Goldmedaille des Gesundheitsministeriums für Heilpraktiker: Wie Heilpraktiker und ihre Verbände das empirische Gutachten für Politik, PR und Öffentlichkeit nutzen können – ein Konzept plus zwei konkrete Ideen für HP

Seit 30 Jahren arbeite ich als Gesundheitsjournalist und PR-Berater. Immer mit dem Ziel, für ein Thema mehr Sichtbarkeit zu erreichen. So wie ich es mit dem Homoeopathiewatchblog für die Homöopathie und mit dem Heilpraktiker-Newsblog für die Heilpraktiker tue. Meistens ist das nicht ganz einfach. Man muss gute Nachrichten suchen, erzeugen, vermarkten. Und selten bekommt man in der PR und politischen Kommunikation etwas geschenkt, das man nutzen kann.

Daher freue ich mich besonders über das Geschenk des BMG. Solch ein Geschenk gibt es sehr selten für Berufe. Das Empirische Gutachten ist ein Geschenk des BMG an die Heilpraktiker. Es ist wie die Goldmedaille für einen Sportler bei Olympia.

Meine Empfehlung als Gesundheitsjournalist an Heilpraktiker und ihre Verbände: Das Empirische Gutachten des BMG ist ein politisches Gütesiegel, das genutzt werden will und muss. Etwas besseres für einen Berufsstand als ein staatliches Gütesiegel wie das Empirische Gutachten gibt es nicht – wenn man es nutzt.

Denn das empirische Gutachten des Gesundheitsministeriums ist mehr als ein Bericht. Es ist ein politisches Signal.

Es zeigt, dass Heilpraktiker und komplementärmedizinische Verfahren – einschließlich der Homöopathie – Teil der gesundheitlichen Versorgungsrealität sind. Es zeigt, dass der Berufsstand verantwortungsvoll arbeitet. Und es zeigt, dass politische Entscheidungen künftig auf Daten beruhen sollten.

Wer dieses Gutachten nicht nutzt, verschenkt eine historische Chance.

Für Heilpraktiker.
Für die Homöopathie.
Für eine sachliche Gesundheitspolitik.

Meine Einschätzung und Empfehlung:

Das empirische Gutachten zum Heilpraktikerwesen, beauftragt durch das Bundesministerium für Gesundheit, ist eines der wichtigsten gesundheitspolitischen Dokumente der vergangenen Jahre für den gesamten Bereich der Komplementärmedizin – und damit auch für die Homöopathie.

Dieses Gutachten ist aus Sicht der Heilpraktikerschaft ein politisches Geschenk, wie es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat. Erstmals liegt eine bundesweit fundierte, empirisch erhobene Datengrundlage vor, die den Berufsstand nicht problematisiert, sondern sachlich beschreibt – und in zentralen Punkten bestätigt.

Nun gilt es, aus diesem Gutachten eine langfristige Kommunikationskampagne entwickeln. Für die Homöopathie gibt es so etwas seit Januar 2026 mit #rettedeinehomöopathie. Also ist etwas in der Art wie eine Mitmachkampagne #rettedeinenheilpraktiker denkbar. Denn das Gutachten bietet etwas, das in der politischen Debatte selten ist: eine belastbare Grundlage jenseits von Ideologie, Polemik und medialen Zuspitzungen.

Idee für eine Kommunikationskampagne

Ausgangslage: Ein Berufsstand zwischen öffentlicher Debatte und politischer Realität

Seit Jahren stehen Heilpraktiker und komplementärmedizinische Verfahren – darunter auch die Homöopathie – unter öffentlichem Druck. Einzelne Medienberichte, politische Initiativen und zugespitzte Fernsehsendungen haben den Berufsstand immer wieder in ein negatives Licht gerückt.

Die politische Diskussion wurde dabei häufig nicht von Daten, sondern von Annahmen geprägt.

Genau an diesem Punkt setzt das Gutachten des Gesundheitsministeriums an. Es wurde beauftragt, weil es bislang keine belastbare Faktenbasis gab. Ziel war ausdrücklich keine Bewertung einzelner Methoden, sondern eine Bestandsaufnahme: Wer arbeitet als Heilpraktiker? Wie ist die Ausbildung organisiert? Wie sieht die Berufsausübung aus? Welche Rolle spielen Patientensicherheit, Zusammenarbeit mit Ärzten, wirtschaftliche Rahmenbedingungen?

Das Ergebnis ist ein differenziertes, sachliches und in vielen Punkten für Heilpraktiker positives Bild.

Ziel: Vertrauen stärken, politische Anschlussfähigkeit herstellen, öffentliche Wahrnehmung korrigieren

Aus Sicht der Verbände lässt sich aus dem Gutachten eine klare strategische Zielsetzung ableiten.

Erstens:
Vertrauen in den Berufsstand stärken – bei Patientinnen und Patienten, bei politischen Entscheidungsträgern und in der Öffentlichkeit.

Zweitens:
Die politische Anschlussfähigkeit der Heilpraktikerschaft erhöhen, indem sie nicht als emotionales Protestlager, sondern als dialogfähiger, datenbasierter Akteur wahrgenommen wird.

Drittens:
Die öffentliche Wahrnehmung korrigieren, die in den vergangenen Jahren stark von medialen Zuspitzungen geprägt war.

Und viertens:
Die Homöopathie als Teil der komplementärmedizinischen Versorgung sichtbar einbetten, statt sie isoliert zu verteidigen.

Strategie: Vom Abwehrkampf zur selbstbewussten Positionierung

Die zentrale strategische Weichenstellung lautet: weg von der Verteidigungshaltung, hin zur aktiven Positionierung.

Das Gutachten bietet die Möglichkeit, den Spieß umzudrehen. Nicht mehr Heilpraktiker müssen erklären, warum sie existieren dürfen, sondern Politik und Medien müssen begründen, warum sie gegen einen Berufsstand argumentieren, der auf Grundlage staatlicher Daten verantwortungsvoll arbeitet.

Eine kluge Strategie nutzt das Gutachten als Gütesiegel staatlicher Sachlichkeit. Nicht als Schutzschild, sondern als Fundament. Nicht als Reaktion, sondern als Ausgangspunkt.

Dabei geht es nicht um Jubelkommunikation, sondern um ruhige, souveräne Einordnung. Genau das erhöht die Glaubwürdigkeit.

Maßnahmen: Wie Verbände das Gutachten konkret nutzen können

1. Politische Kommunikation auf Augenhöhe

Das Gutachten eignet sich hervorragend als Grundlage für Gespräche mit:

  • Bundestagsabgeordneten
  • Landesgesundheitsministerien
  • Gesundheitsausschüssen
  • Patientenbeauftragten
  • Krankenkassen (PKV für Heilpraktiker, PKV/GKV für Homöopathie)

Verbände könnten gezielt Hintergrundgespräche anbieten: „Was sagt das Gutachten wirklich – und was nicht?“

Statt Abwehr und Empörung tritt Einordnung und Dialog. Das erhöht die politische Anschlussfähigkeit enorm.

2. Medienarbeit jenseits der Empörungsspirale

Das Gutachten ist eine Einladung an Redaktionen, endlich faktenbasiert zu berichten.

Verbände könnten:

  • Pressehintergrundgespräche organisieren
  • Fachjournalisten gezielt briefen
  • Dossiers auf Basis des Gutachtens erstellen
  • Journalistische Nachfragen aktiv begleiten

Statt reaktiver Krisenkommunikation entsteht eine proaktive Themenführung.

3. Öffentlichkeitsarbeit für Patientinnen und Patienten

Patienten sind der wichtigste Verbündete der Heilpraktikerschaft. Das Gutachten bestätigt in vielen Punkten ihre positiven Erfahrungen.

Hier liegt enormes Potenzial:

  • Informationskampagnen in Praxen
  • Patientenbroschüren
  • Online-Aufklärung
  • Social-Media-Erklärformate

Hier zwei praktische Beispiele, wie Heilpraktiker das Gutachten nutzen können: Mit einem Handzettel für Patienten und Text für die Heilpraktiker-Website:

Der von Watchblog und Heilpraktiker-Newsblog entwickelte Praxis-Handzettel ist ein konkretes Beispiel, wie politische Inhalte in verständliche Alltagssprache übersetzt werden können.

Der Praxis-Handzettel als Beispiel gelebter Kommunikation

Der Praxis-Handzettel, den Watchblog und Heilpraktiker-Newsblog entwickelt haben (Link zum Handzettel), zeigt exemplarisch, wie politische Inhalte praktisch nutzbar werden.

Er verbindet:

  • staatliche Sachlichkeit
  • verständliche Sprache
  • positives Framing
  • persönliche Praxisansprache

Mit Praxisstempel, Auslage im Wartezimmer, Einsatz im Behandlungszimmer und aktiver Kommunikation entsteht ein direkter Draht zwischen Politik, Berufsstand und Patient.

Service: Text für Website von Heilpraktikern

Zusätzlich können Heilpraktiker den Handzettel und die Inhalte des Gutachtens auch auf ihrer eigenen Website einsetzen – zum Beispiel in der Rubrik „Aktuelles“. Ein kurzer Hinweistext an die Patientinnen und Patienten („Neues Gutachten des Gesundheitsministeriums bestätigt die verantwortungsvolle Arbeit von Heilpraktikern“) schafft Transparenz, stärkt Vertrauen und zeigt, dass die Praxis offen und informiert kommuniziert. Der Heilpraktiker-Newsblog stellt dafür eine leicht verständliche Zusammenfassung bereit, auf die jede Praxis direkt verlinken kann. So wird aus einem politischen Gutachten ein persönliches Informationsangebot der eigenen Praxis.


Diesen Text können Sie als Heilpraktiker kopieren und auf Ihrer Website veröffentlichen:

Neues Gutachten des Gesundheitsministeriums bestätigt: Heilpraktiker arbeiten verantwortungsvoll und qualitätsorientiert

Viele Patientinnen und Patienten schätzen seit Jahren die Arbeit von Heilpraktikern: die Zeit für Gespräche, den ganzheitlichen Blick und die individuelle Begleitung. Diese Erfahrungen werden nun auch durch ein neues wissenschaftliches Gutachten des Gesundheitsministeriums bestätigt.

Um erstmals eine bundesweit fundierte Datengrundlage zum Heilpraktikerwesen zu schaffen, hat das Gesundheitsministerium eine umfassende Untersuchung in Auftrag gegeben. Das Gutachten liegt seit Dezember 2025 vor und zeigt: Heilpraktiker arbeiten verantwortungsvoll, strukturiert und mit hoher Orientierung an Qualität und Patientensicherheit. Ausbildung, Überprüfung und Berufsausübung sind deutlich professioneller organisiert, als viele Menschen vermuten.

Man kann dieses Gutachten als eine Art staatliches Gütesiegel verstehen. Es macht sichtbar, dass der Heilpraktikerberuf ein fester und anerkannter Bestandteil der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland ist.

Eine verständliche Einordnung der wichtigsten Ergebnisse finden Sie im Heilpraktiker-Newsblog:
https://heilpraktiker-newsblog.de/2026/01/09/empirisches-gutachten-bmg/

In unserer Praxis informieren wir Sie gern persönlich über die Inhalte des Gutachtens. Sprechen Sie uns einfach an.


Genau solche Instrumente brauchen Verbände, wenn sie den maximalen Nutzen aus dem Gutachten ziehen wollen.

Das gleiche gilt für die Aktion „Patientengeschichten – Patienten berichten, wie Heilpraktiker ihnen helfen konnten“.

Er zeigt, wie staatliche Gesundheitspolitik für Patientinnen und Patienten greifbar wird.

4. Stärkung der eigenen Mitglieder

Viele Heilpraktiker haben in den vergangenen Jahren erlebt, wie ihr Beruf öffentlich infrage gestellt wurde. Das hat verunsichert.

Das Gutachten bietet die Chance, den eigenen Mitgliedern den Rücken zu stärken.

Verbände könnten:

  • Webinare anbieten
  • Fortbildungen zur politischen Kommunikation
  • Argumentationshilfen für den Praxisalltag
  • regionale Informationsveranstaltungen

So wird aus einem politischen Gutachten ein Instrument beruflicher Selbstsicherheit.

Evaluation: Wirkung messen, Kommunikation weiterentwickeln

Jede Kampagne braucht Rückkopplung.

Verbände könnten systematisch erfassen:

  • politische Rückmeldungen
  • mediale Resonanz
  • Mitgliederfeedback
  • Patientenreaktionen

So entsteht ein lernendes System, das Kommunikation kontinuierlich verbessert.

Daher sage ich es noch einmal:

Das Empirische Gutachten des BMG ist ein politisches Gütesiegel, das genutzt werden will

Das empirische Gutachten des Gesundheitsministeriums ist mehr als ein Bericht. Es ist ein politisches Signal.

Es zeigt, dass Heilpraktiker und komplementärmedizinische Verfahren – einschließlich der Homöopathie – Teil der gesundheitlichen Versorgungsrealität sind. Es zeigt, dass der Berufsstand verantwortungsvoll arbeitet. Und es zeigt, dass politische Entscheidungen künftig auf Daten beruhen sollten.

Wer dieses Gutachten nicht nutzt, verschenkt eine historische Chance.

Für Heilpraktiker.
Für die Homöopathie.
Für eine sachliche Gesundheitspolitik.

3 Kommentare zu „Goldmedaille des Gesundheitsministeriums für Heilpraktiker: Wie Heilpraktiker und ihre Verbände das empirische Gutachten für Politik, PR und Öffentlichkeit nutzen können – ein Konzept plus zwei konkrete Ideen für HP

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  1. Herzlichen Dank für diese konstruktive Konzepte! Das macht Mut. Ich hoffe, dass Verbände und wir alle unseren Teil dazu beitragen werden.

  2. Das sind alles gute Vorschläge. Nur es macht keiner. Ich habe viele Jahre versucht die Osteopathie ( die zwangsweise in das HPG inplantiert wurde ) auch auf politischen Wegen auf Landesebene . Es gibt Gegenkräfte im Heilmittelbereich ( Physiotherapie und CO ) und der Ärzteschaft. Die haben einfach mehr Wählerstimmen, d.h. Klientelpolitik. Im aktuellen Koalitionsvertrag ist jetzt die Osteopathie auf dem Plan.Ein eigenes Berufsgesetzt soll kommen. Ob überhaupt ein Ausschuss besteht der das Thema bearbeitet ist nicht ersichtlich. Die BV der Osteopathie profitieren von dem Zustand der Intransparenz .D.h. sie sind die Totengräber der Osteopathie. Die Mitgleider dieser BV sind inakltiv, nach dem Motto ich zahle und die sollen machen. Erst wenn sich die wirschaftliche Lage verschlechtet werden die meckern, mehr aber auch nicht. Die sind es nicht gewohnt auch Eigenverantwortung zu übernehmen. Darum lernen durch leiden. Trotzallem finde ich es gut das Sie das Thema ergreifen und versuchen diese träge Masse in Bewegung zu bringen. Gehen Sie an die Medien, da sind die altenativen Medien wohl eher geeignet. Viel Erfolg.

    1. Danke Frau Sonja. Im Artikel weise ich extra auf zwei Aktivitäten hin die jeder Heilpraktiker mit Copy und Paste (Text Website, Handzettel) einfach umsetzen kann. Halte Sie das für sinnvoll oder warten alle Heilpraktiker auf Aktivitäten ihrer Verbände?

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