Über die Weihnachtspause hat die CDU in der Gesundheitspolitik etwas verschoben, das für die Homöopathie weitreichende Folgen haben kann. Und auch für Heilpraktiker, da jeder zweite Heilpraktiker Homöopathie als therapeutische Methode einsetzt. Es begann mit einem Satz einer Wirtschaftsweisen der Bundesregierung, setzte sich mit einer Ankündigung von Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) fort – und mündete am 30. Dezember in seiner zweiten Aussage, die den politischen Schutz der Homöopathie faktisch infrage stellt.
Zur Klärung habe ich als Gesundheitsjournalist und Aktivist für die Homöopathie daher am 14. Januar an den Chef des Bundeskanzleramtschef Frei eine öffentliche Anfrage über Abgeordnetenwatch und zusätzlich eine gleichlautende Presseanfrage an den Kanzleramtschef gestellt.
Kanzleramtschef Frei wollte via Abgeordnetenwatch eine fundamentale Richtungsänderung in der Gesundheitspolitik mit Relevanz für 80 Millionen Bürger leise unter dem Radar platzieren. Ich werde daraus eine öffentliche Debatte über die Richtungsänderung der CDU machen.
Was bereits geschah: Zunächst erklärte eine Wirtschaftsweise der Bundesregierung über Weihnachten öffentlich, angesichts der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung müssten auch Leistungen wie die Homöopathie auf den Prüfstand. Sie könnten im Zweifel gestrichen werden. Der Satz fiel beiläufig, fast technokratisch – aber er markierte den Auftakt einer neuen politischen Linie.
Am Tag darauf folgte das nächste Signal. Kanzleramtsminister Thorsten Frei kündigte an, dass es bei den Krankenkassen zu Leistungskürzungen kommen werde. Die steigenden Beiträge und wachsenden Defizite machten Einsparungen notwendig.
Und am 30. Dezember 2025 schließlich formulierte Frei auf der Plattform Abgeordnetenwatch erstmals, was diese Linie konkret bedeutet: Der Staat solle den Krankenkassen nicht vorschreiben, welche Zusatzleistungen sie anbieten. Politische Vorgaben lehne er ab. Die Kassen müssten selbst entscheiden, wofür sie Geld ausgeben. Abgeordnetenwatch wurde vermutlich als Plattform gewählt, um die Resonanz auf seine Aussage zu testen. Das läuft mehr unter dem Radar als ein Medieninterview. Solche Unter-dem-Radar-Methoden statt großer Medienbühne nutzen Politiker gern, wenn sie etwas verkünden wollen, was für viel Bürger Nachteile haben kann.
Was das bedeutet: Was auf den ersten Blick nach Verwaltungslogik klingt, ist in Wahrheit eine politische Richtungsentscheidung der CDU-geführten Bundesregierung. Denn damit zieht sich die CDU und die Regierung aus der Verantwortung zurück. Sie überlässt die Entscheidung über Leistungskürzungen den Krankenkassen – und diese entscheiden unter massivem Kostendruck.
Für die Homöopathie ist das ein Wendepunkt hin zur Streichung aus dem Gesundheitssystem.
Was diese Abfolge politisch bedeutet
Homöopathie ist in der gesetzlichen Krankenversicherung keine Pflichtleistung. Sie wird nur erstattet, weil einzelne Krankenkassen sie bislang freiwillig als Satzungsleistung anbieten. Diese Erstattung war politisch gewollt. Sie war Ausdruck von Therapiefreiheit und Versorgungsvielfalt.
Wenn nun zuerst Wirtschaftsweise öffentlich erklären, Homöopathie könne gestrichen werden, wenn danach der Kanzleramtsminister Leistungskürzungen ankündigt und schließlich feststellt, der Staat mische sich nicht ein und die Kassen entschieden selbst, dann ergibt sich daraus eine klare Linie:
- Die Politik, die CDU, die Bundesregierung zieht sich zurück.
– Die Krankenkassen sollen sparen.
– Und Zusatzleistungen stehen als Erste zur Disposition. - Damit wird Homöopathie zur reinen Kostenfrage. Als Manövriermasse der Krankenkassen unter Kostendruck.
Der indirekte Weg der CDU statt offener Debatte
Politisch ist dieser Weg für die CDU bequem. Ein offener Angriff der CDU auf den besonderen Status der Homöopathie würde Proteste auslösen. Blogs, Patienten, Heilpraktiker, Ärzte und Hersteller würden mobilisieren. Medien würden berichten. Der Bundestag müsste sich positionieren. Dafür gibt es derzeit keine sichere Mehrheit.
Der Rückzug über die Krankenkassen vermeidet all das. Die CDU kann sagen: Das ist eine Entscheidung der Selbstverwaltung der Kassen. Wir als CDU greifen nicht ein.
In Wirklichkeit wird Verantwortung delegiert.
Warum ich Kanzleramtschef Thorsten Frei jetzt öffentlich befrage
Genau deshalb habe ich Thorsten Frei (CDU) jetzt öffentlich auf Abgeordnetenwatch gefragt, ob seine Linie ausdrücklich auch für die Homöopathie gilt und ob es politisch gewollt ist, dass Krankenkassen Homöopathie künftig aus Kostengründen streichen.
Denn seine Aussage vom 30. Dezember steht dort bislang wie eine technische Bemerkung. In Wahrheit ist sie Teil einer politischen Strategie, die den Schutzschirm für die Homöopathie einklappt und sie dem reinen Kostendruck der Kassen überlässt.
Das ist ein fundamentaler Richtungswechsel der CDU und Bundesregierung. Und er darf nicht leise und unbemerkt vollzogen werden.
Fazit
Erst die Wirtschaftsweise, dann die Ankündigung von Leistungskürzungen, dann die Erklärung, der Staat mische sich nicht ein. Innerhalb weniger Tage wurde damit eine neue gesundheitspolitische Realität durch Kanzleramtschef Frei formuliert: Nicht die CDU-geführte Bundesregierung entscheidet künftig über den Platz der Homöopathie im System, sondern die Krankenkassen. Und diese entscheiden nach Kosten.
Mein Ziel als Journalist und Aktivist für die Homöopathie
Genau deshalb ist eine öffentliche Nachfrage notwendig. Denn der Exodus beginnt nicht mit einem Verbot. Er beginnt mit Wegsehen und Unsichtbarkeit. Daher will ich als Journalist Entscheidungen der CDU-geführten Bundesregierung gegen Homöopathie hinterfragen und für jeden verständlich transparent machen. Daher habe ich Kanzleramtschef öffentlich befragt.
Kanzleramtschef Frei wollte via Abgeordnetenwatch eine fundamentale Richtungsänderung in der Gesundheitspolitik mit Relevanz für 80 Millionen Bürger leise unter dem Radar platzieren. Ich werde daraus eine öffentliche Debatte über die Richtungsänderung der CDU machen.
Zur Förderung der öffentlichen Diskussion habe ich das Thema auch auf Twitter/X verbreitet:



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