Kurzfassung für Schnellleser
Am 30.03. empfiehlt die Finanzkommission, die Homöopathie aus der GKV zu streichen. Die Politik will dies bis zur Entscheidung im Bundestag am 10.07.2026 umsetzen. Der Homoeopathiewatchblog startet deshalb am 31.03. eine Bundestags-Petition 197577 für die Homöopathie-Gemeinschaft, um kurzfristig politischen Druck aufzubauen (Link).
Kurz darauf fordern die Verbände weils hilft und DZVhÄ den Watchblog schriftlich auf, die Petition zurückzuziehen, da eine gemeinsame Verbandsinitiative mehr Erfolg verspreche. Der Watchblog folgt diesem Argument und zieht die Petition im Sinne der Gemeinschaft zurück.
Nur einen Tag später wird klar: Die Verbände weil hilft und DZVHAE planen selbst keine Petition, wie sie dem Watchblog schriftlich mitteilen.
Ergebnis: Die Bundestagspetition des Homoeopathiewatchblog wird gestoppt, eine neue kommt nicht. Damit verliert die Homöopathie-Gemeinschaft ihr einziges kurzfristig wirksames politisches Druckmittel – wenige Wochen vor der politischen Entscheidung.
Wie es dazu kam
Am 30. März empfiehlt die Finanzkommission, die Homöopathie aus der GKV zu streichen. Wenige Tage später wird klar: Die Politik will das noch vor der Sommerpause umsetzen. Der Bundestag soll am 10.07.2026 über die Zukunft der Homöopathie entscheiden.
In dieser Situation gibt es genau ein Instrument, das kurzfristig politischen Druck erzeugen kann: eine Bundestags-Petition, getragen von möglichst vielen Menschen aus der Homöopathie-Gemeinschaft.
Der Homoeopathiewatchblog hat deshalb am 31. März eine solche Petition beim Bundestag mit der Nummer 197577 für die Homöopathie-Gemeinschaft im Rahmen der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie initiiert (Link).
Rückzug des Watchblog im Sinne der Gemeinschaft
Kurz darauf kommt deutliche Kritik aus Reihen der Verbände weils hilft und DZVhÄ an der Petition des Watchblog. Eine eigene Petition des Watchblog sei problematisch, schreibt weils hilft-Geschäftsführer Stefan Schmidt-Troschke an den Watchblog, eine abgestimmte Initiative der Verbände habe mehr Aussicht auf Erfolg.
Zitat vom 31.03. von Schmidt-Troschke von weils hilft an den Watchblog:
„Ich bitte Sie, Ihre Petition nicht weiterzuverfolgen und zurückzuziehen. Von Seiten der Verbände wird es eine fundierte und abgestimmte Initiative geben. Besonnenheit und strategisches Vorgehen sind in der aktuellen Situation entscheidend.“
Der Watchblog folgt diesem Argument der Verbände und vertraut auf die angekündigten Aktivitäten von weils hilft und DZVHAE – und zieht die Bundestags-Petition zurück. Am 10.04. werden die Verbände weils hilft und DZVHAE vom Watchblog über diesen Schritt informiert.
Ziel des Watchblog: eine gemeinsame Petition der Homöopathie-Verbände weils hilft und DZVhÄ, getragen von der gesamten Homöopathie-Gemeinschaft.
Ein Tag später: keine Petition der Verbände geplant
Nur einen Tag später zeigt sich jedoch ein anderes Bild. In einer Mail an den Watchblog schreibt Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführer weils hilft:
„Nach Lage der Dinge sind wir derzeit nicht überzeugt davon, dass eine Petition uns weiterbringt, unabhängig davon, wer sie einbringt. Ich bin mir nicht sicher, ob wir es schaffen zu mobilisieren. Wenn nicht, wäre das sehr unangenehm.“
Und weiter heißt es in einer späteren Mail vom 10.04. von Schmidt-Troschke an den Watchblog: „Vorher werden wir keine größere politische Aktion jenseits unserer bereits ergangenen Stellungnahme machen.“
Damit ist klar:
Die Homöopathie-Verbände weils hilft und DZVhÄ wollten keine eigene Bundestagspetition vorbereiten. Sie haben auch keine gemeinsame Petition der Homöopathie-Gemeinschaft geplant. Ihr Ziel war nur: Die Bundestagspetition des Watchblog und der Homöopathie-Gemeinschaft zu stoppen.
Was das für die Homöopathie-Gemeinschaft konkret bedeutet
Die Situation ist damit eindeutig:
Die Finanzkommission empfiehlt am 30.03. die Streichung der Homöopathie
Die Bundesregierung bereitet ein Gesetz mit Entscheidung am 10.07. vor
Der Watchblog startet am 31.03. eine Bundestags-Petition
Die Verbände intervenieren und kündigen eine eigene Initiative an
Der Watchblog zieht die Petition im Sinne der Gemeinschaft zurück
Eine Petition des Watchblog wird von den Verbänden weils hilft und DZVAhE gestoppt. Eine gemeinsame Petition von weils hilft und DZVHAE kommt nicht.
Damit entfällt das einzige kurzfristig wirksame politische Druckmittel der Homöopathie-Gemeinschaft – in einem politischen Prozess, der in wenigen Wochen entschieden wird.
Eine strategische Sackgasse der Homöopathie-Verbände
Der Watchblog ist der Argumentation der Verbände gefolgt – im Vertrauen auf die am 31.03. schriftlich gegebene Zusage von Schmidt-Troschke von weils hilft: „Ich bitte Sie, Ihre Petition nicht weiterzuverfolgen und zurückzuziehen. Von Seiten der Verbände wird es eine fundierte und abgestimmte Initiative geben.“
Rückblickend zeigt sich: Dieses Vertrauen des Watchblog in weils hilft und DZVHAe war unbegründet.
Die Homöopathie-Gemeinschaft steht damit aktuell ohne Bundestagspetition und damit ohne das einzige Instrument da, das in dieser Phase noch unmittelbaren politischen Druck erzeugen könnte.


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