Jeder dritte Heilpraktiker hat ein Hochschulstudium absolviert / Umfrage unter 1067 HPs über Aus- und Weiterbildung

Die Versuche von einzelnen Politikern, mit gesetzgeberischen Maßnahmen Druck auf den Heilpraktiker-Beruf auszuüben, haben vor allem ein Ziel: Das Vertrauen der Patienten soll erschüttert werden mit der PR-Botschaft, dass die Ausbildung aus Sicht der Politik nicht ausreichend sei (Bericht im Blog). Jedoch zeigt eine Umfrage unter Heilpraktikern, dass die Absicht der Politik falsch ist, da das Ausbildungsniveau hoch ist.

Eine Antriebsfeder hinter dieser Politik ist eine bestimmte Ärztegruppe, die 2017 auf dem 120. Ärztetag mit dem Antrag durchgekommen ist, dass Ärzte eine politische Kampagne (Bericht im Blog) starten, um den HP-Beruf einzuschränken. Die Dt. Apotheker Zeitung titelte zum Beschluss: „Ärzte wollen Heilpraktiker entmachten“ (Link). Den Antrag hat Dr. Rudolf Henke eingebracht. Er hat eine Doppelfunktion: Arzt-Lobbyist als Kammerpräsident Nordrhein und als Bundestagsabgeordneter der CDU im Gesundheitsausschuss ein Entscheider über Gesetze – auch gegen HPs.

Realität des Heilpraktiker-Berufs widerlegt die Politik

Eine Umfrage der Stiftung Deutscher Heilpraktiker unter 1067 Heilpraktikern über Vorbildung, Ausbildung und Weiterbildung (veröffentlicht vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker, Link) zeigt das hohe Ausbildungsniveau.

Die Umfrage belegt bei der beruflichen Vorbildung, dass nahezu jeder dritte Heilpraktiker (31 %) ein Hochschulstudium absolviert hat.

Und 62 % haben einen Ausbildungs- oder Lehrberuf. Mehr als jeder Zweite (58 %) hat Abitur.

Bei der Frage nach der Ausbildung und Fortbildung belegt die Umfrage, dass 89 % ihre Ausbildung an einer Heilpraktiker-Schule absolviert haben, bei der die Ausbildung im Durchschnitt etwa drei Jahre dauert.

Für die Fortbildung investieren die Befragten in der überwiegenden Mehrheit (89 %) im Jahr 90 Stunden in ihre Fortbildung. Zum Vergleich: Ärzte müssen pro Jahr 50 Fortbildungspunkte sammeln (sie erhalten je 45-minütiger Fortbildungseinheit 1 Punkt).

Patienten schätzen auch die Therapievielfalt beim Heilpraktiker. Diese zeigt sich auch bei der Umfrage. Denn Heilpraktiker wenden insgesamt 321 Therapiemethoden an. Die Top Five der angewandten Therapien sind laut Umfrage (Mehrfachnennungen möglich):

Homöopathie wendet jeder Dritte (37 %) an,
gefolgt von klassischer Akupunktur (22 %),
Infusionen/Injektionen (21 %),
Osteopathie (19 %) und
Phytotherapie (19 %).

Analyse

Eine der wissenschaftlichen Studienbetreuerinnen, Dr. Utta-Kristin Leiße, analysiert die Umfrage über den Heilpraktiker-Beruf. Sie ist Dipl. Psychologin, Heilpraktikerin sowie Stv. Vorsitzende des Fachverbandes Deutscher Heilpraktiker (FDH) des Landesverbandes Thüringen: „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich, dass die formalen Anforderungen an den Berufstand nur auf dem Papier existieren und mit der Realität wenig bis gar nichts zu tun haben. So spielt zum einen der Hauptschulabschluss überhaupt keine Rolle, stattdessen haben eine Mehrheit der Befragten Abitur und 1/3 darüber hinaus einen Hochschulabschluss! Zum anderen muss deutlich herausgestellt werden, dass, obwohl es keine staatlich geregelte Ausbildung gibt, die allermeisten Heilpraktiker sehr wohl eine Ausbildung absolviert haben und anschließend regelmäßig und in großem Umfang in ihre Fort- und Weiterbildung investieren. Und das ist letztendlich für den Patienten bedeutsam!“

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