Sind die vielen Heilpraktikerverbände ein Problem? Ist der BDH Mitglied im DDH? Bevorzugt der Newsblog den FDH? Eine Diskussion im Newsblog über Verbände und Blogs

Der Text zur Reaktion des BDH auf Böhmermann und das empirische Gutachten hat eine lebhafte Diskussion unter Heilpraktikern ausgelöst. Und wie so oft zeigt sich: In den Kommentaren steckt oft mehr Realität als in mancher offiziellen Stellungnahme und in manchem Artikel.

Mehrere Leser greifen denselben Punkt auf. Zu viele Verbände, zu wenig Einigkeit, zu viele Ansprechpartner für Politik und Ministerien. Der Vorwurf: Solange der Berufsstand zersplittert auftritt, fehlt ihm politisches Gewicht. Andere beschreiben die Zerissenheit der Verbandslandschaft sehr konkret anhand von Dachverbänden, Gegenorganisationen und alten Konfliktlinien. Wieder andere verweisen auf das Misstrauen untereinander und auf Animositäten, die in ruhigen Zeiten schon unerquicklich sind, in politisch schwierigen Zeiten aber zum echten Risiko werden.

Diese Diskussion ist wichtig. Denn sie berührt den Kern der aktuellen Lage. Böhmermann ist kein mediales Strohfeuer. Das empirische Gutachten ist kein Zufallsprodukt. Beides ist Teil eines politischen Prozesses, in dem der Heilpraktikerberuf neu verortet wird. Und in solchen Phasen entscheidet nicht nur, wer fachlich recht hat, sondern auch, wer politisch anschlussfähig ist.

Ein zersplitterter Berufsstand mit internen Machtkämpfen ist für Ministerien schwer einzuordnen. Politik arbeitet mit klaren Ansprechpartnern, abgestimmten Positionen und verlässlichen Strukturen. Wer das nicht bietet, wird nicht eingebunden, sondern verwaltet.

Damit diese Debatte nicht in den Kommentaren versandet, ziehe ich sie hier in einen eigenen Artikel. Denn sie betrifft nicht nur Verbände und Funktionäre, sondern jeden Heilpraktiker, der wissen will, wohin die Reise politisch geht.

Im Folgenden dokumentiere ich die Diskussion vollständig und unverändert.

Kommentare aus dem Newsblog (Dokumentation)

Kommentar von: Klaus Schrettenbrunner
Seit je her sind sich die Heilpraktikerverbände untereinader uneins und misstrauisch. Da der Heilpraktiker-Newsblock unabhängig, aber öfters mit dem FDH zusammen arbeitet, könnte vielleicht hierin der Grund des Schweigens von Seiten des BDH liegen, obwohl der BDH auch im DDH ,dem Dachverband der größeren Fachverbände organisiert ist.
Die gegenseitigen Animositäten unserer Verbandsvertreter sollten in solch politisch schweren Zeiten wirklich zurückstehen.

 

Kommentar von: Christian J. Becker

Danke Ihnen Herr Schrettenbrunner. Jeder Heilpraktikerverband kann an den Heilpraktiker-Newsblog herantreten mit Informationen. Der Fachverband Deutscher Heilpraktiker FDH ist der einzige Verband, der sich an den Newsblog wendet. Der FDH wendet daher die Basics der Pressearbeit an- Journalisten mit Presseinformationen informieren. Das tut ausser dem FDH kein einziger anderer Verband der Heilpraktiker, weder BDH, VKDH etc. Dies zur Erläuterung. Ihrem Hinweis zum BDH als DDH-Mitglied bin ich nachgegangen. Ich konnte auf der DDH-Seite dafür keinen Beleg finden: https://ddh-online.de/mitgliedsverbaende. Aber vielleicht hat der BDH kürzlich den Aufnahmeantrag gestellt und seine Mitgliedschaft im DDH ist noch nicht auf der DDH-Webseite vermerkt. Aber vorstellen könnte ich es mir, da eine Kassler Konferenz gerade sanft entschläft wegen Irrelevanz. Das würde den Aufnahmeantrag des BDH beim DDH erklären. Ich werde beim BDH mal nachfragen.

(Red. Ergänzung: Mit Ihrem Hinweis, Herr Schrettenbrunner habe ich eine Presseanfrage an den BDH gestellt. Hier ist sie:

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Von: Heilpraktiker-Newsblog <christian.j.becker@heilpraktiker-newsblog.de>
Betreff: Presseanfrage: Mitgliedschaft des BDH im DDH
Datum: 21. Januar 2026 um 17:58:05 MEZ
An: info@bdh-online.de

Sehr geehrter Herr Blumbach,

sehr geehrte Herren Vorstände des BDH,

ein Leser des Heilpraktiker-Newsblog hat im Rahmen einer Diskussion zur aktuellen Verbandspolitik die Frage aufgeworfen, ob der Bund Deutscher Heilpraktiker (BDH) Mitglied im Dachverband Deutscher Heilpraktiker (DDH) ist oder einen entsprechenden Aufnahmeantrag gestellt hat bzw. plant.

Ich möchte diese Frage gern an Sie weitergeben und bitte um eine kurze Einordnung:

– Ist der BDH aktuell Mitglied im DDH?
– Falls nein: Hat der BDH einen Aufnahmeantrag gestellt oder plant er dies?

Über eine kurze Rückmeldung würde ich mich freuen.

Den Artikel dazu finden Sie hier: https://heilpraktiker-newsblog.de/2026/01/21/sind-die-vielen-heilpraktikerverbaende-ein-problem-ist-der-bdh-mitglied-im-ddh-bevorzugt-der-newsblog-den-fdh-eine-diskussion-im-newsblog-ueber-verbaende-und-blogs/

Mit freundlichen Grüßen
Christian J. Becker
Heilpraktiker-Newsblog

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Kommentar von: Frank Bünder, Heilpraktiker
Der BDH war m. E. noch nie Mitglied des DDH. Und wird es wahrscheinlich auch nie werden. Der BDH hat dazu aufgrund seines bisherigen Verhaltens keinerlei Interesse gezeigt. Man hat ja quasi einen „Gegenorganisation“ gegründet, zusammen mit dem Verband „Freier Heilpraktiker e.V.“ (der WAR mal beim DDH!) in Form der „Fachverbände …“ .

Das zeigt, leider, die Zerissenheit der Heilpraktiker untereinander. Ich sehe da aktuell keinen Lösungsansatz.

Kommentar von: Christian J. Becker
Als Antwort auf Frank Bünder, Heilpraktiker.

Guten Tag Herr Bünder,

vielen Dank für Ihre Einschätzung aus der Praxisperspektive. Ich teile Ihre Sorgen um die politische Zukunft des Heilpraktikerberufs – sehe die Lage aber nicht als grundsätzlich verfahren. Als Journalist, der seit 2019 kontinuierlich zum Thema Heilpraktiker schreibt, mit vielen Praktikerinnen und Praktikern im Austausch steht und regelmäßig mit Verbandsvertretern spricht, erlaube ich mir eine Einordnung.

Was aus meiner Sicht gut funktioniert

Die Vielfalt der Verbände spiegelt die Vielfalt des Berufsstands wider. Unterschiedliche therapeutische Schwerpunkte, unterschiedliche berufliche Wege und unterschiedliche politische Ansätze müssen nicht zwingend ein Nachteil sein. Im Gegenteil: Sie können ein Ausdruck von Stärke sein, wenn sie koordiniert genutzt werden.

In meiner Arbeit begegne ich drei großen Gruppen von Heilpraktikern:

– jenen, die ihrem Verband loyal verbunden sind und abwartend sind
– jenen, die politisch interessiert und pragmatisch engagiert sind
– jenen, die sich vor allem auf ihre Praxis konzentrieren

Gerade die zweite Gruppe ist aus meiner Sicht deutlich größer, als oft angenommen wird. Viele Kolleginnen und Kollegen sind bereit, sich zu engagieren, wenn sie verstehen, warum ein Thema wichtig ist und wofür ihr Einsatz gebraucht wird.

Hinzu kommt: Heilpraktiker sind sehr aktiv in sozialen Netzwerken. Themen entfalten dort enorme Dynamik, wenn sie aufgegriffen und geteilt werden. Bleiben sie dort unsichtbar, entsteht schnell der Eindruck, es sei „nichts los“.

Wo es strukturelle Probleme gibt

Der Berufsstand besteht aus rund 45.000 praktizierenden Heilpraktikern (laut empirischem Gutachten des Bundesgesundheitsministeriums) und einer vergleichsweise kleinen Zahl an haupt- und ehrenamtlichen Funktionsträgern in den Verbänden.

Diese Konstellation bringt Spannungen mit sich.

Ein Teil der Verbandslandschaft arbeitet pragmatisch, leise und kontinuierlich. Andere Verbände agieren deutlich konfrontativer und mit hohem Anspruch an Deutungshoheit. In Gesprächen mit unterschiedlichen Akteuren erlebe ich dabei nicht selten sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie moderne politische Kommunikation funktioniert.

Als Journalist, der beruflich mit Gesundheitsverbänden, Kammern und Berufsorganisationen arbeitet, sehe ich klare Unterschiede zu anderen Branchen:

– Es gibt keine übergeordnete Branchenpublikation für Heilpraktiker, die kontinuierlich über Medien- und Gesundheitspolitik berichtet.
– Es gibt kaum professionelle Pressearbeit. In anderen Gesundheitsberufen gehören tägliche Presseinformationen, Hintergrundgespräche und Medienmonitoring zum Standard.
– Es gibt kaum systematische politische Kommunikation mit regelmäßigen Lageanalysen, Kontaktpflege und strategischer Positionierung.

Viele Entwicklungen werden deshalb erst wahrgenommen, wenn sie medial eskalieren. Wie bei Böhmermann. Dann ist politische Gestaltung oft kaum noch möglich.

Medien wirken früher, als viele glauben

Ein wiederkehrendes Muster ist, dass mediale Vorgänge von Teilen der Verbandslandschaft zunächst als „nicht relevant“ eingestuft werden. Erst später wird sichtbar, dass Medienkampagnen häufig der Einstieg in politische Prozesse sind. Dieses Muster haben wir in den vergangenen Jahren mehrfach erlebt.

Moderne Politik wird medial vorbereitet. Wer Medienwirkung unterschätzt, verpasst den politischen Takt.

Mein Fazit als Journalist

Die Herausforderungen des Berufsstands liegen weniger in mangelnder Bereitschaft der Heilpraktiker selbst, sondern vor allem in strukturellen Defiziten der politischen und medialen Kommunikation.

Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Professionalität.
Es geht nicht um Lagerkämpfe, sondern um Anschlussfähigkeit.
Und es geht nicht um Eitelkeiten, sondern um die Zukunft des Berufs.

Ich sehe viele engagierte Heilpraktiker, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, diese Energie mit professioneller Kommunikation zu verbinden.

Mit freundlichen Grüßen
Christian J. Becker

Kommentar von: Marco Bruhn
Ja leider sind die Heilpraktiker Verbände nicht einig um sich positiv darzustellen.
Es ist auch ein Problem das es so viele unterschiedliche HP Verbände gibt und nicht nur einen, denn dann hätten die Politiker im BMG nur einen Ansprechpartner und nicht so viele unterschiedliche wie es jetzt git.

Wie reagieren Heilpraktikerverbände auf Böhmermann und das Empirische Gutachten? Besprechung des BDH-Newsletters Nr. 926 / Wie reagiert BDH-Vorstand auf Blogger: 3 Szenarien

Diese Analyse ist kein E-Mail-Pingpong. Ich habe den Präsidenten des BDH am 25. Dezember 2025 um 13.18 Uhr per E-Mail angeschrieben und zu einem strategischen Gespräch und zur Teilnahme eingeladen. Gern kann ich die Mail hier veröffentlichen. Nicht zu einem Interview. Sondern zu einem offenen Austausch über die Kampagne rettedeinehomöopathie, die politische Lage des Berufsstandes, über mediale Angriffe, über Kommunikationsstrategien und über die Frage, wie Heilpraktiker und Homöopathen sich künftig öffentlich verteidigen können. Auf diese Einladung hat der Verband bis heute nicht reagiert.

Um mein Angebot an Herrn Blumbach zu erneuern, habe ich ihn heute kontaktiert und ihm die Möglichkeit gegeben, sich im Newsblog zu äußern.

Ein Verband ist öffentlich, daher wird er von einem Journalisten analysiert. Ein Blog ist öffentlich, daher wird er analysiert. So wie der Verband „einen Blogger“ analysiert. Das ist das Spiel. Wer öffentlich ist wie Verbände oder Blogger muss das aushalten können. Ich verstehe, dass Herr Baumbach das auf eine persönliche Ebene ziehen möchte, was es nicht ist. Wenn man es auf eine persönliche Ebene zieht, will man die sachliche Ebene vermeiden. Doch hier geht es um die Sache.

Mein Service für den Verband und seine Mitglieder:  Ich habe mir die BDH- Bilanz angesehen, die öffentlich auf der Website des Bundestags für jeden zu lesen ist. (Link auf Bundestags-Website). Bezogen auf die Bilanz des BDH steht dort: Einnahmen über 1 Million Euro, Ausgaben für Newsletter und weiteres über 208.000 Euro, Ausgaben für Personal über 500.000 Euro, Ausgaben für Rechts- und Beratungskosten über 9.000 Euro, verschiedene Kosten über 50.000 Euro.

Dafür kann ein Mitglied schon etwas erwarten, so meine Meinung. Und das formulieren die beiden Heilpraktiker genau so, wie man es ganz unten in ihren Mails lesen kann.


PS.: Ich weiß natürlich, dass der BDH gern klagt. Ich weiß das von anderen Heilpraktikerverbänden, die betroffen waren.

Wenn Sie in Ihrem Zorn und Ihrer Wut an das Thema Anwalt gegen Watchblog/Newsblog denken, lieber Herr Blumbach.

Dann empfehle ich Ihnen diesen Artikel vorher zu lesen, was Anwälte bei mir bewirken: Link.

Scrollen Sie im Artikel nach unten, dort finden Sie eine Diskussion vom mir mit einer Anwältin der Skeptiker. Und wenn Sie, lieber Herr Blumbach, noch weiter runter scrollen, dann können Sie lesen, wie ich anwaltliches journalistisch nutze. Beim Gerichtsprozess, den ein Herr gegen mich anstrengte,  waren viele Journalisten anwesend (Spiegel, Zeit etc.). Die Fernsehkameras des WDR habe eindrucksvolle Bilder produziert. Der dort beschrieben Fall hatte berufliche und finanzielle Folgen für den Verurteilten. Er war vorher Vorsitzender eines Verbandes. Die Betonung liegt auf war. Heute kommt er gerade so zurecht.

Wenn Sie ein souveräner Präsident eines Verbandes sind, dann müssen Sie Kritik aushalten können, sonst sind Sie am falschen Platz. Und: Dann rufen Sie mich einfach an und wir tauschen uns darüber aus, was man zusammen besser machen könnte und wie Sie das kostenlose PR-Paket zu Böhmermann vom Homoeopathiewatchblog nutzen können. Dieses Gespräch wäre für Sie kostenlos. Oder wir sehen uns vor Gericht, das mag der BDH offensichtlich lieber, wie mir anderen Heilpraktikerverbände berichten, die durch die anwaltlichen Aktivitäten betroffen waren. Ich freue mich auf Sie, Herr Blumbach, entweder am Telefon oder vor Gericht. Wir sehen uns.


Ich lege erneut eine journalistische Analyse vor. Anlass ist der aktuelle BDH-Newsletter Nr. 926.

Was ein Heilpraktiker-Verband wie der BDH mit Mitgliedereinnahmen von über 1 Million Euro in 2024 jetzt leisten müsste

Die Heilpraktikerschaft steht 2026 nicht vor einer fachlichen Debatte, sondern vor einer öffentlichen und politischen Bewährungsprobe. Es geht nicht um einzelne Therapieformen, nicht um Homöopathie, nicht um naturheilkundliche Schulen. Es geht um den Berufsstand als solchen.

Seit Jahren wird über Heilpraktiker nicht mehr im Fachkreis diskutiert, sondern auf den großen Bühnen der Republik. In Talkshows, Leitmedien, politischen Ausschüssen und im ZDF-Hauptprogramm mit Böhmermann. Das Framing ist gesetzt. Heilpraktiker gelten vielen als Problemfall des Gesundheitssystems.

In einer solchen Lage reicht es nicht, Fortbildungen zu organisieren, Kongresse zu bewerben und den Praxisalltag zu begleiten. Ein Berufsverband müsste jetzt politische Orientierung geben, mediale Angriffe einordnen und seine Mitglieder befähigen, selbst öffentlich zu argumentieren. Er müsste die Auseinandersetzung dort führen, wo sie stattfindet: in Medien und Politik.

Nicht im Schonraum. Sondern in der Öffentlichkeit.

Die größte Attacke: Böhmermann

Die größte mediale Attacke auf die Heilpraktikerschaft der vergangenen Jahre kam nicht aus einem Fachjournal. Sie kam aus der ZDF-Primetime. Jan Böhmermann hat mit seiner Sendung ein Millionenpublikum erreicht und ein Bild verankert, das bis heute nachwirkt.

Heilpraktiker wurden dort als Gefahr inszeniert, als unwissenschaftlich, als politisches Risiko. Das war keine harmlose Satire. Das war eine mediale Kampagne mit maximaler Reichweite und politischer Wirkung. Seitdem wird der Berufsstand regelmäßig mit genau diesem Framing konfrontiert.

Bis heute gibt es vom BDH dazu keine erkennbare öffentliche Gegenstrategie. Keine mediale Einordnung, keine sichtbare Verteidigung, keine Kampagne, kein Versuch, das Narrativ zu korrigieren. Noch gravierender ist, dass der Verband zu den Programmbeschwerden, die aus der Heilpraktikerschaft heraus gegen die Sendung eingereicht wurden, bis heute kein Wort an seine Mitglieder gerichtet hat. Keine Information, keine Unterstützung, keine Koordination, kein politisches Signal.

Dabei wäre genau das der Moment gewesen, in dem ein Berufsverband hätte zeigen müssen, dass er den Berufsstand schützt.

Natürlich ist mir klar, dass ein Verband wie der BDH Hilfe bei der PR braucht. Daher habe ich dem Verband sowie weiteren Verbänden direkt nach Böhmermann ein professionelle PR-Paket geschnürt, dass jeder Verband sofort und kostenlose nutzen kann. Link zum PR-Paket.

Das Gutachten: politisches Kapital ohne Wirkung

Mit dem empirischen Gutachten zur Heilpraktikerschaft liegt seit Monaten ein politisch hoch relevantes Dokument auf dem Tisch. Es liefert Fakten, es liefert Argumente und es ist in Gesprächen mit Politikern, Journalisten, Behörden und Kassen einsetzbar.

Doch für die Mitglieder bleibt dieses Gutachten abstrakt. Sie erfahren auf der Website den Kerninhalt, nicht mehr. Das wäre die Aufgabe eines Journalisten, die Nachricht zu schreiben. Die Mitglieder erfahren aber nicht, wie sie es konkret nutzen können. Es gibt keine Kurzfassung für Patienten, keinen Handzettel für die Praxis, keine Argumentationshilfe für Gespräche, keine Vorlagen für lokale Pressearbeit und keine Anleitung für politische Gespräche vor Ort. Ein Verband ist nicht dazu da, um eine Nachricht über ein Gutachten zu schreiben. Ein Verband ist dazu da, um aus dem Gutachten etwas zu machen.

Der Heilpraktiker-Newsblog hat genau hier angesetzt und aus dem Gutachten ein Werkzeug gemacht. Mit einem nutzbaren Handzettel (Link). Für Praxen, für Gespräche, für Öffentlichkeit. Damit es Wirkung entfaltet und nicht nur in PDF-Archiven liegt.

Ein Berufsverband müsste genau das leisten: Wissen in Wirkung übersetzen.

Der Newsletter als Beleg

Wer verstehen will, wie der BDH seine Rolle aktuell definiert, muss nur den neuen Newsletter Nr. 926 vom 21.1. lesen. Er ist freundlich, serviceorientiert, fachlich solide und handwerklich gut gemacht. Für den Praxisalltag ist er nützlich.

Politisch ist er folgenlos.

Böhmermann kommt nicht vor. Die mediale Kampagne gegen den Berufsstand wird nicht eingeordnet. Das Gutachten wird nicht als politisches Instrument verstanden. Die Programmbeschwerden werden nicht erwähnt. Die Mitglieder werden nicht als politische Akteure angesprochen.

Der Newsletter organisiert den Praxisalltag.

Aber der Newsletter organisiert keine Zukunft.

 

Abwehr statt Führung

Besonders aufschlussreich ist der einleitende Brief von Präsident Christian Blumbach. Er reagiert auf journalistische Kritik nicht mit einer eigenen politischen Analyse der Lage, sondern mit einer Verteidigungsrede für den Verband. Er spricht von Defiziten in der Kenntnis der Verbandsarbeit, stellt die Motivation des Autors in Frage und verweist auf interne Rundmails. Ich habe nicht den Verband analysiert, sondern ein PR-Instrument des BDH-Vorstandes mit Blick auf PR und politische Kommunikation.

Was fehlt, ist jede politische Einordnung der Situation des Berufsstandes. Kein Wort zur medialen Lage. Kein Wort zu Böhmermann. Kein Wort zum politischen Klima. Kein Wort zu den strukturellen Risiken.

Das ist keine Führung. Das ist Verwaltung. Die Verwaltung der Mitgliedseinnahmen in Höhe von 1 Million Euro pro Jahr in 2024.

Zwei Rollenbilder

Hier liegt der Kern des Problems. Ein Berufsverband denkt in Mitgliederservice. Ein journalistisches Medium denkt in Öffentlichkeit, Politik und Macht. Ein Verband beruhigt. Ein Watchblog warnt.

Beides kann nebeneinander existieren. Aber beides ersetzt sich nicht.

Und genau deshalb braucht es den Dialog.

Keine Fehde, sondern Verantwortung

Diese Analyse ist kein Angriff auf den BDH. Sie ist keine persönliche Auseinandersetzung. Und sie ist kein E-Mail-Pingpong.

Sie ist eine nüchterne Bestandsaufnahme.

Am 25. Dezember 2025 habe ich dem BDH ein strategisches Gespräch angeboten. Kein Interview. Sondern einen offenen Austausch über die politische Lage des Berufsstandes, über mediale Angriffe, über Kommunikationsstrategien und über die Frage, wie Heilpraktiker sich künftig öffentlich verteidigen können. Und ich habe für den Verband und weitere Verbände das PR-Paket Böhmermann öffentlich zur Verfügung gestellt.

Darauf hat der Verband bislang nicht reagiert.

Vielleicht nimmt Herr Blumbach dieses Angebot ja doch noch an. Denn es gehört zur Verantwortung eines Verbandspräsidenten, mit Journalisten zu sprechen. Gerade dann, wenn es unbequem ist. Gerade dann, wenn es um die Zukunft seines Berufsstandes geht.

Die Debatte läuft. Die Angriffe sind real. Die politische Dynamik ist da.

Die Frage ist nicht, ob Heilpraktiker öffentlich verteidigt werden müssen.
Die Frage ist nur: von wem.

 

PS.: Welche Folgen haben solche BDH-Newsletter und Scheinaktivitäten. Hier ein praktisches Beispiel einer Mail, die mich erreicht. Sie ist ein Beispiel für viele. Zu mir kommen die von ihren Verbänden frustrierten Heilpraktiker. Doch das ist nicht der Zweck von Watchblog und Newsblog.

Natürlich kenne ich Ihre Antwort darauf, Herr Blumbach. Sie werden sagen, Heilpraktiker meckern immer. Aber Sie machen es sich zu einfach. Heilpraktiker wollen etwas für ihr Geld, und 250 Euro Jahresgebühr für manchen Heilpraktikerverband ist nicht wenig Geld .

heilpraktiker

 

 

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Wie kann der BDH-Vorstand reagieren. Was sagt ihm sein PR-Berater und Anwalt:

Option 1: Persönlicher Angriff im nächsten Newsletter

Wenn man sich die bisherige Kommunikation von Herrn Blumbach anschaut, ist dieses Szenario naheliegend. In seinem ersten Brief hat er bereits deutlich gemacht, dass er Kritik nicht als Anlass zur politischen Selbstreflexion versteht, sondern als Loyalitätsfrage. Der Subtext war klar: Hier greift jemand den Verband an, also rücken wir zusammen.

Das ist ein klassischer Verbandsreflex. Autorität wird nicht über Argumente gesichert, sondern über Abgrenzung. Wer kritisiert, steht draußen. Wer drinnen ist, hält zusammen.

Ein weiterer persönlicher Angriff im Newsletter würde genau dieser Logik folgen. Er würde Stärke demonstrieren, Geschlossenheit erzeugen und den Kritiker als Außenstehenden markieren. Der Newsletter ist für ihn der geschützte Raum, in dem Deutungshoheit hergestellt wird. Gerade weil die zweite Analyse tiefer geht als die erste, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass erneut genau dieses Instrument genutzt wird, um im Binnenraum die Linie vorzugeben.

Antwort Newsblog: Gerne

Option 2: Anwalt

Auch dieses Szenario ist möglich, allerdings eher als Flankensicherung denn als Hauptreaktion. Verbände greifen zu juristischen Mitteln, wenn sie glauben, dass realer Schaden droht oder drohen könnte. Die vorliegenden Analysen sind dokumentiert, belegt und journalistisch nachvollziehbar. Solange korrekt zitiert und eingeordnet wird, ist daran wenig angreifbar.

Ein Anwaltsschreiben hätte deshalb weniger die Funktion, eine öffentliche Debatte zu führen, sondern eher, intern zu beruhigen. Die Botschaft wäre: Der Vorgang ist geprüft, alles ist unter Kontrolle.

Als primäre Reaktion ist dieser Weg weniger wahrscheinlich als eine kommunikative Abwehr im Newsletter. Juristen kommen meist dann ins Spiel, wenn man einen Vorgang administrativ schließen will, nicht wenn man politisch führen möchte.

Antwort Newsblog: Gerne

Option 3: Schweigen im Newsletter, interne Rundmail

Dieses Szenario ist ebenfalls sehr realistisch, vor allem dann, wenn klar wird, dass ein weiterer öffentlicher Schlagabtausch das Thema nur größer machen würde.

Viele Verbände gehen in solchen Situationen so vor: Nach außen Ruhe, nach innen Mobilisierung. Im Newsletter taucht das Thema nicht mehr auf, dafür geht eine interne Rundmail an Funktionäre, Landesverbände oder Mitglieder mit dem Tenor, man solle sich nicht irritieren lassen, man sei dran, man kümmere sich und ein Blogger versuche, Unruhe zu stiften.

Das ist klassische Schadensbegrenzung. Öffentlich keine zusätzliche Bühne, intern klare Kante.

Da ich über Mitglieder des Verbandes auch die internen Rundschreiben erhalte, bin ich gespannt, wie sich der BDH-Vorstand positionieren wird. Und werde gern in Newsblog berichten.

Antwort Newsblog: Journalist verdreht Augen.

Was ist das realistischste Szenario?

Legt man das bisherige Verhalten zugrunde, spricht vieles für eine Kombination aus diesen drei Mustern. Kurzfristig entweder ein weiterer persönlicher Angriff im Newsletter plus Anwalt oder komplette Funkstille nach außen. Parallel dazu eine interne Kommunikation zur Stabilisierung der Verbandslinie.

Ein direkter politischer Dialog ist aus dem bisherigen Rollenverständnis heraus am unwahrscheinlichsten. Dafür fehlt bislang jedes Signal. Trotz des erneuten Angebotes heute vom Newsblog an BDHler Blumbach.

Fazit

Am realistischsten ist eine Mischung aus Angriff per Newsletter und Anwalt- und dann Rückzug. Nach außen entweder Konfrontation oder Schweigen, nach innen Mobilisierung und Abschirmung.

Ein souveräner politischer Umgang von Blumbach mit Kritik ist aus der bisherigen Kommunikation nicht erkennbar. Nicht, weil einzelne Personen böse wären, sondern weil das Rollenverständnis ein anderes ist.

Die Spielregeln haben sich geändert.
Viele Verbände spielen noch nach den alten.

Erster Heilpraktikerverband der Homöopathie äußert sich inhaltlich zum Empirischen Gutachten: Wie der VKHD das Gutachten des BMG einordnet

Mit dem „Empirischen Gutachten zum Heilpraktikerwesen“ liegt erstmals seit Anfang Dezember 2025 eine bundesweit angelegte, datengestützte Bestandsaufnahme des Berufsstands vor. Beauftragt wurde die Untersuchung vom Gesundheitsministerium, um eine belastbare Grundlage für die politische und fachliche Diskussion zu schaffen.

Der Verband klassischer Homöopathen Deutschlands (VKHD) hat das Gutachten in einer Pressemitteilung aufgegriffen und als Bestätigung der verantwortlichen Rolle von Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern im deutschen Gesundheitssystem eingeordnet. Er ist der erste Heilpraktikerverband mit Schwerpunkt Homöopathie, der solch eine ausführliche Einschätzung veröffentlicht.

(Red. Hinweis: Ursprünglich hatte ich geschrieben, dass der VKHD der erste Heilpraktikerverband mit einer Einordnung gewesen ist. Das ist sachlich nicht richtig, worauf mich VKHD-Vorstand Stefan Reis dankenswerter Weise hingewiesen hat. Ich habe den Artikel entsprechend korrigiert. Der erste Verband mit einem Bericht war der BDH (Link). Der VKHD ist der erste Heilpraktikerverband mit Schwerpunkt Homöopathie mit einem Bericht).

Die Einordnung des VKHD: Bestätigung der verantwortlichen Rolle

Der VKHD stellt in seiner Stellungnahme heraus, dass das Gutachten eine umfassende, unabhängige und empirisch fundierte Analyse des Heilpraktikerwesens darstellt. Aus Sicht des Verbandes liefert die Untersuchung erstmals eine belastbare Datengrundlage, die das Berufsbild sachlich beschreibt und in zentralen Punkten bestätigt.

Der Verband verweist darauf, dass das Gutachten ein differenziertes Bild der Berufsausübung zeichnet und Heilpraktiker als festen Bestandteil der ambulanten Gesundheitsversorgung sichtbar macht. Besonders betont wird die hohe Zahl an Praxen in Deutschland sowie die Tatsache, dass Heilpraktiker überwiegend selbstständig arbeiten und damit einen eigenständigen Versorgungsbereich abbilden.

Der VKHD hebt außerdem hervor, dass das Gutachten die hohe Weiterbildungsbereitschaft der Heilpraktiker dokumentiert sowie die starke Verbandsbindung, die über Berufsordnungen, Fortbildungspflichten und Qualitätsstandards zur Professionalisierung des Berufs beiträgt.

Ein weiterer Aspekt der VKHD-Darstellung ist die im Gutachten beschriebene Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen. Heilpraktiker würden ihre fachlichen Grenzen kennen und Patientinnen und Patienten an Ärztinnen, Ärzte oder Kliniken verweisen, wenn dies medizinisch angezeigt sei. Das Gutachten zeige damit, dass Heilpraktiker nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur ärztlichen Versorgung tätig seien.

Insgesamt versteht der VKHD das Gutachten als Bestätigung, dass Heilpraktiker verantwortungsvoll, qualitätsorientiert und patientenbezogen arbeiten und damit eine anerkannte Rolle im Gesundheitssystem einnehmen.

Meine Einordnung: Das Gutachten als politisches Gütesiegel und Kommunikationsinstrument

Ich lese das empirische Gutachten aus einer gesundheitspolitischen und kommunikativen Perspektive.

Für mich ist das Gutachten nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern ein politisches Signal. Wenn ein Gesundheitsministerium eine solche Untersuchung in Auftrag gibt und diese zu einem sachlichen, differenzierten und in vielen Punkten bestätigenden Bild des Berufsstands kommt, dann ist das mehr als eine fachliche Analyse. Es ist ein staatliches Gütesiegel.

In der politischen Kommunikation ist ein solches Gütesiegel selten. Noch seltener ist es, dass ein kompletter Berufsstand davon profitiert. Insofern lässt sich das Gutachten wie eine Goldmedaille lesen: nicht im Sinne von Jubel, sondern im Sinne einer offiziell bestätigten Leistung.

Aus dieser Perspektive ist das Gutachten eine Grundlage für langfristige Kommunikationsarbeit. Es kann als Referenz in politischen Gesprächen dienen, als Faktenbasis für Medienarbeit und als Vertrauensanker in der Patientenkommunikation.

Gerade für die Homöopathie ist diese Einbettung wichtig. Das Gutachten beschreibt sie nicht isoliert, sondern als Teil der komplementärmedizinischen Versorgungsrealität. Damit wird sie in einen größeren gesundheitspolitischen Kontext gestellt.

Zwei Perspektiven, ein gemeinsamer Bezugspunkt

Der VKHD liest das empirische Gutachten als Bestätigung der verantwortlichen Rolle des Berufsstands im deutschen Gesundheitssystem. Ich lese es zusätzlich als politisches Gütesiegel und als strategische Grundlage für langfristige Öffentlichkeitsarbeit.

Beide Perspektiven haben denselben Bezugspunkt: ein staatlich beauftragtes Gutachten, das den Berufsstand sachlich beschreibt und empirisch einordnet.

Für Heilpraktiker, für die Homöopathie und für die gesundheitspolitische Debatte ist dieses Gutachten damit ein neues Fundament. Wie dieses Fundament genutzt wird, liegt nun bei den Akteuren selbst.

Wissenschaft sucht das Gespräch mit der Politik für die Homöopathie: WissHom schreibt an Persönlichkeiten der Politik, Institutionen und Kassen / Frage an Prof. Frass

Es passiert nicht oft, dass eine wissenschaftliche Fachgesellschaft aktiv das Gespräch mit der Politik sucht. Genau das hat die WissHom (Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e. V., Köthen) jetzt getan. Ein ausführlicher Brief, unterzeichnet vom Präsidenten der WissHom, Prof. Michael Frass, ging in dieser Woche an zentrale Entscheidungsträger: Bundeskanzler, Ministerien, Parteivorsitzende, gesundheitspolitische Sprecher, Behörden und große Krankenkassen. Für Heilpraktiker besonders interessant: Im Brief der Wissenschaftlichen Gesellschaft WissHom werden der Arztberuf und der Beruf des Heilpraktikers als Grundlage der Gesundheitsversorgung positioniert.

Der Brief ist sachlich. Und er hat Gewicht. Denn er stellt eine Frage, die in der Debatte um Homöopathie selten offen ausgesprochen wird:

Wie kann es sein, dass weltweit dieselbe wissenschaftliche Literatur vorliegt – und trotzdem völlig unterschiedliche politische Entscheidungen getroffen werden?

Ich habe in den vergangenen Wochen im Rahmen der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie immer wieder dafür geworben (Link), dass die Debatte über Homöopathie aus der ideologischen Dauerschleife herausgeführt und auf eine fachliche Ebene zurückgeholt werden muss – mit der Politik, nicht über sie hinweg. Dass mit der WissHom nun eine wissenschaftliche Fachgesellschaft diesen Weg wählt, ist deshalb ein bemerkenswertes Signal. Den Brief im Wortlaut können Sie auf der Website der Fachgesellschaft lesen.

Ein Brief, der erklärt statt zu verteidigen

WissHom argumentiert nicht emotional, nicht kämpferisch, nicht defensiv. Der Ton ist ruhig, analytisch, wissenschaftlich. Der Brief liegt dem Homoeopathiewatchblog vor.

Im Zentrum steht der Hinweis der WissHom auf eine politische Schieflage:
In vielen Ländern ist Homöopathie Teil regulierter Versorgungsmodelle. In der Schweiz etwa existieren staatlich eingebundene Strukturen. In Indien ist Homöopathie fester Bestandteil eines staatlichen Gesundheitssystems mit universitärer Ausbildung. In Deutschland hingegen wird aktuell eher darüber diskutiert, homöopathische Leistungen aus dem Versorgungssystem zu drängen.

Dabei, so WissHom, liegt überall dieselbe wissenschaftliche Literatur vor. Die Unterschiede entstehen nicht aus der Datenlage, sondern aus der politischen Bewertung dieser Daten – und aus der Frage, welche Rolle Patientennachfrage, Versorgungsrealität und internationale Erfahrungen spielen dürfen.

Der Brief der WissHom erinnert daran, dass Evidenz nicht nur aus randomisiert-kontrollierten Studien besteht, sondern auch aus Versorgungsforschung, Registerdaten, Beobachtungsstudien, gesundheitsökonomischen Analysen und Untersuchungen zur Lebensqualität. Ein evidenzbasiertes Gesamtbild entsteht erst aus der Zusammenschau dieser Ebenen.

Das ist ein wichtiger Punkt. Denn damit verlässt die Diskussion das bekannte Schwarz-Weiß-Schema. Es geht nicht mehr nur um „dafür oder dagegen“, sondern um die Frage: Wie gehen wir als Gesellschaft mit Evidenz um, die komplexer ist als ein einfaches Ja-Nein-Signal?

Ein politischer Impuls aus der Wissenschaft

Bemerkenswert ist auch der politische Ansatz des Schreibens. WissHom fordert keine Sonderbehandlung, keine Ausnahmen, keine Privilegien. Die Fachgesellschaft wirbt vielmehr für eine nüchterne, kontrollierte und verantwortungsvolle gesundheitspolitische Einordnung.

Der Brief warnt ausdrücklich vor pauschalen Streichungen oder einem Verbot homöopathischer Arzneimittel. Solche Schritte würden Versorgungsrealitäten ignorieren, Patientennachfrage ausblenden und eine differenzierte Weiterentwicklung erschweren.

Stattdessen bietet WissHom an, ihre wissenschaftliche Expertise in einen sachlichen Austausch einzubringen – mit dem Ziel, Versorgung, Qualität und Patientensicherheit in den Mittelpunkt zu stellen.

Das ist kein Lobbybrief. Das ist ein wissenschaftlicher Impuls an die Politik.

Ein kurzer Austausch mit Prof. Michael Frass

Ich habe Prof. Michael Frass, Präsident der WissHom und Verfasser des Briefes, gefragt, warum die Wissenschaft jetzt aktiv das Gespräch mit der Politik sucht.

Seine Antwort:

„Gesundheitspolitische Entscheidungen haben langfristige Folgen für Versorgung, Patientensicherheit und medizinische Praxis. Wissenschaft kann helfen, diese Komplexität zu erklären und internationale Erfahrungen einzuordnen. Unser Ziel ist kein Streitgespräch, sondern ein sachlicher Austausch auf fachlicher Grundlage.“

Was heißt das für die Homöopathie-Debatte in Deutschland?

Aus meiner Sicht ist dieser Schritt und dieser Brief an über dreißig Entscheider ein wichtiges Signal: raus aus der Verteidigung, rein in den Dialog, auf Augenhöhe mit der Politik.

Deutschland ist das historische Mutterland der Homöopathie, es ist das Land, in dem Samuel Hahnemann die Therapie im 18. Jahrhundert begründet hat – zugleich aber ist es eines der Länder mit der derzeit härtesten politischen Bewertung gegen Homöopathie.

Vielleicht beginnt hier ein notwendiger Perspektivwechsel: weg von reflexhaften Kürzungsdebatten, hin zur Frage, wie Homöopathie verantwortungsvoll Teil moderner Versorgung sein kann.

Die Wissenschaft hat jedenfalls den ersten Schritt gemacht. Mein Dank als Patient und Aktivist für die Homöpathie geht an Professor Frass und die WissHom für die Weitsicht und das Engagement.

Drei Initiativen und ein gemeinsames Ziel für die Homöopathie

Dass sich das Thema Homöopathie derzeit auf mehreren Ebenen in der Homöopathie-Gemeinschaft gleichzeitig bewegt, zeigt auch ein aktuelles Interview eines Vereins für Ärzte mit einem Bundestagsabgeordneten im Newsletter für Mitglieder. Darin geht es um Homöopathie, Wahlfreiheit für Patienten sowie um gesundheitspolitische Reformfragen. Das Gespräch ist ein weiteres Mosaiksteinchen in einer Debatte, die sich in den vergangenen Wochen spürbar beschleunigt hat.

Während Prof. Michael Frass als Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie mit seinem Brief bewusst den öffentlichen Dialog mit vielen Persönlichkeiten aus Politik und Institutionen sucht (Link Website WissHom) und die wissenschaftliche Diskussion auf die politische Bühne hebt, wählt der Ärzte-Verein eher den klassischen Verbandsweg im Newsletter an Mitglieder.

Der Impuls für diese neue Dynamik kam der Homöopathie-Gemeinschaft selbst (Link): Mit der Mitmachkampagne #RetteDeineHomöopathie und dem vom Watchblog über Weihnachten entwickelten Vorschlag und Konzept (Link), einen strukturierten Dialog mit der Politik zu beginnen, ist innerhalb weniger Tage eine breite Debatte entstanden. Diese Debatte hat inzwischen Wissenschaft, Vereine und Politik gleichermaßen erreicht.

Der Homoeopathiewatchblog hat gemeinsam mit seinen Leserinnen und Lesern den Impuls gesetzt. Wissenschaft und Vereine greifen ihn nun auf – auf unterschiedlichen Ebenen, mit unterschiedlichen Instrumenten, aber mit einem gemeinsamen Ziel: Homöopathie als Teil der medizinischen Vielfalt im politischen Gespräch zu halten.

  

Der Brief 

WissHom hat den vollständigen Wortlaut des Schreibens von Professor Michael Frass an Persönlichkeiten der Politik, Institutionen und Krankenkassen online im Sinne der Transparenz veröffentlicht.
Sie finden ihn auf der Website der WissHom im Bereich „Aktuelles“. (Link abrufbar unter https://www.wisshom.de/wissenschaftlicher-positionsbrief-von-wisshom-an-politik-und-positionen/ 

Braucht es eine neue wirkungsvolle Initiative für Heilpraktiker, Ärzte und Patienten, Wissenschaftler und Hersteller? Ihre Meinung ist gefragt

In den letzten Wochen bekomme ich immer häufiger Mails von Heilpraktikern, Ärztinnen, Patienten und auch aus dem Umfeld der Homöopathie-Hersteller, die alle in eine ähnliche Richtung gehen.

Viele schreiben mir, dass sie sich in der aktuellen Debatte nicht vertreten fühlen. Viele wundern sich, dass ihre Verbände zu Böhmermann und zur Politik so ruhig sind. Dass sie den Eindruck haben, ihre Verbände seien sehr leise, sehr vorsichtig oder schlicht nicht sichtbar. Und dass sie sich fragen, wer eigentlich öffentlich für sie spricht, wenn im Fernsehen, in den Medien und in der Politik über Heilpraktiker, Homöopathie und komplementäre Medizin diskutiert wird.

Diese Mails nehme ich ernst. Nicht, weil ich glaube, dass Verbände überflüssig wären. Sondern weil ich aus meiner eigenen beruflichen Geschichte weiß, dass es manchmal neue Formate braucht, wenn bestehende Strukturen an ihre Grenzen kommen.

Ich habe vor vielen Jahren selbst zwei branchenübergreifende Initiativen mit aufgebaut und mit PR und politischer Kommunikation begleitet.

Die Fördergemeinschaft Gutes Hören war und ist eine Interessengemeinschaft von Hörakustikern und Hörgeräteherstellern. Ihr Ziel war es, die Themen Schwerhörigkeit und Hörgeräteversorgung gemeinsam in die Öffentlichkeit und in die Politik zu tragen. Ich habe diese Initiative über Jahre hinweg mit PR- und politischer Kommunikation begleitet.

Das Forum Besser Hören habe ich mitgegründet. Auch hier ging es darum, Hersteller unter ein Dach zu bringen, um gemeinsam Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit und politische Kommunikation zu organisieren.

Beides waren keine Verbände, sondern wirkungsvolle Interessengemeinschaften, die verschiedene Akteure unter einem Dach zusammengebracht haben. Vor Beginn der Aktivitäten der beiden Gemeinschaften war Schwerhörigkeit und Hörgeräte ein Tabuthema, heute wird darüber deutlich sachlicher gesprochen und berichtet. Aber das hat Jahrzehnte gebraucht.

Beide Initiativen hatten ein gemeinsames Prinzip:
Nicht jeder für sich. Sondern gemeinsam sichtbar. Gemeinsam hörbar. Gemeinsam politisch ansprechbar. Das Besondere: Verbände der Hersteller und Innungen der Hörakustiker haben die beiden Iniitiativen nicht als Konkurrenz gesehen, sondern sich eingebracht und von ihnen profitiert. Die Verbände waren froh, die verbandsübergreifende PR und politische Kommunikation abgeben zu können und sich mehr ihrer Kernkompetenz widmen zu können: Ausbildung, Fortbildung, Networking, Begleitung ihrer Mitglieder im Berufsalltag. Über die Jahre war es gelungen, alle relevanten Verbände einzubinden. Natürlich gab es auch Konflikte, z.B. wenn ein Mitglied dachte, ein anderes Mitglied bekäme mehr Vorteile. Dafür gab es ein Gremium, das die Konflikte löste.

In der Praxis war die Initiative für PR + Politische Kommunikation im Bereich Hörakustik eine Art Schutzring um Verbände und Hersteller herum, die diese vor Medien und Politik schützte. Grafisch lässt sich das so darstellen:

initiative-pr-pa

 

Genau dieser Gedanke kommt mir in den letzten Wochen immer wieder, wenn ich mir die Debatten rund um Heilpraktiker, Homöopathie und komplementäre Medizin anschaue.

Es gibt viele engagierte Einzelakteure. Es gibt starke Netzwerke. Es gibt internationale Partner. Es gibt Patientengruppen. Es gibt Ärztinnen und Ärzte. Es gibt Heilpraktiker. Es gibt Hersteller. Und es gibt eine wachsende Öffentlichkeit, die sich nicht bevormunden lassen will.

Was es bislang kaum gibt, ist eine übergreifende Plattform, die all diese Gruppen zusammenbringt und die Themen dauerhaft, professionell und politisch wirksam begleitet.

Keine klassische Verbandsstruktur. Kein neuer Dachverband.
Sondern eine Initiative, die Öffentlichkeit herstellt, Debatten einordnet, Politik adressiert und schnell reagieren kann, wenn mediale Kampagnen entstehen.

Ob so etwas sinnvoll wäre, ob es gebraucht wird und wie es aussehen könnte, möchte ich nicht im stillen Kämmerlein entscheiden.

Deshalb gebe ich die Frage bewusst an Sie weiter.

Braucht es aus Ihrer Sicht eine solche Initiative?
Was müsste sie leisten?
Wen müsste sie zusammenbringen?
Und was erwarten Sie von einer Plattform, die für Heilpraktiker, Ärzte und Patienten öffentlich spricht?

Schreiben Sie mir in den Kommentaren, damit auch andere Leser inspiriert werden können.
Ich bin gespannt auf Ihre Einschätzungen, Ideen und auch Ihre Kritik.


Was #RetteDeineHomöopathie bereits leistet

Wenn man nüchtern auf die vergangenen Wochen blickt, wird deutlich, wie viel sich bereits bewegt hat. In sehr kurzer Zeit ist aus dem Homoeopathiewatchblog heraus eine Mitmachkampagne entstanden, die genau dort wirkt, wo politische Prozesse heute entschieden werden: in der Öffentlichkeit, in den Medien und im direkten Kontakt mit der Politik.

742 Programmbeschwerden an die Redaktion gegen die geplante Böhmermann-Sendung haben gezeigt, dass organisierter Protest Wirkung entfalten kann. Erstmals in der Geschichte des „ZDF Magazin Royale“ wurde eine Sendung nicht wie geplant ausgestrahlt, sondern verändert und um eine Woche verschoben – wie Jan Böhmermann selbst öffentlich bestätigte.

Und nach der Sendung haben viele Programmbeschwerden von Lesern des Blogs an den ZDF-Fernsehrat bewirkt, dass er daraufhin ein offizielles Verfahren gegen die Sendung eröffnet.

Hinzu kommt der Offene Brief an KBV-Chef Andreas Gassen, der innerhalb weniger Tage von 160 Ärztinnen, Heilpraktikern, Patientinnen und Unterstützern unterzeichnet wurde. Ebenso der Brief an Bundeskanzler Merz, mit der klaren Bitte um politische Einordnung zur Zukunft der Homöopathie in Deutschland.

Parallel dazu sind umfangreiche Dossiers entstanden – differenziert aufbereitet für Ärztinnen und Ärzte, Heilpraktiker, Patientinnen und Patienten, Hersteller und die Wissenschaft. Dossiers, die erstmals systematisch zeigen, was ein Verlust des Arzneimittelstatus und der Erstattung tatsächlich bedeuten würde.

Mit Kampagnenlogo, Slogan und klarer Aktionsstruktur ist ein gemeinsamer Rahmen entstanden, unter dem sich Menschen sichtbar versammeln können. Über Social Media, Newsletter und persönliche Netzwerke wird mobilisiert, informiert und aktiviert. Und jeder kann mitmachen, dem Homöopathie und die Therapeuten am Herzen liegen.

Und 1 Million Seitenaufrufe des Homoeopathiewatchblog in 2025 zeigen die Reichweite.

All das ist in wenigen Wochen entstanden.
Ohne Verband, ohne Apparate, ohne Funktionärslogik. Ohne Budget (Nur mit Kaffee-Spenden für meinen Anwalt). Aber mit Engagement und Kompetenz.

Das ist kein Blog mehr.
Das ist Infrastruktur.

Eine Infrastruktur für eine Homöopathie-Gemeinschaft, die nicht länger zuschaut, sondern handelt.

Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie.

Das Minutenprotokoll: So inszeniert das ZDF die Anti-Heilpraktiker-Botschaft –  Hier der genaue Ablauf der Sendung von Böhmermann vom 19. Dezember

Vorspann

Viele Leserinnen und Leser haben mir geschrieben, dass sie die Sendung von Jan Böhmermann:  „Schröpfen, Globuli, Auraheilung: ZDF Magazin Royale“ vom 19. Dezember 2025 nicht gesehen haben. Manche, weil sie über die Feiertage nicht ferngesehen haben. Andere, weil sie Böhmermann grundsätzlich meiden. Und wieder andere, weil sie erst jetzt, Wochen später, über die Debatte gestolpert sind.

Umso wichtiger ist es erinnerungsfähig festzuhalten, was dort tatsächlich gesendet wurde. Nicht in Form von Empörung, nicht als Kommentar, sondern als nüchterne Rekonstruktion. Denn diese Sendung ist kein loses Sammelsurium von Gags, sondern eine dramaturgisch aufgebaute Erzählung mit klarer Botschaft.

So habe ich mich als Journalist für Sie heute nacht hingesetzt und Szene für Szene der Sendung (die auf Youtube verfügbar ist) gesichtet und zusammengefasst.

Was folgt, ist eine Szenenchronik der Sendung. Minute für Minute. Thema für Thema. So, wie ein Zuschauer sie erlebt.

Denn wenn man diesen Text liest, wird einem Relevanz der Sendung erst richtig bewußt: 21 Minuten Böhmermann – die Dramaturgie einer ZDF-Kampagne gegen Heilpraktiker mit dem Ziel, den Beruf politisch abschaffen zu lassen. Und man fragt sich noch mehr, wie Verbände so still dazu sein können. Beispielsweise schreibt der Heipraktiker-Verband „Freie Heilpraktiker“ in seinem heute erscheinenden Newsletter. Zitat: „Rückblende auf 2025 ZDF: Ein zweifelhaftes Geschenk zum 4. Advent. Nein, es ist nicht gut, was das ZDF zum 4. Advent mit Herrn Böhmermann abgeliefert hat. Es gibt aber auch keinen Grund zur Überreaktion. Wer den Beitrag nicht gesehen hat: Sie haben nichts versäumt.“

Was mich an diesem beispielhaften Zitat eines Verbandes erstaunt, ist die Schieflage der Maßstäbe. Wenn irgendwo ein kleiner Fachartikel erscheint, der Heilpraktiker kritisch sieht, reagieren Verbände oft sofort mit Gegendarstellungen, Briefen, Stellungnahmen. Aber wenn im größten öffentlich-rechtlichen Satireformat des Landes über 20 Minuten lang ein Berufsstand als gefährlich, unseriös und politisch überholt inszeniert wird, dann heißt es plötzlich: „Das geben wir Böhmermann nicht noch Klicks.“ Das ist keine Medienstrategie. Das ist Rückzug. Und Rückzug wird in politischen Debatten immer als Schwäche gelesen

Doch der Homoeopathiewatchblog ist nicht still, sondern setzt sich ein. Und seine Leser auch, z.B. mit Programmbeschwerden an den ZDF-Fernsehrat.

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Der ZDF-Fernsehrat berät am 13. März.
Damit die Böhmermann-Sendung vom 19. Dezember als Angriff auf die Heilpraktiker noch einmal kritisch geprüft wird,
braucht es viele Rückmeldungen – jede einzelne zählt.

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Mehr Stimmen bedeuten mehr Aufmerksamkeit.


Für Schnellleser:

Infokasten: Was diese Sendung erzählt

Schröpfen, Globuli, Auraheilung – die Erzählung in 21 Minuten

Diese Sendung ist keine lose Abfolge von Gags. Sie folgt einer klaren Dramaturgie:

Sie beginnt mit Spott.
Sie steigert sich über Lächerlichkeit.
Sie endet bei Angst und politischer Forderung.

Heilpraktiker erscheinen als Quacksalber, Geschäftemacher und Gefährder.
Patientinnen und Patienten als naive Opfer.
Der Beruf als Anachronismus.

Am Ende steht die Botschaft:
Dieser Beruf ist überholt. Er gehört abgeschafft.

Wer die Sendung nicht gesehen hat, kann nicht verstehen, warum sie für viele Heilpraktiker, Patientinnen und Patienten mehr ist als nur ein Fernsehbeitrag.

Sie ist ein politisches Statement.
Und sie wirkt.

Timeline: Der Ablauf der Böhmermann-Sendung im Überblick

ZDF Magazin Royale, 19.12.2025 – 21 Minuten, die ein Berufsbild prägen

0:00–0:22 – Einstieg und Grundrahmung
Der Ton ist gesetzt. Heilpraktiker werden mit dem Begriff „Quacksalber“ verknüpft. Wer dorthin geht, „denkt gar nichts“.

0:28–1:16 – Methoden als Kuriositätenkabinett
Schröpfen, Globuli, Auraheilung, Kristalle, Schwingungen. Eine schnelle Abfolge, die alles in eine esoterische Ecke stellt.

1:22–2:58 – Personalisierung und Lächerlichmachung
Eine Heilpraktikerin wird als Kunstfigur inszeniert. Ironisch, karikiert, überzeichnet.

3:21–5:38 – Ausbildung und Prüfung
Die Heilpraktikerprüfung erscheint banal. Lernmaterial „für Dummies“. Der Eindruck: Jeder kann das werden.

6:29–7:55 – Diagnostik als Selbsttäuschung
Irisdiagnostik, „Ausscheidungsreaktionen“, Wirkversprechen. Therapie wirkt wie Einbildung.

8:12–10:36 – Facebook-Gruppen und Schwarmwissen
Forenbeispiele als Stellvertreter für Praxis. Heilpraktik erscheint unprofessionell und gefährlich.

11:01–12:07 – Wirkung = Placebo
Therapie ohne Nutzen, Nebenwirkung Geldverlust.

12:22–14:05 – Krebs und Gefährdung
Einzelfälle, Gerichte, verlorene Zeit. Heilpraktiker als Risiko.

14:28–18:05 – Psychotherapie als Geschäftsmodell
Online-Tests, Verkaufslogik, psychisch belastete Menschen als Zielgruppe.

19:16–20:35 – Politik und Abschaffung
Gutachten, Reformbedarf, Ende des Berufs als Option.

20:35–Ende – Schlusspunkt
Ironischer Abgang mit klarer politischer Botschaft.


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Die Sendung ausführlich analysiert:

Der Einstieg: Der Grundton ist gesetzt

Szene 1 – Einstieg und Grundframe (0:00–0:22)

Die Sendung beginnt mit drastischen Krankheitsbildern. Gleich zu Beginn wird die klassische ärztliche Behandlung einer Szene gegenübergestellt, in der es um Heilpraktiker geht. Der Moderator formuliert: Viele Menschen „denken gar nichts“ und gehen lieber zum Heilpraktiker. Dann fällt früh das Wort, das den Grundton für alles Weitere setzt: Quacksalber.

Dieser Begriff wird nicht als polemische Zuspitzung gekennzeichnet, sondern als Normalfall eingeführt. Heilpraktiker, Heilpraktikerinnen und Quacksalber erscheinen in einem Atemzug. Noch bevor irgendeine Differenzierung möglich wäre, ist der Rahmen gesteckt: Wer zum Heilpraktiker geht, handelt irrational.

Der Zuschauer ist damit emotional auf Linie gebracht. Von nun an wird alles, was folgt, vor diesem Hintergrund gelesen.

Die Methoden: Ein Kuriositätenkabinett

Szene 2 – Schröpfen, Globuli, Auraheilung (0:28–1:16)

In schneller Schnittfolge werden Methoden gezeigt und aufgezählt: Schröpfen, Homöopathie, Auraheilung, Kristalle, Schwingungen. Bilder, Schlagworte, ironische Kommentare. Alles wirkt wie ein esoterisches Sammelsurium.

Die Darstellung folgt dem Prinzip des Kuriositätenkabinetts. Unterschiedlichste Verfahren werden gleichgesetzt und zu einer großen, absurden Mischung verschmolzen. Der Eindruck entsteht, hier gehe es nicht um Therapie, sondern um Fantasieprodukte.

Der rechtliche Rahmen, die medizinische Abgrenzung, die Frage nach Indikationen oder Grenzen spielen keine Rolle. Die Methoden erscheinen als Ausdruck einer Parallelwelt jenseits von Vernunft und Wissenschaft.

Die Personalisierung: Heilpraktiker als Karikatur

Szene 3 – Die Heilpraktikerin als Kunstfigur (1:22–2:58)

Nun wird eine Heilpraktikerin inszeniert. Nicht als reale Vertreterin eines Berufsstands, sondern als Kunstfigur. Ironische Brechungen, religiöse Anspielungen, ein Tonfall zwischen Heilsversprechen und Selbstüberhöhung.

Die Figur wirkt wie eine Mischung aus Sektenpredigerin und Esoterik-Guru. Der Zuschauer lacht über die Figur. Und überträgt dieses Lachen unweigerlich auf den gesamten Berufsstand.

So funktioniert Personalisierung im Fernsehen: Eine Einzelperson wird zur Stellvertreterin für alle.

Die Ausbildung: Jeder kann das werden

Szene 4 – Prüfung und Ausbildung „für Dummies“ (3:21–5:38)

Nun geht es um die Ausbildung. Die Heilpraktikerprüfung wird als banal dargestellt. Wiederholbarkeit, Lernmaterial, der Hinweis auf Bücher im Stil von „für Dummies“.

Der Eindruck ist klar: Heilpraktiker kann im Grunde jeder werden. Ernsthafte Qualifikation erscheint überflüssig. Staatliche Aufsicht, Prüfungsinhalte, Durchfallquoten, behördliche Verantwortung bleiben außen vor.

Der Zuschauer lernt: Das ist kein Beruf, das ist ein Hobby mit Stempel.

Die Diagnostik: Selbsttäuschung als Methode

Szene 5 – Irisdiagnostik und „Ausscheidungsreaktionen“ (6:29–7:55)

Jetzt werden diagnostische Methoden gezeigt. Irisdiagnostik, Deutungen von Symptomen, angebliche Reaktionen des Körpers. Alles wird als eine Form der Selbsttäuschung präsentiert.

Therapie erscheint nicht als Hilfe, sondern als Einbildung. Einzelfälle werden zur Regel. Der Zuschauer lernt: Hier wird nicht behandelt, hier wird geglaubt.

Das Internet: Schwarmwissen statt Medizin

Szene 6 – Facebook-Gruppen und Foren (8:12–10:36)

Die Sendung wechselt ins Internet. Facebook-Gruppen, Foren, Ratschläge von Laien. Ironisch kommentiert, mit spöttischem Unterton.

Heilpraktische Behandlung erscheint nun als kollektives Basteln an Kranken. Unprofessionell, gefährlich, naiv. Soziale Medien werden zur Stellvertreterbühne für einen gesamten Berufsstand.

Der Zuschauer lernt: Hier wird nicht verantwortungsvoll gearbeitet, hier wird herumprobiert.

Die Wirkung: Placebo und Geldverlust

Szene 7 – Therapie ohne Nutzen (11:01–12:07)

Jetzt wird zugespitzt. Die Wirkung heilpraktischer Verfahren sei nicht besser als ein Placebo. Die einzige sichere Nebenwirkung sei der Verlust von Geld.

Patienten erscheinen als Getäuschte. Als Opfer. Als Menschen, die ausgenutzt werden. Therapie wird zum Geschäftsmodell.

Der große Vorwurf: Gefahr für Krebspatienten

Szene 8 – Einzelfälle und Gerichtsberichte (12:22–14:05)

Nun erreicht die Sendung ihren dramatischen Höhepunkt. Es geht um Krebs. Um verlorene Zeit. Um Gerichtsverfahren. Um Menschen, die angeblich durch Heilpraktiker gefährdet wurden.

Einzelfälle werden gezeigt, aber nicht als Einzelfälle eingeordnet. Sie stehen nun für das große Ganze. Der Zuschauer verknüpft Heilpraktiker mit Lebensgefahr.

Das ist der Moment, in dem aus Spott Angst wird.

Die Psyche: Ein Geschäftsmodell

Szene 9 – Psychotherapie mit „kleinem Heilpraktikerschein“ (14:28–18:05)

Jetzt geht es um psychisch belastete Menschen. Um Online-Tests. Um Ausbildungsangebote. Um Geld.

Die Darstellung legt nahe: Hier wird mit der Not von Menschen ein Markt gemacht. Psychotherapie erscheint als Verkaufsprodukt.

Rechtliche Rahmenbedingungen, Aufsicht, Abgrenzung zur ärztlichen Psychotherapie spielen keine Rolle.

Die Politik: Abschaffung als Ziel

Szene 10 – Gutachten, Reform, Ende des Berufs (19:16–20:35)

Zum Schluss wird es politisch. Gutachten werden erwähnt. Reformbedarf wird formuliert. Die Abschaffung des Berufs erscheint als logische Konsequenz.

Der Zuschauer verlässt die Sendung mit einer klaren Botschaft: Dieser Beruf ist überholt. Er gehört abgeschafft.

Der Gesamteindruck

Die Sendung folgt einer klaren Dramaturgie.

Sie beginnt mit Spott.
Sie steigert sich über Lächerlichkeit.
Sie endet bei Angst und politischer Forderung.

Heilpraktiker erscheinen als Mischung aus Quacksalbern, Geschäftemachern und Gefährdern. Patienten als naive Opfer. Der Beruf als Anachronismus. Diese Erzählung steht am Ende einer 21-minütigen Sendung, die wie Recherche aussieht, wie Journalismus klingt und wie Satire verkauft wird.

Wer diese Sendung nicht gesehen hat, kann nicht verstehen, warum sie für viele Heilpraktiker, Patientinnen und Patienten mehr ist als nur ein Fernsehbeitrag.

Sie ist ein politisches Statement. Und sie wirkt. Nicht als Satire, sondern als Versuch, den Berufstand der Heilpraktiker und seine Patienten zu zerstören.

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Damit die Böhmermann-Sendung vom 19. Dezember als Angriff auf die Heilpraktiker noch einmal kritisch geprüft wird,
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Dieser Artikel ist ein Teil der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie.
Der Homoeopathiewatchblog arbeitet dafür mit seinen Lesern
aus der Homöopathie-Gemeinschaft zusammen.
Wir wollen zusammen die Sichtbarkeit der Homöopathie und
seiner Patienten, Heilpraktiker, Ärzte und Wissenschaftler verbessern.
Und wir wollen ein Auge auf die Homöopathie-Gegner haben. 


 

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Was Sie hier gelesen haben, entsteht durch Zeit, Recherche – und durch Leserinnen und Leser, die diese Arbeit möglich machen. Beispielsweise für die Kampagne 2026 #rettedeinehomöopathie.

Der Homoeopathiewatchblog ist ein unabhängiges Informations- und Analyseangebot, das ich neben meinem Beruf als Gesundheitsjournalist betreibe. Er schaut genau hin, ordnet ein und regt zu Aktionen an. Und manchmal sitze ich auch nachts mit viel Kaffee am Schreibtisch und analysiere die Böhmermann-Sendung, damit jeder die Dramatik versteht und handeln kann.

Mit einer kleinen Kaffeespende unterstützen Sie diese Arbeit ganz konkret. Mit den Spenden ist es mir möglich, den Blog technisch und anwaltlich gegen Angriffe der Homöopathie-Gegner abzusichern.

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Vielen Dank für Ihren Rückhalt.

Ihr
Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger

Aktiv für die Homöopathie seit 2018
mit dem
Homoeopathiewatchblog.de – Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie

Der 8. März ist eine Chance für Heilpraktiker-Verbände – und kein weiterer Termin im Kalender / Hier konkrete Vorschläge

Warum die Verbände jetzt handeln sollten

Wer handelt, wird gesehen.
Wer sichtbar ist, wird gehört.
Wer gehört wird, hat Einfluss.

Die politische Lage rund um Homöopathie und Heilpraktiker ist ernst. Das ist keine Zuspitzung, sondern eine nüchterne Beschreibung der Situation. Mit der Böhmermann-Sendung läuft der größte mediale Angriff auf Heilpraktiker seit Jahrzehnten. Der Grünen-Parteitag ist allen in Erinnerung. Und nun schwenkt die CDU auch noch um. Parallel liegt mit dem empirischen Gutachten die deutlichste politische Rückendeckung für den Berufsstand seit Jahrzehnten vor. Zwei Extreme, die zeigen: Jetzt wird über die Homöopathie und auch die Heilpraktiker entschieden.

Und mitten in diese Phase fällt ein Termin, den man nicht unterschätzen sollte:
der 8. März – der Tag der Landtagswahl in Baden-Württemberg.

Baden-Württemberg ist kein x-beliebiges Bundesland. Es ist eines der politischen Laboratorien der Republik. Was hier gedacht, formuliert und beschlossen wird, wirkt oft weit über das Land hinaus. Wer hier politisch sichtbar wird, setzt Themen. Wer hier schweigt, wird schnell übersehen. Und es ist das Land, in dem Homöopathie gut verankert ist. Im Land liefern sich die CDU und Grüne ein Rennen. Beide haben sich in den letzten Monaten gegen die Homöopathie positioniert.

Die Verbände und die Weihnachtspause

Viele Verbände wirken derzeit wie im verlängerten Winterschlaf. Man spürt noch den Nachhall der Weihnachtspause, die Trägheit des Jahresanfangs, das vorsichtige Abwarten. Das ist menschlich. Aber politisch ist es gefährlich. Denn die Debatte wartet nicht.

Während Medien Narrative setzen, Gutachten zitiert werden und politische Linien gezogen werden, senden viele Verbände weiter Newsletter mit Fortbildungen, Kongressen und Stammtischen. Alles wichtig. Aber nicht ausreichend.

Gerade deshalb habe ich in den vergangenen Wochen bewusst den Dialog gesucht und den Verbänden die Hand gereicht. Gemeint sind damit große, etablierte Organisationen wie DZVhÄ und VKHD, weils hilft, BPH, BDH etc., die über Strukturen und Mitglieder verfügen – diese Kraft aber derzeit kaum politisch sichtbar einsetzen. Ich habe diese Verbände zum Jahreswechsel alle angeschrieben, und ihnen vorgeschlagen, dass sie sich gern bei der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie einbringen können. Zusammen ist man stärker.

Warum der 8. März ein politisches Fenster ist

Landtagswahlen sind immer auch gesundheitspolitische Wahlen. Parteien formulieren Programme, Kandidaten positionieren sich, Medien berichten, Bürger fragen nach, Politiker hören zu.

Der 8. März ist deshalb ein politisches Fenster, das man nutzen kann:

  • für öffentliche Sichtbarkeit
  • für politische Gespräche
  • für klare Botschaften
  • für Mobilisierung der eigenen Basis

Gerade jetzt, wo Homöopathie und Heilpraktiker unter Druck stehen, wäre es fahrlässig, diese Chance ungenutzt zu lassen.

Was Verbände konkret tun könnten

Im Homoeopathiewatchblog habe ich in den letzten Wochen viele Ideen veröffentlicht. Sie liegen auf dem Tisch. Man muss sie nur aufgreifen.

Hier einige Ideen zum 8. März:

Eine Briefaktion an die Kandidaten

Eine koordinierte Briefaktion an alle Landtagskandidaten in Baden-Württemberg. Kein Protestbrief, sondern ein sachlicher, klarer Wahlprüfstein.

Drei Fragen reichen:

  • Wie stehen Sie zur Homöopathie in der Patientenversorgung?
  • Wie stehen Sie zum Berufsstand der Heilpraktiker?
  • Wie stehen Sie zur Therapiefreiheit?

Die Antworten lassen sich dokumentieren, veröffentlichen und politisch nutzen.

Eine Handzettel-Aktion in Praxen

Ein einfacher, gut gemachter Handzettel für alle Praxen von Ärzten und Heilpraktikern in Baden-Württemberg:

  • Warum diese Wahl wichtig ist
  • Warum Homöopathie politisch unter Druck steht
  • Warum Patienten jetzt ihre Stimme nutzen sollten

Kein Parteiaufruf. Keine Wahlempfehlung. Sondern politische Aufklärung.

Ein offener Brief der Verbände

Ein gemeinsamer offener Brief von DZVhÄ, VKHD und weiteren Organisationen an die Landespolitik.

Sachlich. Klar. Faktenbasiert.

Mit einer einfachen Botschaft:
Homöopathie gehört zur medizinischen Versorgung. Heilpraktiker gehören zur Versorgungsrealität. Und beides braucht politischen Schutz.

All diese Aktivitäten lassen sich unter einem gemeinsamen Dach bündeln: #RetteDeineHomöopathie.

Nicht als Konkurrenz zu den Verbänden. Nicht als Ersatz.
Sondern als Plattform, die sichtbar macht, was geschieht.

Der Vorteil ist einfach:
– Wer handelt, wird gesehen.
– Wer sichtbar ist, wird gehört.
– Wer gehört wird, hat Einfluss.

Wenn Verbände aktiv werden, kann und sollte das auch öffentlich kommuniziert werden. Nicht zur Selbstbeweihräucherung, sondern um zu zeigen: Die Homöopathie-Gemeinschaft bewegt sich.

Was #rettedeinehomöopathie bewegen kann, hat sich bei Böhmermann gezeigt. Die Leser des Homoeopathiewatchblog und Heilpraktiker-Newsblog haben es geschafft, dass der ZDF-Fernsehrat eine formelles Verfahren gegen Jan Böhmermann und seine Sendung gegen Heilpraktiker eröffnet hat.

Eine Einladung

Dieser Text ist eine erneute Einladung. Die Verbände haben Strukturen und Netzwerke. Der Watchblog hat Reichweite, Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit. Beides zusammen wäre politisch noch wirksamer.

Der 8. März ist ein Termin, den man nutzen kann. Oder den man verstreichen lässt. Die Entscheidung liegt bei den Verbänden.

Ich habe die Hand gereicht. Ich lege hier die Ideen auf den Tisch.
Und ich bin bereit, jede konstruktive Initiative sichtbar zu machen – im Rahmen von #RetteDeineHomöopathie.

Denn eines ist klar: Diese Debatte wird nicht in Weihnachtspausen entschieden. Sondern dort, wo Öffentlichkeit entsteht. Und dort, wo Politik gemacht wird.

Nachrichtenagentur übernimmt Artikel des Homoeopathiewatchblog zu Corona und verbreitet ihn weltweit

Der Homoeopathiewatchblog berichtet regelmäßig über Themen, die in klassischen Leitmedien gar nicht stattfinden. Mit dem Watchblog (als meinem zweiten Online-Magazin neben dem Heilpraktiker-Newsblog) umgehe ich für die Homöopathie-Gemeinschaft die homöopathiekritischen Medien – mit 1 Million Seitenaufrufen pro Jahr. Diese Berichterstattung findet auch in anderen Medien ihre Resonanz.

Bemerkenswert ist es, dass mit Pressenza heute eine internationale Nachrichtenagentur einen Watchblog-Artikel nicht nur aufgreift, sondern ihn inhaltlich unverändert veröffentlicht und weltweit verbreitet: Link zum Nachrichtenagenturartikel bei Pressenza

Die internationale Presseagentur Pressenza hat den Watchblog-Bericht zur Kritik des US-Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr. an der deutschen Corona-Politik sowie zur Forderung nach einer Rehabilitierung betroffener Ärzte für Homöopathie vollständig übernommen und als eigene Nachrichtenagenturmeldung verbreitet. Der Text erscheint dort als klassische Nachrichtenagenturmeldung.

Keine Meinung, sondern Nachricht

Das ist journalistisch relevant. Denn Nachrichtenagenturen sind keine Blogs. Sie sind Multiplikatoren. Ihre Texte werden von Redaktionen weltweit genutzt, übersetzt, weiterverbreitet, archiviert. Sie entscheiden sehr bewusst, welche Inhalte sie in ihren Nachrichtendienst aufnehmen. Platz bekommt nur, was sie für belegbar, zitierfähig und gesellschaftlich relevant halten.

Wenn eine Nachrichtenagentur einen Watchblog-Artikel unverändert veröffentlicht, bedeutet das:

– Der Inhalt erfüllt journalistische Nachrichtenkriterien.
– Die Quelle wird als seriös und belastbar eingeschätzt.
– Das Thema wird als international anschlussfähig bewertet.

Kurz gesagt: Der Watchblog liefert eine Geschichte, die agenturfähig ist.

Corona-Aufarbeitung ist keine deutsche Nische

Für die Corona-Aufarbeitung ist das ein wichtiges Signal. Die Debatte über staatliche Maßnahmen, über staatliche Repressalien gegen Ärzte für Homöopathie und über den Umgang mit abweichenden medizinischen Positionen wird längst nicht mehr nur national geführt. Sie ist Teil einer internationalen Diskussion über Grundrechte, Wissenschaftsfreiheit und politische Verantwortung.

Dass ausgerechnet ein deutscher Watchblog hier als Ausgangspunkt einer Agenturmeldung dient, zeigt, dass diese Themen nicht erledigt sind. Sie sind offen. Sie sind umstritten. Und sie sind journalistisch brisant.

Vom Watchblog in den internationalen Nachrichtendienst

Pressenza selbst arbeitet als internationale Nachrichtenagentur mit Redaktionen in zahlreichen Ländern und veröffentlicht in mehreren Sprachen.

Für den Watchblog ist die Textübernahme durch die Agentur eine Bestätigung der eigenen Arbeit: gründlich recherchieren, sauber dokumentieren, sauber zitieren und Themen aufgreifen, bevor sie im Mainstream ankommen.

Manchmal dauert es Jahre, bis Debatten aus der Nische in die Mitte rücken.
Manchmal reicht ein Brief, ein Dokument – und ein Text zur richtigen Zeit.

(Titelbild: Screenshot Website Nachrichtenagentur Pressenza)

 

 


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aus der Homöopathie-Gemeinschaft zusammen.
Wir wollen zusammen die Sichtbarkeit der Homöopathie und
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Und wir wollen ein Auge auf die Homöopathie-Gegner haben. 


 

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Der Homoeopathiewatchblog ist ein unabhängiges Informations- und Analyseangebot, das ich neben meinem Beruf als Gesundheitsjournalist betreibe. Er schaut genau hin, ordnet ein und regt zu Aktionen an.

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Und hier der Direktlink zur Paypal-Spendenseite: Link.
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Vielen Dank für Ihren Rückhalt.

Ihr
Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger

Aktiv für die Homöopathie seit 2018
mit dem
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CDU will Streichung der Homöopathie den Krankenkassen überlassen – warum ich Kanzleramtschef Thorsten Frei jetzt dazu öffentlich befrage / Start einer öffentlichen Diskussion statt Hinterzimmerpolitik

Über die Weihnachtspause hat die CDU in der Gesundheitspolitik etwas verschoben, das für die Homöopathie weitreichende Folgen haben kann. Und auch für Heilpraktiker, da jeder zweite Heilpraktiker Homöopathie als therapeutische Methode einsetzt. Es begann mit einem Satz einer Wirtschaftsweisen der Bundesregierung, setzte sich mit einer Ankündigung von Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) fort – und mündete am 30. Dezember in seiner zweiten Aussage, die den politischen Schutz der Homöopathie faktisch infrage stellt.

Zur Klärung habe ich als Gesundheitsjournalist und Aktivist für die Homöopathie daher am 14. Januar an den Chef des Bundeskanzleramtschef Frei eine öffentliche Anfrage über Abgeordnetenwatch und zusätzlich eine gleichlautende Presseanfrage an den Kanzleramtschef gestellt.

Kanzleramtschef Frei wollte via Abgeordnetenwatch eine fundamentale Richtungsänderung in der Gesundheitspolitik mit Relevanz für 80 Millionen Bürger leise unter dem Radar platzieren. Ich werde daraus eine öffentliche Debatte über die Richtungsänderung der CDU machen.

Was bereits geschah: Zunächst erklärte eine Wirtschaftsweise der Bundesregierung über Weihnachten öffentlich, angesichts der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung müssten auch Leistungen wie die Homöopathie auf den Prüfstand. Sie könnten im Zweifel gestrichen werden. Der Satz fiel beiläufig, fast technokratisch – aber er markierte den Auftakt einer neuen politischen Linie.

Am Tag darauf folgte das nächste Signal. Kanzleramtsminister Thorsten Frei kündigte an, dass es bei den Krankenkassen zu Leistungskürzungen kommen werde. Die steigenden Beiträge und wachsenden Defizite machten Einsparungen notwendig.

Und am 30. Dezember 2025 schließlich formulierte Frei auf der Plattform Abgeordnetenwatch erstmals, was diese Linie konkret bedeutet: Der Staat solle den Krankenkassen nicht vorschreiben, welche Zusatzleistungen sie anbieten. Politische Vorgaben lehne er ab. Die Kassen müssten selbst entscheiden, wofür sie Geld ausgeben. Abgeordnetenwatch wurde vermutlich als Plattform gewählt, um die Resonanz auf seine Aussage zu testen. Das läuft mehr unter dem Radar als ein Medieninterview. Solche Unter-dem-Radar-Methoden statt großer Medienbühne nutzen Politiker gern, wenn sie etwas verkünden wollen, was für viel Bürger Nachteile haben kann.

Was das bedeutet: Was auf den ersten Blick nach Verwaltungslogik klingt, ist in Wahrheit eine politische Richtungsentscheidung der CDU-geführten Bundesregierung. Denn damit zieht sich die CDU und die Regierung aus der Verantwortung zurück. Sie überlässt die Entscheidung über Leistungskürzungen den Krankenkassen – und diese entscheiden unter massivem Kostendruck.

Für die Homöopathie ist das ein Wendepunkt hin zur Streichung aus dem Gesundheitssystem.

Was diese Abfolge politisch bedeutet

Homöopathie ist in der gesetzlichen Krankenversicherung keine Pflichtleistung. Sie wird nur erstattet, weil einzelne Krankenkassen sie bislang freiwillig als Satzungsleistung anbieten. Diese Erstattung war politisch gewollt. Sie war Ausdruck von Therapiefreiheit und Versorgungsvielfalt.

Wenn nun zuerst Wirtschaftsweise öffentlich erklären, Homöopathie könne gestrichen werden, wenn danach der Kanzleramtsminister Leistungskürzungen ankündigt und schließlich feststellt, der Staat mische sich nicht ein und die Kassen entschieden selbst, dann ergibt sich daraus eine klare Linie:

  • Die Politik, die CDU, die Bundesregierung zieht sich zurück.
    – Die Krankenkassen sollen sparen.
    – Und Zusatzleistungen stehen als Erste zur Disposition.
  • Damit wird Homöopathie zur reinen Kostenfrage. Als Manövriermasse der Krankenkassen unter Kostendruck.

Der indirekte Weg der CDU statt offener Debatte

Politisch ist dieser Weg für die CDU bequem. Ein offener Angriff der CDU auf den besonderen Status der Homöopathie würde Proteste auslösen. Blogs, Patienten, Heilpraktiker, Ärzte und Hersteller würden mobilisieren. Medien würden berichten. Der Bundestag müsste sich positionieren. Dafür gibt es derzeit keine sichere Mehrheit.

Der Rückzug über die Krankenkassen vermeidet all das. Die CDU kann sagen: Das ist eine Entscheidung der Selbstverwaltung der Kassen. Wir als CDU greifen nicht ein.

In Wirklichkeit wird Verantwortung delegiert.

Warum ich Kanzleramtschef Thorsten Frei jetzt öffentlich befrage

Genau deshalb habe ich Thorsten Frei (CDU) jetzt öffentlich auf Abgeordnetenwatch gefragt, ob seine Linie ausdrücklich auch für die Homöopathie gilt und ob es politisch gewollt ist, dass Krankenkassen Homöopathie künftig aus Kostengründen streichen.

Denn seine Aussage vom 30. Dezember steht dort bislang wie eine technische Bemerkung. In Wahrheit ist sie Teil einer politischen Strategie, die den Schutzschirm für die Homöopathie einklappt und sie dem reinen Kostendruck der Kassen überlässt.

Das ist ein fundamentaler Richtungswechsel der CDU und Bundesregierung. Und er darf nicht leise und unbemerkt vollzogen werden.

Fazit

Erst die Wirtschaftsweise, dann die Ankündigung von Leistungskürzungen, dann die Erklärung, der Staat mische sich nicht ein. Innerhalb weniger Tage wurde damit eine neue gesundheitspolitische Realität durch Kanzleramtschef Frei formuliert: Nicht die CDU-geführte Bundesregierung entscheidet künftig über den Platz der Homöopathie im System, sondern die Krankenkassen. Und diese entscheiden nach Kosten.

Mein Ziel als Journalist und Aktivist für die Homöopathie

Genau deshalb ist eine öffentliche Nachfrage notwendig. Denn der Exodus beginnt nicht mit einem Verbot. Er beginnt mit Wegsehen und Unsichtbarkeit. Daher will ich als Journalist Entscheidungen der CDU-geführten Bundesregierung gegen Homöopathie hinterfragen und für jeden verständlich transparent machen. Daher habe ich Kanzleramtschef öffentlich befragt.

Kanzleramtschef Frei wollte via Abgeordnetenwatch eine fundamentale Richtungsänderung in der Gesundheitspolitik mit Relevanz für 80 Millionen Bürger leise unter dem Radar platzieren. Ich werde daraus eine öffentliche Debatte über die Richtungsänderung der CDU machen.

Zur Förderung der öffentlichen Diskussion habe ich das Thema auch auf Twitter/X verbreitet:

 

homöopathie

Wie reagieren Heilpraktikerverbände auf Böhmermann und das Empirische Gutachten? Besprechung des BDH-Newsletters Nr. 925 vom 14. Januar 2026

Ich lese Verbandsnewsletter normalerweise quer. Man kennt die Dramaturgie, die Themen wiederholen sich, der Ton ist routiniert. Beim aktuellen Newsletter des Bundes Deutscher Heilpraktiker (BDH) vom 14.1. habe ich mir jedoch bewusst Zeit genommen. Nicht, weil ich den Verband kritisieren möchte, sondern weil genau das mein journalistischer Job ist: hinschauen, einordnen, bewerten. Daher habe ich mir den Newsletter angesehen, als würde ich als Journalist eine Filmkritik schreiben.

Denn wir erleben gerade eine politische Ausnahmesituation für die Heilpraktikerschaft.

Mit der Böhmermann-Sendung läuft der größte mediale Angriff auf Heilpraktiker seit Jahrzehnten.
Parallel liegt mit dem empirischen Gutachten das größte politische Lob und die deutlichste fachliche Rückendeckung für den Berufsstand seit Jahrzehnten auf dem Tisch. Zwei Extreme, die die Zukunft des Berufs maßgeblich beeinflussen werden.

Umso spannender ist die Frage: Wie reagiert einer der größten Heilpraktikerverbände darauf?

Die Antwort liefert der BDH-Newsletter Nr. 925 vom 14. Januar 2026. Und sie ist – gelinde gesagt – überraschend.

Weder Böhmermann noch das Empirische Gutachten sind Themen für den BDH. Sie existieren laut BDH-Newsletter vom 14.1. nicht.

Manchmal sagen Newsletter mehr durch das, was sie nicht schreiben, als durch das, was sie schreiben. Der aktuelle BDH-Newsletter ist dafür ein gutes Beispiel. Er ist optisch solide – und politisch und von der Relevanz für Heilpraktiker erstaunlich leer.

Als Journalist liest man ihn wie einen Film, der optisch aufwendig produziert ist, gute Darsteller hat, schöne Bilder zeigt – aber die eigentliche Geschichte einfach auslässt.

Die Handlung

Der BDH-Newsletter Nr. 925 kommt in gewohnter Dramaturgie daher: ein freundliches Vorwort des Präsidenten, danach ein bunter Themenmix aus Recht, Fortbildung, Forschung, Komplementärmedizin und ein kleiner gesundheitspolitischer Block.

Im Mittelpunkt steht ein Interview zu Rezepturarzneimitteln und Infusionen – ein wichtiges Thema für den Praxisalltag. Dazu Hinweise auf neue Stammtische, Fortbildungen, Kongresse, Arzneipflanze des Jahres, Tai Chi bei Schlaflosigkeit, Proteinshakes und Psoriasis-Forschung.

Alles solide. Alles nützlich. Alles unstrittig.

Im Kapitel „Gesundheitspolitik“ findet sich genau ein Beitrag: ein Verweis auf ein Interview eines Vereins mit einem Abgeordneten, der sich für den Erhalt der Homöopathie im GKV-System ausspricht.

Damit endet der politische Teil.

Die Inszenierung

Formal ist der Newsletter professionell gemacht. Layout, Bildauswahl, Tonalität – das ist routinierte Verbandskommunikation. Der Text will beruhigen, Orientierung geben, Sicherheit vermitteln. Er spricht die Sprache der Kolleginnen und Kollegen, ohne aufzuregen, ohne Alarmismus, ohne Konflikt.

Man merkt: Hier schreibt ein Verband, der Stabilität ausstrahlen will.

Das Problem ist nur: Die Realität draußen sieht anders aus.

Der Elefant im Raum

Seit Wochen steht die Heilpraktikerschaft massiv unter öffentlichem Beschuss. Die Böhmermann-Sendung im ZDF hat ein Millionenpublikum erreicht und den Berufsstand pauschal diffamiert. Programmbeschwerden laufen. Der Fernsehrat prüft. Medien greifen das Thema auf.

Parallel sorgt ein empirisches Gutachten für politische Anschlussfähigkeit genau jener Narrative, die seit Jahren gegen Heilpraktiker aufgebaut werden: fehlende Evidenz, Patientengefährdung, Reformbedarf.

Diese beiden Themen bestimmen derzeit die Debatte über die Zukunft des Berufsstands.

Im BDH-Newsletter kommen sie nicht vor.

Nicht einmal als Randnotiz.
Nicht als Einordnung.
Nicht als Information.
Nicht als Warnung.
Nicht als Mobilisierung.

Als Leser fragt man sich unweigerlich: In welchem Film spielt dieser Verband eigentlich?

Das Drehbuch

Das Drehbuch des Newsletters folgt einer vertrauten Verbandslogik: Praxisnähe vor Politik, Service vor Strategie, Fortbildung vor Interessenvertretung. Man kümmert sich um den Alltag, um Haftungsfragen, um Qualifikation, um fachliche Weiterentwicklung.

Das ist legitim. Aber es greift zu kurz. Denn ein Berufsverband ist nicht nur ein Weiterbildungsanbieter mit Mitgliederverwaltung. Er ist auch politische Interessenvertretung. Und genau in dieser Rolle bleibt der BDH derzeit erstaunlich blass.

Statt den Mitgliedern zu erklären, was politisch läuft, welche Risiken real sind, welche Debatten geführt werden, welche Strategien notwendig wären, sendet er das Signal: Alles ganz normal. Keine besonderen Vorkommnisse.

Das mag beruhigend wirken. Es ist aber gefährlich.

Die Nebenrollen

Der einzige politische Akzent ist der Hinweis auf das Interview eines Vereins mit einem Abgeordneten. Ein freundlicher Text, ein klares Bekenntnis zur Homöopathie, ein klassischer Verbandsdialog.

Doch auch hier fehlt die Einordnung: Was bedeutet dieses Interview im Kontext der aktuellen Angriffe? Welche Rolle spielt es in der politischen Auseinandersetzung? Ist es Teil einer Strategie oder nur ein netter Austausch?

Der Newsletter lässt diese Fragen offen.

Was fehlt

Was in diesem „Film“ komplett fehlt, ist der Konflikt. Dabei ist er längst da.

Es fehlt:

  • eine Einordnung der medialen Angriffe wie Böhmermann
  • eine Information über die Programmbeschwerden
  • eine Bewertung des empirischen Gutachtens
  • eine politische Lageanalyse
  • ein Signal an die Basis: Jetzt wird es ernst

Stattdessen wird Normalität inszeniert, wo längst Alarmstufe Gelb herrscht.

Die Wirkung

Für viele Heilpraktiker dürfte dieser Newsletter beruhigend wirken. Und genau das ist das Problem. Wer nur diesen Newsletter liest, kann leicht glauben, es gehe um Fortbildung, Stammtische und Infusionstechniken – nicht um die politische Zukunft des Berufs.

Das erzeugt eine gefährliche Trägheit. Denn politische Entscheidungen fallen nicht erst, wenn Gesetze im Bundestag liegen. Sie fallen viel früher. In Talkshows, in Redaktionen, in Ministerien, in Gutachten, in Narrativen.

Und genau dort wird die Heilpraktikerschaft derzeit neu verhandelt.

Das Fazit

Der BDH-Newsletter Nr. 925 ist ein guter Newsletter für den Praxisalltag. Er ist informativ, serviceorientiert und handwerklich sauber.

Als politische Standortbestimmung eines der größten Heilpraktikerverbände ist er jedoch enttäuschend. Er wirkt wie ein Film, der die große Krise ausblendet und stattdessen lieber über schöne Landschaften und Nebenhandlungen erzählt.

Man kann das so machen. Aber man sollte sich nicht wundern, wenn das Publikum irgendwann merkt, dass es um etwas ganz anderes geht.

Bewertung:
Gute Inszenierung. Solides Handwerk.
Aber ein Drehbuch, das die wichtigsten Geschichten der letzten Wochen nicht erzählt.

Abspann

Vielleicht noch ein persönlicher Gedanke zum Schluss.

Während der größte mediale Angriff auf Heilpraktiker seit Jahrzehnten durch die Böhmermann-Sendung lief und parallel mit dem empirischen Gutachten das größte politische Lob und die deutlichste fachliche Rückendeckung für den Berufsstand seit Jahrzehnten vorlag, habe ich mich als Journalist und Blogger nachts hingesetzt.

Ich habe recherchiert. Ich habe eingeordnet. Ich habe Dossiers geschrieben.
Ich habe Programmbeschwerden  zu Böhmermann vorbereitet. Ich habe konkrete Hilfen für Heilpraktiker zum Gutachten entwickelt.

Nicht im Auftrag eines Verbandes. Nicht mit einem Apparat im Rücken.
Nicht mit Pressestelle, Geschäftsführung oder Budget. Sondern weil ich es für wichtig halte, dass Heilpraktiker und Homöopathen sowie Patienten gut informiert sind.

Sondern mit Kaffeespenden von fünf Euro, mit denen ich meinen Anwalt gegen Skeptiker bezahle, und mit der Unterstützung von Leserinnen und Lesern, die wollen, dass jemand hinschaut, wenn es ernst wird. Rund eine Million Menschen lesen jedes Jahr den Watchblog.

Der BDH ist laut Lobbyregister des Bundestages ein Verband mit rund 5.000 Mitgliedern und einem Etat von über einer Million Euro aus Mitgliedsbeiträgen. Allein für den Posten Newsletter/Mitgliederzeitschrift gibt der BDH laut Dokument des Bundestages im Jahr etwa 208.000 Euro aus.
Quelle: Lobbyregister des Deutschen Bundestages, R001991. Link

Das ist kein Vorwurf. Das ist keine Polemik. Das ist eine nüchterne Beobachtung.

Und sie führt zu einer einfachen, unbequemen Frage:

Wie kann es sein, dass ein Blogger mit Nachtschichten und Kaffeespenden mehr politische Aufklärung, Einordnung und Mobilisierung leistet als ein Verband mit 5.000 Mitgliedern und einem 1-Million-Euro-Jahresbudget?

Abspann.


Zur Einordnung: Warum dieser Text kein Angriff ist – und wie er gelesen werden wird

Zum Schluss noch ein paar Worte zur Einordnung dieses Artikels.

Dieser Text ist kein Angriff auf den BDH.
Er ist kein Angriff auf andere Verbände.
Er ist kein Angriff auf Heilpraktiker.

Er ist das, was journalistische Arbeit immer sein sollte: eine Analyse öffentlicher Kommunikation in einer politischen Ausnahmesituation.

Der BDH verschickt seinen Newsletter an Tausende Mitglieder und Nichtmitglieder (wie mich – vermutlich wird der BDH heute mein Abo löschen 😉 ). Er ist damit ein politischer Akteur. Seine Kommunikation wirkt nach innen und nach außen. Genau deshalb darf, ja muss sie eingeordnet und bewertet werden – so wie man Regierungsarbeit, Parteiprogramme, Verbandspositionen oder Medienberichte bewertet. Und so wie auch Journalisten und Blogger bewertet werden. Wir Journalisten nennen das Blattkritik.

Nicht aus Lust an der Kritik.
Sondern aus Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und gegenüber dem Berufsstand.


Wie wird der BDH auf diesen Artikel reagieren?

Realistisch betrachtet wird der BDH diesen Artikel sehr genau lesen. Nicht, weil er polemisch ist – sondern weil er eine unbequeme Frage stellt: Wie politisch handlungsfähig ist der Verband in einer Phase, in der der Berufsstand so stark unter Druck steht wie seit Jahrzehnten nicht mehr?

Typische Reaktionsmuster, wie sie aus der Verbandswelt bekannt sind, dürften in den nächsten Ausgaben des Newsletters sichtbar werden:

1. Zeitgewinn durch Begründung
Es ist sehr wahrscheinlich, dass erklärt wird, warum man sich bisher nicht ausführlich zum empirischen Gutachten geäußert hat: Weihnachtszeit, 300 Seiten Umfang, notwendige sorgfältige Prüfung. Das ist nachvollziehbar – dient aber auch dazu, Zeit zu gewinnen.

2. Relativierung der Böhmermann-Sendung
Ebenso wahrscheinlich ist eine Einordnung nach dem bekannten Muster: Satire dürfe alles, man wolle nicht auf jeden medialen Aufreger reagieren, man setze auf Sachlichkeit. Das ist kommunikativ defensiv, aber typisch für Verbände, die Konflikte nicht eskalieren wollen.

3. Nachholen ohne strategische Neuausrichtung
Vermutlich wird es eine kurze Information zum Gutachten geben. Aber eher als Pflichtvermerk, weniger als politische Lageanalyse mit klarer Positionierung und Mobilisierung.

All das wäre kein Skandal. Aber es zeigt genau jene strategische Zurückhaltung, die dieser Artikel beschreibt.


Wie wird ein BDH-Mitglied diesen Artikel lesen?

Entscheidend ist nicht nur, wie der Verband reagiert. Entscheidend ist, wie die Basis liest. Und hier gibt es sehr unterschiedliche Lesarten.

1. Der eher unpolitische Heilpraktiker

Er liest den BDH-Newsletter wegen Fortbildungen, Rechtsthemen, Abrechnung und Praxisorganisation. Politik ist für ihn Hintergrundrauschen.

Er liest diesen Artikel vielleicht zunächst mit Skepsis:
„Warum greift der Watchblog meinen Verband an?“

Doch wenn er weiterliest, merkt er schnell: Hier wird niemand angegriffen. Hier wird etwas beschrieben. Und dann kommt oft der Moment des Innehaltens:
„Stimmt eigentlich. Davon stand wirklich nichts im Newsletter.“

Genau hier beginnt politische Bewusstwerdung.


2. Der politisch wache Heilpraktiker

Er hat Böhmermann gesehen. Er kennt das Gutachten.
Er ist verunsichert. Er fragt sich, was politisch auf den Berufsstand zukommt.

Für ihn ist dieser Artikel keine Provokation, sondern eine Entlastung: „Endlich spricht es jemand aus.“

Er wird den BDH nicht ablehnen. Aber er wird beginnen, kritischer zu lesen – und politische Kommunikation einzufordern.


3. Der loyale Verbandsmensch

Er identifiziert sich stark mit dem BDH. Er kennt vielleicht Funktionäre persönlich. Er engagiert sich regional.

Für ihn ist der Text unangenehm. Aber nicht, weil er unfair wäre – sondern weil er einen wunden Punkt trifft. Auch er wird sich innerlich sagen: „Sehr zugespitzt. Aber ganz unrecht hat er nicht.“

Und genau das ist für einen Verband oft der entscheidende Moment: wenn Loyalität nicht verschwindet, aber beginnt, Fragen zu stellen.


Warum diese Art der Kritik notwendig ist

Verbände sind wichtig. Sie sind unverzichtbar. Ohne sie gäbe es keine Fortbildungsstrukturen, keine Rechtsvertretung, keine politische Grundpräsenz. Aber Verbände sind keine sakrosankten Räume. Sie stehen in der Öffentlichkeit. Und sie müssen sich an ihrer politischen Wirkung messen lassen – gerade dann, wenn der Berufsstand unter Druck steht.

Dieser Artikel will keinen Verband schwächen.
Er will die Heilpraktikerschaft stärken.

Denn politische Entscheidungen fallen nicht erst, wenn Gesetze im Bundestag liegen. Sie fallen vorher: in Redaktionen, in Talkshows, in Ministerien, in Gutachten, in Narrativen.

Und genau dort wird die Zukunft des Berufsstands derzeit verhandelt.

Darüber zu berichten, ist kein Angriff.
Es ist journalistische Pflicht.

Goldmedaille des Gesundheitsministeriums für Heilpraktiker: Wie Heilpraktiker und ihre Verbände das empirische Gutachten für Politik, PR und Öffentlichkeit nutzen können – ein Konzept plus zwei konkrete Ideen für HP

Seit 30 Jahren arbeite ich als Gesundheitsjournalist und PR-Berater. Immer mit dem Ziel, für ein Thema mehr Sichtbarkeit zu erreichen. So wie ich es mit dem Homoeopathiewatchblog für die Homöopathie und mit dem Heilpraktiker-Newsblog für die Heilpraktiker tue. Meistens ist das nicht ganz einfach. Man muss gute Nachrichten suchen, erzeugen, vermarkten. Und selten bekommt man in der PR und politischen Kommunikation etwas geschenkt, das man nutzen kann.

Daher freue ich mich besonders über das Geschenk des BMG. Solch ein Geschenk gibt es sehr selten für Berufe. Das Empirische Gutachten ist ein Geschenk des BMG an die Heilpraktiker. Es ist wie die Goldmedaille für einen Sportler bei Olympia.

Meine Empfehlung als Gesundheitsjournalist an Heilpraktiker und ihre Verbände: Das Empirische Gutachten des BMG ist ein politisches Gütesiegel, das genutzt werden will und muss. Etwas besseres für einen Berufsstand als ein staatliches Gütesiegel wie das Empirische Gutachten gibt es nicht – wenn man es nutzt.

Denn das empirische Gutachten des Gesundheitsministeriums ist mehr als ein Bericht. Es ist ein politisches Signal.

Es zeigt, dass Heilpraktiker und komplementärmedizinische Verfahren – einschließlich der Homöopathie – Teil der gesundheitlichen Versorgungsrealität sind. Es zeigt, dass der Berufsstand verantwortungsvoll arbeitet. Und es zeigt, dass politische Entscheidungen künftig auf Daten beruhen sollten.

Wer dieses Gutachten nicht nutzt, verschenkt eine historische Chance.

Für Heilpraktiker.
Für die Homöopathie.
Für eine sachliche Gesundheitspolitik.

Meine Einschätzung und Empfehlung:

Das empirische Gutachten zum Heilpraktikerwesen, beauftragt durch das Bundesministerium für Gesundheit, ist eines der wichtigsten gesundheitspolitischen Dokumente der vergangenen Jahre für den gesamten Bereich der Komplementärmedizin – und damit auch für die Homöopathie.

Dieses Gutachten ist aus Sicht der Heilpraktikerschaft ein politisches Geschenk, wie es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat. Erstmals liegt eine bundesweit fundierte, empirisch erhobene Datengrundlage vor, die den Berufsstand nicht problematisiert, sondern sachlich beschreibt – und in zentralen Punkten bestätigt.

Nun gilt es, aus diesem Gutachten eine langfristige Kommunikationskampagne entwickeln. Für die Homöopathie gibt es so etwas seit Januar 2026 mit #rettedeinehomöopathie. Also ist etwas in der Art wie eine Mitmachkampagne #rettedeinenheilpraktiker denkbar. Denn das Gutachten bietet etwas, das in der politischen Debatte selten ist: eine belastbare Grundlage jenseits von Ideologie, Polemik und medialen Zuspitzungen.

Idee für eine Kommunikationskampagne

Ausgangslage: Ein Berufsstand zwischen öffentlicher Debatte und politischer Realität

Seit Jahren stehen Heilpraktiker und komplementärmedizinische Verfahren – darunter auch die Homöopathie – unter öffentlichem Druck. Einzelne Medienberichte, politische Initiativen und zugespitzte Fernsehsendungen haben den Berufsstand immer wieder in ein negatives Licht gerückt.

Die politische Diskussion wurde dabei häufig nicht von Daten, sondern von Annahmen geprägt.

Genau an diesem Punkt setzt das Gutachten des Gesundheitsministeriums an. Es wurde beauftragt, weil es bislang keine belastbare Faktenbasis gab. Ziel war ausdrücklich keine Bewertung einzelner Methoden, sondern eine Bestandsaufnahme: Wer arbeitet als Heilpraktiker? Wie ist die Ausbildung organisiert? Wie sieht die Berufsausübung aus? Welche Rolle spielen Patientensicherheit, Zusammenarbeit mit Ärzten, wirtschaftliche Rahmenbedingungen?

Das Ergebnis ist ein differenziertes, sachliches und in vielen Punkten für Heilpraktiker positives Bild.

Ziel: Vertrauen stärken, politische Anschlussfähigkeit herstellen, öffentliche Wahrnehmung korrigieren

Aus Sicht der Verbände lässt sich aus dem Gutachten eine klare strategische Zielsetzung ableiten.

Erstens:
Vertrauen in den Berufsstand stärken – bei Patientinnen und Patienten, bei politischen Entscheidungsträgern und in der Öffentlichkeit.

Zweitens:
Die politische Anschlussfähigkeit der Heilpraktikerschaft erhöhen, indem sie nicht als emotionales Protestlager, sondern als dialogfähiger, datenbasierter Akteur wahrgenommen wird.

Drittens:
Die öffentliche Wahrnehmung korrigieren, die in den vergangenen Jahren stark von medialen Zuspitzungen geprägt war.

Und viertens:
Die Homöopathie als Teil der komplementärmedizinischen Versorgung sichtbar einbetten, statt sie isoliert zu verteidigen.

Strategie: Vom Abwehrkampf zur selbstbewussten Positionierung

Die zentrale strategische Weichenstellung lautet: weg von der Verteidigungshaltung, hin zur aktiven Positionierung.

Das Gutachten bietet die Möglichkeit, den Spieß umzudrehen. Nicht mehr Heilpraktiker müssen erklären, warum sie existieren dürfen, sondern Politik und Medien müssen begründen, warum sie gegen einen Berufsstand argumentieren, der auf Grundlage staatlicher Daten verantwortungsvoll arbeitet.

Eine kluge Strategie nutzt das Gutachten als Gütesiegel staatlicher Sachlichkeit. Nicht als Schutzschild, sondern als Fundament. Nicht als Reaktion, sondern als Ausgangspunkt.

Dabei geht es nicht um Jubelkommunikation, sondern um ruhige, souveräne Einordnung. Genau das erhöht die Glaubwürdigkeit.

Maßnahmen: Wie Verbände das Gutachten konkret nutzen können

1. Politische Kommunikation auf Augenhöhe

Das Gutachten eignet sich hervorragend als Grundlage für Gespräche mit:

  • Bundestagsabgeordneten
  • Landesgesundheitsministerien
  • Gesundheitsausschüssen
  • Patientenbeauftragten
  • Krankenkassen (PKV für Heilpraktiker, PKV/GKV für Homöopathie)

Verbände könnten gezielt Hintergrundgespräche anbieten: „Was sagt das Gutachten wirklich – und was nicht?“

Statt Abwehr und Empörung tritt Einordnung und Dialog. Das erhöht die politische Anschlussfähigkeit enorm.

2. Medienarbeit jenseits der Empörungsspirale

Das Gutachten ist eine Einladung an Redaktionen, endlich faktenbasiert zu berichten.

Verbände könnten:

  • Pressehintergrundgespräche organisieren
  • Fachjournalisten gezielt briefen
  • Dossiers auf Basis des Gutachtens erstellen
  • Journalistische Nachfragen aktiv begleiten

Statt reaktiver Krisenkommunikation entsteht eine proaktive Themenführung.

3. Öffentlichkeitsarbeit für Patientinnen und Patienten

Patienten sind der wichtigste Verbündete der Heilpraktikerschaft. Das Gutachten bestätigt in vielen Punkten ihre positiven Erfahrungen.

Hier liegt enormes Potenzial:

  • Informationskampagnen in Praxen
  • Patientenbroschüren
  • Online-Aufklärung
  • Social-Media-Erklärformate

Hier zwei praktische Beispiele, wie Heilpraktiker das Gutachten nutzen können: Mit einem Handzettel für Patienten und Text für die Heilpraktiker-Website:

Der von Watchblog und Heilpraktiker-Newsblog entwickelte Praxis-Handzettel ist ein konkretes Beispiel, wie politische Inhalte in verständliche Alltagssprache übersetzt werden können.

Der Praxis-Handzettel als Beispiel gelebter Kommunikation

Der Praxis-Handzettel, den Watchblog und Heilpraktiker-Newsblog entwickelt haben (Link zum Handzettel), zeigt exemplarisch, wie politische Inhalte praktisch nutzbar werden.

Er verbindet:

  • staatliche Sachlichkeit
  • verständliche Sprache
  • positives Framing
  • persönliche Praxisansprache

Mit Praxisstempel, Auslage im Wartezimmer, Einsatz im Behandlungszimmer und aktiver Kommunikation entsteht ein direkter Draht zwischen Politik, Berufsstand und Patient.

Service: Text für Website von Heilpraktikern

Zusätzlich können Heilpraktiker den Handzettel und die Inhalte des Gutachtens auch auf ihrer eigenen Website einsetzen – zum Beispiel in der Rubrik „Aktuelles“. Ein kurzer Hinweistext an die Patientinnen und Patienten („Neues Gutachten des Gesundheitsministeriums bestätigt die verantwortungsvolle Arbeit von Heilpraktikern“) schafft Transparenz, stärkt Vertrauen und zeigt, dass die Praxis offen und informiert kommuniziert. Der Heilpraktiker-Newsblog stellt dafür eine leicht verständliche Zusammenfassung bereit, auf die jede Praxis direkt verlinken kann. So wird aus einem politischen Gutachten ein persönliches Informationsangebot der eigenen Praxis.


Diesen Text können Sie als Heilpraktiker kopieren und auf Ihrer Website veröffentlichen:

Neues Gutachten des Gesundheitsministeriums bestätigt: Heilpraktiker arbeiten verantwortungsvoll und qualitätsorientiert

Viele Patientinnen und Patienten schätzen seit Jahren die Arbeit von Heilpraktikern: die Zeit für Gespräche, den ganzheitlichen Blick und die individuelle Begleitung. Diese Erfahrungen werden nun auch durch ein neues wissenschaftliches Gutachten des Gesundheitsministeriums bestätigt.

Um erstmals eine bundesweit fundierte Datengrundlage zum Heilpraktikerwesen zu schaffen, hat das Gesundheitsministerium eine umfassende Untersuchung in Auftrag gegeben. Das Gutachten liegt seit Dezember 2025 vor und zeigt: Heilpraktiker arbeiten verantwortungsvoll, strukturiert und mit hoher Orientierung an Qualität und Patientensicherheit. Ausbildung, Überprüfung und Berufsausübung sind deutlich professioneller organisiert, als viele Menschen vermuten.

Man kann dieses Gutachten als eine Art staatliches Gütesiegel verstehen. Es macht sichtbar, dass der Heilpraktikerberuf ein fester und anerkannter Bestandteil der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland ist.

Eine verständliche Einordnung der wichtigsten Ergebnisse finden Sie im Heilpraktiker-Newsblog:
https://heilpraktiker-newsblog.de/2026/01/09/empirisches-gutachten-bmg/

In unserer Praxis informieren wir Sie gern persönlich über die Inhalte des Gutachtens. Sprechen Sie uns einfach an.


Genau solche Instrumente brauchen Verbände, wenn sie den maximalen Nutzen aus dem Gutachten ziehen wollen.

Das gleiche gilt für die Aktion „Patientengeschichten – Patienten berichten, wie Heilpraktiker ihnen helfen konnten“.

Er zeigt, wie staatliche Gesundheitspolitik für Patientinnen und Patienten greifbar wird.

4. Stärkung der eigenen Mitglieder

Viele Heilpraktiker haben in den vergangenen Jahren erlebt, wie ihr Beruf öffentlich infrage gestellt wurde. Das hat verunsichert.

Das Gutachten bietet die Chance, den eigenen Mitgliedern den Rücken zu stärken.

Verbände könnten:

  • Webinare anbieten
  • Fortbildungen zur politischen Kommunikation
  • Argumentationshilfen für den Praxisalltag
  • regionale Informationsveranstaltungen

So wird aus einem politischen Gutachten ein Instrument beruflicher Selbstsicherheit.

Evaluation: Wirkung messen, Kommunikation weiterentwickeln

Jede Kampagne braucht Rückkopplung.

Verbände könnten systematisch erfassen:

  • politische Rückmeldungen
  • mediale Resonanz
  • Mitgliederfeedback
  • Patientenreaktionen

So entsteht ein lernendes System, das Kommunikation kontinuierlich verbessert.

Daher sage ich es noch einmal:

Das Empirische Gutachten des BMG ist ein politisches Gütesiegel, das genutzt werden will

Das empirische Gutachten des Gesundheitsministeriums ist mehr als ein Bericht. Es ist ein politisches Signal.

Es zeigt, dass Heilpraktiker und komplementärmedizinische Verfahren – einschließlich der Homöopathie – Teil der gesundheitlichen Versorgungsrealität sind. Es zeigt, dass der Berufsstand verantwortungsvoll arbeitet. Und es zeigt, dass politische Entscheidungen künftig auf Daten beruhen sollten.

Wer dieses Gutachten nicht nutzt, verschenkt eine historische Chance.

Für Heilpraktiker.
Für die Homöopathie.
Für eine sachliche Gesundheitspolitik.

Was ist während der Weihnachtsferien geschehen? Hier eine Zusammenfassung: Viel passiert, viel getan – und erstmals auch etwas erreicht: Wie die Homöopathie- und Heilpraktiker-Gemeinschaft seit dem 17. Dezember sichtbarer geworden ist

Viele Leserinnen und Leser sind nach Böhmermann in die Weihnachtsferien gegangen und steigen jetzt wieder in die Debatte ein und fragen: „Was ist eigentlich seit dem 17. Dezember passiert?“ Die Antwort ist: sehr viel, und es hängt alles zusammen – Medien, Politik, Zivilgesellschaft und die Aktivitäten der Homöopathie- und Heilpraktiker-Gemeinschaft selbst. Hier können Sie eine Zusammenfassung der letzten Wochen lesen.

Ein großer Erfolg und eine schwere Niederlage sind zu erkennen:
– Der ZDF-Fernsehrat hat nach vielen Programmbeschwerden der Leser des Homoeopathiewatchblog und Heilpraktiker-Newsblog ein Verfahren gegen Jan Böhmermann eröffnet, wie die Fernsehratsvorsitzende bestätigt hat.
– Die CDU als Regierungspartei ist über Weihnachten umgefallen und positioniert sich nun auch homöopathiekritisch.

Alles beginnt – wie so oft – mit einem öffentlichkeits-wirksamen Angriff: Am 19. Dezember bringt das ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann einen Beitrag, der den Heilpraktiker-Beruf und die Homöopathie frontal angreift. Bereits im Vorfeld war klar, dass der Beitrag kein neutraler Bericht werden würde, sondern in der Zuspitzung auf populäre Kritik setzt.

👉 Böhmermann: Der größte Angriff im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gegen Heilpraktiker seit Jahrzehnten

Im Anschluss rufen der Watchblog und Newsblog Leserinnen und Leser auf, sich zu wehren – nicht nur zu schimpfen, sondern aktiv zu werden. Es geht um Programmbeschwerden, um formale Beteiligung, darum, dass der ZDF-Fernsehrat wahrnimmt: hier ist ein Thema, das viele Menschen bewegt.

👉 Nach der Böhmermann-Sendung gegen Heilpraktiker und Homöopathie: Warum jetzt der ZDF-Fernsehrat gefragt ist / Musterbrief für Sie

Über Weihnachten und den Jahreswechsel sammeln sich Programmbeschwerden an. Nicht nur aus der Szene – auch Patientinnen, Ärzte und andere Beteiligte melden sich. Das Ziel ist klar: kein rein symbolisches Echo, sondern formaler Einfluss. Und die Mühe zeigt Wirkung: Anfang Januar teilt der ZDF-Fernsehrat mit, dass wegen der hohen Zahl an Beschwerden ein besonderes Prüfverfahren eröffnet wurde.

👉 ZDF-Fernsehrat eröffnet Verfahren gegen Jan Böhmermann wegen seiner Sendung gegen Heilpraktiker

Die Leser des Homoeopathiewatchblog haben über die Weihnachtsferien erreicht, dass der ZDF-Fernsehrat nun offizielle ein Verfahren gegen die Sendung Jan Böhmermanns gegen Heilpraktiker eröffnet hat. Dass der Fernsehrat überhaupt reagiert, ist ein erster greifbarer Erfolg. Hier wird erstmals wirklich formale Öffentlichkeit erzeugt, nicht nur Empörung in sozialen Netzwerken. Nun muss der ZDF-Intendant innerhalb von vier Wochen sich zu Böhmermann äußern. Darauf kann die Homöopathie-Gemeinschaft, vertreten durch einen Beschwerdeführer, verlangen, dass der ZDF-Fernsehrat tagt und eine Entscheidung fällt, bis hin zum Löschen der Sendung.

Sichtbarkeit erzeugen: #RetteDeineHomöopathie und strategische Vorschläge

Parallell dazu ist im Watchblog seit Anfang Januar ein strategischer Grundsatzartikel erschienen. Unter dem Hashtag #rettedeinehomöopathie wird erklärt, warum die Homöopathie-Gemeinschaft nicht mehr nur reagieren sollte wie ein Feuerwehrmann, sondern planen wie ein Architekt: Sichtbarkeit erzeugen, Themen setzen, aktiv Öffentlichkeit gestalten.

👉 Strategie der Homöopathie-Gemeinschaft mit Watchblog: Vom Feuerwehrmann zum Architekten mit #rettedeinehomöopathie

Dort wurden konkrete Vorschläge gemacht, wie Aktivität gebündelt werden kann: gemeinsame Aktionen, Beteiligung an Debatten, Nutzung von Musterbriefen, Vernetzung von Praxen und Patienten – kurz: nicht nur defensiv, sondern offensiv agieren.

Ebenfalls am Jahresanfang ist ein Artikel erschienen, der zum Nachdenken und zur kritischen Selbstreflexion einlädt: Weckruf von Samuel Hahnemann. In einem imaginären Brief an die Szene wird daran erinnert, wofür Homöopathie ursprünglich stand und wie wichtig es ist, fair und offen in die gesellschaftliche Debatte zu gehen.

👉 Weckruf von Samuel Hahnemann: Sein Brief an die Homöopathie und an die Politik in Deutschland

Und auch ein Stück „innere Lagebestimmung“ wurde veröffentlicht – unter dem Titel Das große Schweigen der Homöopathie: Mehr Mut 2026. Dort wird pointiert formuliert, dass stille Integration oder Zurückhaltung nicht ausreicht, wenn Gegner das Feld mit politischen Forderungen und medialer Kritik besetzen.

👉 Das große Schweigen der Homöopathie: Mehr Mut 2026

Die politischen Rahmenbedingungen verschärfen sich

Parallel zur Diskussion um die Böhmermann-Sendung hat sich auch die politische Stimmung spürbar verschoben. In Berlin beginnen Parteien, vor allem die CDU, sich öffentlich stärker gegen Homöopathie und komplementäre Medizin zu positionieren. In der medialen und politischen Wahrnehmung wird zunehmend nicht nur die Wirksamkeit, sondern gleich die soziale Legitimation dieser Therapien in Frage gestellt – eine Debatte, die weit über einzelne Sendungen hinausgeht.

👉 Deutschland in der Dauerkrise: Hauptstadt ohne Strom – aber CDU, Grüne, SPD und Linke kämpfen gegen Homöopathie und inszenieren „Wag the Dog“ Teil 2

Diese politische Schärfung zeigt sich auch in konkreteren Versorgungsfragen: In einem Artikel hat der Blog dargelegt, was es bedeutet, wenn die Zahl der homöopathisch tätigen Ärztinnen und Ärzte im GKV-System massiv sinkt – ein Rückgang, der direkte Folgen für die Versorgung und für den Nachwuchs hat.

👉 Minus 66 Prozent: Die Zahl der Ärzte im Homöopathie-Kassenvertrag bricht ein – Folgen für Patienten und Versorgung

Damit wird sichtbar, wie eng politische Entscheidungen, kassenärztliche Strukturdebatten und mediale Debatten inzwischen verzahnt sind.

Service des Watchblogs: Dossiers für Politik, Praxen, Patienten und Öffentlichkeit

Parallel zur aktuellen Berichterstattung hat der Watchblog in den vergangenen Wochen gezielt begonnen, die Debatte nicht nur journalistisch zu begleiten, sondern auch inhaltlich zu strukturieren. Ziel ist es, Argumente, Fakten und Hintergründe für unterschiedliche Zielgruppen (z.B. den Heilpraktiker – Link zum Dossier „Was passiert, wenn Heilpraktiker die Homöopathie verlieren) aufzubereiten – für Politik, Medien, Praxen und Patienten.

Denn eines zeigt sich immer deutlicher: Wer in dieser Auseinandersetzung bestehen will, braucht belastbare Grundlagen.

Das politische Dossier: Was wirklich auf dem Spiel steht

Für Entscheidungsträger, Verbände und Journalisten wurde ein umfangreiches politisches Dossier aufgebaut, das die zentralen Konfliktlinien zusammenführt:

• Arzneimittelstatus der Homöopathie
• Auswirkungen auf Heilpraktiker (jeder zweite Heilpraktiker setzt Homöopathie ein) und Ärzte
• Folgen für Patientenversorgung
• Bedeutung für den gesamten Bereich der Komplementärmedizin sowie für Hersteller
• politische Zeitachsen und realistische Szenarien

Das Dossier zeigt, dass es längst nicht mehr um eine medizinische Geschmacksfrage geht, sondern um Berufsrecht, Versorgungsstrukturen und Therapiefreiheit.

👉 Dossiers: Was passiert, wenn Homöopathie den Arzneimittelstatus verliert

Empirisches Gutachten, Handzettel und praktische Mobilisierung

Ein weiterer Baustein in der kollektiven Reaktion war die Veröffentlichung und Analyse eines empirischen Gutachtens des Bundesgesundheitsministeriums, das dem Heilpraktikerwesen insgesamt Rückenwind geben kann – zumindest im Blick auf seine Bedeutung und Versorgungsrealität.

👉 BMG-Gutachten stärkt Heilpraktiker: Analyse der Ergebnisse des empirischen Gutachtens zum Heilpraktikerwesen

Zusätzlich hat der Watchblog Service-Material bereitgestellt: einen Praxis-Handzettel, mit dem Praxen ihre Patienten direkt über die Ergebnisse des Gutachtens informieren können – ein konkreter, niederschwelliger Weg, Sichtbarkeit zu erzeugen und lokale Öffentlichkeit zu schaffen.

👉 Service für Heilpraktiker: Mit Praxis-Handzettel die Patienten über neues Gutachten aktiv informieren

Die Summe der Aktivität: Sichtbarkeit als strategische Notwendigkeit

Was in den letzten Wochen klar geworden ist: Reine Empörung reicht nicht. Sichtbarkeit, Aktivität, Beteiligung und strategisches Handeln sind die Zutaten, die dafür sorgen, dass Debatten nicht nur in kleinen Kreisen geführt, sondern wahrgenommen werden.

Das zeigt sich an mehreren Punkten:

  • Der Böhmermann-Angriff hat die Szene nicht in Resignation versetzt, sondern in Aktivität – viele Programmbeschwerden, viele Reaktionen, ein offizielles Prüfverfahren.
  • Der Watchblog hat nicht nur informiert, sondern praktische Werkzeuge gegeben – Musterbriefe, konkrete Vorschläge, Handzettel zur Versorgung und politische Einordnung.
  • Strategie-Artikel betonen, dass Sichtbarkeit nicht zufällig entsteht, sondern organisiert werden muss.
  • Parallel dazu wird der politische Kontext härter – nicht nur medial, sondern auch in Parteipositionen und Versorgungsstrukturen.

Was jetzt ansteht

Die nächsten Wochen sind entscheidend. Der ZDF-Fernsehrat ist aktiv geworden – eine Chance, die Böhmermann-Sendung noch einmal offiziell kritisch einzuordnen. Viele Tausend Programmbeschwerden könnten den Unterschied machen.

Gleichzeitig ist es wichtig, die anderen Debattenstränge nicht aus den Augen zu verlieren: die politische Positionierung von Parteien, die Versorgungssituation der Ärzte und Heilpraktiker, der Dialog mit Patienten und die Stärkung interner Vernetzung.

Aktiv werden heißt:

  • Programmbeschwerden weiterhin schreiben.
  • Die Handzettel nutzen und lokal sichtbar werden.
  • Die strategischen Vorschläge zur Sichtbarkeit in die Praxis bringen.
  • Und gemeinsam mit #rettedeinehomöopathie dafür sorgen, dass die öffentliche Debatte nicht nur von Gegnern der Homöopathie bestimmt wird.

Denn am Ende gilt: Sichtbarkeit schafft Wirklichkeit.
Und wer nicht sichtbar ist, verschwindet aus der Debatte. Das gilt für die Homöopathie – und ebenso für die Heilpraktiker.

US-Gesundheitsminister Kennedy kritisiert staatliche Repressalien gegen Ärzte wegen Corona-Maßnahmen in Deutschland / Rehabilitation von Ärzten für Homöopathie gefordert

Redaktioneller Hinweis vorab: Viele Leserinnen und Leser zucken zusammen, wenn Namen wie Trump oder Kennedy fallen. Zu groß ist die politische Aufladung, zu laut der ideologische Lärm. Trotzdem gilt für mich als Journalist ein einfacher Grundsatz: berichten, was ist. Nicht bewerten, sondern einordnen. Nicht ausblenden, sondern hinschauen. Robert F. Kennedy Jr. ist heute Gesundheitsminister der USA. Wenn er sich mit einem Brief an die deutsche Gesundheitsministerin wendet und dabei die juristische Aufarbeitung der Corona-Zeit kritisiert, dann ist das eine Nachricht. Genauso wie die Reaktion der Bundesregierung. Und genauso wie der offene Brief von Ärzten um Sven Nevermann, die in Deutschland eine Rehabilitation verfolgter Mediziner fordern. Dieser Artikel dokumentiert, was gesagt wird – von allen Seiten. Ohne Scheuklappen. Ohne Ideologie. Und mit offenem Blick für die Folgen für Ärzte, Patienten und die Homöopathie.

Das ist sauberer Journalismus nach dem angelsächsischen Prinzip ohne Ideologie: Sagen, was ist. Nachricht und Kommentar trennen. Alle Seiten zu Wort kommen lassen. Der Leser kann sich mit allen Informationen selbst ein Bild machen. 


US-Gesundheitsminister Kennedy kritisiert staatliche Repressalien gegen Ärzte wegen Corona-Maßnahmen in Deutschland / Rehabilitation von Ärzten für Homöopathie gefordert

Der US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat mit einem am 11.1. veröffentlichten Brief an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ein deutliches Signal nach Deutschland gesendet. Kennedy kritisiert darin das juristische Vorgehen gegen Ärztinnen und Ärzte, die während der Corona-Pandemie medizinische Ausnahmen ermöglicht hatten. Zeitgleich fordern in Deutschland Ärzte um den Homöopathen Sven Nevermann die vollständige Rehabilitation verfolgter Mediziner.

Beide Initiativen rücken ein Thema in den Fokus, das in Deutschland bislang kaum öffentlich aufgearbeitet wurde: die straf- und berufsrechtlichen Folgen der Corona-Politik für Ärzte, Heilpraktiker und ihre Patienten.

„Mehr als tausend deutsche Ärzte stehen vor Strafverfolgung“

Kennedy veröffentlichte seinen Brief an Warken am 11. Januar und erläuterte ihn in einer Videobotschaft (Link). Darin sagte er, er habe erfahren, dass „mehr als tausend deutsche Ärzte und Tausende ihrer Patienten derzeit strafrechtlich verfolgt und bestraft werden, weil sie während der Pandemie Ausnahmen vom Tragen von Masken oder von Covid-19-Impfungen ausgestellt haben.“

Nach Kennedys Darstellung geht es dabei nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem. Er verweist auf Berichte aus Deutschland, die aus seiner Sicht zeigen, „dass eine Regierung die Autonomie der Patienten beiseiteschiebt und die Möglichkeiten der Menschen einschränkt, bei medizinischen Entscheidungen nach ihren eigenen Überzeugungen zu handeln.“

In seinem Schreiben an die Bundesgesundheitsministerin wird Kennedy grundsätzlich. Er sieht die Arzt-Patient-Beziehung in Gefahr: „Die deutsche Regierung verletzt die heilige Beziehung zwischen Arzt und Patient und ersetzt sie durch ein gefährliches System, das Ärzte zu Vollstreckern staatlicher Politik macht.“

Kennedy fordert einen gesundheitspolitischen Kurswechsel. Deutschland müsse die medizinische Autonomie wiederherstellen, politisch motivierte Strafverfolgungen beenden und entzogene ärztliche Zulassungen zurückgeben. Außerdem müsse den Bürgern wieder ermöglicht werden, „ihre eigenen fundierten medizinischen Entscheidungen zu treffen.“

Kennedys Vorstoß ist das bislang deutlichste internationale Signal, dass die juristische Corona-Aufarbeitung in Deutschland auch außerhalb der Bundesrepublik aufmerksam verfolgt wird.

Bundesregierung verteidigt bisherigen Kurs

Das Bundesgesundheitsministerium weist die Vorwürfe zurück. Aus Berlin heißt es, es habe keine Strafverfolgung von Ärzten wegen ihrer medizinischen Überzeugungen gegeben. Ermittlungen seien ausschließlich in Fällen von Betrug und Urkundenfälschung geführt worden, etwa bei falschen Impf- oder Maskenbescheinigungen.

Eine Verpflichtung zur Durchführung von Covid-Impfungen habe es nie gegeben, so das BMG. Ärztinnen und Ärzte hätten frei entscheiden können, ob sie Impfungen anbieten oder nicht.

Offener Brief aus Deutschland fordert Rehabilitation verfolgter Ärzte, auch von Ärzten für Homöopathie

Parallel zu Kennedys Intervention ist in Deutschland ein offener Brief veröffentlicht worden, der eine umfassende Rehabilitation verfolgter Ärztinnen und Ärzte sowie Heilberufler fordert. Der Aufruf stammt von der „Initiative für Rehabilitation verfolgter Ärzte und Heilberufler“ in Zusammenarbeit mit den Gruppen „Ärzte für Aufklärung“ und „Ärzte stehen auf“. Unterzeichnet ist das Schreiben unter anderem vom Arzt für Homöopathie Sven Nevermann.

Adressiert ist der Brief an die Vorstände der Bundesärztekammer, der Landesärztekammern, der Bundespsychotherapeutenkammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sowie der Kassenärztlichen Vereinigungen.

In dem Schreiben heißt es, während der Corona-Jahre seien Ärztinnen, Ärzte und Heilberufler „für ihr gewissenhaftes Handeln und ihre kritischen Stimmen verfolgt, diffamiert und teils existenziell geschädigt“ worden. Viele Kolleginnen und Kollegen seien erstmals in ihrem Berufsleben mit Straf- und Disziplinarverfahren konfrontiert worden – mit bis heute anhaltenden beruflichen, finanziellen und psychischen Folgen.

Nevermann und die Mitunterzeichner berichten von Urteilen, Disziplinarverfahren bis hin zum Entzug der Approbation sowie von Haus- und Praxisdurchsuchungen im laufenden Praxisbetrieb. Die juristischen Vorwürfe hätten sich vor allem auf Maskenatteste, Impfunfähigkeitsbescheinigungen sowie Impf- und Immunitätszertifikate bezogen.

Die Initiative fordert: „Vollständige Rehabilitation und Einstellung aller laufenden Corona-Verfahren.“

Und weiter: „Wir fordern Sie auf, Kraft Ihres Amtes dafür einzusetzen, dass entstandenes Unrecht vollumfänglich zurückgenommen und wiedergutgemacht wird, dass noch laufende Gerichts- und berufsrechtliche Verfahren umgehend eingestellt werden und dass die Kosten für Gerichtsverfahren und Folgekosten vollständig erstattet werden.“

Viele betroffene Ärzte aus dem Bereich Homöopathie

Nach Angaben der Initiative gehören zu den betroffenen Medizinern auch zahlreiche Ärzte aus dem Bereich der Homöopathie und der Komplementärmedizin. In diesen Kreisen wird seit Monaten auf mehrere Verfahren verwiesen, in denen Mediziner wegen Maskenattesten und Impfunfähigkeitsbescheinigungen verurteilt wurden.

Als bekanntester Fall gilt eines bayerischen Arztes, der wegen entsprechender Atteste strafrechtlich verurteilt wurde und dessen Approbation zeitweise ruhte. Nevermann und die Initiative betonen, die betroffenen Ärzte hätten nach eigener Darstellung im Einklang mit Berufsordnung, Genfer Ärztegelöbnis und Nürnberger Kodex gehandelt. Ihre Motivation sei gewesen, Patienten vor Schaden zu bewahren.

Internationale Aufmerksamkeit für deutsche Corona-Verfahren

Mit dem Eingreifen des US-Gesundheitsministers erhält die deutsche Debatte über die juristische Aufarbeitung der Corona-Zeit nun internationale Aufmerksamkeit. Während die Bundesregierung auf den Rechtsstaat und die Unabhängigkeit der Justiz verweist, fordern Kennedy und die Initiative für Rehabilitation der Arztes für Homöopathie Sven Nevermann eine politische Neubewertung der Verfahren.

Beide Vorstöße eint die Forderung nach mehr medizinischer Freiheit, nach Respekt für die Arzt-Patient-Beziehung und nach einer ehrlichen Aufarbeitung der Corona-Politik. Ob es zu einer Neubewertung kommt, ist offen. Klar ist jedoch: Die juristischen Nachwirkungen der Pandemie werden die Gesundheitspolitik in Deutschland weiter beschäftigen – nun auch unter den Augen der internationalen Öffentlichkeit.

Service für Heilpraktiker: Mit Praxis-Handzettel die Patienten über neues Gutachten des Gesundheitsministeriums aktiv informieren / Hinweis: Aktion ist beendet

Viele Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker haben das empirische Gutachten des Gesundheitsministeriums zum Heilpraktikerwesen mit gemischten Gefühlen erwartet. Zu präsent waren in den vergangenen Jahren einseitige Medienberichte, Zuspitzungen und persönliche Angriffe, die den Berufsstand in ein falsches Licht gerückt haben.

Nun liegt das Gutachten vor – und es zeichnet ein deutlich anderes Bild, wie ich in diesem Artikel (Link) ausführlich analysiere. Es bestätigt, was viele Patienten seit Jahren aus eigener Erfahrung wissen: Heilpraktiker arbeiten verantwortungsvoll, strukturiert und mit klarer Orientierung am Wohl der Menschen.

Im Rahmen der Mitmachkampagne #rettedeinehomöpathie stelle ich als Gesundheitsjournalist allen Heilpraktikern jetzt einen kostenlosen Praxis-Handzettel zur Verfügung, mit dem Sie Ihre Patienten sachlich, verständlich und positiv informieren können. Inklusive Feld für Ihren Praxisstempel, damit Sie den Handzettel personalisieren können.

heilpraktiker

Warum ein Praxis-Handzettel jetzt wichtig ist

Viele Patientinnen und Patienten haben in den letzten Jahren kritische Berichte über Heilpraktiker gesehen oder davon gehört. Manche fragen verunsichert nach. Andere behalten ihre Zweifel für sich.

Das Empirische Gutachten des Gesundheitsministeriums bietet erstmals eine bundesweit fundierte Datengrundlage. Es wurde genau deshalb beauftragt, weil es bisher zu wenig belastbare Zahlen gab. Nun liegen sie vor – und sie sprechen eine klare Sprache.

Ein Handzettel in der Praxis wirkt dort, wo Vertrauen entsteht: im persönlichen Gespräch. Er gibt Orientierung, schafft Transparenz und zeigt, dass Heilpraktiker offen und selbstbewusst informieren.

Was das Gutachten zeigt – in verständlicher Sprache

Das Gutachten kommt zu einem klaren Ergebnis:

Heilpraktiker arbeiten verantwortungsvoll, professionell und mit hoher Orientierung an der Sicherheit ihrer Patientinnen und Patienten. Es gibt keine Hinweise auf eine systematische Gefährdung. Ausbildung, Überprüfung und Berufsausübung sind deutlich strukturierter, als oft behauptet.

Untersucht wurden tausende Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker bundesweit, zusätzlich Gesundheitsämter, Schulen und weitere Stellen. Es ist die bislang umfassendste Untersuchung zum Heilpraktikerwesen in Deutschland.

Für viele Patientinnen und Patienten ist dieses Ergebnis eine Bestätigung ihrer eigenen positiven Erfahrungen.

Der Praxis-Handzettel: Information, die Vertrauen schafft

Auf Basis des Gutachtens haben wir einen hochwertigen DIN-A4-Handzettel für die Praxis entwickelt:

  • warmes, freundliches Design
  • auch auf Schwarz-Weiß-Druckern gut lesbar
  • Feld für den Praxisstempel rechts oben
  • klare, verständliche Sprache
  • positive Einordnung ohne Verteidigungsrhetorik

Der Text ist bewusst so formuliert, dass er nicht wie eine Rechtfertigung klingt, sondern wie eine selbstverständliche Information aus einer Position der Stärke.

So können Sie den Handzettel in Ihrer Praxis einsetzen

Der Handzettel ist vielseitig nutzbar. Hier einige bewährte Einsatzmöglichkeiten:

1. Auslegen im Wartezimmer

Legen Sie den Handzettel dort aus, wo Ihre Patientinnen und Patienten Zeit haben, ihn in Ruhe zu lesen. Viele nehmen ihn gern mit nach Hause.

2. Im Behandlungszimmer bereithalten

Gerade bei neuen Patientinnen und Patienten kann der Zettel helfen, Vertrauen aufzubauen und mögliche Unsicherheiten aufzugreifen.

3. Aktive Kommunikation

Wenn Patientinnen oder Patienten Fragen zu Medienberichten oder öffentlichen Diskussionen stellen, können Sie den Handzettel gezielt überreichen:
„Dazu gibt es jetzt ein neues Gutachten des Gesundheitsministeriums – hier sind die wichtigsten Ergebnisse verständlich zusammengefasst.“

4. Mit Praxisstempel personalisieren

Das Feld rechts oben ist bewusst hellgrau gehalten, damit Ihr Praxisstempel klar im Vordergrund steht. So wird aus dem Handzettel ein persönliches Informationsblatt Ihrer Praxis.

Warum ich diese Arbeit mache

Seit 2018 berichten der HomoeopathieWatchblog und der Heilpraktiker-Newsblog über politische Entwicklungen, Medienkampagnen und Hintergründe rund um Komplementärmedizin und Heilpraktikerwesen. Unser Ziel ist Information und Aufklärung – nicht Empörung und nicht Lagerdenken.

Das Gutachten des Gesundheitsministeriums ist eine Chance für eine neue Sachlichkeit. Mit dem Praxis-Handzettel möchten die beiden Blogs beitragen, dass diese Informationen dort ankommen, wo sie gebraucht werden: bei den Patientinnen und Patienten.

Der Handzettel als PDF zum Download

Der Praxis-Handzettel steht allen Heilpraktikern als druckfertiges PDF zur Verfügung. Über eine Spende für die Kaffee-Kasse freue ich mich.

Sie können ihn direkt herunterladen, ausdrucken und in Ihrer Praxis einsetzen:


👉 Download des Handzettels für Heilpraktiker hier als PDF (Download-Link: Handzettel-EmpirGutachten-Heilpraktiker-Praxis-BECKER. Damit er funktioniert, können Sie sich per E-Mail an mich wenden redaktion (at) homoeopathiewatchblog.de

Es wäre nett und eine Sache der Wertschätzung, wenn Sie mir im Gegenzug, dass Sie den Handzettel erhalten und nutzen können, eine Kaffee-Spende zukommen lassen. Ich denke, dass eine Kaffee-Spende von 5 Euro für jeden Nutzer des Handzettels leistbar ist. Danke

(Red. Hinweis: Die Aktion ist beendet, eine Bestellung des Handzettels ist nicht mehr möglich. Grund: Das Interesse war „überschaubar.“ Offenbar besteht keine Notwendigkeit für solch ein Instrument für die Praxis, offenbar habe ich das falsch eingeschätzt. Da die Abwicklung für mich mit erheblichen Aufwand verbunden ist, habe ich sie beendet.


Wie Sie helfen können

Der Watchblog und der Heilpraktiker-Newsblog sind unabhängige journalistische Projekte. Recherche, Analyse, Gestaltung und Bereitstellung solcher Materialien kosten Zeit und Geld. Und Unterstützung durch einen Anwalt, um mich und die Blogs gegen Angriffe der Gegner von Homöopathie und Heilpraktiker verteidigen zu können.

Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, freue ich mich über eine kleine Spende für die Kaffeekasse. Sie helfen damit, dass ich auch künftig fundierte Informationen, Materialien für die Praxis und journalistische Aufklärung bereitstellen kann.

Die Spendenmöglichkeit finden Sie ebenfalls im Anschluss an diesen Artikel.

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Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger

Aktiv für die Homöopathie und Heilpraktiker seit 2018
mit dem
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BMG-Gutachten stärkt Heilpraktiker: Analyse der Ergebnisse des empirischen Gutachtens zum Heilpraktikerwesen / Kurzfassung und ausführliche Analyse / Wie ist Ihre Meinung?

Am 13. Dezember 2025 hat das Bundesministerium für Gesundheit das sogenannte Empirische Gutachten zum Heilpraktikerwesen veröffentlicht. Aus meiner Sicht als Gesundheitsjournalist finde ich es erstaunlich, dass bis heute – mehr als drei Wochen nach der Veröffentlichung – kein Medium und kein Verband über die Inhalte berichtet und die Heilpraktiker informiert hat. Denn es ist kein Hexenwerk, sich durch die über 300 Seiten zu arbeiten. Es ist einfach eine journalistische Fleißarbeit. Da ich es wichtig finde, dass Heilpraktiker gut informiert sind, finden Sie hier meine Zusammenfassung und Analyse des Empirischen Gutachtens. Verbände mögen das Gutachten anders zusammenfassen und analysieren – und das ist auch wichtig, dass Verbände ihre Interpretation veröffentlichen. Daher betone ich extra, dass dies meine Analyse als Gesundheitsjournalist ist.

 


Wie ist Ihre Meinung zum Empirischen Gutachten des BMG? Trifft Ihrer Ansicht nach meine Analyse die Essenz des Gutachtens?  Wie sollte man das Ergebnis des Gutachtens einsetzen, um die Sichtbarkeit der Heilpraktiker in der Öffentlichkeit zu erhöhen? Gern können Sie Ihre Meinung als Heilpraktikerin oder Heilpraktiker aus Praxissicht oder als Patient in der Kommentarzeile unter dem Artikel äußern. Danke.


 

 

Fazit des Gutachtens in drei Sätzen: Das Gutachten zeigt: Heilpraktiker arbeiten verantwortungsvoll, es gibt keine Hinweise auf eine systematische Gefährdung von Patientinnen und Patienten. Die Ausbildung und Überprüfung sind deutlich strukturierter, als oft behauptet, und die meisten Heilpraktiker bereiten sich intensiv und professionell auf ihren Beruf vor. Insgesamt bestätigt das Gutachten, dass es keinen sachlichen Grund gibt, den Heilpraktikerberuf pauschal infrage zu stellen.


Um mich durch 300 Seiten BMG-Gutachten zu kämpfen, habe ich viel Kaffee gebraucht. Vielleicht haben Sie noch ein wenig Kaffee von Weihnachten übrig. Ich würde mich über eine Kaffee-Spende freuen. Den Link dazu finden Sie unter dem Artikel.
Vielen Dank, Christian J. Becker, Gesundheitsjournalist und Kaffee-Heavy-User.


Sie können hier erst eine Kurzzusammenfassung und danach eine längere Analyse mit mehr Details lesen:

Kurze Analyse: Was das empirische Gutachten zum Heilpraktikerwesen wirklich zeigt

Viele Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker haben dem empirischen Gutachten zum Heilpraktikerwesen mit Sorge entgegengesehen. Die Befürchtung war verbreitet, das Gutachten könne als Vorlage dienen, um den Berufsstand grundsätzlich infrage zu stellen oder pauschal als Risiko darzustellen.

Nach sorgfältiger Lektüre lässt sich jedoch festhalten: Diese Sorge ist nach dem vorliegenden Gutachten unbegründet. Das Papier zeichnet ein deutlich differenzierteres, sachlicheres Bild, als es die öffentliche Debatte der vergangenen Jahre oft vermuten ließ.

Worum es in dem Gutachten geht – und worum nicht

Das Gutachten wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit erstellt, weil es bislang kaum belastbare Daten über Heilpraktiker gab. Ziel war ausdrücklich keine Bewertung einzelner Therapieverfahren, sondern eine empirische Bestandsaufnahme: Wer arbeitet als Heilpraktiker? Wie bereiten sie sich vor? Wie üben sie ihren Beruf aus? Und gibt es Hinweise auf Risiken für Patientinnen und Patienten?

Untersucht wurden Heilpraktiker mit Vollerlaubnis sowie sektorale Heilpraktiker in den Bereichen Psychotherapie und Physiotherapie. Die Datengrundlage ist breit: Befragungen, Interviews, Behördenabfragen und Recherchen über mehrere Jahre.

Ein Berufsstand, der anders ist als oft behauptet

Ein zentrales Ergebnis: Heilpraktiker sind keine homogene Gruppe, sondern kommen aus sehr unterschiedlichen beruflichen Hintergründen. Viele haben zuvor in Gesundheits-, Sozial- oder pädagogischen Berufen gearbeitet. Der Heilpraktikerberuf ist für die meisten kein Schnellentschluss, sondern ein bewusster zweiter Berufsweg.

Auffällig ist auch die demografische Struktur: Der Beruf wird überwiegend von Frauen ausgeübt, häufig im mittleren Lebensalter. Das passt zu dem Bild eines verantwortungsvoll gewählten Tätigkeitsfeldes – nicht zu dem eines ungeregelten Randbereichs.

Ausbildung und Überprüfung: weniger Chaos, als oft unterstellt

Das Gutachten bestätigt zwar, dass es keine staatlich einheitliche Ausbildung gibt. Gleichzeitig zeigt es aber, dass die große Mehrheit der Anwärter sich systematisch, zeitintensiv und kostenintensiv vorbereitet – häufig über Heilpraktikerschulen, ergänzt durch Selbststudium.

Ein wichtiger Befund: Wer eine strukturierte Ausbildung absolviert, hat bessere Chancen, die Überprüfung zu bestehen. Auch medizinische oder naturwissenschaftliche Vorkenntnisse wirken sich positiv aus.

Die Überprüfungen selbst dienen der Gefahrenabwehr – genau das zeigen die Daten. Sie sind seit den bundesweiten Leitlinien deutlich vereinheitlicht worden. Das Bild einer willkürlichen oder folgenlosen Prüfung lässt sich empirisch nicht halten.

Patientensicherheit: keine Hinweise auf systematische Gefährdung

Besonders relevant ist der Abschnitt zur Patientensicherheit. Hier fällt das Ergebnis nüchtern, aber klar aus:
Es gibt keine empirischen Hinweise auf eine systematische Gefährdung von Patientinnen und Patienten durch Heilpraktiker.

Strafrechtliche Verurteilungen mit Berufsbezug sind selten. Zivilrechtliche Verfahren bewegen sich auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig berichten viele Heilpraktiker, dass sie Patientinnen und Patienten bewusst an Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeuten verweisen, wenn Grenzen erreicht sind.

Das Gutachten weist zwar darauf hin, dass die behördliche Datenerfassung lückenhaft ist. Doch genau diese Offenheit stärkt die Aussagekraft: Die vorhandenen Daten widersprechen alarmistischen Pauschalurteilen.

Therapeutische Praxis und wirtschaftliche Realität

Die angewendeten Methoden sind vielfältig und reichen von naturheilkundlichen Verfahren über manuelle und gesprächsorientierte Ansätze bis hin zu komplementärmedizinischen Verfahren. Das Gutachten bewertet diese Methoden nicht, sondern dokumentiert ihre Anwendung.

Wirtschaftlich arbeiten die meisten Heilpraktiker selbstständig in kleinen Praxen, häufig in Teilzeit. Die Umsätze sind moderat. Patientenkontakte sind oft zeitlich begrenzt, nicht dauerhaft. Auch das passt nicht zu gängigen Zerrbildern.

Ein Gutachten ohne Angriffston

In der Gesamtschau ist bemerkenswert, was nicht im Gutachten steht:
Keine Forderung nach Abschaffung. Keine pauschalen Schuldzuweisungen. Keine Dramatisierung.

Stattdessen liefert das Gutachten erstmals eine belastbare Datengrundlage. Und diese zeigt: Der Heilpraktikerberuf ist vielfältig, verantwortungsbewusst ausgeübt und empirisch nicht als Risiko belegt.


BMG-Gutachten stärkt Heilpraktiker: Analyse der Ergebnisse des empirischen Gutachtens zum Heilpraktikerwesen 

Eine ausführliche Analyse von Christian J. Becker, Gesundheitsjournalist

1. Ziel und Bedeutung des Gutachtens

Das empirische Gutachten wurde vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragt, weil es bislang zwar viele Debatten, aber kaum belastbare Daten zum Heilpraktikerwesen gab. Ziel war ausdrücklich keine Bewertung einzelner Methoden, sondern eine Bestandsaufnahme auf empirischer Grundlage. Untersucht wurden drei Gruppen:

  • Heilpraktiker mit Vollerlaubnis
  • sektorale Heilpraktiker für Psychotherapie
  • sektorale Heilpraktiker für Physiotherapie

Erhoben wurden Daten zu Berufsstruktur, Ausbildung, Berufsausübung, Patientensicherheit, angewendeten Methoden sowie zur wirtschaftlichen Einbindung ins Gesundheitssystem. Methodisch stützt sich das Gutachten auf Online-Befragungen, Nachfassaktionen, Interviews, Behördenabfragen und eine umfangreiche Desktop-Recherche. Es handelt sich damit um die bislang umfassendste Datenerhebung zum Heilpraktikerwesen in Deutschland

2. Berufsstruktur: Wer sind Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker?

Ein zentrales Ergebnis ist die klare soziodemografische Struktur des Berufsstands.

  • Rund 72–75 % der Heilpraktiker sind weiblich, nur etwa ein Viertel männlich
  • Der Beruf wird überwiegend im mittleren Lebensalter ergriffen
  • Viele Heilpraktiker bringen eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium aus anderen Bereichen mit

Der Heilpraktikerberuf ist in hohem Maß ein Zweit- oder Umstiegsberuf. Nur eine Minderheit entscheidet sich direkt nach der Schule dafür. Diese Struktur gilt in ähnlicher Weise auch für die sektoralen Heilpraktiker, insbesondere im Bereich Psychotherapie, wo viele vorher in pädagogischen, sozialen oder psychologischen Berufen tätig waren

Das Gutachten beschreibt den Berufsstand insgesamt als heterogen, sowohl hinsichtlich Vorbildung als auch hinsichtlich der späteren Tätigkeitsschwerpunkte. Eine einheitliche „typische Heilpraktikerbiografie“ gibt es nicht.

3. Ausbildung und Überprüfung: Uneinheitlich, aber nicht beliebig

Ein häufig kritisierter Punkt ist die fehlende staatliche Ausbildung. Das Gutachten bestätigt zwar, dass es keine gesetzlich geregelte Ausbildung gibt, relativiert aber gleichzeitig verbreitete Annahmen.

  • Die große Mehrheit der Anwärter bereitet sich systematisch und über längere Zeiträume vor
  • Heilpraktikerschulen spielen eine zentrale Rolle, daneben gibt es strukturiertes Selbststudium
  • Die Kosten für Ausbildung und Vorbereitung liegen meist im mehreren Tausend-Euro-Bereich

Entscheidend ist ein empirisch wichtiger Befund:
Der Besuch einer Heilpraktikerschule erhöht die Bestehenswahrscheinlichkeit der Überprüfung, insbesondere bei der Vollerlaubnis. Auch eine medizinische oder naturwissenschaftliche Vorbildung wirkt sich positiv aus.

Die Überprüfungen selbst sind bundesweit nicht vollständig einheitlich, haben sich aber seit den Leitlinien von 2016 deutlich angeglichen. Sie zielen ausdrücklich auf Gefahrenabwehr und nicht auf therapeutische Exzellenz. Das Gutachten stellt fest, dass diese Zielsetzung in der Praxis auch umgesetzt wird

Bei den sektoralen Heilpraktikern zeigt sich ein gemischtes Bild:

  • Psychotherapie: überwiegend formale Überprüfung
  • Physiotherapie: teilweise Erlaubnis nach Aktenlage

Das Gutachten weist hier ausdrücklich auf regulatorische Inkonsistenzen hin, ohne daraus unmittelbar politische Forderungen abzuleiten.

4. Berufsausübung und Patientensicherheit

Ein zentraler politischer Streitpunkt ist die Frage der Patientensicherheit. Hier liefert das Gutachten wichtige, oft übersehene Befunde.

Straf- und Zivilverfahren

  • Sehr geringe Fallzahlen berufsbezogener strafrechtlicher Verurteilungen
  • Keine belastbaren Hinweise auf systematische Gefährdung von Patientinnen und Patienten
  • Zivilrechtliche Verfahren sind selten und in ihrer Zahl nicht höher als in anderen Gesundheitsberufen

Die Autoren betonen allerdings, dass die Datenlage insgesamt lückenhaft ist, weil es keine zentrale statistische Erfassung gibt. Dennoch widersprechen die verfügbaren Daten klar der These eines strukturell gefährlichen Berufsstands

Berufliches Verhalten

  • Heilpraktiker berichten häufige Weiterverweisungen an Ärztinnen und Ärzte, wenn Grenzen erreicht sind
  • Kooperationen mit anderen Gesundheitsberufen sind verbreitet
  • Werbung und Außendarstellung bewegen sich überwiegend im rechtlich zulässigen Rahmen

Das Gutachten kommt zu dem nüchternen, aber wichtigen Schluss, dass keine empirische Grundlage für pauschale Sicherheitsvorwürfe existiert.

5. Therapiemethoden: Vielfalt statt Einheitsbild

Die angewendeten Methoden sind ausgesprochen vielfältig. Das Gutachten unterscheidet klar zwischen:

  • wissenschaftlich orientierter Medizin
  • Komplementärmedizin
  • Alternativmedizin

In der Praxis werden häufig mehrere Ansätze kombiniert. Besonders verbreitet sind naturheilkundliche Verfahren, manuelle Methoden, Gesprächs- und Ordnungstherapien sowie in geringerem Umfang auch klassische Homöopathie.

Wichtig ist ein methodischer Punkt:
Das Gutachten bewertet nicht die Wirksamkeit einzelner Verfahren, sondern dokumentiert deren Anwendung. Es stellt fest, dass die Auswahl der Methoden meist indikationsbezogen erfolgt und über Fort- und Weiterbildungen vertieft wird

Eine Untergruppe, insbesondere Osteopathen mit Heilpraktikererlaubnis, ist vermutlich unterrepräsentiert, was die Autoren offen benennen. Das spricht eher für methodische Transparenz als für eine Verzerrungsabsicht

6. Wirtschaftliche Einbindung und Versorgungspraxis

Heilpraktiker arbeiten überwiegend:

  • selbstständig
  • in kleinen Praxen
  • häufig in Teilzeit

Die Umsätze sind im Durchschnitt moderat und liegen deutlich unter ärztlichen Vergleichswerten. Die Behandlungskosten werden größtenteils privat getragen, teils über private Krankenversicherungen oder Satzungsleistungen einzelner Krankenkassen.

Patientenkontakte sind häufig punktuell oder zeitlich begrenzt, nicht dauerhaft. Das widerspricht der Vorstellung eines systematischen „Abschottens“ von Patienten vom regulären Gesundheitssystem.

7. Gesamtfazit des Gutachtens

Das empirische Gutachten zeichnet ein deutlich differenzierteres Bild des Heilpraktikerwesens als die öffentliche Debatte.

  • Der Berufsstand ist heterogen, aber strukturiert
  • Ausbildung und Überprüfung sind uneinheitlich, aber keineswegs ungeregelt
  • Hinweise auf systematische Patientengefährdung finden sich nicht
  • Die Datenlage ist lückenhaft, aber die vorhandenen Daten sprechen gegen alarmistische Narrative

Zentral ist ein Satz, der zwischen den Zeilen immer wieder deutlich wird:
Politische Entscheidungen zum Heilpraktikerwesen sollten sich künftig auf Daten stützen – nicht auf Annahmen.


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