worden war, kam es zu neuen Attacken, um ein Homöopathie-Aus zu erreichen.
Jedesmal haben wir mit unseren Möglichkeiten dagegen angekämpft und bislang auch Einfluss nehmen können.
Das sollte uns auch jetzt anspornen, gegen den Kommissionsvorschlag (der insgesamt gegen Verfahren mit unzureichender Evidenz gerichtet ist) unsere Argumente vorzubringen.
Die politische Einflussmöglichkeit liegt jetzt noch aktuell bei drei Entscheidungsträgern: der Gesundheitsministerin und den beiden gesundheitspolitischen Sprechern der Regierungsfraktionen.

Deshalb meine Bitte: beteiligen Sie sich nochmals an einer Kampagne pro Homöopathie und Komplementärmedizin in Form von zwei gezielten Briefaktionen, die ich hier vorstelle:

Mitmachkampagne für die Homöopathie: Zwei konkrete Aktionen für Heilpraktikerverbände und ihre Mitglieder
Seit dem 16. April liegt erstmals ein konkreter Gesetzesentwurf vor, der das GKV-Aus der Homöopathie und Anthroposophischen Medizin festschreibt. Für Heilpraktiker ist diese Entwicklung von Bedeutung: Mit der politischen Begründung („keine hinreichende Evidenz“) wird die Homöopathie und Komplementärmedizin grundlegend delegitimiert – und damit ein zentraler Teil der täglichen Praxis vieler Heilpraktiker. Das kann sich unmittelbar auf Vertrauen, Nachfrage und die gesellschaftliche Akzeptanz auswirken.

Die politische Entscheidung liegt in dieser Phase bei drei zentralen politischen Entscheidern (bevor das Kabinett am 29. April bestätigt – und dann der Bundestag im Mai übernimmt und am 10. Juli entscheidet): der Gesundheitsministerin sowie den beiden gesundheitspolitischen Sprechern der Regierungsfraktionen.

Vor diesem Hintergrund hat der Heilpraktiker-Newsblog im Rahmen der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie zwei gezielte – für jeden einfach durchführbare – Mitmachaktionen gestartet, die sich direkt an diese drei Entscheider richten und unterschiedliche Wirkmechanismen nutzen:

1. Offener Brief an die Gesundheitsministerin Nina Warken – Sichtbarkeit und Öffentlichkeit herstellen
Der offene Brief bündelt Stimmen aus der Praxis und macht sichtbar, wie viele Heilpraktiker, Ärzte und Patienten die geplante Streichung ablehnen. Ziel ist es, öffentlichen Druck aufzubauen und die Entscheidung politisch sichtbar zu machen.
Ablauf:
Der Brief ist online einsehbar und kann direkt unterzeichnet werden. Jede Unterschrift zeigt der Ministerin, dass die Entscheidung konkrete Auswirkungen auf Patienten und Behandler hat. Zeitaufwand: Dreißig Sekunden.
Wichtig:
Die Unterzeichnung erfolgt bewusst im Homoeopathiewatchblog, da dort an einem zentralen Ort die öffentliche Dokumentation und Sichtbarkeit der Unterstützer im Mittelpunkt steht.
Link zur Aktion:
https://homoeopathiewatchblog.de/2026/03/30/regierungskommission-will-homoeopathie-streichen-unterzeichnen-sie-jetzt-den-offenen-brief-an-gesundheitsministerin-warken-um-das-zu-verhindern/

2. Briefaktion an gesundheitspolitische Sprecher – direkter politischer Druck
Parallel dazu läuft eine zweite, gezielte Aktion: ein vorbereiteter Brief an die beiden gesundheitspolitischen Sprecher von CDU/CSU Simone Borchardt und SPD Christos Pantazis. Hier geht es um direkte politische Ansprache. Sie brauchen die direkte Resonanz der Menschen, über die sie entscheiden.
Ablauf:
Ein fertiger Brief inkl. Mailadressen kann einfach kopiert und direkt an die beiden gesundheitspolitischen Sprecher per E-Mail verschickt werden. Ziel ist es, eine spürbare Anzahl an Zuschriften zu erzeugen und die politische Wahrnehmung zu verändern. Zeitaufwand: Zwei Minuten.
Link zur Aktion:
https://heilpraktiker-newsblog.de/2026/04/13/gkv-aus-der-homoeopathie-jetzt-koennen-sie-widersprechen-mit-einem-fertigen-brief-an-zwei-gesundheitspolitiker/

Fazit:
Beide Aktionen ergänzen sich: Der offene Brief schafft Öffentlichkeit und Sichtbarkeit. Die Briefaktion erzeugt direkten politischen Druck.

Jetzt ist der Moment, in dem Heilpraktiker selbst sichtbar werden sollten. Jede Unterschrift und jeder versendete Brief ist ein konkretes Signal an die Politik, dass diese Entscheidung nicht folgenlos bleibt. Wer jetzt nicht handelt, überlässt anderen die Deutung über die eigene Arbeit und Zukunft der Komplementärmedizin.

In diesem Sinne: liebe Kolleginnen und Kollegen, macht zeitnah mit (der Gesetzentwurf kommt bereits am 29.4. ins Kabinett!) und teilt die Briefaktion auch innerhalb der Kollegenschaft und mit Patienten.

Beste Grüße und herzlichen Dank für euer Engagement

Ursula Hilpert-Mühlig

Präsidentin des Fachverband Deutscher Heilpraktiker e.V.(FDH)

2.Vorsitzende des Dachverband Deutscher Heilpraktikerverbände e.V.(DDH)

(Foto: heilpraktiker.org)


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