Was können Homöopathie und Anthroposophie politisch jetzt tun? Hier fünf Maßnahmen und ein konkretes Handlungskonzept für die entscheidenden Wochen, z.B. für Verbändeanhörung am 20. April

Der Gesetzentwurf zur Streichung der homöopathischen und anthroposophischen Leistungen aus der gesetzlichen Krankenversicherung liegt seit 16. April vor. Die politischen Zeitfenster sind eng, die Entscheidung am 29. April im Kabinett und am 10. Juli im Bundestag rückt näher.

Die Lage ist klar: Der Gesetzentwurf ist da. Die Entscheidung steht bevor.
Es geht nicht mehr um grundsätzliche Debatten, sondern um konkrete Einflussnahme in einem engen Zeitfenster

In dieser Situation stellt sich nicht mehr die Frage, ob gehandelt werden muss – sondern wie und von wem. Der folgende Vorschlag skizziert ein konkretes Handlungskonzept mit fünf Maßnahmen, das öffentliche Mobilisierung und professionelle politische Einflussnahme verbindet und in den verbleibenden Wochen noch Wirkung entfalten kann.

Es gibt noch eine Chance für die Homöopathie-Gemeinschaft.

Öffentliche Mobilisierung: Sichtbarkeit erzeugen – jetzt

Der erste Hebel ist öffentlich. Viele Menschen müssen in kurzer Zeit sichtbar machen, dass sie betroffen sind. Nicht allgemein und nicht diffus, sondern gezielt an die drei politischen Entscheider:

  • Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU)
  • CDU/CSU-Gesundheitspolitikerin Simone Borchardt
  • SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis

Genau hier setzen aktuell koordinierte Aktionen an – etwa offene Briefe und direkte Anschreiben, wie sie im Homoeopathiewatchblog mit seinen Lesern in Kooperation mit dem FDH mit der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie genau an diese drei Entscheider organisiert werden.

Das ist die öffentliche Entscheider-Ebene: sichtbar, messbar, politisch wahrnehmbar.

Aber: Das allein reicht nicht.

Politische Einflussnahme: Was jetzt passieren müsste

Parallel zur öffentlichen Mobilisierung braucht es professionelle politische Kommunikation.
Und genau hier liegt die Verantwortung bei den Organisationen, die dafür existieren:

  • weil’s hilft
  • DZVhÄ
  • BPH

Denn: Sie sind im Lobbyregister eingetragen. (Als Journalist kann ich den Watchblog nicht in Register eingtragen lassen, sonst würde ich selbst Gespräche führen)
Denn: Weils hilft, DZVHAE, BPH beanspruchen politische Aktivitäten für ihre Mitglieder
Denn: Sie müssen Zugang zu Entscheidern haben, wie sie selbst immer wieder behaupten.

Ein Watchblog kann Öffentlichkeit herstellen. Diese drei Organisationen müssen nachweislich mit relevanten Politikern sprechen.

Vorschlag für fünf konkrete Maßnahmen

1. Direkte Gespräche mit den Entscheidern – sofort

Noch in dieser Woche müssen Gespräche stattfinden mit:

  • Simone Borchardt (CDU/CSU)
  • Christos Pantazis (SPD)
  • Nina Warken (CDU)

Zuständig: DZVhÄ und weil’s hilft, unterstützt durch BPH.

Ziel eins: ist die direkte Einflussnahme vor der Kabinettsbefassung. Wenn solche Gespräche nicht stattfinden, gibt es faktisch keinen politischen Einfluss.

Ziel zwei: Professionelle politische Einflussnahme von den zuständigen Homöopathie-Verbänden weil hilft, DZVHAE und BPH, die sich als zuständige Verbände beim Lobbyregister des Bundestages eingetragen haben, um diese Verantwortung zu übernehmen.

2. Homöopathie-Präsenz in der Verbändeanhörung am 20. April

Die Verbändeanhörung des BMG ist ein zentraler Moment. Diese Verbändeanhörung findet am 20. April von 15 bis 18 Uhr statt.

Dort müssen die Organisationen DZVHAE, weils hilft, BPH präsent sein:

  • sichtbar auftreten
  • klar positionieren
  • konkret argumentieren

Zuständig: DZVhÄ (ärztlich), BPH (Patienten), weil’s hilft (kampagnenübergreifend)

Nicht abstrakt über Evidenz, sondern konkret über Folgen für Versorgung, Nachfrage und System.

3. Homöopathie muss eigene politische Formate initiieren

Politik reagiert auf direkte Kommunikation.
Dafür braucht es eigene Formate:

  • parlamentarischer Abend
  • gesundheitspolitisches Kolloquium
  • gezielte Fachgespräche

Adressaten:

  • Mitglieder des Gesundheitsausschusses
  • gesundheitspolitische Sprecher der Fraktionen

Zuständig: weil’s hilft gemeinsam mit DZVhÄ und weiteren Verbänden

Ziel: das Thema in den politischen Alltag ziehen.

4. Öffentliche Transparenz herstellen

Ein bislang fehlender Punkt: Transparenz.

Die Verbände müssen offenlegen:

  • mit welchen Politikern sie sprechen
  • wann Gespräche stattfinden
  • welche Inhalte eingebracht werden

Zuständig: weil’s hilft, DZVhÄ, BPH

Ohne Transparenz entsteht kein Druck, keine Glaubwürdigkeit und keine Mobilisierung.

5. Bundestagspetition starten – jetzt

Eine neue Petition ist angekündigt – aber bislang nicht gestartet. Der Watchblog hatte beim Bundestag eine Petition gestartet, sie aber auf Wunsch von weils hilft und DZVHAE zurückgezogen.

Dabei zeigt die Erfahrung, was Petitionen bewirken können:

  • hohe Mobilisierungsfähigkeit
  • klare politische Sichtbarkeit

Zuständig: weil’s hilft als Initiator, gemeinsam mit DZVhÄ und BPH

Diese Petition muss jetzt kommen – nicht später.

Fazit

Es gibt noch eine Chance.

Aber nur, wenn zwei Dinge zusammenkommen:

  • öffentliche Mobilisierung
  • professionelle politische Einflussnahme von den zuständigen Homöopathie-Verbänden weil hilft, DZVHAE und BPH, die sich als zuständige Verbände beim Lobbyregister des Bundestages eingetragen haben.

Das eine passiert gerade. Das andere ist bislang kaum sichtbar.

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