„Gegen die finale Liquidierung der Homöopathie“: Watchblog ruft Ärzte dazu auf, den Offenen Brief des DZVhÄ zu unterschreiben

Kurzzusammenfassung für Schnellleser:
Der Homoeopathiewatchblog ruft Ärzte für Homöopathie trotz aller Differenzen mit dem DZVhÄ auf, den offenen Ärztebrief des Verbands an die Politik zu prüfen und zu unterschreiben. Hintergrund ist die aus Sicht des Watchblog und des DZVhÄ dramatische politische Lage der Homöopathie. Der stellvertretende DZVhÄ-Bundesvorsitzende Dr. Ulf Riker spricht inzwischen selbst von einer möglichen „finalen Liquidierung der Homöopathie aus unserem Gesundheitssystem“.

Frühere politische Unterstützer schweigen offenbar, wie der DZVhÄ Bayern in seinem aktuellen Newsletter schreibt (Link). Gleichzeitig bleibt die Mobilisierung bislang begrenzt: Der DZVhÄ meldet rund 750 Unterzeichner seines offenen Briefs – bei etwa 7.000 Ärzten für Homöopathie in Deutschland laut Ärztekammer, die theoretisch unterschreiben könnten.

Warum ich dazu aufrufe, den offenen Ärztebrief zu unterschreiben

Jeder, der den Homoeopathiewatchblog regelmäßig liest, kennt die Berichterstattung über den DZVhÄ: Einordnung politischer Strategien und kritische Analyse der Verbandskommunikation und -Aktivitäten. Umgekehrt wurde der Watchblog vom DZVhÄ-Vorstand immer wieder als angebliches „U-Boot der Skeptiker“ in der Mitgliederkommunikation dargestellt,  offenbar mit dem Ziel, Verbands-Mitglieder vom Lesen des Blogs abzuhalten.

Die Positionen sind seit Jahren klar – und sie ändern sich auch durch diesen Artikel nicht.

Trotz der jahrelangen Konflikte zwischen Watchblog und Verband hält der Watchblog die politische Lage der Homöopathie inzwischen jedoch für zu ernst geworden, um weiter ausschließlich in Lagerdenken zu verharren. Deshalb ruft der Watchblog Ärzte für Homöopathie jetzt dazu auf, den offenen Brief des DZVhÄ ernsthaft zu prüfen und zu unterschreiben.

Der DZVhÄ beschreibt die Lage inzwischen selbst alarmiert

Bemerkenswert offen beschreibt Dr. Ulf Riker (DZVhÄ-Landesverband Bayern, stellvertretender DZVhÄ-Bundesvorsitzender) im Newsletter des Verbands vom 7. Mai 2026 die aktuelle Lage der Homöopathie.

Riker schreibt:

„Leider wagen sich manche Politiker*innen, die sich vor ca. 2 Jahren dem Ansinnen von Karl Lauterbach entgegengestellt haben, diesmal nicht aus der Deckung!“

Damit räumt der Verband indirekt selbst ein, dass frühere politische Unterstützer inzwischen offenbar schweigen.

Noch deutlicher formuliert Riker an anderer Stelle:

„…es geht nicht ums Sparen, sondern um die finale Liquidierung der Homöopathie aus unserem Gesundheitssystem!“

Außerdem kritisiert er ein:

„hohes Tempo bei gleichzeitiger Verschleierung von Sachargumenten“

Der Newsletter wirkt deshalb weniger wie routinierte Verbandskommunikation als vielmehr wie ein offener Alarmruf des DZVHAE an die eigene Ärzteschaft.

Selbst große Verbände mobilisieren offenbar nur begrenzt

Der DZVhÄ nennt derzeit rund 750 Unterzeichner für seinen offenen Ärztebrief. Bei etwa 7.000 Ärzten für Homöopathie in Deutschland laut Ärztekammer entspricht das ungefähr zehn Prozent.

Genau darin zeigt sich möglicherweise das eigentliche Problem: Die Homöopathie-Gemeinschaft wirkt politisch zersplittert. Verbände arbeiten parallel, Kampagnen laufen getrennt, Patienteninitiativen verfolgen eigene Wege. Gleichzeitig rückt der Bundestagsbeschluss näher. Die politische Situation der Homöopathie ist inzwischen so kritisch geworden, dass gegenseitige Blockaden der gesamten Homöopathie-Gemeinschaft schaden. Vom geplanten GKV-Aus betroffen wären direkt rund 700 GKV-Vertragsärzte für Homöopathie, indirekt aber etwa 7.000 Ärzte für Homöopathie in Deutschland laut Ärztekammer sowie Millionen Patienten.

Selbst große Verbände schaffen die politische Mobilisierung offenbar nicht mehr allein.

Trotz Differenzen: Jetzt als Arzt prüfen und unterschreiben

Der Homoeopathiewatchblog bleibt ein unabhängiges journalistisches Medium und kein Verbandsblatt. Die kritische Berichterstattung über den DZVhÄ wird deshalb selbstverständlich weitergehen.

Trotzdem sollte man sich in der aktuellen Lage vielleicht nicht zusätzlich gegenseitig schwächen.

Deshalb ruft der Watchblog Ärzte für Homöopathie dazu auf, den offenen Brief des DZVhÄ ernsthaft zu prüfen und zu unterschreiben:

[Link zum Offenen Brief: https://www.dzvhae.de/offener-dzvhae-brief/] (Hinweis: Der Brief ist laut DZVHAE ausdrücklich für Ärzte gedacht, nicht für Heilpraktiker oder Patienten.)

Vielleicht geht es momentan tatsächlich weniger darum, wer innerhalb der Homöopathie-Gemeinschaft recht behält – sondern darum, ob überhaupt noch ausreichend politischer Druck entsteht.

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