Eine zweite Mitmach-Aktion des Newsblog: Sie können Politiker zur Wahl am 8. März öffentlich zu Heilpraktikern und Homöopathie befragen – hier ein Mustertext für Sie mit Abgeordnetenwatch inkl. Anleitung

Der offene Brief an Cem Özdemir (Link) ist nicht der einzige Weg, politisch sichtbar zu werden. Parallel dazu eröffnet sich vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März eine zweite, oft unterschätzte Möglichkeit:

Direktkandidaten zur Landtagswahl in Baden-Württemberg öffentlich auf Abgeordnetenwatch zu einer konkreten Sachfrage zu befragen – dokumentiert, dauerhaft einsehbar und vergleichbar. Unten finden Sie einen Mustertext für die Anfrage.

Diese Möglichkeit richtet sich ausdrücklich nicht nur an Wähler aus Baden-Württemberg, sondern an alle, die die gesundheitspolitische Entwicklung verfolgen und politische Positionen öffentlich festhalten möchten.

Genau dafür eignet sich das Frageportal von abgeordnetenwatch. Jeder kann dort Kandidaten zur Landtagswahl in Baden-Württemberg öffentlich befragen – unabhängig vom eigenen Wohnort. Die Antworten – oder auch das Schweigen – bleiben sichtbar, auch über den Wahltag hinaus.
Auch Menschen außerhalb von Baden-Württemberg können somit Kandidaten in Baden-Württemberg mit dieser Frage konfrontieren.

Watchblog und Newsblog nutzen dieses Instrument zusammen mit ihren Lesern im Rahmen der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie. Leser können sich beteiligen, müssen es aber nicht.
Je mehr Fragen öffentlich gestellt werden, desto klarer wird, wie geschlossen oder widersprüchlich politische Positionen tatsächlich sind.

Worum geht es inhaltlich?

Im Kern geht es um zwei miteinander verknüpfte Entwicklungen:

In der Gesundheitspolitik wird derzeit darauf hingearbeitet, Homöopathie als Zusatzleistung der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen und sie perspektivisch nicht mehr als Arzneimittel zuzulassen, obwohl nach verschiedenen Erhebungen rund 30 Millionen Menschen in Deutschland homöopathische Arzneimittel nutzen. Diese Linie zeigt sich u. a. in Parteitagsbeschlüssen von SPD und Grünen, in öffentlichen Ankündigungen aus dem Kanzleramt (CDU) sowie in Äußerungen von Die Linke.
Diese Entscheidungen werden zwar landespolitisch vorbereitet, entfalten aber bundesweite Signalwirkungen.

Parallel dazu wird öffentlich die Abschaffung des Heilpraktikerberufs gefordert. Diese Forderung wurde zuletzt durch eine Sendung von Jan Böhmermann im ZDF Magazin Royale am 19.12.2025 stark zugespitzt. Dem steht ein empirisches Gutachten des Bundesministeriums für Gesundheit vom 13.12.2025 gegenüber, das den Heilpraktikerberuf auf rund 300 Seiten untersucht und ihn als sicheren und relevanten Teil der Gesundheitsversorgung beschreibt – mit rund 47.000 Heilpraktikern und etwa 29 Millionen Patientenkontakten pro Jahr.
Auch hier gilt: Was in einem Bundesland politisch akzeptiert oder verworfen wird, wirkt über dieses Bundesland hinaus.

Genau diese Spannung soll sichtbar gemacht werden.

Die Frage, die gestellt werden soll

Frage (zum Kopieren, den ganzen roten Text bei Abgeordnetenwatch einstellen / Technischer Hinweis: Bei Abgeordnetenwatch kann man Texte mit einer Länge bis 1400 Zeichen einstellen, der Text in Rot hat mit Betreff 1.200 Zeichen):

Betreff:
Homöopathie und Heilpraktiker: Wie positionieren Sie sich vor der Wahl am 8. März?

In der Gesundheitspolitik wird derzeit darauf hingearbeitet, Homöopathie als Zusatzleistung der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen und sie perspektivisch nicht mehr als Arzneimittel zuzulassen – obwohl laut Erhebungen rund 30 Millionen Menschen in Deutschland homöopathische Arzneimittel nutzen. Diese Linie zeigt sich u. a. in Beschlüssen von SPD und Grünen sowie in öffentlichen Ankündigungen aus dem Kanzleramt.

Parallel wird öffentlich die Abschaffung des Heilpraktikerberufs gefordert, zuletzt medial stark zugespitzt durch Jan Böhmermann. Dem steht ein empirisches Gutachten des Bundesministeriums für Gesundheit von 2025 gegenüber, das den Heilpraktikerberuf als sicheren und relevanten Teil der Gesundheitsversorgung beschreibt (rund 47.000 Heilpraktiker, etwa 29 Millionen Patientenkontakte pro Jahr).

Wie stehen Sie vor diesem Hintergrund zur künftigen Rolle von Homöopathie und Heilpraktikern im Gesundheitssystem – und woran orientieren Sie Ihre Position: an medialer Zuspitzung oder an staatlich beauftragten Gutachten?


 

 

 

Wie funktioniert das für Sie konkret?

Wie geht das?
Über das Frageportal von abgeordnetenwatch (spezielle Seite zur Wahl in BW: https://www.abgeordnetenwatch.de/baden-wuerttemberg) können alle Interessierten Kandidaten zur Landtagswahl in Baden-Württemberg öffentlich befragen. Die Frage wird moderiert, veröffentlicht und bleibt dauerhaft abrufbar.
Der eigene Wohnort spielt dabei keine Rolle.

Was können Sie tun?
Sie können die oben formulierte Frage unverändert kopieren, einen Wahlkreis in Baden-Württemberg auswählen und sie an einen oder mehrere Kandidaten richten. Mehr ist nicht nötig.
Auch mehrere Personen können denselben Kandidaten unabhängig voneinander befragen.

Wie lange dauert das?
In der Regel wenige Minuten. Es ist keine Registrierung mit öffentlicher Klarnamenpflicht erforderlich.

Warum mitmachen?
Weil politische Wirkung nicht erst dort entsteht, wo Tausende laut werden, sondern dort, wo Positionen öffentlich festgehalten werden.
Die Böhmermann-Debatte zeigt, wie schnell mediale Zuspitzung politische Linien beeinflussen kann. abgeordnetenwatch dreht die Logik um: Nicht Zuspitzung, sondern Antwortpflicht.

Muss jeder mitmachen?
Nein. Aber jeder einzelne Beitrag zählt, weil jede Frage ein weiterer dokumentierter politischer Kontakt ist. Schweigen wird dadurch ebenso sichtbar wie Antworten.

Warum der Newsblog plus Watchblog das begleiten

Der Watchblog wird die Antworten – und auch das Ausbleiben von Antworten – auswerten, vergleichen und einordnen. Nicht, um Zustimmung zu erzwingen, sondern um Transparenz herzustellen.
So lässt sich zeigen, ob es sich bei den Positionen um Einzelfälle oder um eine durchgehende politische Linie handelt.

Der offene Brief an Cem Özdemir bleibt der gebündelte, zentrale Vorgang.
Die abgeordnetenwatch-Fragen ergänzen ihn auf der Fläche.

Beides zusammen zeigt, wie Politik mit einem real existierenden Patienten- und Heilpraktikermilieu umgeht – öffentlich, nachvollziehbar und überprüfbar.

Wer sich beteiligen möchte, kann das jetzt tun. Wer nicht, liest später die Ergebnisse.

Was mit den Antworten passiert – und warum das politisch relevant ist

Die Fragen auf abgeordnetenwatch sind kein Selbstzweck. Ihr politischer Wert entsteht erst durch das, was danach passiert.

Alle Antworten – ebenso wie das Ausbleiben von Antworten – sind öffentlich einsehbar und bleiben dauerhaft dokumentiert. Genau hier setzen der Watchblog und Newsblog an. Die eingehenden Antworten werden gesammelt, verglichen, eingeordnet und journalistisch ausgewertet. So wird sichtbar, wer sich klar positioniert, wer ausweicht, wer widerspricht – und wer schweigt.

Für Politiker bedeutet das:
Eine öffentliche Frage lässt sich nicht einfach ignorieren, ohne dass genau dieses Ignorieren sichtbar wird. Wer antwortet, legt sich fest. Wer nicht antwortet, trifft ebenfalls eine Entscheidung – nur ohne Worte.

So entsteht politische Wirkung nicht durch Lautstärke, sondern durch Dokumentation.
Und genau daran kann sich jeder beteiligen.

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