Nach zahlreichen Programmbeschwerden von Lesern des HomoeopathieWatchblog hat der ZDF-Fernsehrat ein Prüfverfahren gegen die Anti-Heilpraktiker-Sendung von Jan Böhmermann im ZDF-Magazin Royale vom 19.12.2025 eingeleitet. Das bestätigte der ZDF-Fernsehrat heute schriftlich. (siehe Fernsehrat-Schreiben unter dem Artikel).
Das Verfahren gegen Böhmermann hat nun mit ersten formalen Schritten im Sender begonnen. Dazu fordert der ZDF-Fernsehrat den ZDF-Intendanten auf, innerhalb eines Monats zur Sendung gegen Heilpraktiker Stellung zu nehmen. Danach wird sich der Fernsehrat mit dem Fall befassen, prüfen und ein Urteil fällen.
Auslöser der Beschwerdewelle ist eine Initiative des Homoeopathiewatchblog mit seinen Lesern. Nach Veröffentlichung eines Artikels mit der Aufforderung und Anleitung, Programmbeschwerden einzureichen, nutzten zahlreiche Heilpraktiker, Patienten und Zuschauer den Blogservice und reichten formelle Programmbeschwerden beim ZDF-Fernsehrat ein. Wegen der ungewöhnlich hohen Zahl an Eingaben wird nun sogar ein Sonderverfahren zur Böhmermann-Sendung angewendet.
Ein ähnliches Verfahren hat das ZDF im Jahr 2023 gegen eine Böhmermann-Sendung eingesetzt. Nach einem Urteil des Fernsehrats hat das ZDF die Böhmermann-Sendung aus Archiv und Mediathek gelöscht.
Sonderverfahren wegen außergewöhnlich vieler Beschwerden
In einem Schreiben an einen Beschwerdeführer, das dem Watchblog vorliegt, teilt der ZDF-Fernsehrat mit:
„Wegen der zahlreichen zu dieser Sendung eingegangenen Beschwerden habe ich entschieden, das Verfahren der Mehrfachbeschwerden anzuwenden (§ 25 Abs. 8 der ZDF-Satzung).“
Dieses Verfahren kommt nur dann zum Einsatz, wenn deutlich mehr Programmbeschwerden eingehen als üblich. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 registrierte der ZDF-Fernsehrat laut seinen Quartalsberichten insgesamt nur 135 Programmbeschwerden zu allen ZDF-Sendungen zusammen.
Dass nun zu einer einzelnen Ausgabe von ZDF Magazin Royale ein Sonderverfahren eröffnet wird, ist daher ein Ausnahmefall.
Eine Beschwerde als Musterverfahren
Eine der eingegangenen Programmbeschwerden wird nun als sogenannte Leitbeschwerde geführt. Sie steht stellvertretend für alle weiteren Eingaben und bildet die Grundlage für die inhaltliche Prüfung der Sendung.
Der Fernsehrat schreibt dazu:
„Ihre Beschwerde wird als Leitbeschwerde geführt, das heißt stellvertretend für die übrigen Beschwerden behandelt.“
Damit wird die Kritik vieler Zuschauer in einem formellen Prüfverfahren gebündelt.
ZDF-Intendant muss sich erklären
Nach den Vorgaben des ZDF-Staatsvertrags liegt die Verantwortung für das Programm beim Intendanten. Entsprechend muss sich nun die ZDF-Spitze mit der Beschwerde befassen.
Der Fernsehrat teilt mit:
„Die Verantwortung für das Programm des ZDF trägt gemäß § 27 Abs. 1 des ZDF-Staatsvertrages der Intendant. Entsprechend der Beschwerdeordnung habe ich ihm Gelegenheit gegeben, Ihre Programmbeschwerde zu prüfen und innerhalb eines Monats zu beantworten.“
Der Intendant hat damit vier Wochen Zeit für eine formelle Stellungnahme.
Danach entscheidet der Fernsehrat
Sollte der Beschwerdeführer mit der Antwort des Intendanten nicht zufrieden sein, kann er verlangen, dass sich der Fernsehrat mit dem Fall befasst. Dann wird die Beschwerde im zuständigen Ausschuss beraten und anschließend im Plenum des Fernsehrats behandelt.
Weitere Programmbeschwerden weiterhin möglich
Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Weitere Programmbeschwerden können weiterhin eingereicht werden und werden dem laufenden Verfahren zugeordnet. Jede zusätzliche Beschwerde erhöht den politischen und institutionellen Druck auf den Sender. Link zur Anleitung.
Aufruf an Zuschauer, Heilpraktiker und Patienten
Der Fall zeigt: Programmbeschwerden sind kein wirkungsloses Ritual. Sie sind ein demokratisches Kontrollinstrument – und sie wirken, wenn viele Menschen davon Gebrauch machen.
Wer die Darstellung des Heilpraktiker-Berufs in der Böhmermann-Sendung für unfair, verzerrt oder unsachlich hält, sollte jetzt handeln und ebenfalls Programmbeschwerde beim ZDF-Fernsehrat einreichen. Link zur Anleitung.
Infokasten: Was bisher passiert ist
19.12.2025 – Ausstrahlung der Böhmermann-Sendung über Heilpraktiker 19.12.2025 – Start der Leserinitiative im Homoeopathiewatchblog mit Programmbeschwerden Dezember und Januar 2026 – Zahlreiche Programmbeschwerden beim ZDF-Fernsehrat 09.01.2026 – Fernsehrat eröffnet Sonderverfahren bis Februar 2026 – Stellungnahme des ZDF-Intendanten erwartet danach – mögliche Beratung im Fernsehrat
Quelle: Schreiben des ZDF-Fernsehrat vom 9.1.2026 an einen Beschwerdeführer zur Böhmermann-Sendung am 19.12.2025:
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Aktiv für die Homöopathie und Heilpraktiker seit 2018 mit dem Homoeopathiewatchblog.de – Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie und die Heilpraktiker mit dem Heilpraktiker-Newsblog.de
Immer mehr Spitzensportler setzen auf ganzheitliche Medizin und den Heilpraktiker – und was das über die Attraktivität des Heilpraktiker-Berufs sagt
Die Debatte um Homöopathie und Heilpraktiker wird derzeit laut, zugespitzt und oft verzerrt geführt. Spätestens seit Jan Böhmermann den Heilpraktiker-Beruf unter dem Deckmantel der Satire verleumdet hat, entsteht in der Öffentlichkeit ein Bild, das mit der Realität vieler Patienten nur wenig zu tun hat. Statt differenzierter Diskussionen dominieren Pointen und Zuspitzungen.
Gerade im Spitzensport zeigt sich seit Jahren, dass Athleten zunehmend auf ganzheitliche Medizin und Heilpraktiker setzen. Nicht als Ersatz für die Schulmedizin, sondern als Ergänzung. Leistungssport ist ein Hochleistungsumfeld mit enormem körperlichem und mentalem Druck. Wer dort bestehen will, sucht nach Lösungen, die über reine Symptombehandlung hinausgehen.
Umso bemerkenswerter ist es, wenn ein ehemaliger Profi-Eishockeyspieler wie Philipp Riefers nach 17 Jahren im Leistungssport nicht den Weg ins Trainerbüro oder Management wählt, sondern sich bewusst für die Ausbildung zum Heilpraktiker entscheidet. Genau das tut Philip Riefers, der bis 2025 noch für die Krefeld Pinguine spielte und heute die Heilpraktiker-Schule besucht. Von ihm handelt dieser Artikel.
Sein Beispiel steht stellvertretend für eine Entwicklung, die in der öffentlichen Debatte kaum vorkommt: Der Heilpraktiker-Beruf ist längst im Spitzensport angekommen. Und er wird von Menschen gewählt, die den menschlichen Körper aus Extremsituationen kennen – aus Training, Wettkampf, Verletzung und Regeneration.
Dieses Beispiel und die Relevanz dahinter für den Heilpraktikerberuf zeigt exemplarisch:
Was dem Heilpraktiker-Beruf fehlt, ist nicht Relevanz – sondern mehr Sichtbarkeit durch Öffentlichkeitsarbeit und politische Kommunikation.
Die Themen sind da. Die Erfahrungen sind da. Die Beispiele sind da – wie das aus dem Eishockey eindrucksvoll zeigt. Sie müssen nur besser erzählt werden. Denn wer den Heilpraktiker-Beruf nur aus satirisch-verleumderischen Fernsehsendungen kennt, bekommt ein Bild, das weder der Praxis noch den Patientenerfahrungen gerecht wird.
Der folgende Beitrag erzählt deshalb eine andere Geschichte: die eines Spitzensportlers, der nach seiner Karriere nicht nur an Fitness denkt, sondern an Gesundheit im umfassenden Sinne. Und er zeigt an vielen Beispielen aus dem Hochleistungssport, wie eng das Thema Heilpraktiker mit dem Sport verknüpft ist.
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Warum ein Spitzensportler Heilpraktiker werden möchte
„Gesundheit, Ernährung und Schlaf waren für mich immer schon ein Thema“
Das Ende seiner aktiven Eishockey-Karriere kam für Philipp Riefers im April 2025 im Playoff-Halbfinale mit den Pinguinen aus Krefeld. Dass es sein letztes Spiel sein würde, wusste Riefers damals noch nicht.
„Da wusste ich aber noch nicht, dass es das letzte Spiel in meiner Karriere war“, sagt Rieders in einem Interview mit der Westdeutschen Zeitung am 8.1. (Artikel abrufbar unter dem Link https://www.wz.de/sport/eishockey/krefeld-pinguine/krefeld-vom-eishockey-profi-zum-heilpraktiker_aid-141956535) .
„Es gab im Sommer einige Anfragen. Wenn es gepasst hätte, dann hätte ich auch weitergemacht, eventuell in der Oberliga. Es gab aber nichts in der Nähe – und die Familie mit meinem vierjährigen Sohn Theo und meiner Lebensgefährtin Lea ist für mich ein großer Punkt.“
Also entschied er sich, einen Weg weiterzugehen, den er schon lange vorbereitet hatte. Den Weg zum Heilpraktiker-Beruf. „Den Anstoß dazu hat meine Mutter gegeben. Gesundheit, Ernährung und Schlaf waren für mich immer schon ein Thema. Ein Medizinstudium wäre aber ein sehr langer Prozess gewesen.“
Der Leistungssport hat ihn früh für ganzheitliche Ansätze sensibilisiert. Schon in seiner Zeit bei den Kölner Haien arbeitete er mit Leistungsoptimierern aus dem Spitzensport zusammen, die sich mit Athletik, Regeneration, Schlaf und Ernährung beschäftigten. Der Heilpraktiker-Beruf erschien ihm deshalb nicht als Bruch – sondern als logische Weiterentwicklung.
Heilpraktiker-Ausbildung statt Vereinswechsel
Statt noch einmal den Verein zu wechseln, entschied sich Riefers bewusst für die Ausbildung.„Dann habe ich mich entschlossen, meine Ausbildung voranzutreiben.“
Sein Alltag ist weiterhin durchgetaktet wie zu Profi-Zeiten. Vormittags ist er regelmäßig in der Yayla-Arena, schaut dem Athletik-Trainer der Pinguine über die Schulter, sammelt Praxiserfahrung. Danach geht es in die Schule. „Als Eishockey-Profi bist du etwa sechs Stunden im Stadion. Danach ging es kurz nach Hause oder aber gleich auf die Schulbank.“
Die Ausbildung erlebt er als anspruchsvoll. „Der Heilpraktiker muss den Menschen ganzheitlich betrachten, das macht die Sache umfangreich – mit ein Grund für eine hohe Durchfallquote sowohl bei der mündlichen als auch schriftlichen Prüfung.“ Wer meint, Heilpraktiker sei ein einfacher Nebenjob, wird hier schnell eines Besseren belehrt.
Ein Gesamtpaket für die Zeit nach dem Profisport
Riefers plant seine Zukunft mit einem breiten Ansatz: Ernährungsberatung, Fitness, Coaching, Schlaf, Heilpraktiker-Wissen. Ob er sich später selbstständig macht oder in ein bestehendes Team einsteigt, lässt er offen. „Das viele Lernen ist etwas nervig, aber es ist eine gute Sache und es macht mir Spaß.“
Genau diese Haltung findet man zunehmend bei ehemaligen Leistungssportlern: Nicht nur Symptome behandeln, sondern Menschen ganzheitlich begleiten.
Kein Einzelfall: Heilpraktiker und Spitzensport
Der Weg von Philip Riefers steht exemplarisch für eine Entwicklung, über die der Heilpraktiker-Newsblog seit Jahren mit vielen Beispielen (siehe weiter unten) berichtet. Der Leistungssport ist ein Hochleistungsumfeld. Wer dort bestehen will, sucht jede legale und sinnvolle Unterstützung. Und immer mehr Athleten erleben, dass ganzheitliche Medizin kein Widerspruch zur modernen Trainingswissenschaft ist, sondern deren Ergänzung.
Trotz Böhmermann: Der Heilpraktiker-Beruf bleibt attraktiv
Vor diesem Hintergrund wirkt die Böhmermann-Kampagne gegen Heilpraktiker fast aus der Zeit gefallen. Während im Fernsehen polemisiert wird, entscheiden sich Menschen mit jahrelanger Erfahrung im Hochleistungsbereich ganz bewusst für diesen Beruf. Philip Riefers kennt den Körper, die Belastung, den Druck, die Verletzungen. Er weiß, wie entscheidend Regeneration, Schlaf, Ernährung und mentale Stabilität sind. Und er weiß, dass Gesundheit mehr ist als ein Rezept.
Dass ein DEL-Profi nach 17 Jahren Leistungssport sagt: Ich werde Heilpraktiker – ist ein starkes Signal. Nicht gegen die Schulmedizin. Sondern für eine Medizin, die den Menschen als Ganzes sieht.
Der Heilpraktiker-Beruf ist damit nicht nur lebendig. Er entwickelt sich weiter – mitten im Spitzensport.
Der Eishockeyprofi ist kein Einzelfall: Heilpraktiker und Spitzensport haben längst eine Verbindung
Der Fall des Eishockeyprofis, der nach einer medizinischen Odyssee schließlich bei einem Heilpraktiker Hilfe fand, steht nicht isoliert für sich. Er ist Teil einer Entwicklung, die in der Öffentlichkeit oft unterschätzt wird: Heilpraktiker und komplementärmedizinische Verfahren sind im Spitzensport längst angekommen. Nicht als exotische Randerscheinung, sondern als ernstzunehmende Ergänzung zur klassischen Sportmedizin – vor allem dort, wo Belastung, Regenerationsdruck und Verletzungsanfälligkeit an Grenzen führen.
Seit Jahren berichten Leistungssportler, Vereine und Trainer darüber, dass sie gezielt mit Heilpraktikern zusammenarbeiten. Häufig nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur schulmedizinischen Betreuung. Gerade in Phasen, in denen konventionelle Therapien ausgeschöpft sind oder keine Fortschritte mehr bringen, suchen Athletinnen und Athleten nach neuen Impulsen. Die folgenden Beispiele zeigen, dass der Eishockeyspieler Teil eines größeren Bildes ist.
Diese Beispiele zeigen: Der Eishockeyprofi ist kein Sonderfall. Heilpraktiker sind für viele Spitzensportler Ansprechpartner auf Augenhöhe, wenn es um Regeneration, Belastungssteuerung, Verletzungsfolgen und mentale Stabilität geht. Sie arbeiten dort, wo klassische Medizin an Grenzen stößt – und oft genau dort, wo der Leistungsdruck am höchsten ist.
Gerade deshalb ist die aktuelle politische Debatte um den Arzneimittelstatus und die Zukunft der Heilpraktiker-Versorgung nicht nur eine Frage der Berufsordnung, sondern auch eine Frage der Versorgungsrealität im Spitzensport. Denn wer heute selbstverständlich Teil medizinischer Teams ist, könnte morgen aus strukturellen Gründen verdrängt werden.
Illustration: Heilpraktiker-Newsblog (Die Illustration ist ein Symbolbild und stellt keine realen Personen dar)
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Die Debatte um den Beitrag von ZDF Magazin Royale am 19. Dezember, in dem der Heilpraktiker-Beruf stark und aus Sicht vieler Betroffener verleumdet wurde, hat seit Januar auf meinem Blog sehr viele Rückmeldungen ausgelöst. Heilpraktikerinnen, Heilpraktiker und auch Patienten schreiben mir, dass sie sich in dieser Darstellung nicht wiederfinden. Deshalb rufe ich seit der Böhmermann-Sendung dazu auf, beim ZDF-Fernsehrat eine Programmbeschwerde einzureichen (mit einem vorbereiteten Mustertext) – ein legitimes Mittel, um eine öffentliche Sendung auf mögliche Verstöße gegen journalistische Sorgfaltspflichten prüfen zu lassen:
Eine Programmbeschwerde ist kein bloßer Formalakt. Der Fernsehrat überwacht die Einhaltung der gesetzlichen Programmgrundsätze und kann im Ergebnis Empfehlungen aussprechen, die Gewicht haben. Beispielsweise eine öffentliche Rüge oder Löschung des Beitrages aus der Mediathek. Jede einzelne Beschwerde fließt in diese Bewertung ein. Tausende sind notwendig.
Ein Vorbild: Im Jahr 2023 hat eine Welle von vielen Programmbeschwerden dazu geführt, dass das ZDF einen Böhmermann-Beitrag gelöscht hat (Link).
Warum die Schulen und Verbände jetzt wichtig sind
Bisher haben viele Leserinnen und Leser den Mustertext genutzt, den ich bereitgestellt habe. Doch mir wurde schnell klar: Wenn es um das Berufsbild und die öffentliche Wahrnehmung geht, braucht es noch mehr Stimmen.
Darum habe ich in den vergangenen Tagen gezielt Heilpraktikerschulen in ganz Deutschland angeschrieben – von großen Ausbildungsanbietern bis zu freien Fachschulen – mit der Bitte, ihre Schülerinnen und Schüler über die Möglichkeit einer Programmbeschwerde zu informieren. Parallel habe ich Heilpraktiker-Verbände kontaktiert und angeregt, auch ihre Mitglieder sachlich darauf aufmerksam zu machen. Dies geschieht im Rahmen der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie.
Meine Überzeugung dabei: Wer sich im Beruf befindet oder sich darauf vorbereitet, sollte wissen, dass es dieses Recht gibt und wie man es nutzt. Eine breite Rückmeldung an den ZDF-Fernsehrat zeigt, dass die Kritik am Beitrag nicht vereinzelt, sondern strukturell wahrgenommen wird.
Was ich veröffentliche
Damit Schulen und Verbände die Information einfacher weitergeben können, stelle ich hier auch das Anschreiben online, das ich an die Heilpraktikerschulen verschickt habe. Darunter das Schreiben für Verbände. Es kann als Orientierung genutzt oder direkt an Schülerinnen und Schüler weitergeleitet werden. Mir geht es dabei nicht um Empörung oder Druck, sondern um Transparenz und eine sachliche Nutzung der vorgesehenen Beschwerdewege.
Warum Anwälte (noch) falsch am Platz sind
Einzelne Heilpraktiker-Verbände nutzen gern einen Anwalt als Multitool und als Ersatz für Pressearbeit. Doch Achtung: Sollte ein Anwalt aktuell gegen die Böhmermann-Sendung klagen, setzt der ZDF-Fernsehrat das Beschwerdeprogramm sofort aus wegen der Klage. Das gab es im letzten Jahr bereits. D.h. die vielen Programmbeschwerden von Heilpraktikern, Patienten und Ärzten wären völlig sinnlos, auch wenn es sehr viele sind. Eine juristische Klage würde erst Sinn machen, wenn das Programmbeschwerdeprogramm des ZDF-Fernsehrats zur Böhmermann-Sendung abgeschlossen ist. Genaues wissen wir nach der nächsten Sitzung des ZDF-Fernsehrats am 13. März.
Warum das Timing zählt
Der Fernsehrat wird am 13. März auch die eingegangenen Programmbeschwerden beraten. Bis dahin bleibt wenig Zeit. Umso wichtiger ist es, dass diejenigen, die sich betroffen fühlen, jetzt von dieser Möglichkeit erfahren und sie – wenn sie es für richtig halten – auch nutzen.
Mit der Entscheidung, Schulen und Verbände einzubeziehen, möchte ich die Reichweite erhöhen und zeigen: Der Berufsstand der Heilpraktiker hat ein nachvollziehbares Interesse an fairer Darstellung und an einer öffentlichen Diskussion auf Augenhöhe. Und genau dort gehört dieses Thema hin.
Hier das mögliche Schreiben, mit dem Heilpraktiker-Schulen ihre HP-Anwärter und Schüler aufmerksam machen können:
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Betreff: Wichtiger Hinweis: Programmbeschwerde zum ZDF-Beitrag Böhmermann gegen Heilpraktiker
Liebe Schülerinnen und Schüler,
viele von Ihnen haben den aktuellen ZDF-Beitrag von Jan Böhmermann gegen Heilpraktiker am 19.12.25 gesehen. Er vermittelt ein Bild, das dem Beruf nicht gerecht wird. Wer sich sachlich dagegen wehren möchte, kann eine Programmbeschwerde beim ZDF-Fernsehrat einreichen.
Hier finden Sie eine kurze Erklärung und einen vorformulierten Beschwerdetext, den Sie anpassen und versenden können:
Es geht nicht um Empörung, sondern um Fairness und korrekte Darstellung. Jede einzelne Beschwerde wird vom ZDF-Fernsehrat registriert und fließt in die Bewertung des Beitrags ein. Möglich ist bei vielen Programmbeschwerden eine öffentliche Rüge des ZDF-Intendanten an Jan Böhmermann oder sogar eine Löschung des Beitrags aus der Mediathek des ZDF. Bei tausenden Programmbeschwerden ist das möglich. Am 13. März tagt der Fernsehrat und wird vermutlich eine Entscheidung zu Böhmermann fällen.
Vielen Dank fürs Mitmachen.
Ihre Heilpraktiker-Schule
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Newsletter-Text für einen Heilpraktiker-Verband
Betreff-Vorschlag:
Programmbeschwerde zum ZDF-Beitrag – Ihre Stimme ist wichtig
Newsletter-Text:
Liebe Mitglieder,
viele von Ihnen haben uns auf die ZDF-Sendung vom 19. Dezember angesprochen. Die Darstellung unseres Berufsstandes hat viele irritiert, einige auch persönlich getroffen. Wir verstehen das sehr gut.
Der ZDF-Fernsehrat wird dieses Thema am 13. März noch einmal beraten. Dort besteht die Möglichkeit, kritisch zu prüfen, ob die Berichterstattung ausgewogen war und welchen Eindruck sie in der Öffentlichkeit erzeugt.
Eine wirksame Möglichkeit, darauf aufmerksam zu machen, ist die Programmbeschwerde. Sie ist ausdrücklich vorgesehen und ein legitimes Mittel, wenn Berichterstattung als unfair oder verzerrend erlebt wird.
Wir möchten Sie ermutigen, von diesem Recht Gebrauch zu machen – sachlich, ruhig und persönlich formuliert. Ein hilfreiches Muster finden Sie hier:
Je mehr Rückmeldungen der Fernsehrat erhält, desto besser kann er einschätzen, welche Wirkung diese Sendung auf die Betroffenen hatte.
Danke, dass Sie sich engagiert, respektvoll und konstruktiv einbringen. Das ist wichtig für unseren Beruf und für eine faire öffentliche Diskussion.
Herzliche Grüße Ihr Verband
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Aktiv für die Homöopathie seit 2018 mit dem Homoeopathiewatchblog.de – Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie
Die politische Debatte klingt zunächst technisch: Der Arzneimittelstatus für homöopathische Präparate könnte geändert oder gestrichen werden. Für viele Heilpraktiker und ihre Patienten klingt das nach Formalie, nach einer Frage der Etiketten oder einer neuen Kategorie im Regal. Doch wer genauer hinschaut, merkt sehr schnell, dass es sich um einen tiefen Eingriff in Versorgung, Haftung, Dokumentation und Therapiepraxis handelt. Juristisch wäre Homöopathie zwar formal weiterhin erlaubt, praktisch aber rutschte sie Schritt für Schritt aus der regulierten medizinischen Sphäre heraus – ein Prozess, der einem funktionalen Verbot nahekommt.
In dieser Analyse stelle ich als Gesundheitsjournalist dar, was es für Heilpraktiker und Patienten konkret bedeuten würde, wenn Homöopathie ihren Arzneimittelstatus verliert.
Betroffen wäre jeder zweite Heilpraktiker, da etwa 50 Prozent der Heilpraktiker Homöopathie einsetzen. Betroffen wären 30 Millionen Patienten, die Homöopathie nutzen.
Worum es wirklich geht: Der Rahmen, der Therapie erst möglich macht
Homöopathische Arzneimittel sind heute Teil eines klar strukturierten Systems. Sie werden nach arzneimittelrechtlichen Standards hergestellt, sind rückverfolgbar, unterliegen Apotheken- und Qualitätsregeln und können von Heilpraktikern verantwortbar in Therapiekonzepte integriert werden. Dieser Rechtsrahmen sorgt nicht nur für Ordnung, sondern auch für Sicherheit: Er definiert Zuständigkeiten, schützt vor Graumärkten und macht deutlich, wer wann Verantwortung trägt.
Wenn der Arzneimittelstatus entfällt, verändert sich nicht nur eine juristische Kategorie. Präparate verlieren ihre reguläre Verkehrsfähigkeit, rutschen in rechtliche Graubereiche, und Institutionen beginnen sich zurückzuziehen, weil Haftung und Verantwortlichkeit unklarer werden. Homöopathie bleibt auf dem Papier erlaubt – doch sie wird schwerer praktikabel, bürokratisch riskanter und ökonomisch fragiler.
Heilpraktiker zwischen Behandlung, Dokumentation und Haftung
Für Heilpraktiker bedeutet der Verlust des Arzneimittelstatus vor allem eines: ein massiver Anstieg rechtlicher Unsicherheit. Solange Homöopathika Arzneimittel sind, lässt sich jede Gabe sauber dokumentieren, in bestehende Sorgfaltsstandards einordnen und im Zweifel gegenüber Versicherern und Behörden begründen. Ohne diesen Status geraten Behandler häufiger in die Situation, erklären zu müssen, warum sie Produkte einsetzen, die formal nicht mehr Teil des medizinischen Regelsystems sind.
Kommt es zu Komplikationen oder Streitfällen, prüfen Versicherungen besonders streng, ob das angewendete Mittel rechtlich zulässig war, ob gegen Vorgaben verstoßen wurde und ob der Einsatz möglicherweise als „außerhalb des Systems“ einzustufen ist. Je weiter Homöopathie aus dem Rechtsrahmen gedrängt wird, desto leichter können Versicherer Deckung verweigern und Risiken auf die Behandler verlagern. Das Berufsbild bleibt bestehen, wird aber verletzlicher, kontrollintensiver und stärker von juristischen Diskussionen geprägt.
Wie realistisch ist dieses Szenario – und wann könnte es politisch passieren?
Die Frage, ob Homöopathie ihren Arzneimittelstatus verlieren könnte, ist längst keine theoretische Planspielerei mehr, sondern ein politisch greifbares Szenario. Der entscheidende Punkt heißt Binnenkonsens: Er sorgt bislang dafür, dass homöopathische Arzneien als Arzneimittel geführt werden, obwohl ihre Wirksamkeit innerhalb der eigenen Therapierichtung bewertet wird. Genau dieser Schutzmechanismus ist politisch veränderbar. Seit der Positionsverschiebung der CDU über die Feiertage 2025 existiert erstmals eine stabile Mehrheit von etwa drei Vierteln des Bundestags gegen Homöopathie (CDU, Grüne, SPD, Linke), die für Verschärfungen offen erscheint. Nach heutiger Lage wäre es deshalb realistisch, den Binnenkonsens bereits 2026 oder 2027 durch eine einfache Gesetzesmehrheit zu ändern oder ganz abzuschaffen – ein Verfahren, das über ein Änderungsgesetz zum Arzneimittelgesetz, Beratungen im Gesundheitsausschuss und anschließende Lesungen im Parlament laufen könnte. Damit entstünde kein abruptes Verbot, wohl aber ein schrittweiser Umbau der Rahmenbedingungen, der Versorgung, Haftung und Verfügbarkeit nachhaltig verschiebt.
Patienten zwischen Eigenverantwortung, Kosten und Vertrauensverlust
Viele Patientinnen und Patienten verlassen sich bislang auf ein einfaches Grundprinzip: Was sie in der Apotheke erhalten, ist geprüft, geregelt und rückverfolgbar. Wenn Homöopathie kein Arzneimittel mehr wäre, verlagerte sich Verantwortung zunehmend in den privaten Bereich. Patienten müssten Produkte vergleichen, Qualität beurteilen und Marketingversprechen einordnen, während gleichzeitig Teile des bisherigen Schutzsystems – etwa dokumentierte Lieferketten und klare Rückrufwege – schwächer würden.
Hinzu kommt ein finanzieller Aspekt: Fällt der Arzneimittelstatus, werden homöopathische Präparate fast vollständig zu Produkten, die privat bezahlt werden müssen, und zwar ohne den bisherigen gesundheitssystemischen Rahmen. Für viele Familien und chronisch Erkrankte bedeutet das höhere Belastungen, häufigere Therapieabbrüche und ein wachsendes Gefühl, auf sich gestellt zu sein. Vertrauen leidet nicht nur durch die Kosten, sondern auch durch das politische Signal, dass diese Therapieform offenbar als verzichtbar gilt.
Die verbreiteten Mythen: Drogerie, Onlinehandel, Ausland – alles einfache Lösungen?
In der öffentlichen Diskussion tauchen immer wieder vermeintliche Ausweichstrategien auf. Eine der beliebtesten Erzählungen lautet, die Produkte wanderten einfach ins Drogerieregal. Das ist rechtlich kaum haltbar. Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und dürfen weder Heilversprechen machen noch sich wie Arzneimittel verhalten. Viele homöopathische Zubereitungen passen strukturell überhaupt nicht in dieses Lebensmittelrecht. Wahrscheinlicher als ein „Wellness-Umzug“ wäre das Entstehen grauer Märkte mit unklaren Verantwortlichkeiten.
Auch die Idee mit Bestellungen im Ausland klingt pragmatisch, greift aber zu kurz. Der Eigenimport ist zwar in engen Grenzen möglich, doch sobald der Gesetzgeber erkennt, dass Importwege systematisch genutzt werden, kann er diese begrenzen oder untersagen. Behandler, die aktiv zum Bezug nicht verkehrsfähiger Mittel raten, geraten zudem in Haftungsrisiken. Ihre Berufshaftpflichtversicherung springt bei Komplikationen nicht mehr ein, jeder Heilpraktiker würde persönlich mit seinem Vermögen haften. Kurz gesagt: Weder Drogerie noch Versandhandel oder Ausland sind stabile, rechtssichere Alternativen, wenn der politische Wille zur Einschränkung klar ist.
Verschiebungen im Berufsbild – und mögliche Kettenreaktionen
Ein formales Berufsverbot für Heilpraktiker wäre mit dem Verlust des Arzneimittelstatus zwar nicht verbunden. Dennoch würde ein zentraler Bereich ihrer Arbeit entwertet, und Behörden erhielten neue Argumente, die methodische Einbindung in Strukturen der Gesundheitsversorgung weiter zu hinterfragen. Institutionen wie Kliniken, Versicherer oder größere Praxen reagieren erfahrungsgemäß sensibel auf rechtliche Unsicherheit und Haftungsfragen und neigen dazu, riskante Bereiche aus Compliance-Gründen zu begrenzen, lange bevor es zu einem ausdrücklichen Verbot kommt. Gleichzeitig könnte es zu Gegenbewegungen kommen. Manche Patienten entwickeln in Phasen regulatorischer Einschränkung erst recht Interesse an komplementären Verfahren, suchen zusätzliche Beratung oder fragen nach alternativen Methoden innerhalb der Naturheilkunde. Ob diese Dynamik Homöopathie tatsächlich stärkt oder lediglich in weniger regulierte Nischen verschiebt, wird stark davon abhängen, wie transparent und professionell Heilpraktiker kommunizieren und welche rechtlichen Spielräume bestehen.
Akzeptanz der Komplementärmedizin insgesamt – Stärkung oder Erosion?
Die Frage, ob die Entziehung des Arzneimittelstatus nur Homöopathie betrifft oder langfristig die gesamte Komplementärmedizin beeinflusst, ist zentral. Politisch würde mit einer solchen Maßnahme ein Präzedenzfall geschaffen: Man zeigt, dass Therapierichtungen, die bislang einen eigenen, historisch gewachsenen Schutzrahmen hatten, grundsätzlich umdefiniert werden können. Diese Signalwirkung könnte misstrauischer machen, neue Kontrollen anstoßen und die öffentliche Diskussion weiter polarisieren.
Gleichzeitig wäre nicht auszuschließen, dass sich Praxen verstärkt anderen Verfahren zuwenden und Patienten alternative komplementäre Angebote stärker nachfragen. Doch auch hier gilt: Ohne klaren Rechtsrahmen, definierte Verantwortlichkeiten und verlässliche Qualitätsstrukturen bleibt jedes Wachstum fragil. Ein System, das auf schleichende Verdrängung setzt, stärkt selten Vertrauen, sondern erzeugt Unsicherheit – sowohl bei Behandlern als auch bei Patienten. Und es ist möglich, dass die Politik es nicht bei Einschränkungen der Homöopathie belässt, sondern auch andere Therapien der Komplementärmedizin einschränken möchte. Das Thema Eigenblut ist ein gutes weiteres Beispiel für diese politische Einschränkungsstrategie.
Was Heilpraktiker jetzt realistisch tun können
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass es in den nächsten Jahren weniger um spektakuläre Verbote gehen dürfte, sondern um langsame Strukturveränderungen. Heilpraktiker sollten deshalb frühzeitig damit beginnen, ihre Dokumentation zu präzisieren, Patienten transparent über rechtliche Zusammenhänge zu informieren, Haftung und Versicherbarkeit regelmäßig zu prüfen und sich stärker in Berufsverbänden, Fortbildungen und fachlichen Netzwerken zu bewegen. Und sich über politische Zusammenhänge informieren, z.B. im Homoeopathiewatchblog und Heilpraktiker-Newsblog. Oder sich bei der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie beteiligen. Je besser Praxen erklären können, warum sie was tun, desto stabiler bleiben Vertrauen und Therapiekontinuität.
Fazit: Kein abruptes Ende – aber ein riskanter Systemumbau
Der Verlust des Arzneimittelstatus wäre kein rein technisches Detail, sondern ein Eingriff in Berufsrollen, Patientenschutz, Märkte und Haftungsverhältnisse. Homöopathie würde wohl nicht verboten, doch sie verlöre Schritt für Schritt ihren Platz in der regulierten medizinischen Versorgung und wanderte in Graubereiche, die niemandem wirklich nützen: nicht den Patienten, nicht den Heilpraktikern und nicht dem Gesundheitssystem, das auf nachvollziehbare Strukturen angewiesen ist.
Wer das versteht, erkennt: Es geht nicht nur um politische Symbolik, sondern um sehr konkrete Folgen für den Alltag in den Praxen – und um die Frage, wie komplementäre Medizin in Zukunft verantwortbar und vertrauenswürdig eingebettet bleibt.
Redaktioneller Hinweis: Diese Analyse habe ich aus meinem Blick als Gesundheitsjournalist mit 30 Jahren Erfahrung in der Gesundheitspolitik sowie als Blogger für die Homöopathie und Heilpraktiker (seit 2018) geschrieben. Sie ersetzt bei rechtlichen Fragen keine Beratung durch einen Anwalt.
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Ihr Christian J. Becker Gesundheitsjournalist, Blogger
Aktiv für die Homöopathie seit 2018 mit dem Homoeopathiewatchblog.de – Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie
Es wird oft gesagt: „Programmbeschwerden bringen nichts.“ Der Fall aus dem Herbst 2023 zeigt das Gegenteil. Damals griff ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann das Thema „ritueller Missbrauch“ auf. Die Sendung arbeitete mit Zuspitzungen und Vereinfachungen, die Betroffene, Fachstellen und Experten als grob verzerrend kritisierten. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer legten Programmbeschwerde ein – sachlich begründet, mit konkreten Kritikpunkten.
Und diesmal passierte etwas Ungewöhnliches: Das ZDF löschte die Böhmermann-Sendung von 2023. (Link zum Beweis)
Der Fernsehrat gab den Beschwerden mehrheitlich statt. Das hatte viele weitere Folgen. Das ZDF musste Stellung nehmen, der Beitrag verschwand aus der Mediathek, und die Redaktion bekam ein deutliches Signal: Meinungsfreiheit endet nicht, aber sie braucht journalistische Sorgfalt. Gerade dann, wenn Menschen oder Berufsgruppen in der Öffentlichkeit praktisch „vorgeführt“ werden.
Das ist bemerkenswert. Über Jahre galt das Verfahren der Programmbeschwerde vielen als zahnlos. 2023 zeigte: Wenn ein Gremium erkennt, dass eine Redaktion Grenzen überschreitet, kann es handeln – und es tut es auch.
Warum das für die aktuelle Anti-Heilpraktiker-Sendung von Böhmermann wichtig ist
Auch die Böhmermann-Sendung vom 19. Dezember arbeitet mit Bildern, die hängen bleiben sollen. Heilpraktiker werden nicht diskutiert, sondern verleumdet. Das ist mehr als Satire. Es prägt politische Entscheidungen, Medienberichte und Debatten in Gremien.
Genau deshalb ist die Programmbeschwerde kein Nebenschauplatz. Sie ist das einzige offizielle Instrument, mit dem Zuschauer sagen können: „So kann man mit Fakten, Menschen und Berufsgruppen nicht umgehen.“
Ob der Fernsehrat am Ende einen klaren Verstoß feststellt, ist noch offen. Doch der Fall 2023 macht Hoffnung.
Aber eines steht fest: Je mehr fundierte Beschwerden eingehen, desto schwieriger wird es, die Kritik einfach wegzuwischen. Jede Beschwerde ist dokumentiert, jede landet in den Akten – und jede zwingt das ZDF, sich mit der Kritik auseinanderzusetzen.
Jetzt ist der Moment
Wer glaubt, dass diese Darstellung von Heilpraktikern unfair ist, sollte das jetzt nicht nur denken – sondern formell mitteilen. Genau dafür ist das Verfahren da.
Hier erkläre ich den Ablauf und stelle einen Mustertext bereit:
Das ist keine Empörungsaktion.
Es ist ein sachlicher, legaler und wirksamer Weg, Verantwortung einzufordern.
Und der Fall 2023 zeigt: Manchmal verändert genau das eine ganze Sendung. Notwendig sind tausende Programmbeschwerden, sachlich und fundiert, aber deutlich.
Dieser Artikel ist ein Teil der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie.
Der Homoeopathiewatchblog arbeitet dafür mit seinen Lesern
aus der Homöopathie-Gemeinschaft zusammen.
Wir wollen zusammen die Sichtbarkeit der Homöopathie und
seiner Patienten, Heilpraktiker, Ärzte und Wissenschaftler verbessern.
Und wir wollen ein Auge auf die Homöopathie-Gegner haben.
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Über Weihnachten und Neujahr war vieles ruhig. Praxen waren zu, Familienzeit stand im Vordergrund. Viele Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker haben die „Böhmermann“-Sendung vom 19. Dezember erst jetzt gesehen. Und viele schreiben mir: „Warum liest man darüber fast nur im Homoeopathiewatchblog und Heilpraktiker-Newsblog? Heißt das, dass Böhmermann unwichtig ist? Was passiert jetzt?“
Die Böhmermann-Sendung war kein Beitrag zur Aufklärung. Sie war ein Frontalangriff gegen den Heilpraktiker-Beruf. Mit Unterstellungen, die ein Berufsbild zerstören sollen, statt sachlich zu diskutieren. Wer Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker pauschal als Risiko darstellt, greift nicht nur eine Berufsgruppe an, sondern auch die Patienten, die sich bewusst für diese Form der Behandlung entscheiden.
Doch es gibt eine Möglichkeit, sich zu wehren.
Der ZDF-Fernsehrat als formelle Beschwerdestelle für Sendungskritik tagt am 13. März wieder (Link Tagesordnungen). Dort liegt die einzige realistische Chance, dass diese Böhmermanns-Sendung noch einmal kritisch geprüft wird. Und ja: Der Fernsehrat kann den Intendanten auffordern, die Sendung aus der Mediathek zu entfernen oder zumindest klar einzuordnen. Vorbild: Im Jahr 2023 hat eine Welle von vielen Programmbeschwerden dazu geführt, dass das ZDF einen Böhmermann-Beitrag gelöscht hat (Link).
Aber das passiert nur, wenn eines passiert:
Der Fernsehrat muss spüren, dass hier ein massives Problem wahrgenommen wird. Es liegt an jedem Heilpraktiker (jedem der 50.000 in Deutschland) und an jedem seiner Verbände, dass der Fernsehrat das wahrnimmt.
Tausende Programmbeschwerden sind dafür nötig. Nicht fünfzig. Nicht hundert. Sondern viele tausend. Weiter unten finden Sie einen Link zu einem Musterbrief. Und für Heilpraktiker-Verbände einen Newsletter-Text, um ihre Mitglieder anzuschreiben und ihre Mitglieder zur Programmbeschwerde anzuregen.
📩 Programmbeschwerde jetzt einreichen
Der ZDF-Fernsehrat berät am 13. März.
Damit die Böhmermann-Sendung vom 19. Dezember als Angriff auf die Heilpraktiker noch einmal kritisch geprüft wird,
braucht es viele Rückmeldungen – jede einzelne zählt.
Bitte teilen Sie den Link mit Kolleginnen, Kollegen und Patienten.
Mehr Stimmen bedeuten mehr Aufmerksamkeit.
Hier eine Analyse der Bedeutung der Böhmermann-Sendung:
Böhmermann 2019 gegen Homöopathie
Wer die Kampagne gegen Homöopathie seit Jahren verfolgt, erkennt sofort Parallelen. Das Muster ist gleich – nur die Zielscheibe hat sich verschoben.
2019 hat Böhmermann die Homöopathie zum Thema gemacht, in seiner Sendung „Böhmermann zerstört die Homöopathie“. Danach hat die Anti-Homöopathie-Lobby Medien, Talkshows und Kommentare so geprägt, dass fast nur noch negativ über Globuli berichtet wurde. Damit wurde die öffentliche Meinung Schritt für Schritt verschoben.
In der Folge kamen die ersten konkreten Verluste: die Abschaffung der Zusatzbezeichnung für Ärzte. Ab 2024 erreichte das Thema dann die Bundespolitik. Plötzlich standen Erstattung, Richtlinien und sogar der Arzneimittelstatus zur Disposition.
Böhmermann 2025 gegen Heilpraktiker
Heute erkenne ich als Gesundheitsjournalist (der Kampagnen analysiert) wieder genau denselben Einstieg bei der Sendung vom 19.12. – nur diesmal beim Heilpraktiker-Beruf.
Eine große, unsachliche, nur emotional erzählte Fernsehsendung am 19.12.2025 gegen Heilpraktiker mit viel Schmähkritik. Danach mediale Zuspitzung. Danach könnte politischer Druck folgen, wie bei der Homöopathie. Wenn niemand widerspricht, wird daraus „der Beweis“, dass der Beruf ein Problem sei.
Böhmermann war 2019 der Startschuss, dass Homöopathie im Jahr 2026 als Arzneimittel und bei den Kassen realistisch verboten werden kann (die Mehrheiten sind durch das Umschwenken der CDU über Weihnachten da).
Und so ist Böhmermann 2025 der Startschuss einer großen Kampagne der Anti-Heilpraktiker-Lobby – erst in den Medien, dann in der Politik. Da hilft auch das schönste Empirische Gutachten nur etwas, wenn die Heilpraktikerschaft kommuniziert. Sonst überlagern geschürte Emotionen der Heilpraktiker-Gegner die Argumente der Heilpraktiker.
Ich habe bereits erklärt, warum der Fernsehrat jetzt gefragt ist – und ein Muster für eine Programmbeschwerde vorbereitet:
Viele Leser haben schon geschrieben. Aber es reicht noch nicht.
Warum das JETZT wichtig ist
Die politische Stimmung hat sich zuletzt deutlich gegen Heilpraktiker und komplementäre Therapien verschoben. Wenn solche Fernsehsendungen unwidersprochen bleiben, werden sie später in Debatten als „Belege“ benutzt. Dann heißt es: „Selbst das ZDF hat gezeigt, wie gefährlich Heilpraktiker sind.“
Das ist der Punkt, an dem man nicht mehr nur still den Kopf schütteln darf.
Was Sie konkret tun können
Lesen Sie die Hintergründe und das Muster.
Formulieren Sie Ihre eigene, persönliche Programmbeschwerde oder übernehmen Sie den Mustertext. Wichtig: Ihr Text muss das Wort „Programmbeschwerde“ aus formalen Gründen enthalten.
Senden Sie sie an den ZDF-Fernsehrat.
Bitten Sie Kolleginnen, Kollegen, Patienten und Bekannte, es ebenfalls zu tun.
Es geht nicht darum, „Lärm zu machen“. Es geht darum, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender fair bleiben muss. Kritik darf sein. Diffamierung nicht.
Und noch etwas:
Es wäre klug, wenn auch Heilpraktiker-Verbände dieses Thema jetzt aktiv aufgreifen und ihre Mitglieder informieren. Schweigen wird sonst als Zustimmung gelesen. Wer Verantwortung für einen Berufsstand trägt, sollte seine Mitglieder in solchen Momenten unterstützen.
Der 13. März mit der Sitzung des ZDF-Fernsehrats ist nicht weit.
Die Zeit läuft. Und jede einzelne Beschwerde zählt.
📩 Programmbeschwerde jetzt einreichen
Der ZDF-Fernsehrat berät am 13. März.
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braucht es viele Rückmeldungen – jede einzelne zählt.
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Warum Anwälte (noch) falsch am Platz sind
Einzelne Heilpraktiker-Verbände nutzen gern einen Anwalt als Multitool und als Ersatz für Pressearbeit. Doch Achtung: Sollte ein Anwalt aktuell gegen die Böhmermann-Sendung klagen, setzt der ZDF-Fernsehrat das Beschwerdeprogramm sofort aus wegen der Klage. Das gab es im letzten Jahr bereits. D.h. die vielen Programmbeschwerden von Heilpraktikern, Patienten und Ärzten wären völlig sinnlos, auch wenn es sehr viele sind. Eine juristische Klage würde erst Sinn machen, wenn das Programmbeschwerdeprogramm des ZDF-Fernsehrats zur Böhmermann-Sendung abgeschlossen ist. Genaues wissen wir nach der nächsten Sitzung des ZDF-Fernsehrats am 13. März.
Hier ein Vorschlag für Verbände, um ihre Mitglieder zu aktivieren:
Newsletter-Text für einen Heilpraktiker-Verband
Betreff-Vorschlag:
Programmbeschwerde zum ZDF-Beitrag – Ihre Stimme ist wichtig
Newsletter-Text:
Liebe Mitglieder,
viele von Ihnen haben uns auf die ZDF-Sendung vom 19. Dezember angesprochen. Die Darstellung unseres Berufsstandes hat viele irritiert, einige auch persönlich getroffen. Wir verstehen das sehr gut.
Der ZDF-Fernsehrat wird dieses Thema am 13. März noch einmal beraten. Dort besteht die Möglichkeit, kritisch zu prüfen, ob die Berichterstattung ausgewogen war und welchen Eindruck sie in der Öffentlichkeit erzeugt.
Eine wirksame Möglichkeit, darauf aufmerksam zu machen, ist die Programmbeschwerde. Sie ist ausdrücklich vorgesehen und ein legitimes Mittel, wenn Berichterstattung als unfair oder verzerrend erlebt wird.
Wir möchten Sie ermutigen, von diesem Recht Gebrauch zu machen – sachlich, ruhig und persönlich formuliert. Ein hilfreiches Muster finden Sie hier:
Je mehr Rückmeldungen der Fernsehrat erhält, desto besser kann er einschätzen, welche Wirkung diese Sendung auf die Betroffenen hatte.
Danke, dass Sie sich engagiert, respektvoll und konstruktiv einbringen. Das ist wichtig für unseren Beruf und für eine faire öffentliche Diskussion.
Herzliche Grüße Ihr Verband
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Aktiv für die Homöopathie seit 2018 mit dem Homoeopathiewatchblog.de – Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie
Es gibt Momente, in denen man sich fragt, ob Politik und Wirklichkeit noch etwas miteinander zu tun haben. Während in Deutschland spürbar Sand im Getriebe steckt, liefern sich Parteien hitzige Debatten über Homöopathie. Als ginge es um den Kern unserer Sicherheits-, Finanz- oder Sozialpolitik.
Professor Thomas Jäger brachte es heute mit Blick auf den tagelangen Stromausfall in der Hauptstadt in einem Satz auf den Punkt: „In Berlin wird gerade dokumentiert, wie wenig Deutschland auf ernsthafte Gefährdungen vorbereitet ist.“
Wo es wirklich brennt
Man muss nicht lange suchen, um Beispiele zu finden. In Berlin fällt nach einem Anschlag seit Tagen der Strom großflächig aus: Durch einen Brand an einer Kabelbrücke sind seit Tagen und voraussichtlich noch für mehrere Tage Zehntausende Haushalte und Tausende Betriebe ohne Elektrizität – mitten im Winter, bei Schnee und frostigen Temperaturen. Teilweise lebten Menschen mehrere Tage ohne Strom, Heizung und Internet, weil die Reparatur der beschädigten Hochspannungskabel Tage dauern kann. Turnhallen öffnen Notunterkünfte, Suppenküchen werden eingerichtet. Nachbarn helfen Nachbarn mit Wärmestuben. Pflegeheime, soziale Einrichtungen, kleine Betriebe – alle kämpften plötzlich ums Durchhalten. Die Realität in Berlin erinnern viele Senioren an Zeiten des Weltkrieges. Keine Heizung, nichts zu essen, dunkle Strassen, Polizei auf den Strassen gegen Einbrüche.
Der Ausfall in Berlin zeigt, wie dünn die Sicherheitsnetze sind. Wenn Grundversorgung wackelt, wird es schnell existenziell. Was macht die Politik?
Und es ist kein Einzelfall: Anschläge und Sabotageakte auf Bahn- und Energieinfrastruktur haben zuletzt gezeigt, wie verwundbar Deutschland geworden ist. Versorgung und Mobilität geraten schon bei relativ kleinen Störungen ins Schleudern. Was macht die Politik?
Parallel kollabiert unser Gesundheitssystem Stück für Stück. Pflegeheime sperren Betten, weil Personal fehlt. Pflegekräfte sind am Ende ihrer Kräfte. Versicherte zahlen immer mehr und stehen gleichzeitig vor überfüllten Notaufnahmen und langen Wartezeiten. Es sind nicht nur Einzelfälle. Es ist das Bild eines Systems am Anschlag. Was macht die Politik?
Das alles passiert gleichzeitig. Und es ist real.
Eine ehrliche Feststellung – und verrutschte Prioritäten
Vor diesem Hintergrund wirkt eine Aussage des Politiker und ehemaligen Parteivorsitzenden Omid Nouripour bemerkenswert ehrlich. Er sagte der FAZ: „Die Welt da draußen brennt, die Ukraine kämpft ums Überleben, die Regierung kriselt, der Klimawandel schlägt durch – darauf wollen die Menschen unsere Antworten wissen und doch nicht, wie wir zur Homöopathie stehen.“
Man spürt: Da meldet sich jemand, der ahnt, dass die Prioritäten verrutschen.
„Wag the Dog“ – und warum das so gut passt
Viele kennen den amerikanischen Spielfilm Wag the Dog von 1997 mit Robert De Niro und Dustin Hoffmann vielleicht noch nicht (Link zum Film). Die Handlung ist schnell erzählt: Eine Regierung steckt in Schwierigkeiten, hat keine Lösungen für echte Probleme – und inszeniert deshalb als PR-Event einen künstlichen Krieg, um die Öffentlichkeit abzulenken und Stärke vorzutäuschen. Die Schlagzeilen des Scheinkrieges sollen die Realität überdecken.
Überträgt man dieses Muster nach Deutschland, wirkt es erschreckend vertraut. CDU, Grüne, SPD und Linke ringen sichtbar mit großen Problemen: Energie, Sicherheit, Migration, Pflege, Finanzen. Statt diese Baustellen konsequent anzugehen, wird ein vermeintlich „einfaches“ Thema hochgezogen. Plötzlich entsteht ein politischer „Krieg“ gegen Homöopathie.
Genau wie im Film:
Nicht das echte Problem steht im Mittelpunkt, sondern eine inszenierte Auseinandersetzung, die Stärke signalisieren soll – ohne die wirklichen Krisen lösen zu müssen.
Was macht die Politik? Globuli bekämpfen, „Wag the Dog“ Teil 2 inszenieren
Homöopathie, das bequeme Feindbild
Wenn es knirscht, wenn Vertrauen bröckelt, wenn Antworten fehlen, suchen sich Parteien ein symbolisches Thema. Eines, bei dem man Haltung zeigen kann, das moralische Punkte bringt und Schlagzeilen garantiert. Und Homöopathie wird genau dazu gemacht. Nicht als medizinische Frage. Sondern als Projektionsfläche.
Dabei wird ausgeblendet: Patienten mit guten Erfahrungen. Ärzte und Heilpraktiker, die verantwortungsvoll arbeiten. Hersteller, die streng regulierte Arzneimittel produzieren. Und eine Bevölkerung, die sich eine respektvolle Therapiedebatte wünscht – statt eines Stellvertreterkrieges.
Die offenen Flanken bleiben offen
Währenddessen bleibt das, was brennt, ungelöst: ein überlastetes Gesundheitssystem. Pflegekräfte steigen aus. Kliniken verschieben Investitionen. Regionen verlieren Versorgung. Patienten fühlen sich allein gelassen. Dazu Unsicherheit bei Energie, Infrastruktur und Digitalisierung. Jeder Ausfall zeigt, wie fragil vieles geworden ist.
Das eigentliche Problem ist also nicht Homöopathie. Es ist der politische Reflex, ein Nebenfeld zur Hauptarena zu erklären. Ein „Wag the Dog“-Moment: Man zeigt auf Globuli – damit niemand zu genau hinschaut, warum Reformen stocken und Verantwortung vertagt wird.
Für die Homöopathie wird es gefährlich
Für die Homöopathie-Gemeinschaft ist das mehr als ärgerlich. Es ist gefährlich. Wer still bleibt, wird schnell zum leichten Ziel. Sich wehren heißt nicht: laut werden. Es heißt: sichtbar sein. Fakten zeigen. Patienten zu Wort kommen lassen. Forschung erklären. Ärztliche und heilpraktische Erfahrung einordnen. Homöopathie ist kein politisches Spielzeug, sondern gelebte Therapiewirklichkeit.
Respekt statt Kulisse
Es geht um Fairness. Um Respekt vor Lebensentscheidungen. Und um eine Debatte, die nicht künstlich großgezogen wird, nur um Schlagzeilen zu produzieren. Wenn Politik Vertrauen zurückgewinnen will, muss sie reale Herausforderungen lösen: Sicherheit, Versorgung, Pflege, Stabilität im Gesundheitswesen. Dort entscheidet sich Glaubwürdigkeit. Nicht in symbolischen Kämpfen gegen Globuli.
Raus aus der Unsichtbarkeit
Deshalb braucht es jetzt eine selbstbewusste Antwort der Homöopathie-Gemeinschaft. Raus aus der Ecke, raus aus der Defensive, raus aus der Unsichtbarkeit. Zeigen, wer man ist. Erklären, was man tut. Mitreden, wenn über Gesundheit gesprochen wird. Klar, sachlich, freundlich – und entschlossen. Sonst wird Homöopathie weiter zur „Wag the Dog“-Kulisse von CDU, Grünen, SPD und Linken. Und das wäre unfair – gegenüber Patienten, Therapeuten und allen, die seriös arbeiten.
Zeit, den Vorhang zu lüften. Zeit für mehr Mut.
Zeit für mehr Sichtbarkeit für die Homöopathie.
Zeit für die Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie (Link) statt Unsichtbarkeit. Hier können Sie die Details lesen.
Zum Jahresende lohnt sich ein Blick zurück – und ein mutiger Blick nach vorn.
2025 war für die Homöopathie ein schwieriges Jahr: politischer Druck, mediale Kampagnen, immer neue Debatten ausgelöst von der Anti-Homöopathie-Lobby. Vieles davon habe ich im großen Homoeopathiewatchblog-Jahresrückblick zusammengefasst (Link).
Gerade nach einem solchen Jahr ist es wichtig, mutig zu denken.
Nicht nur zu reagieren, sondern eingefahrene Wege zu hinterfragen:
Welche Strategien haben der Homöopathie-Gemeinschaft wirklich geholfen? Und welche haben uns eher leiser gemacht, obwohl wir mehr gehört werden müssten? War die jahrelange Unsichtbarkeit, war Vogel Strauß, war der Begriff Integrative Medizin der beste Weg? Meine Analyse als Journalist zeigt: Nein (siehe Analyse im Dossier, was konkret passiert, wenn Homöopathie ihren Arzneimittelstatus verliert).
Oder könnte mehr Sichtbarkeit, mehr Mut für die Homöopathie der bessere Weg sein?
Aus dieser folgenden Analyse ergibt sich für 2026 ein klarer Gedanke:
Wenn Homöopathie, ihre Patientinnen und Patienten, Heilpraktiker, Ärztinnen, Ärzte und Wissenschaftler ernsthaft wahrgenommen werden sollen, brauchen sie mehr Sichtbarkeit. Mehr Präsenz. Mehr Klarheit.
Die Strategie für das neue Jahr heißt deshalb: Homöopathie nicht verstecken, sondern selbstbewusst benennen.
Das Motto der Homöopathie-Gemeinschaft dazu: #rettedeinehomöopathie.
Kurzfassung des Artikels für Schnellleser:
Der Artikel zieht Bilanz nach einem schwierigen Jahr für die Homöopathie mit politischem Gegenwind und kritischer Berichterstattung. Er hinterfragt die bisherige Strategie, Homöopathie unter dem Sammelbegriff „Integrative Medizin“ mitlaufen zu lassen. Dieser Begriff stammt aus der schulmedizinischen Debatte und wurde nicht von Homöopathen geprägt. Durch ihn verschwinde Homöopathie sprachlich zunehmend aus der Öffentlichkeit, obwohl sie von vielen Menschen genutzt wird. In Institutionen werde sie seltener klar benannt, oft nur noch als Teil eines großen Pakets. Der Begriff habe kaum strukturelle Vorteile gebracht. Lehrstühle, feste Curricula und klare Verantwortlichkeiten blieben selten. Der Artikel betont, dass Sprache Wahrnehmung formt: Was keinen Namen mehr hat, wird übersehen. Kurz: Unsichtbarkeit sei eine gescheiterte Strategie.
Wer „Integrative Medizin“ sagt, meint zu oft: Homöopathie bitte leise bleiben und verstecken: Ihre Meinung ist gefragt
Heute möchte ich mit Ihnen einen Begriff diskutieren: „Integrative Medizin“ statt „Homöopathie“. Mich interessiert Ihre Meinung zum Thema: Was hat es der Homöopathie aus Ihrer Sicht gebracht, dass sie nun Integrative Medizin heißen soll? Gern können Sie dafür die Kommentarzeile unter diesem Artikel nutzen.
Integrative Medizin: Ein Begriff setzt sich durch – und hat Nebenwirkungen
In meiner Arbeit als Journalist und PR-Berater habe ich gelernt: Wer Begriffe prägt, prägt oft auch die Wahrnehmung. Begriffe ordnen ein, machen sichtbar, schaffen Struktur. Deshalb habe ich bewusst Formulierungen wie Anti-Homöopathie-Lobby oder Anti-Homöopathie-Kampagne oder das TV-Gesicht der Skeptiker eingeführt. Auch Homöopathie-Gemeinschaft beschreibt, dass hier mehr als einzelne Praxen oder Führungskräfte von Organisationen agieren, sondern eine breitere Gemeinschaft. Daher folgt hier ein Blick auf den Begriff „Integrative Medizin“, mit dem Führungskräfte der Branche immer häufiger den Begriff Homöopathie ersetzen wollen.
Anders als oft angenommen, wurde der Begriff Integrative Medizin nicht aus der Homöopathie heraus geprägt. Wegbereiter war der US-Mediziner Andrew T. Weil, ein klassisch ausgebildeter Internist. Er gründete 1994 an der University of Arizona das Arizona Center for Integrative Medicine. Sein Konzept: eine „healing-oriented medicine“, die komplementäre Verfahren systematisch mit der Schulmedizin verbindet. Der Begriff entstand also aus dem schulmedizinischen Diskurs – als Sammelbegriff, nicht als Selbstbeschreibung der Homöopathie.
In den 1990er-Jahren setzte sich „Integrative Medizin“ international zunehmend durch. Die Idee klingt versöhnlich: Zusammenarbeit statt Gegensätze. Doch im deutschen Diskurs hatte das eine Nebenwirkung. Homöopathie taucht seltener als eigenständiger Begriff auf und verschwindet unter dem Dach „Integrative Medizin“. So heimlich und versteckt, dass die Berufszeichnung eines bekannten Grundlagenforschers der Homöopathie bei einer anthroposophisch geprägten Klinik heißt: „Lehrstuhl für …, Integrative und Anthroposophische Medizin“. Das heißt: Selbst die Anthroposophie will die Schwester Homöopathie am liebsten nicht benennen, sondern verstecken – und nutzt dafür den Begriff „Integrative Medizin“.
Gleichzeitig zeigt eine Allensbach-Umfrage von 2023: 60 Prozent der Bevölkerung haben bereits homöopathische Mittel genutzt. Die Methode ist also präsent – nur nicht mehr im Vokabular der Institutionen. Das führt zur Kernfrage: Hilft „Integrative Medizin“ der Homöopathie wirklich, oder löst sie ihr Profil auf?
Die zwiespältige Bilanz: Unsichtbarkeit hat einen Preis
Integrative Programme entstehen, werden wissenschaftlich begleitet, politisch diskutiert. Strukturelle Fortschritte speziell für die Homöopathie bleiben dennoch selten. Eigene Lehrstühle, verbindliche Curricula, klare Positionen sind die Ausnahme. Vieles bleibt Randnotiz.
Sprache schafft Realität. Was nicht mehr beim Namen genannt wird, verschwindet aus Wahrnehmung und Debatte. Gleichzeitig weiß die Bevölkerung genau, wofür sie Homöopathie nutzt. Diese Diskrepanz ist bemerkenswert.
Vogel Strauß – oder mehr Sichtbarkeit?
In den letzten Jahren haben sich zwei Strategien abgezeichnet. Die erste lässt sich als „Vogel-Strauß-Variante“ beschreiben: möglichst unauffällig bleiben, Konflikte vermeiden, sich unter „Integrative Medizin“ einordnen. Die Hoffnung: Man läuft mit. Diese Strategie hatte Zeit, sich zu beweisen. Doch das Ergebnis ist sichtbar: Politisch formiert sich eine Mehrheit gegen die Homöopathie, in Leitmedien erscheint sie überwiegend kritisch, und sie wird selten aktiv vertreten.
Konkrete strukturelle Durchbrüche für die Homöopathie als eigenständige Disziplin sind hingegen rar. Universitäre Lehrstühle oder umfassende Curricula, in denen Homöopathie klar benannt und systematisch vermittelt wird, bleiben die Ausnahme. Viele Programme behandeln homöopathische Inhalte nur als Teil eines größeren Fächerkanons. Die Folge: Homöopathie wird eher als Randphänomen denn als klar definierte Option wahrgenommen.
Unsichtbarkeit ist keine Strategie!
Sprache prägt Sichtbarkeit. Was nicht beim Namen genannt wird, wird unsichtbar – in Öffentlichkeit und Fachwelt. Gleichzeitig zeigen Umfragen: Die Bevölkerung unterscheidet sehr wohl zwischen verschiedenen Formen der komplementären Medizin und kennt die konkrete Anwendung homöopathischer Mittel.
Dass Homöopathie als „Teil der Integrativen Medizin“ beschrieben wird, mag taktisch bequem erscheinen. Auf Dauer verwischt der Sammelbegriff aber Identität, Geschichte und Profil. Und wer sein Profil nicht klar benennt, läuft Gefahr, am Ende nicht mehr mitzuspielen. Ich kenne keinen Heilpraktiker oder Arzt für Homöopathie, der zu seinem Patienten statt Homöopathie sagt: Diese integrative Medizin wird Ihnen helfen.
Integrative Medizin ist vor allem ein Begriff der Führungskräfte der Branche und nicht der gelebten Praxis von Heilpraktikern, Ärzten und Patienten. Es ist ein Begriff von denen da oben und nicht von uns hier unten.
Mein deutliches Fazit aus der Sicht eine Journalisten und PR-Beraters: Die Vogel-Strauß-Strategie des Abtauchens in Verbindung mit dem Vogel-Strauß-Etikett Integrative Medizin hat der Homöopathie nur Nachteile gebracht. Wenn eine Strategie und ein Kurs wie Vogel-Strauß nicht funktioniert, sollte man die Richtung und Segel des Schiffs mit neuen Zielen und einer neuen Strategie ändern.
Zeit für mehr Mut: #rettedeinehomöopathie
Die zweite Strategie setzt auf Präsenz. Fragen stellen. Einordnen. Widersprüche aufzeigen. Und den Begriff Homöopathie bewusst verwenden. Sichtbarkeit bedeutet, mitreden zu können. Beide Wege hatten ihre Chance. Still und integrativ haben die Situation nicht verbessert. Darum ist es konsequent, jetzt mehr Klarheit zu wagen.
2026: Klar benennen, statt sich zu verstecken.
Denn: Wer sich versteckt, wird irgendwann irrelevant
Es ist Zeit, den eigenen Namen zu verwenden. Homöopathie braucht keine Tarnetiketten. Sie braucht einen fairen Platz in der Debatte – und der beginnt mit ehrlicher Benennung.
Es ist an der Zeit, den eigenen Namen wieder selbstbewusst zu verwenden. Homöopathie hat eine breite Nutzerbasis und eine lebendige Praxis. Statt sich sprachlich zu verstecken, sollte sie klar sagen, wofür sie steht, was sie leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.
Auch deshalb starte ich 2026 gemeinsam mit den Leserinnen und Lesern des Watchblog selbstbewusst die Kampagne für die Homöopathie:
— und eben nicht eine Kampagne, die Homöopathie sprachlich in „Integrative Medizin“ auflöst.Daher heißt die Kampagne auch nicht #rettedeineintegrativemedizin . Sichtbarkeit entsteht nicht durch Verallgemeinerung, sondern durch klare Haltung, offene Diskussion und die Bereitschaft, konkret benannt zu werden.
Mich interessiert Ihre Meinung zum Thema: Was hat es der Homöopathie aus Ihrer Sicht gebracht, dass sie nun Integrative Medizin heißen soll?
Zum Jahresende 2025 gab es den größten öffentlichen Angriff auf Heilpraktiker seit langem: die Böhmermann-Sendung am 19. Dezember. Wer davon nur am Rand etwas mitbekommen hat, muss verstehen, warum das so gravierend war, warum es nicht bei einem Ärgernis bleibt und warum die formellen Wege über Programmbeschwerden jetzt entscheidend sind.
Der Böhmermann-Moment: Warum das für Heilpraktiker so einschneidend war
Viele Heilpraktiker kennen das Muster: Es gibt Zeiten, da läuft die Praxis ruhig, Patientinnen und Patienten kommen, man arbeitet, erklärt, begleitet, behandelt. Und dann gibt es Momente, da kippt der Ton von außen. Plötzlich zeigt jemand in der Öffentlichkeit mit dem Finger. Plötzlich klingt es, als sei ein ganzer Berufsstand ein Problem, nicht einzelne Fehler, nicht einzelne Methoden, sondern das Ganze.
Genau so wirken große reichweitenstarke Formate, wenn sie nicht einordnen, sondern inszenieren. Die Sendung am 19.12. war aus Sicht vieler Heilpraktiker kein Beitrag, der zur Aufklärung einlädt, sondern einer, der ein Urteil transportiert. Das ist der Punkt: Wenn eine Sendung nicht fragt, sondern festlegt, dann trifft sie dich nicht auf der Ebene von Argumenten, sondern auf der Ebene von Vertrauen.
Und Vertrauen ist der Kern jeder Praxis. Nicht als gefühlige Floskel, sondern als praktische Voraussetzung dafür, dass Menschen offen sprechen, sich einlassen, Empfehlungen annehmen, dranbleiben. Wenn eine Fernsehsendung Heilpraktiker in eine Ecke stellt, betrifft das nicht nur das Image, sondern das Gespräch am nächsten Morgen. Das merkt man dann nicht in Pressespalten, sondern zwischen Tür und Angel, wenn Patientinnen plötzlich vorsichtig werden, wenn sie eine Formulierung aus Social Media zitieren, wenn sie dich nicht mehr als Person sehen, sondern als Teil einer Erzählung.
Deshalb ist es so wichtig, dass Heilpraktiker, die „noch nicht im Thema“ sind, nicht denken: „Das ist halt wieder so ein Medienkram.“ Nein. Das ist Berufsrealität. Und es ist politisch relevant, weil solche Sendungen Debattenräume verschieben. Sie setzen Begriffe, Bilder, Hashtags. Sie sind oft der Ausgangspunkt dafür, dass andere Akteure aufspringen: Standesvertreter, Parteistrukturen, reichweitenstarke Gesundheitsmedien.
Warum Programmbeschwerden nicht „Meckern“ sind, sondern ein demokratischer Hebel
Viele scheuen das Wort „Programmbeschwerde“, weil es nach Bürokratie klingt. Aber genau hier liegt die Chance: Eine Programmbeschwerde an den ZDF-Fernsehrat (Hier lesen Sie, wie es geht, und erhalten einen Mustertext) ist nicht ein Kommentar im Netz. Sie ist der formelle Weg, mit dem Zuschauer das Programm eines öffentlich-rechtlichen Senders prüfen lassen können. Das ist keine Nebensache, sondern Teil der Kontrolle, die bei öffentlich-rechtlichen Anstalten ausdrücklich vorgesehen ist.
Das Entscheidende ist: Programmbeschwerden zielen nicht auf „Ich fand’s doof“, sondern auf nachvollziehbare Punkte. Auf Standards. Auf journalistische Sorgfalt. Auf die Frage, ob verzerrt, pauschalisiert, irreführend gearbeitet wurde. Und ganz wichtig, gerade nach dem 19.12.: Nicht nur die Ausstrahlung zählt, sondern die weitere Verbreitung. Wenn Inhalte in der Mediathek stehen, laufen sie weiter. Sie werden geteilt, zitiert, aus dem Kontext gezogen. Damit wird aus einer Sendung ein dauerhafter Angriff.
Genau deshalb hat der Watchblog nach der Verschiebung auf den 19.12. den Fokus konsequent auf den nächsten Schritt gelegt: Programmbeschwerden an den ZDF-Fernsehrat, mit dem Ziel, die Sendung prüfen zu lassen und im Ergebnis auch die Frage zu stellen, ob sie in dieser Form weiter in der Mediathek verbreitet werden darf.
Wer das unterschätzt, übersieht die Logik moderner Kampagnen: Früher war ein Fernsehbeitrag ein Abend. Heute ist er ein Paket, das Wochen oder Monate herumgereicht wird. Die Mediathek ist der Multiplikator. Und genau deshalb ist der ZDF-Fernsehrat hier nicht irgendein Gremium, sondern ein zentraler Punkt, wenn man öffentlich-rechtliche Verantwortung einfordert.
Was am Dezember 2025 neu war: die Erfahrung, dass Gegendruck wirkt
Es gab noch zeigt einen zweiten, fast noch wichtigeren Aspekt: 2025 war das Jahr, in dem erstmals sichtbar wurde, dass koordinierter, sachlicher Gegendruck Wirkung entfalten kann. Nicht als Empörungswelle, sondern als strukturierte Intervention.
Der Watchblog hat das nicht im Nachhinein behauptet, sondern in Echtzeit begleitet: Hinweise verdichteten sich, es wurde gewarnt, es gab Hilfestellung, und es wurden Programmbeschwerden formuliert. Das Ergebnis war, dass die ursprünglich erwartete Ausstrahlung am 12.12. nicht kam und auf den 19.12. verschoben zeigt.
Ob man das „Stoppen“ oder „Verschieben“ nennt, ist letztlich zweitrangig. Entscheidend ist der Lerneffekt: Öffentlichkeit und formelle Wege können Redaktionen unter Druck setzen, wenn sie merken, dass ein Thema nicht einfach durchläuft, sondern begründet angefochten wird. Das ist keine Garantie für „Sieg“. Aber es ist der Unterschied zwischen Ohnmacht und Handlungsfähigkeit.
Und genau hier liegt der Wert der Watchblog-Hilfe für Heilpraktiker: Viele können das nicht nebenbei leisten. Viele wissen nicht, wie so eine Beschwerde aufgebaut sein sollte. Viele haben im Praxisalltag keine Zeit, sich in Medienrecht und Gremienlogik einzuarbeiten. Der Watchblog übernimmt an dieser Stelle die Übersetzungsarbeit. Er bietet Einordnung, Muster, Struktur und einen Ton, der nicht ausrastet, sondern trägt.
Der Heilpraktiker-Newsblog 2025: eigene Schwerpunkte, die im Watchblog nicht im Mittelpunkt stehen
Der Watchblog ist das Gerüst für die große Homöopathie-Debatte. Der Heilpraktiker-Newsblog hat 2025 aber zusätzlich dort hingeschaut, wo Heilpraktiker als Berufsstand direkt betroffen sind, auch unabhängig von Homöopathie. Vier Punkte stechen heraus.
1) Felix Klein: Wenn ein Berufsstand moralisch markiert wird
Die Aktion und Gegenaktion rund um Aussagen des Antisemitismusbeauftragten Felix Klein waren ein Moment, in dem vielen Heilpraktikern klar wurde: Das ist nicht „nur Kritik“. Das ist moralische Markierung. Und moralische Markierung ist gefährlich, weil sie nicht mehr argumentiert, sondern etikettiert.
In solchen Fällen geht es nicht darum, jede einzelne Zuspitzung empört zurückzuweisen. Es geht darum, sauber zu trennen: Was ist belegte Kritik? Was ist pauschale Unterstellung? Was ist politisch motivierte Erzählung? Der Heilpraktiker-Newsblog hat 2025 genau diese Grenzarbeit gemacht. Nicht, um Streit zu suchen, sondern um nicht in einem diffusen Verdacht hängen zu bleiben.
2) Patientengeschichten mit dem FDH: Öffentlichkeit von unten, die man nicht ersetzen kann
Der Wiederstart der Patientengeschichten in Kooperation mit dem Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH) war 2025 einer der wichtigsten Bausteine überhaupt.
Warum? Weil politische und mediale Debatten Heilpraktiker fast immer über Dritte erzählen: über Funktionäre, über Gegner, über einzelne extreme Beispiele, über zugespitzte Narrative. Was fehlt, sind die Menschen, die tatsächlich in Behandlung sind und sagen können, warum sie diesen Weg gegangen sind, was ihnen geholfen hat, wie sie die Versorgung erleben.
Das ist keine wissenschaftliche Evidenz im engeren Sinn und soll es auch nicht sein. Aber es ist Versorgungsrealität. Und Versorgungsrealität hat in einer demokratischen Öffentlichkeit ein Recht auf Sichtbarkeit. Gerade in einem Jahr, in dem das Bild von Heilpraktikern medial verzerrt wurde, waren Patientengeschichten ein bewusster Gegenentwurf: leise, konkret, nachvollziehbar.
3) Pilsinger-Anfrage: ein echtes Korrektiv
Die Anfrage des Abgeordneten Stefan Pilsinger war im Vergleich zu Klein und dem Dezember-Medienangriff weniger emotional, aber politisch bedeutsam. Sie zeigt, dass man Debatten in formelle Räume ziehen kann. Dass öffentliche Aussagen Antwortpflicht erzeugen können. Dass Kritik an Heilpraktikern nicht nur als „Trend“ laufen muss, sondern überprüfbar wird.
4) 85 Jahre Heilpraktikergesetz: ein Realitätscheck
Das Jubiläum ist nicht „Feierstoff“. 2025 war es eher ein Spiegel: Der Beruf steht seit 85 Jahren im Gesetz, aber er steht nicht automatisch unter Schutz. Rechtliche Existenz ist nicht gesellschaftliche Akzeptanz. Und gesellschaftliche Akzeptanz ist nicht politische Sicherheit. Genau das hat 2025 gezeigt.
Warum beide Ebenen zusammengehören
Wenn Sie Heilpraktiker sind und Homöopathie nicht als Schwerpunkt haben, mag der Watchblog-Teil auf den ersten Blick wie ein Parallelthema wirken. Aber 2025 hat gezeigt: Diese Trennung ist in der Realität oft eine Illusion. Politische Kampagnen bündeln. Medien bündeln. Gegner bündeln. Es trifft den Beruf als Ganzes. Es geht den Gegnern nicht nur um die Homöopathie, es geht den Gegnern um die ganze Komplementärmedizin, das hat die Böhmermann-Sendung am 19.12. gezeigt.
Genau deshalb kommt jetzt der vollständige Watchblog-Rückblick 2025, unverändert (bis auf den Teil 9. Kooperationen, den ich aus Sicht der Heilpraktiker aktualisiert habe), als zweite Ebene dieses Jahresrückblicks. Er ist das große Bild. Der Heilpraktiker-Teil oben ist die berufliche Nahaufnahme.
Rückblick auf die Homöopathie, ihre Freunde und die Gegner im Jahr 2025 – Ein Jahr der Bewährungsprobe / 6 Seiten Analyse und Ausblick / Watchblog erstmals mit über 1 Million Seitenaufrufen pro Jahr
Analyse zur Lage der Homöopathie und zur Stärke der Homöopathie-Gemeinschaft
Dieser Rückblick entsteht nach einer Zuspitzung im Dezember, die vieles von dem bestätigt, was hier beschrieben wird.
Von Christian J. Becker, Redakteur Homoeopathiewatchblog
Zunächst ein persönlicher Dank. Ohne die Homöopathie-Gemeinschaft gäbe es diesen Ort, diesen Schutzraum für die Homöopathie, für die Heilpraktiker, für die Ärzte für Homöopathie, für die Patienten und weitere Homöopathie-Freunde, nicht.
Im Jahr 2025 hat der Homoeopathiewatchblog vom 1. Januar bis zum 21. Dezember insgesamt 1.009.724 Seitenaufrufe erreicht. Das entspricht der Online-Reichweite einer kleinen Tageszeitung – erzielt jedoch von einem unabhängigen Einzelblog zu einem hochspezialisierten Thema. Über eine Million dokumentierte Lesehandlungen zeigen, dass die Debatte um Homöopathie nicht randständig ist, sondern öffentlich, relevant und aufmerksam verfolgt wird. Der Watchblog hat damit erstmals seit der Gründung im Jahr 2018 über eine Million Seitenaufrufe pro Jahr. Diese Zahl steht nicht für Reichweite um ihrer selbst willen, sondern für Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit ist die Voraussetzung für politische Wirkung. Wie sich im Fall Böhmermann gezeigt hat, als die Leser des Watchblog die Ausstrahlung der Sendung am 12.12. stoppen und auf den 19.12. verschieben konnten, wie Jan Böhmermann auf Insta selbst angedeutet hat (siehe Details inkl. Screenshot weiter unten).
Der Homoeopathiewatchblog ist dabei mehr als eine reine Informationsseite. Er ist eine gemeinschaftlich getragene Plattform – eine Mischung aus journalistischem Watchblog und einer Aktionsplattform, einer Art „Greenpeace der Homöopathie“. Viele lesen, denken mit, geben Hinweise, schicken eine Programmbeschwerde ans ZDF ab, unterschreiben einen offenen Brief an den KBV-Chef, spenden symbolisch einen Kaffee. Ohne diese Gemeinschaft wäre diese Arbeit nicht möglich.
2025 hat gezeigt, dass die Homöopathie-Gemeinschaft aufmerksam, lernfähig und wirksam sein kann, wenn sie zusammensteht.
Ein entscheidender Fortschritt dieses Jahres liegt dabei weniger in einzelnen Erfolgen als in einer neu gewonnenen Haltung. Die Homöopathie-Gemeinschaft hat 2025 gezeigt, dass sie nicht mehr nur reagiert, sondern antizipiert. Dass sie nicht mehr ausschließlich verteidigt, sondern frühzeitig Öffentlichkeit herstellt. Und dass sie gelernt hat, zwischen Kritik und politisch-medialer Kampagnenlogik zu unterscheiden. Diese Fähigkeit wird 2026 mindestens so wichtig sein wie jede fachliche Debatte.
Dies ist der letzte Artikel für 2025 von mir – nach vielen, vielen Artikeln, Aktionen und Nachtschichten für die Homöopathie in diesem Jahr. Allein im November und Dezember waren es über 40 Artikel. Das entspricht der Textmenge fast einer halben Doktorarbeit. Insgesamt umfasst der Homoeopathiewatchblog jetzt 945 Artikel seit Bloggründung im September 2018.
Der Watchblog geht nun journalistisch in eine Weihnachtspause und meldet sich Anfang 2026 wieder – mit dem gewohnten Engagement, mit der gewohnten Schnelligkeit, mit der gewohnten Sachlichkeit, mit der gewohnten journalistischen Kompetenz – und dem gewohnten Engagement für die Homöopathie, ihre Patienten und Therapeuten. In der Pausenzeit werden Kommentare jedoch weiterhin geprüft und freigeschaltet, damit Sie Ihre Meinungen und Einschätzungen auch in der Weihnachtszeit weitergeben und andere sie lesen können.
Ich bedanke mich für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung – und wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und ein gutes und gesundes Jahr 2026.
Ihr Christian J. Becker
Redakteur Homoeopathiewatchchblog.de – Haltung, Fakten und Öffentlichkeit für die Homöopathie
PS: Vielleicht haben Sie aus einem Weihnachtspaket noch ein wenig Kaffee übrig, den Sie dem Watchblog als kraftvolle Stimme für die Homöopathie spendieren möchten. Hier geht es zur Kaffee-Spendierseite: https://wp.me/PagN8d-2Ot. Denn: Aus vielen Kaffees entsteht eine große gemeinschaftliche Kraft für die Homöopathie. Vielen Dank.
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Vielen Dank für Ihren Rückhalt.
Ihr
Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger
Aktiv für die Homöopathie seit 2018
mit dem
Homoeopathiewatchblog.de – Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie
Mich interessiert natürlich auch Ihre Meinung und Einschätzung. Sie können diese gern als Kommentar unter diesem Artikel veröffentlichen (auch zwischen Weihnachten und Neujahr):
Was lief aus Ihrer Sicht gut mit Blick auf die Homöopathie-Gemeinschaft 2025?
Was könnte die Homöopathie-Gemeinschaft in 2026 besser oder anders machen? Mit welchen Strategien (z.B. Sichtbarkeit von Studien verbessern, Frühwarnsystem Medien und Politik) und Maßnahmen könnte die Gemeinschaft besser werden, die Sie empfehlen/vorschlagen?
Inhaltsübersicht über die folgenden sechs Seiten
1. Einordnung 2025: Warum dieses Jahr für die Homöopathie-Gemeinschaft wichtig war
2. Das Grundmuster 2025: Aktivere Gegner, strukturiertere Homöopathie-Gemeinschaft
3. SPD-Parteitag: Ein frühes Warnsignal, kein Endpunkt
4. Grünen-Parteitag: Politische Niederlage und notwendige Klärung
5. Medien 2025: Früher Gegendruck als Lernmoment
6. Gassen, KBV und Standespolitik: Öffentliche Gegenrede statt Empörung
7. Vom Einzelereignis zum Muster: Politik und Medien zusammendenken
8. Die Gegenseite verstehen: Analyse der Homöopathie-Gegner seit 2018
9. Kooperationen 2025: Leise Zusammenarbeit mit Wirkung
10. Der Watchblog und die Homöopathie-Gemeinschaft: Warum 2025 kein Zufall war
Einordnung 2025: Warum dieses Jahr für die Homöopathie wichtig war
Dies ist meine Analyse des Jahres 2025 für die Homöopathie, aus der Sicht eines Journalisten und Aktivisten für die Homöopathie. Sie richtet sich an die Homöopathie-Gemeinschaft insgesamt: an Ärztinnen und Ärzte, Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker, Wissenschaftler, Patientinnen und Patienten und weitere Homöopathie-Freunde sowie an alle, die sich für Therapiefreiheit, Versorgungssicherheit und eine faire öffentliche Debatte interessieren. Es ist sowohl ein persönlicher Rückblick als auch der Versuch, als Journalist ein Jahr einzuordnen, das für die Homöopathie mehr war als eine Abfolge einzelner Kontroversen.
2025 war kein ruhiges Jahr. Und es war auch kein zufälliges Jahr. Die Auseinandersetzungen um Homöopathie haben sich spürbar verdichtet. Angriffe der Homöopathie-Gegner wurden häufiger, klarer adressiert und professioneller vorbereitet als noch 2024. In Politik und Medien zeigte sich, dass Homöopathie-Gegner nicht mehr vereinzelt agieren, sondern strategisch. Vor und hinter den Kulissen. Mit Anträgen auf Parteitagen, mit zugespitzten öffentlichen Aussagen, mit medial vorbereiteten Erzählungen. Ein Beispiel ist, dass es mit dem „Grünen Netzwerk evidenzbasierte Politik“ eine organisierte Anti-Homöopathie-Gruppe innerhalb einer Partei, hier der Grünen, gibt.
Dabei wurde Homöopathie von Gegnern zunehmend zu etwas gemacht, das über die Therapie selbst hinausgeht. Sie wurde zum Symbol. Für Wissenschaftlichkeit oder deren Gegenteil. Für Modernität oder Rückständigkeit. Für politische Abgrenzung. Genau darin lag die eigentliche Herausforderung dieses Jahres. Denn wer zum Symbol wird, wird nicht mehr differenziert betrachtet. Und wer nicht differenziert betrachtet wird, hat es schwer, sachlich gehört zu werden.
Für die Homöopathie-Gemeinschaft war 2025 deshalb ein Prüfstein. Die entscheidende Frage lautete nicht, ob Kritik kommt, sondern wie damit umgegangen wird. Reagiert man empört, defensiv, vereinzelt – oder gelingt es, einen kühlen Kopf zu bewahren, Strukturen zu erkennen und gemeinsam handlungsfähig zu bleiben?
Rückblickend lässt sich sagen: 2025 war ein anstrengendes Jahr für die Homöopathie-Gemeinschaft. Ein Lernjahr. Ein Jahr, in dem sich gezeigt hat, dass reine Verteidigung nicht ausreicht und dass Organisation, Öffentlichkeit und Einordnung entscheidend werden.
Genau hier gewann der Homoeopathiewatchblog an Bedeutung – nicht als Meinungsmedium, sondern als Ort der Bündelung, Analyse und Orientierung. Dies sage ich nicht als Eigenlob, sondern nüchtern analysierend als Journalist.
Das Grundmuster 2025: Aktivere Gegner, strukturiertere Gemeinschaft
Der zentrale Unterschied zu 2024 lag nicht in einzelnen Ereignissen, sondern im Muster. 2025 wurde Homöopathie systematisch politisiert. Nicht punktuell und nicht zufällig, sondern entlang wiederkehrender Argumentationslinien. Kritik folgte ähnlichen moralischen Rahmungen, nutzte vergleichbare Begriffe und setzte auf bekannte Dramaturgien. Wissenschaft wurde dabei häufig nicht als offener Diskurs verstanden, sondern als moralischer Maßstab. Komplexe Versorgungsfragen wurden vereinfacht, rechtliche Rahmenbedingungen ausgeblendet, therapeutische Praxis auf Schlagworte reduziert.
Neu war nicht diese Kritik an sich. Neu war ihre Dichte und ihre politische Anschlussfähigkeit. Aussagen tauchten nicht nur in Feuilletons oder Blogs auf, sondern in Parteitagsanträgen, in Interviews von Standesvertretern, in reichweitenstarken Medienformaten. Homöopathie wurde dadurch zunehmend zu einem politischen Thema, nicht mehr nur zu einem medizinischen Streitpunkt.
Demgegenüber zeigte sich auf Seiten der Homöopathie-Gemeinschaft eine langsame, aber spürbare Veränderung. 2025 war das Jahr, in dem viele begannen, genauer hinzuschauen. Nicht jede Zuspitzung wurde sofort skandalisiert. Nicht jede Kritik personalisiert. Stattdessen wuchs das Bewusstsein dafür, dass es sinnvoller ist, Muster zu erkennen als Einzelereignisse zu bekämpfen. Informationen wurden gesammelt, geteilt und eingeordnet. Argumentationslinien wiedererkannt. Entwicklungen miteinander in Beziehung gesetzt.
Das Ergebnis war kein schneller politischer Erfolg. Aber etwas Entscheidendes entstand: Struktur. Und Struktur ist die Voraussetzung für Wirkung. Ohne Struktur bleibt jede Reaktion vereinzelt. Mit Struktur wird aus Reaktion Handlungsfähigkeit.
SPD-Parteitag: Ein frühes Warnsignal, kein Endpunkt
Der SPD-Parteitag im Sommer war eines der ersten klaren politischen Warnzeichen des Jahres. Ein Antrag gegen Homöopathie wurde eingebracht und nicht einfach verworfen, sondern in die weitere politische Bearbeitung gegeben. Formal war das ein üblicher Parteitagsvorgang. Politisch war es ein Signal.
Bemerkenswert war weniger der Antrag selbst als die Art, wie darauf reagiert wurde. Statt Alarmismus überwog Nüchternheit. Der Antrag wurde gelesen, nicht nur zitiert. Der Unterschied zwischen Parteitagsantrag, Parteitagsbeschluss und tatsächlicher Gesetzgebung wurde erklärt. Politische Abläufe wurden transparent gemacht.
Gerade diese Einordnung war wichtig. Parteitage erzeugen Aufmerksamkeit und setzen Themen, aber sie beschließen keine Gesetze. Wer diesen Unterschied versteht, kann seine Energie gezielt einsetzen. Wer ihn ignoriert, verbrennt Kräfte zu früh. 2025 war hier ein Lernjahr, auch für viele, die politische Prozesse zuvor eher als fern wahrgenommen hatten.
Grünen-Parteitag: Politische Niederlage und notwendige Klärung
Der Grünen-Parteitag im Herbst war der schwierigste Moment des Jahres. Hier wurde eine klare Ablehnung der Homöopathie beschlossen. Das war eine politische Niederlage, und es wäre unehrlich, das anders zu benennen. Wer an diesem Punkt beschönigt, verliert Glaubwürdigkeit.
Gleichzeitig brachte dieser Moment eine notwendige Klärung. Die Debatte wurde ernster und konkreter. Es ging nicht mehr nur um Kassenleistungen, sondern um Fragen der Versorgung, um den Binnenkonsens, um rechtliche und regulatorische Folgen für ärztliche und heilpraktische Praxis. Viele begannen zu verstehen, dass es bei diesen Beschlüssen um mehr geht als um Symbolpolitik.
Auch hier zeigte sich ein Lernprozess. Am 24. September habe ich als erster und einziger Journalist auf einen Anti-Homöopathie-Antrag aufmerksam gemacht. Statt sich in Empörung zu verlieren, wurde analysiert. Beschlüsse wurden gelesen, Konsequenzen durchdacht, Begriffe präzisiert. Das änderte den politischen Schaden nicht, aber es stärkte die inhaltliche Positionierung. Und diese wird für kommende Auseinandersetzungen entscheidend sein.
Lernen aus der Niederlage: Mehr Sichtbarkeit für Studien
Nach dem Parteitag bat ich die Homöopathie-Gemeinschaft um Vorschläge, wie man die Relevanz der Homöopathie in Medien und Politik verbessern könnte. Aus 70 kurzen bis sehr ausführlichen Berichten und Vorschlägen habe ich eine Analyse und Auswertung (Link) geschrieben. Ein Vorschlag kam immer wieder: Die Sichtbarkeit der vielen guten Studien (es gibt 6.000 Studien zur Homöopathie, davon mehrere hundert Studien auf höchstem wissenschaftlichen Niveau – RCT) sollte verbessert werden, um der Homöopathie mehr Gehör zu verschaffen.
Medien 2025: Früher Gegendruck als Lernmoment
Der Dezember brachte ein besonders anschauliches Beispiel moderner Medienlogik. Über Wochen verdichteten sich Hinweise auf eine mögliche Anti-Homöopathie- und Anti-Heilpraktiker-Sendung im „ZDF Magazin Royale“. Entscheidend war diesmal nicht, was gesendet wurde, sondern was davor geschah.
Erstmals wartete die Homöopathie- und Heilpraktiker-Gemeinschaft nicht ab. Es wurde früh reagiert. Nach Warnung und Hilfestellung durch den Homoeopathiewatchblog. Programmbeschwerden wurden formuliert. Argumente wurden sachlich vorgetragen. Informationen wurden gebündelt. Es entstand koordinierter, öffentlicher Gegendruck.
Dieser Gegendruck hatte eine konkrete Wirkung. Die ursprünglich für den 12. Dezember 2025 erwartete Sendung mit einem Angriff auf die Homöopathie und Heilpraktiker wurde zunächst nicht ausgestrahlt, sondern verschoben.
Jan Böhmermann selbst bestätigte später auf Instagram, dass es im Vorfeld zahlreiche Programmbeschwerden gegeben habe (er nennt die Zahl 742). Damit ist erstmals öffentlich durch die Bestätigung Böhmermanns belegt, dass frühzeitige, sachlich begründete Interventionen aus der Homöopathie-Gemeinschaft journalistische Abläufe beeinflussen können.
Jan Böhmermann bestätigt auf Insta, dass es 742 Programmbeschwerden gegen eine Anti-Homöopathie-Sendung vor der Ausstrahlung gegeben hatte
Am 12. Dezember lief stattdessen eine andere Sendung (zum Thema Lachgas). Die ursprünglich vorbereitete Anti-Homöopathie- und Anti-Heilpraktiker-Sendung wurde auf den 19. Dezember verschoben.
Nicht aus Zufall, sondern nach erheblichem öffentlichen Druck. Und jeder, der Medien kennt, weiß: Öffentliche Aufmerksamkeit erhöht Risiken. Und Redaktionen reagieren auf Risiken. Der eigentliche Gewinn lag deshalb nicht im konkreten Abend, sondern im Lerneffekt. Frühzeitige, sachliche Intervention verändert Rahmenbedingungen.
Unmittelbar danach habe ich vor einer neuen Eskalationsstufe gewarnt. Diese Warnung hat sich bestätigt. Am 19. Dezember wurde die Sendung ausgestrahlt, in der vor allem Heilpraktiker, sowie auch Homöopathie, gemeinsam mit Anthroposophie und Komplementärmedizin in der Sendung und den Social Media Kanälen der Sendung attackiert wurden (Böhmermann-Hashtag #blutigesschröpfen).
Kommunikation des ZDF auf Instagram als Begleitung der Sendung ZDF Magazin Royale von Jan Böhmermann
Damit verschiebt sich die Auseinandersetzung potenziell von der Sachebene auf die Ebene der Diskreditierung. Klar ist: Diese Form der Inszenierung deutet nicht auf Interesse an Differenzierung hin, sondern auf eine dramaturgisch zugespitzte Erzählung, die Empörung erzeugen soll.
Der 19. Dezember ist damit kein abgeschlossener Vorgang, sondern Ausgangspunkt einer neuen Phase. Nun kommt es darauf an, mit Programmbeschwerden an den ZDF-Fernsehrat zu prüfen, ob und in welcher Form diese Sendung weiterhin über die Mediathek verbreitet werden darf.
Der Fokus verschiebt sich damit von der Ausstrahlung zur medienrechtlichen Verantwortung und zur Frage, wie öffentlich-rechtliche Inhalte nachträglich bewertet und gegebenenfalls korrigiert werden.
Auch hier begleitet der Homoeopathiewatchblog diesen Prozess mit Einordnung, Mustertexten und Erläuterungen – nicht aus Empörung, sondern mit dem Ziel, formelle, demokratische Wege konsequent zu nutzen.
Gassen, KBV und Standespolitik: Öffentliche Gegenrede statt Empörung
homöopathieDie Aussagen des KBV-Vorsitzenden Andreas Gassen zur Homöopathie waren kein Ausrutscher. Sie standen exemplarisch für eine Haltung, die 2025 häufiger sichtbar wurde: klare Ablehnung, vorgetragen mit institutioneller Autorität.
Die Reaktion darauf markierte einen weiteren Schritt in der Entwicklung der Homöopathie-Gemeinschaft. Statt bloßer Empörung wurde öffentlich gefragt. Eine Presseanfrage wurde formuliert. Ein offener Brief vom Homoeopathiewatchblog initiiert. Unterzeichner wurden gesammelt – 162 Homöopathie-Freunde haben den offenen Brief unterschrieben. Die Auseinandersetzung wurde dokumentiert und öffentlich geführt.
Unabhängig davon, wie Antworten ausfallen oder ausbleiben, bleibt etwas bestehen: eine nachvollziehbare, sachliche Gegenrede. Und genau das ist politisch relevant. Sie kann zitiert, aufgegriffen und weitergeführt werden. Empörung verraucht. Dokumentation bleibt.
Vom Einzelereignis zum Muster: Politik und Medien zusammendenken
Rückblickend wirkten viele Ereignisse des Jahres 2025 zunächst wie isolierte Vorfälle. Erst in der Zusammenschau wird der rote Faden sichtbar. Ähnliche Narrative, ähnliche moralische Rahmungen, ähnliche zeitliche Abfolgen. Diese Muster zu erkennen, war eine der wichtigsten Leistungen des Jahres.
Doch wer Muster erkennt, reagiert nicht mehr auf jedes Ereignis einzeln. Er ordnet ein, priorisiert und entscheidet, wann Handeln sinnvoll ist – und wann nicht. Genau hier liegt ein zentraler Unterschied zwischen 2024 und 2025.
Die Gegenseite durchschauen: Analyse der Homöopathie-Gegner seit 2018
Seit dem Start des Homoeopathiewatchblog im Jahr 2018 analysiere ich kontinuierlich die Akteure, Netzwerke und Strategien der Anti-Homöopathie-Bewegung. Nicht punktuell, sondern langfristig. Diese Perspektive hat es ermöglicht, Entwicklungen 2025 schneller einzuordnen. Dies hat aber auch zur Folge, dass die Homöopathie-Gegner den Homoeopathiewatchblog attackieren: Link. – mal auf Twitter, mal mit juristischen Drohungen (u.a. der Anwalt von Natalie Grams, Link), mal mit dem Skeptiker-Schlägertyp Stefan S. persönlich vor der Redaktionsadresse des Watchblog.
Ein Watchblog-Analysebeitrag aus dem Jahr 2024 hat diese Strukturen der Homoepathie-Gegner detailliert offengelegt: Link. Er zeigte internationale Vernetzung, professionelle Organisation, koordinierte Narrative und gezielte mediale Kampagnen. 2025 bestätigte diese Analyse eindrucksvoll. Viele politische und mediale Angriffe folgten bekannten Mustern.
Es sind übrigens die gleichen Muster, die die international organisierte Skeptiker-Lobby zuerst in Großbritannien umgesetzt hat. Darauf hat Prof. Harald Walach als Erster schon vor mehreren Jahren hingewiesen (Link). Ich empfehle Ihnen unbedingt seine brilliante Analyse zu den Skeptikern in GB, die er in seinem Blog veröffentlicht hat (Link zu seinem Blog). Und in Großbritannien (bzw. USA mit der ähnlichen Skeptiker-Organisation, die mit GB verbunden ist) konnte ich erstmals einen mächtigen Geldgeber (einen Industriegiganten) der Homöopathie-Gegner aufspüren und veröffentlichen (Link) – was auch daran lag, dass die Skeptiker noch vor ein paar Jahren stolz ihre Geldgeber öffentlich präsentiert haben. Das hat sich – u.a. seit Gründung des Watchblog – geändert. Nachdem ich den Geldgeber öffentlich gemacht hatte, reagierten die Skeptier postwendend gegen den Watchblog (Link). Wie lief das in GB? In Großbritannien wurde erst die Öffentlichkeit und Medien von den Skeptikern gegen Homöopathie manipuliert, dann die Politik beeinflusst. In der Folge fiel die Homöopathie aus dem staatlichen Gesundheitssystem. Was die Skeptiker-Lobby in Großbritannien ausprobiert hatte, setzt sie nun in Deutschland, dem Mutterland der Homöopathie, wieder um. Das hat symbolische Kraft: Gelingt es der Anti-Homöopathie-Lobby im Mutterland der Homöopathie die Therapie an den Rand zu drängen, hat das Auswirkungen auf die Komplemtärmedizin weltweit. Das ist das weltweite Ziel der international organisierten Skeptiker-Lobby.
Auffällig ist dabei, dass sich 2025 die Bandbreite der beteiligten Akteure in Deutschland erweitert hat. Neben Parteistrukturen, Standesvertretern und satirischen Formaten mischen nun auch reichweitenstarke Gesundheitsmedien aktiv mit. Mit der klaren Positionierung der Apotheken Umschau gegen die Homöopathie hat erstmals ein zentrales Patientenmedium seine journalistische Beobachterrolle verlassen und sich offen in eine politische Kampagnenlogik eingereiht.
Damit bestätigt sich eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet hat und die ich hier frühzeitig beschrieben habe. Aktuell läuft erneut eine koordinierte Anti-Homöopathie-Kampagne in Politik und Medien, in der verschiedene Puzzleteile ineinandergreifen: Parteistrukturen (Grüne), mediale Meinungsformate (Böhmermann), standespolitische Akteure (Gassen, KBV) und reichweitenstarke Patientenmedien wie die Apotheken Umschau.
Zusammen wollen diese Puzzleteile der Homöopathie und der Homöopathie-Gemeinschaft den entscheidenden Schlag versetzen, damit sie nicht wieder aufstehen und zu Schuldigen gemacht werden, statt als Lösungen gesehen werden. Die Politökonomin Maja Göpel warnt vor dem „Kippen“ einer Gesellschaft „ins Autoritäre“, wenn nicht mehr nach Lösungen, sondern nach „Schuldigen“ gesucht werde.
Kooperationen 2025: Leise Zusammenarbeit mit Wirkung
Es gibt Initiativen, die aus meiner Sicht als Journalist ihren Mitgliedern vor allem vorspielen, sie würden PR und politische Kommunikation machen. Ohne Wirkung, ohne dass ein Journalist oder Politiker sein Verhalten ändert. Es geht vor allem um Show, um die Mitglieder bei der Stange zu halten.
Kooperationen mit Wirksamkeit ohne Show
Es gibt aber auch punktuelle Formen der wirksammen Zusammenarbeit. Dazu gehörten gemeinsame Briefaktionen und Projekte rund um Patientengeschichten mit dem Fachverband Deutscher Heilpraktiker FDH, sowie zahlreiche Interviews, etwa mit Prof. Michael Frass.
Nicht jede Initiative funktionierte sofort. Manche stießen auf Zurückhaltung. Auch das gehört zu einer ehrlichen Bilanz. Gleichzeitig zeigte sich, dass Zusammenarbeit dort entsteht, wo Inhalte tragen und Vertrauen wächst.
Der Watchblog und die Homöopathie-Gemeinschaft: Warum 2025 kein Zufall war
All diese Entwicklungen wären ohne einen gemeinsamen Ort kaum möglich gewesen. Der Homoeopathiewatchblog war 2025 Informationsquelle, Frühwarnsystem, Archiv und Aktionsplattform. Wie Greenpeace Umweltfragen bündelt, bündelte der Watchblog Informationen, Analyse und Handlung zur Homöopathie – sachlich und engagiert.
Dank und Ausblick: 2026 als politische Chance für die Homöopathie
Zum Schluss noch einmal mein persönlicher Dank. Ohne die Homöopathie-Gemeinschaft gäbe es diesen Ort nicht. Der Watchblog erreicht inzwischen rund 1 Million Leserinnen und Leser (bzw. Seitenaufrufe) pro Jahr. Diese Zahl steht nicht für Reichweite um ihrer selbst willen, sondern für Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit ist die Voraussetzung für politische Wirkung.
2025 hat gezeigt, dass die Homöopathie-Gemeinschaft aufmerksam, lernfähig und wirksam sein kann, wenn sie zusammensteht.
Ein entscheidender Fortschritt dieses Jahres liegt dabei weniger in einzelnen Erfolgen als in einer neu gewonnenen Haltung. Die Homöopathie-Gemeinschaft hat 2025 gezeigt, dass sie nicht mehr nur reagiert, sondern antizipiert. Dass sie nicht mehr ausschließlich verteidigt, sondern frühzeitig Öffentlichkeit herstellt. Und dass sie gelernt hat, zwischen berechtigter Kritik und politisch-medialer Kampagnenlogik zu unterscheiden. Diese Fähigkeit wird 2026 mindestens so wichtig sein wie jede fachliche Debatte.
2026 wird kein leichtes Jahr für die Homöopathie. Kein Jahr für Verwalter, sondern ein Jahr für Macher – für Menschen, die sich mit Herzblut für die Homöopathie einsetzen – wie die vielen Leser des Watchblog. Dann wird es ein Jahr mit echten Möglichkeiten und vielen Chancen. Das hat z.B. die Böhmermann-Sendung gezeigt. Erstmals in der Geschichte der Sendung ist es einer Gemeinschaft gelungen, eine geplante Ausstrahlung zunächst zu stoppen (und eine Verschiebung um eine Woche zu erzwingen).
Ich möchte meinen Teil dazu weiter beitragen. Als Journalist. Als Blogger. Als Mensch, der der Homöopathie viel verdankt und ihr etwas zurückgeben möchte. Als jemand, der hinschaut, einordnet und Öffentlichkeit herstellt.
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Ich habe mich nach der Böhmermann-Sendung um 23 Uhr hingesetzt und geschrieben, während viele geschlafen haben, damit Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker heute früh nach dem Aufstehen Orientierung haben. Der Artikel geht um 4.45 Uhr online. Nicht Empörung. Nicht Schlagworte. Sondern Einordnung, Argumente und konkrete Hilfe. Das ging nur mit sehr viel Kaffee.
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Analyse:
Böhmermann – Der größte Angriff im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gegen Heilpraktiker seit Jahrzehnten
Warum die Böhmermann-Sendung vom 19.12. eine neue Eskalationsstufe markiert
Die Sendung des ZDF Magazin Royale vom 19. Dezember markiert einen Wendepunkt. Was dort ausgestrahlt wurde, war kein punktueller satirischer Seitenhieb, keine zugespitzte Einzelkritik und kein ironischer Kommentar zu Randphänomenen. Es war ein breit angelegter, öffentlich-rechtlich legitimierter Angriff auf den Berufsstand der Heilpraktiker.
In dieser Form, mit dieser Reichweite und dieser dramaturgischen Wucht, hat es Vergleichbares seit Jahrzehnten nicht gegeben.
Nicht ein Thema – sondern ein Berufsstand
Anders als zunächst vermutet richtete sich die Sendung nicht primär gegen Homöopathie. Der eigentliche Fokus lag auf Heilpraktikern insgesamt. Auf ihrem Berufsbild, ihrer Rolle im Gesundheitssystem, ihrer Motivation – und letztlich auf ihrer Legitimität.
Die zentrale Botschaft der Sendung war klar erkennbar:
Heilpraktiker erscheinen als Akteure, die mit unwirksamen oder fragwürdigen Methoden Geld verdienen. Komplexe medizinische, rechtliche und historische Zusammenhänge wurden nicht erklärt, sondern dramaturgisch verdichtet und moralisch bewertet.
Satire wurde dabei nicht als Mittel der Aufklärung genutzt, sondern als Werkzeug der Pauschalisierung.
Eine Eskalation mit Ansage – und mit Folgen
Besonders bemerkenswert ist der Kontext:
Die Vorab-Kommunikation der Redaktion auf Social Media passte inhaltlich nicht zur späteren Sendung. Noch kurz zuvor wurden Globuli und komplementärmedizinische Bilder ironisiert. Die fertige Sendung aber zielte auf Heilpraktiker als Berufsgruppe.
Das spricht für eine späte redaktionelle Zuspitzung – möglicherweise als Reaktion auf die wachsende öffentliche Debatte um Heilpraktiker, Regulierung, Patientensicherheit und politische Forderungen nach Einschränkung oder Abschaffung des Berufsstands.
Was hier im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesendet wurde, ist deshalb nicht nur Unterhaltung. Es ist ein medialer Marker, an dem sich andere Medien orientieren werden.
Was jetzt sehr wahrscheinlich folgt
Wer die Medienmechanik kennt, weiß:
Solche Sendungen bleiben nicht folgenlos.
Sehr wahrscheinlich ist:
– Sekundärberichterstattung in großen Medien, die Böhmermanns Narrative aufgreift
– Kommentierende Einordnungen, die Heilpraktiker pauschal problematisieren
– Politische Anschlussforderungen, die sich auf „die öffentliche Debatte“ berufen
– Zitierungen der Sendung als vermeintlicher Beleg für strukturelle Defizite des Berufsstands
Kurz gesagt:
Diese Sendung kann zur Referenz werden. Nicht, weil sie ausgewogen wäre, sondern weil sie im öffentlich-rechtlichen Raum stattgefunden hat.
Für Heilpraktiker ist das keine theoretische Debatte. Es geht um Ruf, Vertrauen, berufliche Existenz und politische Zukunft.
Warum Empörung allein nicht reicht
In sozialen Netzwerken ist der Ärger groß. Die Kommentare unter dem YouTube-Video zeigen Polarisierung, Spott und Verachtung. Aber Empörung verpufft. Tweets verschwinden. Kommentare werden überlesen.
Was bleibt, sind formelle Verfahren.
Und genau hier setzt der Homoeopathiewatchblog an.
Der Watchblog bietet einen konkreten Weg – und der ist jetzt entscheidend
Der Homoeopathiewatchblog hat bereits unmittelbar nach der Sendung einen juristisch sauberen Musterbrief für eine Programmbeschwerde an den ZDF-Fernsehrat bereitgestellt – inklusive Erklärung, wohin die Beschwerde zu senden ist und welche Punkte sachlich zu benennen sind.
Eine Programmbeschwerde ist kein Protestschreiben.
Sie ist ein formelles Aufsichtsinstrument.
Sie zwingt das ZDF:
– zur internen Prüfung
– zur Stellungnahme der Redaktion
– zur dokumentierten Bewertung durch ein Gremium
Genau deshalb wird dieses Instrument nun auch öffentlich verspottet. Und genau deshalb ist es wirksam.
Ziel: Depublikation
Die Programmbeschwerde an den ZDF-Fernsehrat hat vor allem ein Ziel: Der Fernsehrat soll an den Intendanten die Empfehlung aussprechen, die Böhmermann-Sendung vom 19.12. aus der Mediathek und dem Archiv zu löschen – im Juristendeutsch heißt das „Depublikation“ (siehe Musterbrief).
Das ist der Ernst der Situation
Die Sendung vom 19.12. ist kein Ausrutscher. Sie ist ein Signal.
Ein Signal an Medien, Politik und Öffentlichkeit, wie über Heilpraktiker gesprochen werden darf – oder soll.
Wer jetzt schweigt, überlässt anderen die Deutungshoheit.
Wer jetzt nur schimpft, wird überhört.
Wer jetzt sachlich, formell und gemeinsam handelt, nutzt die wenigen Hebel, die es im öffentlich-rechtlichen System gibt.
Der Homoeopathiewatchblog stellt diesen Hebel bereit.
Fazit
Was am 19.12. gesendet wurde, ist der größte öffentlich-rechtliche Angriff auf Heilpraktiker seit Jahrzehnten.
Die Folgen werden nicht über Nacht sichtbar sein – aber sie werden kommen.
Die angemessene Antwort darauf ist keine Empörung, sondern formelle Gegenwehr.
Und sie beginnt beim ZDF-Fernsehrat.
Infobox: Was bedeutet diese Sendung für Heilpraktiker konkret?
Diese Sendung betrifft nicht nur das Image einzelner Praxen, sondern das öffentliche Fundament des Berufsstands.
Mögliche Folgen sind:
wachsende Skepsis bei Patientinnen und Patienten
steigender Erklärungs- und Rechtfertigungsdruck im Alltag
politische Anschlussforderungen
mediale Verkürzungen, die kaum noch eingefangen werden
Deshalb ist eine koordinierte, sachliche Reaktion entscheidend.
FAQ für Heilpraktiker: Die Böhmermann-Sendung vom 19.12. – was bedeutet das für uns?
Worum ging es in der Sendung wirklich?
Die Sendung des ZDF Magazin Royale vom 19.12. richtete sich nicht gegen einzelne Methoden, sondern stellte Heilpraktiker als Berufsstand insgesamt infrage. Unterschiedliche Verfahren, Qualifikationen und Praxisrealitäten wurden dabei stark vereinfacht und pauschal bewertet.
Warum ist diese Sendung ernst zu nehmen?
Weil sie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde.
Solche Sendungen haben eine besondere Wirkung:
Sie prägen öffentliche Wahrnehmung
Sie werden von anderen Medien aufgegriffen
Sie dienen später oft als Referenz in politischen Debatten
Das macht sie deutlich einflussreicher als Kommentare oder Social-Media-Beiträge.
Hat öffentlicher Druck oder Kritik im Vorfeld etwas bewirkt?
Es gibt Hinweise darauf, dass der Sendungsschwerpunkt kurzfristig verändert wurde. Die Vorab-Kommunikation der Redaktion deutete zunächst auf andere Themen hin. Der spätere klare Fokus auf Heilpraktiker spricht dafür, dass formeller und öffentlicher Druck wahrgenommen wird.
Das ist wichtig, denn es zeigt: 👉Programmbeschwerden können Wirkung entfalten.
Sollten wir jetzt empört reagieren oder öffentlich protestieren?
Empörung ist menschlich, aber selten wirksam.
Öffentliche-rechtliche Sender reagieren nicht auf Shitstorms, sondern auf formelle Verfahren. Der dafür vorgesehene Weg ist die Programmbeschwerde an den ZDF-Fernsehrat.
Was ist eine Programmbeschwerde überhaupt?
Eine Programmbeschwerde ist kein Protestbrief, sondern ein formelles Aufsichtsinstrument.
Sie:
wird registriert
löst eine interne Prüfung aus
zwingt die Redaktion zu einer Stellungnahme
wird aktenkundig behandelt
Das unterscheidet sie grundlegend von Zuschriften an den Zuschauerservice oder Kommentaren im Netz.
Bringt eine einzelne Programmbeschwerde überhaupt etwas?
Ja – und mehrere erst recht.
Schon einzelne Beschwerden binden Ressourcen.
Viele Beschwerden zu demselben Thema erhöhen die Relevanz erheblich und beeinflussen, wie sensibel Redaktionen künftig agieren.
Deshalb werden Programmbeschwerden inzwischen auch öffentlich verspottet. Das ist kein Zufall, sondern ein Hinweis auf ihre Wirkung.
Was stellt der Homoeopathiewatchblog konkret bereit?
Der Watchblog bietet:
eine verständliche Erklärung, was eine Programmbeschwerde ist
einen juristisch sauberen Musterbrief
die korrekte Adresse des ZDF-Fernsehrats
und eine sachliche Einordnung der Sendung
Damit können Mitglieder ohne rechtliche Vorkenntnisse korrekt handeln.
Muss ich Jurist sein, um eine Programmbeschwerde einzureichen?
Nein.
Der bereitgestellte Musterbrief kann unverändert verwendet werden.
Eigene Ergänzungen sind möglich, aber nicht notwendig. Sachlichkeit ist wichtiger als juristische Details.
Kann mir eine Programmbeschwerde schaden?
Nein.
Eine Programmbeschwerde ist ein legitimes demokratisches Recht. Sie ist weder eine Klage noch eine Eskalation, sondern Teil der vorgesehenen Qualitätskontrolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Was sage ich meinen Patientinnen und Patienten?
Bleiben Sie ruhig und transparent.
Erklären Sie:
dass die Sendung satirisch zugespitzt war
dass sie nicht die Vielfalt realer Praxen abbildet
dass Sie jederzeit für Fragen offen sind
Der Watchblog stellt dafür einen neutralen Handzettel fürs Wartezimmer zur Verfügung.
Was ist jetzt der wichtigste nächste Schritt?
Nicht schweigen.
Nicht schimpfen. Sondern formell handeln.
Die Programmbeschwerde an den ZDF-Fernsehrat ist aktuell der wirksamste Weg, um sachlich und gemeinschaftlich zu reagieren.
Der Homoeopathiewatchblog begleitet diesen Prozess.
Kernsatz
Empörung verpufft. Formelle Verfahren wirken.
Einschätzung für Verbände und Berufsorganisationen
Für Verbände ist diese Sendung ein strategisches Alarmsignal. Sie zeigt, wie schnell ein Berufsstand medial neu gerahmt werden kann, wenn Differenzierung fehlt.
Verbände stehen nun vor mehreren Aufgaben:
interne Auswertung der Sendung
sachliche Information der Mitglieder
Begleitung und Bündelung formeller Beschwerden
Vorbereitung auf politische Anschlussdebatten
Untätigkeit birgt das Risiko, dass die Deutungshoheit dauerhaft verloren geht.
Handzettel für Praxen
Information für Patientinnen und Patienten
In einer aktuellen Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens wurden Heilpraktiker sehr pauschal dargestellt. Es handelte sich um ein satirisches Format, das bewusst mit Zuspitzung, Vereinfachung und Emotionalisierung arbeitet.
Solche Darstellungen können verunsichern. Das ist verständlich. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass sie nicht die Vielfalt realer Praxen, individueller Behandlungsentscheidungen und persönlicher Erfahrungen abbilden.
Heilpraktiker arbeiten innerhalb gesetzlicher Rahmenbedingungen. Behandlungen erfolgen freiwillig und in Abstimmung mit den Patientinnen und Patienten. Es gibt keine Verpflichtung, einen bestimmten Weg zu gehen oder eine bestimmte Methode anzuwenden.
Unser Anspruch in dieser Praxis ist Transparenz. Wir erklären, was wir tun – und auch, was wir nicht tun. Wir nehmen Ihre Fragen ernst und respektieren unterschiedliche Sichtweisen. Kritische Nachfragen sind willkommen.
Medienberichte können Orientierung bieten, ersetzen aber nicht das persönliche Gespräch. Wenn Sie Fragen zur aktuellen Berichterstattung haben, sprechen Sie uns bitte an. Wir nehmen uns Zeit für eine sachliche Einordnung.
Vertrauen entsteht durch Information, Erfahrung und Dialog – nicht durch Schlagzeilen.
Textfassung für Verbands-Newsletter
Die Sendung des ZDF Magazin Royale vom 19.12. stellte Heilpraktiker nicht als heterogene Berufsgruppe dar, sondern als pauschales Problem. In Reichweite und Zuspitzung handelt es sich um eine der schärfsten öffentlich-rechtlichen Darstellungen seit Jahrzehnten.
Auffällig ist, dass sich der Schwerpunkt der Sendung offenbar kurzfristig verändert hat. Dies deutet darauf hin, dass formelle Kritik und angekündigte Programmbeschwerden wahrgenommen wurden.
„Die Sendung vom 19. Dezember hat Heilpraktiker sehr pauschal dargestellt. Satire darf zuspitzen, entbindet im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aber nicht von der Pflicht zur Differenzierung. Dieser Beitrag ist verleumderisch statt differenzierend. Wenn ein gesamter Berufsstand moralisch gerahmt wird, ist eine formelle Prüfung legitim. Deshalb setzen wir auf Programmbeschwerden an den ZDF-Fernsehrat als vorgesehenes Instrument der Qualitätssicherung.“
5-Punkte-Argumentationshilfe
Es ging um einen Berufsstand, nicht um Einzelfälle.
Die Sendung verzichtete weitgehend auf Differenzierung.
Öffentlich-rechtliche Satire hat besondere Verantwortung.
Reichweite erzeugt Wirkung.
Die eigentliche Wirkung entsteht durch Anschlussdebatten.
Medien und Politik greifen Narrative auf.
Die Schwerpunktverschiebung ist ein Warnsignal.
Sie deutet auf Wahrnehmung formeller Kritik hin.
Formelles Handeln ist der wirksamste Weg.
Programmbeschwerden sind kein Protest, sondern Qualitätskontrolle.
Diese Sendung ist kein isoliertes Medienereignis. Sie markiert eine Schwelle.
Wer den Berufsstand der Heilpraktiker schützen will, sollte jetzt sachlich, koordiniert und formell reagieren.
Der Homoeopathiewatchblog stellt dafür die notwendigen Werkzeuge bereit.
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Diese Analyse, die Materialien für Heilpraktiker-Praxen, Verbände und Patientengespräche sind nicht irgendwann entstanden, sondern über Nacht. Ich habe mich nach der Böhmermann-Sendung um 23 Uhr hingesetzt und geschrieben, während viele geschlafen haben, damit Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker heute früh um 4:45 Uhr Orientierung haben. Nicht Empörung. Nicht Schlagworte. Sondern Einordnung, Argumente und konkrete Hilfe.
Warum das nötig ist, zeigt der Alltag nach solchen Sendungen sehr schnell: verunsicherte Patientinnen, Rechtfertigungsdruck, Zweifel, Gespräche, die plötzlich schwerer werden.
Was Sie hier gelesen haben, ist kein Einzelfall. Öffentliche Angriffe auf Heilpraktiker nehmen zu. Oft pauschal, oft verzerrt, oft ohne Folgen für diejenigen, die sie auslösen. Der Heilpraktiker-Newsblog schafft hier einen Schutzraum: durch Information, durch Öffentlichkeit und durch klare Grenzziehung.
Damit dieser Schutzraum für den Heilpraktiker-Berufsstand bestehen kann, braucht es auch anwaltliche Absicherung des Blogs. Ihre Kaffeespende (5 Euro) trägt genau dazu bei.
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Der Heilpraktiker-Newsblog ist ein unabhängiges journalistisches Projekt, das ich neben meinem Beruf als Gesundheitsjournalist betreibe. Seit 2018 schaue ich dort genau hin, wenn Heilpraktiker und Komplementärmedizin öffentlich angegriffen oder verzerrt dargestellt werden. Ich ordne ein, dokumentiere und halte dagegen – ruhig, sachlich und beharrlich.
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Ihr Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger
Aktiv für die Homöopathie und Heilpraktiker seit 2018
mit dem Homoeopathiewatchblog.de Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie
Die Sendung des „ZDF Magazin Royale“ von Jan Böhmermann gegen Heilpraktiker und die Homöopathie am 19.12.2025 (20 Uhr online, 23 Uhr TV) wird viele Reaktionen auslösen: Irritation, Ärger, Verletzung, aber auch der Wunsch, dagegen vorzugehen.
Genau an diesem Punkt lohnt es sich, einen Schritt weiterzugehen.
Denn im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt es einen formellen Weg, um Sendungen nach der Ausstrahlung prüfen zu lassen, wenn Zuschauerinnen und Zuschauer Zweifel an Sachlichkeit, Ausgewogenheit oder journalistischer Sorgfalt haben: die Programmbeschwerde an den ZDF-Fernsehrat. Unten finden Sie einen Musterbrief für eine solche Beschwerde.
Zuschauerservice oder ZDF-Fernsehrat – ein entscheidender Unterschied
Viele wenden sich nach einer Sendung an den Zuschauerservice des ZDF. Das ist legitim, aber wichtig ist: Der Zuschauerservice sammelt Feedback. Er ist kein Aufsichtsgremium. Er ist eine Redaktion.
Eine Programmbeschwerde an den ZDF-Fernsehrat ist etwas anderes. Sie ist ein im ZDF-Staatsvertrag vorgesehenes Verfahren und richtet sich an das Gremium, das den öffentlich-rechtlichen Auftrag überwacht. Der Fernsehrat kann z.B. bewirken, dass er eine Empfehlung an den Intendanten ausspricht, eine Sendung aus der Mediathek zu löschen. Vorbild: Im Jahr 2023 hat eine Welle von vielen Programmbeschwerden dazu geführt, dass das ZDF einen Böhmermann-Beitrag gelöscht hat (Link).
Wer eine Programmbeschwerde einreicht, bittet nicht um eine Meinung, sondern um eine formelle Prüfung durch den Fernsehrat.
Was eine Programmbeschwerde an den ZDF-Fernsehrat konkret bewirkt
Eine Programmbeschwerde bleibt nicht folgenlos:
sie wird formell registriert
die zuständige Redaktion muss Stellung nehmen
der Inhalt wird am Maßstab des Programmauftrags geprüft
der Vorgang wird dokumentiert und bleibt aktenkundig
Das bindet Zeit, Aufmerksamkeit und interne Ressourcen. Genau deshalb ist dieser Weg wirksam. Nicht laut, sondern verbindlich.
Warum dieser Schritt jetzt sinnvoll ist
Es geht hier nicht um Humor oder Geschmack. Es geht um die Frage, wie ein öffentlich-rechtliches Format mit einem sensiblen Gesundheitsthema umgeht, das viele Menschen persönlich betrifft.
Der ZDF-Fernsehrat ist genau für solche Fragen zuständig.
Nicht soziale Netzwerke.
Nicht polemische Debatten.
Sondern ein vorgesehenes Kontrollinstrument.
Ziel: Depublikation
Die Programmbeschwerde an den ZDF-Fernsehrat hat vor allem ein Ziel: Der Fernsehrat soll an den Intendanten die Empfehlung aussprechen, die Böhmermann-Sendung vom 19.12. aus der Mediathek und dem Archiv zu löschen – im Juristendeutsch heißt das „Depublikation“ (siehe Musterbrief).
Deshalb stelle ich hier einen sachlichen Musterbrief zur Verfügung.
Infobox: Programmbeschwerde an den Fernsehrat – kurz erklärt
Sinnvoll ist:
– ein oder zwei konkrete Zitate oder Szenen aus der Sendung
– eine kurze Begründung, warum Sachlichkeit oder Ausgewogenheit infrage stehen
Unter diesem Artikel finden Sie einen Musterbrief, der unverändert verwendet und individuell ergänzt werden kann.
Wohin senden?
Per E-Mail:
fernsehrat@zdf.de
Oder per Post:
ZDF
Fernsehrat
ZDF-Straße 1
55127 Mainz
(Beides ist möglich. Eine E-Mail reicht aus.)
Hinweis: Dieser Musterbrief ist bewusst sachlich formuliert. Scharfe Vorwürfe oder rechtliche Bewertungen sollten einer Prüfung vorbehalten bleiben. Eine präzise, formelle Sprache erhöht die Erfolgsaussichten.
Musterbrief: Programmbeschwerde zur Sendung vom 19.12.
Wichtig: Nennen Sie in Ihrem Anschreiben/Programmbeschwerde an den ZDF-Fernsehrat unbedingt das Wort „Programmbeschwerde“. Nur so wird es vom ZDF-Fernsehrat als zu beachtende Eingabe betrachtet und durchläuft den oben beschriebenen Instanzenweg. Ohne das Wort Programmbeschwerde ist der Brief nur eine Protestnote ohne weitere Wirkung und wird vom ZDF-Fernsehrat nicht weiter beachtet!
——-Briefanfang————-
An den Fernsehrat des ZDF
E-Mail: fernsehrat@zdf.de
Betreff: Programmbeschwerde gemäß ZDF-Staatsvertrag zur Sendung „ZDF Magazin Royale“ vom 19.12.2025 – Antrag auf medienrechtliche Prüfung und Depublikation
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Mitglieder des ZDF-Fernsehrats,
hiermit erhebe ich gemäß den Bestimmungen des ZDF-Staatsvertrags Programmbeschwerde gegen die Ausstrahlung sowie die fortdauernde Bereitstellung der Sendung „ZDF Magazin Royale“ vom 19.12.2025 im ZDF-Fernsehprogramm und in der ZDF-Mediathek.
Gegenstand meiner Beschwerde ist die Darstellung des Themas Heilpraktiker, Homöopathie und Anthroposophie in der genannten Sendung sowie der Social Media-Kommunikation der Sendung. Nach meiner Auffassung bestehen erhebliche Zweifel, ob die Art der Darstellung den Anforderungen des öffentlich-rechtlichen Programmauftrags entspricht.
Insbesondere bitte ich um Prüfung, – ob die Grundsätze der Sachlichkeit, – der Ausgewogenheit, – der journalistischen Sorgfalt sowie – die Trennung von wertender Meinung, satirischer Zuspitzung und sachlicher Information in der Sendung gewahrt wurden.
In der Sendung wurden unter anderem Aussagen und Darstellungsformen verwendet, die aus meiner Sicht den Eindruck erwecken, als würden Tatsachenbehauptungen mit pauschalisierenden Wertungen vermischt. Vor diesem Hintergrund beantrage ich ausdrücklich, auch die fortdauernde Verfügbarkeit der Sendung in der ZDF-Mediathek zu prüfen. Sollte sich im Rahmen der Prüfung bestätigen, dass die genannten Anforderungen nicht eingehalten wurden oder dass irreführende bzw. unzutreffende Darstellungen vorliegen, bitte ich um Prüfung geeigneter Maßnahmen bis hin zur Depublikation der Sendung.
Ich weise darauf hin, dass die dauerhafte Bereitstellung einer Sendung mit potenziell fehlerhaften oder einseitigen Darstellungen eines gesundheitspolitisch sensiblen Themas geeignet ist, fortlaufende Wirkungen zu entfalten und betroffene Personen oder Berufsgruppen nachhaltig zu beeinträchtigen.
Ich bitte den Fernsehrat daher um eine umfassende medienrechtliche und programmliche Prüfung der Sendung sowie um eine entsprechende Stellungnahme.
Mit freundlichen Grüßen
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——-Briefende———
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Ihr Christian J. Becker Gesundheitsjournalist, Blogger
Aktiv für die Homöopathie seit 2018 mit dem Homoeopathiewatchblog.de – Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie
Seit dem 9. Dezember habe ich im Homoeopathiewatchblog als erster und einziger Journalist darauf hingewiesen, dass eine Sendung von Jan Böhmermann zur Homöopathie vorbereitet wird. Beispielsweise auch wieder heute Mittag (Link). Am 12.12. wurde die Sendung nicht ausgestrahlt. Das Thema verschwand kurzfristig aus dem Programm. Nach vielen Programmbeschwerden, zu denen ich im Homoeopathiewatchblog aufgerufen hatte. Jan Böhmermann hat auf seinem Instagram-Account bestätigt, dass es 732 Programmbeschwerden gegeben hatte.
Und ich habe weiter gewarnt: Es zeichnete sich ab, das das keine Absage, sondern nur eine Verschiebung war.
Die aktuelle Ausgabe des „ZDF Magazin Royale“ vom 19.12., die ab 20 Uhr in der ZDF-Mediathek abrufbar ist und um 23 Uhr im Fernsehen läuft, greift die Heilpraktiker, Homöopathie-Gemeinschaft, die Homöopathie und Anthroposophie an. Der Trailer (Link bei ZDF Magazin Royale Insta) zeigt deutlich, worum es geht. Zitat Jan Böhmermann im Trailer: „ZDF Magazin Royal schauen hilft gegen Globuli. 13 winterliche Rezepte mit Schnecken-Sirup…, Schlimmer Verdacht: Reicht ein Multiple-Choice-Test mit 60 Fragen doch nicht aus, um Krebs zu behandeln. Der Hashtag der Woche lautet: #BlutigesSchröpfen“
In der Social Media-Kommunikation vor der Sendung zeigt das ZDF Magazin Royale auf Threads (einer Twitter-Alternative) das Bild eines Anthroposophikums des Herstellers WALA (bronchi-plantago-globuli-velati), daneben ist das Bild eines Süßstoff-Spenders zu sehen. Dazu schreibt die Böhmermann-Redaktion: „Spot the difference BlutigesSchröpfen.“ In einem zweiten Post schreibt die Redaktion: „Darum lautet der Hashtag der Woche BlutigesSchröpfen“.
(Screenshot Account ZDF Magazin Royale, Threads.com)
Damit setzt die Sendung eine Linie fort, die Jan Böhmermann bereits 2019 eingeschlagen hat. Wie ich ebenfalls vorhergesagt habe, geht es nicht nur um Homöopathie, sondern um Heilpraktiker, Anthropsophie und die gesamte Komplementärmedizin. Das zeigt der Hashtag der Sendung #BlutigesSchröpfen. Alles wird vermengt und attackiert.
Dass ein bereits recherchiertes Thema in einem solchen Format – trotz Programmbeschwerden – nicht einfach fallengelassen wird, war absehbar. Es wird neu gerahmt, zugespitzt und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet. Genau darauf habe ich hier frühzeitig hingewiesen.
Was wir gerade erleben – und warum das mehr ist als eine einzelne Sendung
Die heutige Sendung steht nicht isoliert. Sie fügt sich ein in eine Reihe von politischen, medialen und gesundheitspolitischen Angriffen der letzten Monate, in denen Homöopathie zunehmend nicht als mögliche Lösung, sondern als Problem und als Schuldige markiert wird.
Unterschiedliche Akteure, unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Tonlagen – und doch ein ähnliches Narrativ. Mit der Sendung bestätigt sich eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet hat und die ich hier frühzeitig beschrieben habe. Aktuell läuft wieder ein Anti-Homöopathie- und Anti-Heilpraktiker-Kampagne der Anti-Homöopathie-Lobby in Politik und Medien, wie die Puzzleteile wie Grüne, Böhmermann, Gassen, Apotheken Umschau etc. zeigen. Zusammen wollen diese Puzzleteile der Homöopathie und der Homöopathie-Gemeinschaft den entscheidenden Schlag versetzen, damit sie nicht wieder aufstehen und zu Schuldigen gemacht werden, statt als Lösungen gesehen werden. Vor diesem Narrativ warnen Gesellschaftsforscher. Die Politökonomin Maja Göpel warnt vor dem „Kippen“ einer Gesellschaft „ins Autoritäre“, wenn nicht mehr nach Lösungen, sondern nach „Schuldigen“ gesucht werde.
Pikant: Jeder Homöopathie-Fan bezahlt das Gehalt von Jan Böhmermann (laut FAZ erhält er 650.000 Euro vom ZDF) über den Rundfunkbeitrag mit. Jeder Homöopathie-Fan bezahlt 12 x 18,32 Euro Zwangsgebühr GEZ im Jahr (das entspricht 220,32 Euro), damit Jan Böhmermann seine Anti-Homöopathie-Lobby-Show senden kann.
Nach der Sendung können Sie diese Hilfestellung des Homoeopathiewatchblog nutzen: ein Musterbrief für eine Programmbeschwerde an den ZDF Fernsehrat (Link)
Nach der Sendung beginnt der wichtige Teil
Viele Menschen aus der Heilpraktiker- und Homöopathie-Gemeinschaft erleben die Böhmermann-Sendung als einseitig, verletzend oder unfair. Diese Reaktion ist menschlich. Aber sie ist nicht der Endpunkt.
Nach dem ersten Ärger kommt der entscheidende Schritt: verstehen, einordnen, lernen.
Schon nach dem Grünen-Parteitag hat sich gezeigt, wie wertvoll es ist, Erfahrungen zu sammeln, auszuwerten und daraus Schlüsse zu ziehen. Genau das möchte ich auch diesmal tun – gemeinsam mit Ihnen.
Nicht, um Frust zu verstärken. Sondern um ihn in Erkenntnis zu verwandeln.
Ihre Einschätzung ist gefragt – drei Fragen, die weiterhelfen
Ich lade Sie ein, die heutige Sendung zu bewerten. Nicht mit Schlagworten oder Empörung, sondern entlang von drei klaren Fragen. Ihre Antworten helfen, ein realistisches Bild zu gewinnen – und bilden die Grundlage für eine gemeinsame Analyse hier im Homoeopathiewatchblog.
1. Wie haben Sie die Sendung erlebt?
Was hat Sie besonders geärgert, irritiert oder verletzt? Gab es Aussagen, Bilder oder Tonlagen, die Sie als unfair oder unsachlich empfunden haben?
Bitte schildern Sie Ihren Eindruck in eigenen Worten.
2. Wie gut war die Homöopathie-Gemeinschaft diesmal vorbereitet?
Haben Sie sich im Vorfeld vom 12.12. informiert gefühlt? Woher kamen Ihre Informationen? Hatten Sie das Gefühl, nicht allein zu sein?
Wie bewerten Sie die Rolle des Homoeopathiewatchblog? Was kann ich besser machen? Was können Organisationen der Homöopathie besser machen?
Es geht hier um eine ehrliche Bestandsaufnahme.
3. Was können wir beim nächsten Mal besser machen?
Früher reagieren? Klarer kommunizieren? Andere Zielgruppen erreichen?
Welche konkreten Ideen haben Sie, damit die Homöopathie-Gemeinschaft künftig wirksamer und souveräner agieren kann?
Gerade diese Frage ist entscheidend. Denn Fortschritt entsteht nicht aus Abwehr, sondern aus Lernen.
Warum ich diese Rückmeldungen sammle
Ihre Kommentare verschwinden nicht im Nirgendwo. Ich werde sie – wie nach dem Grünen-Parteitag – auswerten, bündeln und analysieren. Daraus entsteht eine fundierte Auswertung: Was hat funktioniert? Was hat überrascht? Wo liegen Schwächen – und wo unsere Stärken?
Der Homoeopathiewatchblog versteht sich dabei nicht als Lautsprecher für Empörung, sondern als Ort der Sammlung, Reflexion und Orientierung. Gerade in aufgeheizten Momenten braucht es Räume, in denen Erfahrungen zusammenfließen und zu Erkenntnissen werden.
Nach dem Schock kommt die Analyse
Und aus der Analyse entsteht Handlungskraft.
Nutzen Sie die Kommentarfunktion unter diesem Artikel. Schreiben Sie sachlich, ehrlich und aus Ihrer Perspektive. Alles, was hilft zu verstehen und zu lernen, ist willkommen.
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Der Homoeopathiewatchblog ist ein unabhängiges Informations- und Analyseangebot, das ich neben meinem Beruf als Gesundheitsjournalist betreibe. Er schaut dort genau hin, wo Aussagen zur Homöopathie politische Wirkung entfalten, ordnet ein und stellt öffentliche Rückfragen – auch dann, wenn das sonst kaum jemand tut.
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👉 Ein Kaffee kostet 5 Euro, gern auch mehrere. Über den QR-Code gelangen Sie direkt zur PayPal-Spendenseite. Wenn Sie eine andere Spendenmöglichkeit bevorzugen, schreiben Sie mir gern: redaktion(at)homoeopathiewatchblog.de
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Ihr Christian J. Becker Gesundheitsjournalist, Blogger
Aktiv für die Homöopathie seit 2018 mit dem Homoeopathiewatchblog.de – Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie
162 Ärzte, Heilpraktiker, Patienten, Apotheker und weitere Homöopathie-Freunde haben sich in den vergangenen Tagen zusammengetan, um gemeinsam öffentlich Stellung zu beziehen. Ihr Adressat ist Andreas Gassen, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Anlass ist seine Forderung, homöopathische Leistungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen.
Der daraus entstandene offene Brief ist heute von mir an Andreas Gassen versendet worden – inklusive aller bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Unterschriften. Die Namen der 162 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner sind öffentlich einsehbar; im Anschreiben an Herrn Gassen wird ausdrücklich auf diese Transparenz hingewiesen. Sie finden den verschickten Brief unter diesem Artikel.
Ausgangspunkt der Aktion war ein Artikel im Homoeopathiewatchblog vom 14. Dezember, in dem ich Gassens Vorstoß vom 12.12. journalistisch eingeordnet und den Text eines offenen Briefes veröffentlicht habe, den jeder unterzeichnen konnte. Der Beitrag wurde rund 3000-mal gelesen. Entscheidend war jedoch nicht die Reichweite, sondern die Reaktion. Aus der Lektüre entstand Beteiligung, aus Kommentaren wurde eine gemeinsame Aktion von Blog und Leserschaft.
Was hier passiert ist, war mehr als eine Diskussion. Der Homoeopathiewatchblog wurde für kurze Zeit zu einem Ort der Bündelung. Leserinnen und Leser haben nicht nur reagiert, sondern sich entschieden, mit Namen und Unterschrift sichtbar zu werden. Daraus ist eine organisierte, nachvollziehbare öffentliche Stellungnahme entstanden.
Bis zum Versand des offenen Briefes haben 162 Personen unterschrieben. Nach Selbstauskunft der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner setzt sich diese Gruppe in etwa wie folgt zusammen: Rund ein Drittel Ärztinnen und Ärzte, rund ein Drittel Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker sowie rund ein Drittel Patientinnen und Patienten und weitere Unterstützer der Homöopathie.
Diese Zusammensetzung ist bemerkenswert. Sie zeigt, dass es in dieser Debatte nicht um Standesinteressen geht, sondern um Versorgung. Homöopathie betrifft nicht nur Berufsgruppen, sondern vor allem Menschen, die sich bewusst für bestimmte Therapieangebote entscheiden und diese in ihrem Alltag nutzen.
Vor dem Versand des Briefes habe ich mich heute bei allen Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern persönlich bedankt. Öffentlich Stellung zu beziehen, gerade in einer polarisierten Debatte, ist keine Selbstverständlichkeit. Diese Bereitschaft verdient Anerkennung.
Zwei Wege, ein gemeinsames Anliegen
Parallel zur offenen Briefaktion des Watchblogs ist auch der Fachverband Deutscher Heilpraktiker aktiv geworden. Der FDH bzw. Dachverband DDH hat sich mit einem eigenen Schreiben (Link) direkt an die Bundesgesundheitsministerin gewandt und die Debatte aus Sicht der Heilpraktikerschaft eingeordnet.
Damit agiert die Homöopathie-Gemeinschaft auf zwei Ebenen. Öffentlich über den Watchblog, politisch über den Berufsverband FDH bzw. Dachverband DDH mit seinen 16.000 Mitgliedern. Beide Schritte verfolgen dasselbe Ziel, ohne sich zu überschneiden. Sie zeigen, dass diese Auseinandersetzung nicht spontan oder emotional geführt wird, sondern strukturiert und mit klaren Rollen.
Ich hatte mich auch an den Verband der Ärzte für Homöopathie (DZVHAE) gewandt und ihn gebeten (Link), seine Mitglieder über die Briefaktion zu informieren. Leider hat der Verband mir weder geantwortet noch seine Mitglieder informiert. Das bedaure ich. Besonders, da Gassens Attacke gegen die Homöopathie in erster Linie und sofort die Ärzte des Verbandes sowie deren Patienten treffen würde. Der Verband DZVHAE wirkt aus meiner Sicht als Journalist und Aktivist für die Homöopathie immer isolierter, was ich bedaure, weil Ärzte ihn – noch – brauchen. Das zeigt sich beispielsweise auch darin, dass unter den beiden homöopathischen Verbänden nun der homöopathische Heilpraktikerverband VKHD deutlich und öffentlich Position bezieht (Link) zum Thema Grünen-Parteitag und den Gefahren durch die Abschaffung des Binnenkonsens für Heilpraktiker – und für die Ärzte für Homöopathie.
Was diese Aktion zeigt
Der Impuls für den offenen Brief kam nicht aus einer Pressestelle und nicht aus einem Verband. Er kam vom Homoeopathiewatchblog und von seinen Leserinnen und Lesern. Sozusagen als eine Art kleine wirkungsvolle „Greenpeace“-Aktionsgemeinschaft der Homöopathie mit dem Motto #RetteDeineHomöopathie, um sich für die Homöopathie, ihre Ärzte, Heilpraktiker und Patienten sowie für weitere Homöopathie-Freunde gemeinsam einzusetzen.
Der Watchblog war dabei nicht Sprecher an Stelle anderer, sondern Werkzeug. Er hat Informationen bereitgestellt, Argumente eingeordnet und einen Rahmen geschaffen, in dem Beteiligung möglich war. Die Entscheidung, diesen Rahmen zu nutzen, lag bei den Leserinnen und Lesern selbst.
Der offene Brief verzichtet bewusst auf Grundsatzrhetorik. Er formuliert drei konkrete Forderungen, die von allen 162 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern getragen werden:
Bestehende Kassenleistungen für Homöopathie sollen erhalten bleiben.
Politische Vorhaben zum Abbau bewährter Versorgungsstrukturen sollen gestoppt werden.
Gesundheitspolitische Entscheidungen sollen auf einer vollständigen und korrekten Anwendung evidenzbasierter Medizin beruhen.
Diese drei Punkte beschreiben den Kern der aktuellen Auseinandersetzung. Sie benennen sachlich, worum es geht, ohne zu polarisieren.
Danke
Mein ausdrücklicher Dank gilt allen, die den Brief unterzeichnet, den Artikel weitergeleitet oder mir geschrieben haben. Diese Aktion zeigt, dass Leserinnen und Leser mehr sein können als Publikum. Sie können Akteure werden, wenn ihnen die Möglichkeit dazu gegeben wird.
Wie es nun weitergeht, hängt auch davon ab, ob und wie Andreas Gassen reagiert. Der Homoeopathiewatchblog wird die weitere Entwicklung begleiten – transparent, sachlich und nachvollziehbar.
Was wir daraus lernen
Diese Aktion macht deutlich, wie Öffentlichkeit heute entstehen kann. Nicht durch Talkshows, nicht durch große Kampagnenbudgets, sondern durch informierte Menschen, die sich vernetzen und Verantwortung übernehmen.
Der Homoeopathiewatchblog war in diesem Fall nicht Bühne, sondern Infrastruktur. Was hier entstanden ist, lässt sich nicht wegmoderieren und nicht ignorieren. Und genau darin liegt die Wirkung: Wer informiert ist, wer sich organisiert und wer handelt, kann Debatten verschieben. Ruhig, sachlich – aber wirksam.
Was genau verschickt wurde
An Andreas Gassen versendet wurden ein förmliches Anschreiben, der offene Brief in der Originalfassung wie im Watchblog veröffentlicht sowie der Hinweis auf die öffentlich einsehbaren 162 Unterschriften unter dem Artikel.
Im Anschreiben wird Herr Gassen ausdrücklich um eine persönliche Einordnung zu den Forderungen des offenen Briefes gebeten. Es geht nicht um einen Schlagabtausch, sondern um Antwort. Sollte eine Stellungnahme erfolgen, wird sie hier im Watchblog vollständig und unverändert dokumentiert.
Aus formalen Grünen mache ich darauf aufmerksam, dass ich die E-Mail-Adresse von Andreas Gassen dieser öffentlichen Quelle auf der KBV-Website entnommen habe: Link.
Brief an Andreas Gassen, heute an ihn per E-Mail verschickt:
seit dem 14. Dezember 2025 läuft auf dem Homoeopathiewatchblog eine offene Briefaktion als Reaktion auf Ihre öffentlichen Aussagen zur Zukunft der Homöopathie im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Homoeopathiewatchblog erreicht rund 100.000 Leserinnen und Leser pro Monat. Für Sie zur Einschätzung der medialen Relevanz: „Der Hamburger PR-Berater Christian Becker, ein Verfechter der Homöopathie und Betreiber des „HomoeopathieWatchblog“ (Wirtschaftswoche, 11.7.19), „PR-Berater, der für die Homöopathie kämpft“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.10.18), „Ex-DocMorris-Sprecher kämpft für Homöopathie“, (Apotheke Adhoc, 29.9.18), „Als PR-Berater weiß Becker, wie man eine Öffentlichkeit findet – und das tut er nun etwa mit seinem Blog.“ (Österr. Tageszeitung Der Standard, 5.2.2014).
Dem offenen Brief an Sie haben sich bis zum heutigen Tag 162 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner angeschlossen. Nach Selbstauskunft setzt sich diese Gruppe zu etwa gleichen Teilen aus Ärzten, Heilpraktikern, Apothekern und Patienten sowie weiteren Unterstützern der Homöopathie zusammen.
Viele der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner haben ihre Unterschrift mit einer persönlichen Anmerkung verbunden. Darin schildern sie aus therapeutischer oder patientenseitiger Perspektive, weshalb sie Homöopathie einsetzen und warum sie Ihre Forderung nach einer Streichung bestehender Kassenleistungen für nicht sachgerecht halten.
Mit dieser E-Mail übermittle ich Ihnen den offenen Brief in der Originalfassung, wie er am 14.12. im Homoeopathiewatchblog veröffentlicht wurde, unverändert im Mailtext, zusammen mit allen bis heute eingegangenen Unterschriften – unterhalb des Artikels in den Kommentaren (per Link).
Der offene Brief richtet sich bewusst direkt an Sie. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Detaildiskussion, sondern bringt die Sicht und die Fragen der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner zum Ausdruck.
Ergänzend dazu möchte ich Sie – unabhängig von der inhaltlichen Presseanfrage, die ich am 15.12. an die KBV-Pressestelle gerichtet hatte (deren Beantwortung durch Herrn Dr. Stahl noch aussteht) – um eine persönliche politische Einordnung zu den folgenden drei Punkten bitten:
1. Bestehende Kassenleistungen für Homöopathie erhalten
Teilen Sie die Einschätzung der Unterzeichner, dass bestehende Kassenleistungen für Homöopathie nicht vorschnell gestrichen werden sollten, solange keine belastbare gesundheitspolitische Notwendigkeit dafür besteht?
2. Bewährte Versorgungsstrukturen nicht abbauen
Wie bewerten Sie die Sorge vieler Unterzeichner, dass politische Vorhaben zur Streichung homöopathischer Leistungen bewährte Versorgungsstrukturen schwächen könnten, die von Patientinnen und Patienten bewusst genutzt werden?
3. Evidenzbasierte Medizin vollständig anwenden
Stimmen Sie zu, dass evidenzbasierte Medizin nicht auf einzelne Studien verkürzt werden sollte, sondern stets die Gesamtheit aus Studienlage, Patientenerfahrung und klinischer Praxis berücksichtigen muss?
Über eine persönliche Antwort Ihrerseits würden sich die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner sehr freuen. Eine Stellungnahme Ihrerseits würden wir vollständig und unverändert veröffentlichen.
Mit freundlichen Grüßen
Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Dipl. oec. troph.
Redakteur Homoeopathiewatchblog.de
Anlagen:
– Offener Brief an Dr. Andreas Gassen (Originalfassung)
– Liste der Unterzeichner (öffentlich einsehbar beim oben genannten Artikel/Link)
Offener Brief an den Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
Herrn Dr. Andreas Gassen
(Originalfassung wie im Homoeopathiewatchblog am 14.12. veröffentlicht)
Sehr geehrter Herr Dr. Gassen,
wir wenden uns an Sie als Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzte, Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker sowie Unterstützer der Homöopathie, die diese Therapieform seit vielen Jahren in der medizinischen Praxis und Versorgung erleben und nutzen.
Ihre Forderung, homöopathische Leistungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen, begründen Sie mit einer angeblich fehlenden Evidenz. Diese Einschätzung weisen wir in dieser Pauschalität zurück.
Der international anerkannte Begriff der evidenzbasierten Medizin, geprägt von David Sackett, umfasst drei gleichwertige Elemente:
wissenschaftliche Evidenz,
ärztliche Erfahrung,
Werte und Präferenzen der Patientinnen und Patienten.
Eine Reduktion von Evidenz auf bestimmte Studiendesigns widerspricht diesem Grundverständnis und stellt keine sachgerechte Grundlage für gesundheitspolitische Entscheidungen dar.
Zur Homöopathie liegt eine umfangreiche wissenschaftliche Literatur vor – darunter randomisierte Studien, Metaanalysen sowie große Versorgungs- und Beobachtungsstudien. Insbesondere die Versorgungsforschung zeigt, dass Patientinnen und Patienten unter homöopathischer Behandlung langfristig profitieren können. Arbeiten wie die Versorgungsanalysen von Hamre et al. (2023) belegen diese Effekte unter Alltagsbedingungen.
Vor diesem Hintergrund stellen wir klar:
Es gibt keine sachliche Grundlage, homöopathische Leistungen aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen.
Es gibt keine fachliche Rechtfertigung, den Arzneimittelstatus homöopathischer Präparate oder deren Apothekenpflicht infrage zu stellen.
Derartige Schritte wären politische Entscheidungen, nicht medizinisch gebotene Maßnahmen.
Wir fordern daher, dass:
bestehende Kassenleistungen für Homöopathie erhalten bleiben,
politische Vorhaben zum Abbau bewährter Versorgungsstrukturen gestoppt werden,
und gesundheitspolitische Entscheidungen auf einer vollständigen, korrekten Anwendung evidenzbasierter Medizin beruhen.
Homöopathie ist für viele Menschen ein relevanter Bestandteil ihrer medizinischen Versorgung. Diese Realität darf nicht aus ideologischen Gründen ignoriert werden.
Mit freundlichen Grüßen
Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner
aus der Homöopathie-Gemeinschaft (siehe Unterzeichner unter Artikel/Link)
Diplom-Oecotrophologe
(Gesundheitsjournalist, Healthcare- und Food-Blogger)E-Mail redaktion@homoeopathiewatchblog.de
Hamburg
Telefon +49 40 228 60 148:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
PRESSERESONANZ BLOGS
• Schweizer Fernsehen SRF berichtet über Homoeopathiewatchblog, 17.4.18
• „Der Hamburger PR-Berater Christian Becker, ein Verfechter der Homöopathie und Betreiber des „HomoeopathieWatchblog“ Wirtschaftswoche, 11.7.19
• „PR-Berater, der für die Homöopathie kämpft“, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.10.18
• „Ex-DocMorris-Sprecher kämpft für Homöopathie“, Apotheke Adhoc, 29.9.18
• Auszeichnung von Radiosender Hamburg Zwei für Blog über Hamburg
• „Als PR-Berater weiß Becker, wie man eine Öffentlichkeit findet –
und das tut er nun etwa mit seinem Blog.“ Österr. Tageszeitung Der Standard, 5.2.2014
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Ihr Christian J. Becker Gesundheitsjournalist, Blogger
Aktiv für die Homöopathie seit 2018 mit dem Homoeopathiewatchblog.de – Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie
In der aktuellen Debatte um die Zukunft der Homöopathie geht die Homöopathie-Gemeinschaft bewusst zwei Wege. Während viele Heilpraktiker, Patienten, Ärzte und weitere Homöopathie-Freunde sich über den Homoeopathiewatchblog direkt an den Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, wenden, schreibt der Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH) mit weiteren Verbänden des Dachverband DDH an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Beide Schritte gehören auf politischer Ebene zusammen und verstärken sich gegenseitig.
Brief an KBV-Chef
Der Homoeopathiewatchblog hat in den vergangenen Tagen eine offene Briefaktion an KBV-Chef Andreas Gassen gestartet. Zahlreiche Leser beteiligen sich daran, um deutlich zu machen, dass die aktuelle Debatte um Homöopathie zu stark vereinfacht geführt wird. Kritisiert wird vor allem, dass Homöopathie als symbolischer Sparposten dargestellt wird, obwohl sie weder ein relevantes Kostenproblem darstellt noch ein Risiko für Patientinnen und Patienten bedeutet.
Brief an Gesundheitsministerin
Parallel dazu hat der Dachverband Deutscher Heilpraktikerverbände einen formellen Brief an die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken gerichtet. FDH-Präsidentin und DDH-Sprecherin Ursula Hilpert-Mühlig ordnet darin die Forderungen nach einem Ausschluss der Homöopathie sachlich ein. Sie verweist auf vorhandene Studien und Versorgungserfahrungen, auf die hohe Sicherheit homöopathischer Arzneimittel sowie auf die Tatsache, dass Heilpraktiker homöopathische Behandlungen nicht über die gesetzliche Krankenversicherung abrechnen, sondern über private Versicherungen oder als Selbstzahlerleistung.
Ein weiterer Schwerpunkt des FDH/DDH-Briefs an die Gesundheitsministerin ist die soziale Dimension.Homöopathische Leistungen werden häufig von jungen Familien, älteren Menschen und chronisch Erkrankten genutzt – also von Gruppen, die nicht über große finanzielle Spielräume verfügen. Die freiwillige Erstattung durch einzelne Krankenkassen oder private Versicherer wird von vielen Betroffenen als wichtige Unterstützung und als Ausdruck von Wahlfreiheit empfunden.
Damit sich die Leserinnen und Leser selbst ein Bild machen können, stellt der Dachverband den vollständigen Brief an die Bundesgesundheitsministerin direkt unter diesem Artikel zur Verfügung.
Einordnung
Beide Initiativen zeigen: Die Homöopathie-Gemeinschaft reagiert nicht mit Empörung, sondern organisiert, sachlich und abgestimmt. Während der Homoeopathiewatchblog Öffentlichkeit herstellt und zur Beteiligung einlädt, übernimmt der FDH/DDH die direkte Ansprache der Politik. Ziel ist es, die Debatte weg von Zuspitzungen und Schlagworten zu führen – hin zu einer realistischen Betrachtung von Kosten, Nutzen und Versorgungspraxis.
Zum Dachverband Deutscher Heilpraktikerverbände gehören die Verbände FDH, BDHN, FVDH, UDH, VDH und hpO. Sie vertreten die Interessen von etwa 16.000 in diesen Verbänden organisierten Heilpraktikern.
Wer sich beteiligen möchte:
Die offene Briefaktion an Andreas Gassen läuft weiter und kann hier bis 19.12. unterstützt werden. Mit einem Kommentar unter dem Artikel können Sie den Brief unterschreiben.
Zur Information:
Offener Brief des DDH an Bundesministerin für Gesundheit Nina Warken:
Bundesministerium für Gesundheit
Frau Ministerin Nina Warken
11055 Berlin
eingangs zur Transparenz unseres Anliegens: Die medizinischen Leistungen unseres Berufsstandes werden zwar nicht vonder GKV getragen, dennoch wären wir von einem Verbot für Krankenkassen, Homöopathie zu erstatten, indirekt betroffen. Ein solches Verbot würde sich auf die Herstellung dieser Arzneimittel negativ auswirken und damit auch einen Eingriff in unser therapeutisches Spektrum bedeuten. Des Weiteren ist mit diesem Ansinnen auch eine pauschale Diskreditierung der Homöopathie verbunden, um deren Akzeptanz in der Bevölkerung zu schmälern. Deshalb möchten wir hier einen Beitrag zur Aufklärung leisten und uns damit auch an Sie wenden, da Sie inzwischen fast regelhaft aufgefordert werden, die Kassenleistung dahingehend einzuschränken. Und das nicht nur von politischen Parteien, sondern auch von anderen einflussreichen Interessengruppen im Gesundheitswesen.
Denn die derzeitige öffentliche Diskussion über die Rolle der Homöopathie im deutschen Gesundheitswesen hat durch jüngste Äußerungen des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Herrn Dr. Andreas Gassen, erneut an Intensität gewonnen. Vor diesem Hintergrund möchten wir Ihnen aus Sicht der Heilpraktikerschaft einige fachliche Einordnungen übermitteln.
Zunächst zur Frage der wissenschaftlichen Bewertung: Homöopathie ist ein seit vielen Jahrzehnten angewandtes Therapieverfahren. Es liegen hierzu Studien, Versorgungsanalysen sowie umfangreiche Anwendungserfahrungen vor, deren Bewertung Gegenstand fachlicher Diskussion ist. Unabhängig davon erscheint es aus unserer Sicht nicht sachgerecht, Homöopathie pauschal als unwissenschaftlich oder als Risiko für Patientinnen und Patienten abzuqualifizieren. In der heilpraktischen Versorgung ist sie eingebettet in strukturierte Anamnesen, diagnostische Abklärungen und klare therapeutische Abgrenzungen. Sie ersetzt keine notwendige medizinische Behandlung.
Im Hinblick auf die Patientensicherheit ist festzuhalten, dass homöopathische Arzneimittel als gut verträglich gelten und keine relevanten arzneimittelbedingten Risiken verursachen. In einer Versorgungssituation, die zunehmend von Multimedikation und Nebenwirkungsproblematiken geprägt ist, stellt dieser Aspekt einen nicht zu vernachlässigenden Faktor dar.
In der öffentlichen Debatte wird zudem häufig der Eindruck erweckt, homöopathische Leistungen stellten eine relevante finanzielle Belastung für die gesetzliche Krankenversicherung dar. Tatsächlich bewegen sich entsprechende Ausgaben im sehr niedrigen Promillebereich der Gesamtausgaben. Zudem erfolgt die Behandlung durch Heilpraktiker grundsätzlich außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung, entweder im Rahmen privater Krankenversicherungen oder als Selbstzahlerleistung.
Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass homöopathische Leistungen der GKV insbesondere von jungen Familien, älteren Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit chronischen Beschwerden in Anspruch genommen werden, die oftmals auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Für diese Gruppen spielt die freiwillige Erstattung durch einzelne Krankenkassen oder private Versicherer eine Rolle im Sinne von Wahlfreiheit und sozialer Ausgewogenheit.
Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker sind Teil der Versorgungslandschaft in Deutschland.
Sie erbringen Leistungen außerhalb der GKV-Regelversorgung und tragen zur Betreuung von Patientinnen und Patienten bei, die ergänzende therapeutische Angebote in Anspruch nehmen möchten. Homöopathie stellt hierbei für viele Heilpraktiker ein etabliertes Therapieverfahren dar, das verantwortungsvoll und indikationsbezogen eingesetzt wird.
Aus Sicht des Dachverbands Deutscher Heilpraktikerverbände würde eine pauschale Ausgrenzung der Homöopathie weder zu substanziellen Einsparungen noch zu einer Lösung struktureller Herausforderungen im Gesundheitswesen führen. Vielmehr bestünde die Gefahr, dass Vertrauen und Akzeptanz innerhalb bestimmter Patientengruppen beeinträchtigt werden.
Gerne stehen wir für einen fachlichen Austausch zur Verfügung, um die genannten Aspekte näher zu erläutern und in einen konstruktiven Dialog einzubringen.
Wir möchten unser Schreiben an Sie auch als offenen Brief sichtbar machen und gerne Ihre Antwort ebenso behandeln.
Mit freundlichen Grüßen
Ursula Hilpert-Mühlig
Präsidentin des Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH)
2. Vorsitzende und Sprecherin des Dachverband Deutscher Heilpraktikerverbände (DDH)
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