König Charles erhebt seinen homöopathiefreundlichen Leibarzt Sir Michael Dixon in den Ritterstand

Als König Charles III. im Jahr 2022 den Allgemeinmediziner Dr. Michael Dixon zu seinem persönlichen Leibarzt und Leiter des Royal Medical Household berief, ließ die Kritik nicht lange auf sich warten. Britische Medien berichteten ausführlich über Dixons positive Haltung zur Homöopathie. Skeptiker warfen dem König vor, ausgerechnet einen Arzt mit Nähe zu komplementären Therapien an eine der wichtigsten medizinischen Positionen des Landes zu berufen.

Drei Jahre später sendet der König nun ein bemerkenswertes Signal.

Michael Dixon wurde in den offiziellen King’s Birthday Honours 2026 in den Ritterstand erhoben und darf künftig den Titel Sir Michael Dixon tragen. Die Auszeichnung erfolgte ausdrücklich für seine Tätigkeit als Head of the Royal Medical Household and Doctor to The King, also als Leiter des königlichen Ärzteteams und persönlicher Arzt des Monarchen.

Anders als in Deutschland ist der Ritterstand im Vereinigten Königreich bis heute eine der höchsten persönlichen Ehrungen, die der Monarch vergeben kann. Mit der Ernennung darf Michael Dixon lebenslang den Titel Sir Michael Dixon führen. Der Titel gilt als außergewöhnliche staatliche Anerkennung für herausragende Verdienste und verleiht seinem Träger hohes gesellschaftliches Ansehen sowie zusätzliche öffentliche Autorität.

Palast verteidigte Homöopathie und Dixon gegen Kritik

Michael Dixon ist ist Allgemeinmediziner und gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Vertretern der komplementären Medizin in Großbritannien. Der Arzt ist seit 2022 Head of the Royal Medical Household und Doctor to The King. Er hat sich immer wieder dafür ausgesprochen, komplementäre Verfahren wie die Homöopathie als mögliche Ergänzung zur konventionellen Medizin offen zu diskutieren.

Gerade diese Haltung löste nach seiner Ernennung zum königlichen Leibarzt eine ungewöhnlich heftige Debatte aus. Britische Medien stellten die Frage, ob ein Arzt mit einer positiven Haltung zur Homöopathie den König medizinisch beraten sollte.

Die Diskussion erreichte schließlich sogar den Buckingham Palace. Der Palast sah sich zu einer öffentlichen Klarstellung veranlasst: Komplementäre Verfahren könnten aus seiner Sicht ergänzend eingesetzt werden, sofern sie sicher, angemessen und evidenzbasiert seien.

König Charles hält an seinem Arzt fest

Die jetzige Ehrung ist deshalb mehr als eine gewöhnliche Auszeichnung für langjährige Verdienste.

König Charles hält nicht nur an dem Arzt fest, dessen Berufung damals öffentlich kritisiert wurde. Er erhebt ihn nun auch in den Ritterstand. Dass der König an seinem langjährigen Leibarzt festhält und ihn öffentlich ehrt, dürfte daher auch als Ausdruck besonderen persönlichen Vertrauens verstanden werden.

Gemeinsame Verbindung zur Faculty of Homeopathy

Bemerkenswert ist auch eine weitere Verbindung. König Charles ist seit 2019 offizieller Patron der Faculty of Homeopathy, der traditionsreichen britischen Ärztegesellschaft für Homöopathie. Michael Dixon wiederum gehört ebenfalls seit Jahren zu den prominenten Unterstützern der Organisation und ist einer ihrer Patrons.

Unmittelbar nach Bekanntgabe der Ehrung gratulierte die Faculty of Homeopathy ihrem Patron öffentlich zur Erhebung in den Ritterstand. Damit wurde die Auszeichnung auch innerhalb der internationalen Homöopathie-Gemeinschaft ausdrücklich gewürdigt.

Was bedeutet die Ehrung für die Homöopathie?

Die Ritterwürde ist keine Auszeichnung für die Homöopathie. Offiziell wird Michael Dixon ausschließlich für seine Verdienste als Arzt des Königs geehrt.

Dennoch besitzt die Ehrung eine symbolische Bedeutung. Denn trotz der öffentlichen Kontroversen um Dixons Unterstützung der Homöopathie hat König Charles seine Personalentscheidung nie revidiert. Im Gegenteil: Mit der Erhebung in den Ritterstand unterstreicht er, dass diese Debatten seinem Vertrauen in den Mediziner offensichtlich keinen Abbruch getan haben.

Für die internationale Homöopathie-Gemeinschaft dürfte das aufmerksam registriert werden. Schließlich gehört Charles seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Befürwortern einer integrierenden Sicht auf Medizin und Gesundheit. Dass ausgerechnet sein langjähriger Leibarzt nun die höchste persönliche Anerkennung des britischen Monarchen erhält und beide zugleich mit der Faculty of Homeopathy verbunden sind, verleiht der Ehrung auch über Großbritannien hinaus Symbolkraft.

Ein auffälliger Kontrast zwischen dem Königreich und Deutschland

Während in Deutschland derzeit der Bundestag über die Streichung der Homöopathie aus den Satzungsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen berät, setzt das britische Königshaus ein anderes Zeichen.

Nicht durch politische Erklärungen oder öffentliche Kampagnen, sondern durch eine Personalentscheidung. Der Arzt, dessen Unterstützung der Homöopathie vor wenigen Jahren noch für Kritik sorgte, gehört weiterhin zum engsten medizinischen Umfeld des Königs und trägt künftig den Titel Sir Michael Dixon.

Fotos: Wikimedia/Faculty of Homeopathy

Quellen

 

 

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Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger

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