Interesse bei Heilpraktikern, Patienten und Apothekern für Globuli steigt: Interview mit Heilpraktikerin zum Ergebnis der „Woche der Homöopathie“

Zur weltweiten Woche der Homöopathie vom 10. bis 16. April gab es zahlreiche Veranstaltungen der Heilpraktiker (HP-Newsblog berichtete). Am letzten Tag der Veranstaltungs-Woche fragte ich die Heilpraktikerin Sabine Schönfelder, die die Woche in Deutschland zentral organisiert hat, nach einem ersten Fazit. Hier ihre Antworten:

Christian J. Becker: Wie schätzen Sie als Heilpraktikerin den Erfolg der Woche der Homöopathie in Deutschland ein?

Sabine Schönfelder: „Ich habe dieses Jahr einen richtig guten Eindruck gewonnen, die Kollegen die Kundschaft, die Patienten und auch die Apotheke war wesentlich offener, interessierter und freundlicher dem Thema Homöopathie gegenüber.

Die Kundschaft kommt auf mich zu, sie sind oft sogar schon selbst vorgebildet und stellen gezielte Fragen. Dieses Jahr lehnte nur ein einziger älterer Herr mit „nein danke“ ab, was früher ganz anders war.

Ich habe nach wie vor das Gefühl, sie bekommen den ganzen politischen Kleinkrieg nicht mit. Sie sind selbstfürsorglicher und schauen auf das, was ihnen gut tut. Sie unterhalten, informieren sich und wissen dann, was sie wollen.

In und um Frankfurt haben wir ja einiges auf die Beine gestellt und vorher auch im Arbeitskreis an 2 Abenden zuvor dieses interessante Thema behandelt.

Wie immer ist die Zeit zu knapp, wenn man eine Praxis ohne Personal selber leitet, neben den Patienten, der Buchhaltung und allem anderen noch so eine Aktion zu organisieren, aber ich hoffe, ich kann allen zeigen, wie einfach es gehen kann, mit relativ wenig Aufwand doch sich an der Weltweiten Woche der Homöopathie zu beteiligen.“

 

Christian J. Becker: Welche Einschätzungen der Homöopathie haben Sie von Patienten der Heilpraktiker wahrgenommen?

Sabine Schönfelder: „Ich habe ja sehr viele Familien, viele Kinder in meiner Praxis, dass immer mehr Väter kommen, ist ja schon normal, aber zur Zeit kommen auch viele Männer, die nicht Frau und Kinder vorgeschickt haben zu mir in die Praxis.

Die Patienten merken, dass man es nicht verstehen muss, aber man kann spüren, dass sich was verändert.

Die Einschätzung meiner Patienten über die Homöopathie,  wenn sie die wunderbare Wirkung sehen, dass wir natürlich auch unseren Ernährungs- und Lebensstil überprüfen sollten, gutes Essen ist die Basis für gesunde Körper, Geist und Seele.

Die Homöopathie ist ein Weg ist, um aus der Antibiotika/Medikamentenschleife herauszukommen für einen gesünderen nachhaltigen enkeltauglichen Planeten.“

 

Heilpraktikerin führt in Maischberger-Talkshow das Politiker-Lobbyisten-Duo Lauterbach und Grams vor

In der Talkshow Maischberger zum Thema „Schulmedizin/Alternativmedizin“ traf die Heilpraktikerin Ursula Hilpert-Mühlig (Präsidentin Fachverband Deutscher Heilpraktiker FDH) am 10. April auf das Ärzte- und Politiker-Lobbyisten-Duo Karl Lauterbach (SPD) und Natalie Grams (Angestellte beim Abmahnverein Konsumentenbund, der Heilpraktiker juristisch abmahnt, Bericht im Blog).

Die Sendung zeigte auch das typische herablassende Kommunikationsverhalten von Ärzten gegenüber Heilpraktikern. Doch Ursula Hilpert-Mühlig konnte in zwei Fällen den Ärzten Fehl-Informationen und Nicht-Informiertsein nachweisen und wurde von der Maischberger-Redaktion im Faktencheck bestätigt (Link). Sie behielt recht in zwei Fachfragen bei Nebenwirkungen von Schweinegrippe-Impfungen sowie bei bestimmten Zonen auf dem Rücken (Head´schen Zonen). Die Maischberger-Redaktion fragte zwei Wissenschaftler und beide bestätigten die Heilpraktikerin.

 

Hier einige weitere Reaktionen zur Sendung auf Twitter:

 

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Foto: ARD Mediathek Screenshot (Link)

 

Maischberger talkt über Heilpraktiker und Homöopathie am 10. April mit Heilpraktikerin Ursula Hilpert-Mühlig und Lobbyistin Natalie Grams

Sandra Maischberger talkt am Mittwoch, 10. April, um 23.00 Uhr in der ARD mit Gästen über das Thema Vertrauen in Schulmedizin und Alternativmedizin – inklusive Homöopathie und Heilpraktiker, wie die Maischberger-Redaktion diesem Blog auf Anfrage bestätigt hat. Auch die Gäste sind bestätigt.

So definiert die Maischberger-Redaktion das Thema:

Misstrauen gegen Schulmedizin: Weiße Kittel, nein danke?

 Es war lange undenkbar: Eltern weigern sich, ihre Kinder impfen zu lassen. Die WHO betrachtet Impfgegner mittlerweile als globale Bedrohung. Schulmediziner sind entsetzt. Ist der Impfstreit ein Symptom dafür, dass sich immer mehr Patienten von Ärzten abwenden und Hilfe bei Heilpraktikern und Homöopathen suchen? Ist es verständlich, wenn viele Kranke sich gegen die Apparatemedizin und eine unpersönliche Behandlung im Minutentakt entscheiden? Können sich Alternativmedizin und die Sehnsucht nach vermeintlich „sanften“ Therapien als riskant erweisen?“

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Ursula Hilpert-Mühlig /Foto privat

Als Vertreterin des Heilpraktiker-Berufs ist einzig Ursula Hilpert-Mühlig, Heilpraktikerin und Präsidentin des größten Verbands von Voll-Heilpraktikern, Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH, 7.500 Mitglieder) eingeladen.

Die Heilpraktikerin sitzt gleich zwei Talkshow-Kontrahenten gegenüber, die als Heilpraktiker-Gegner bekannt sind: Karl Lauterbach, SPD-Politiker, und Natalie Grams, Lobbyistin und Angestellte des Abmahnvereins Dt. Konsumentenbund.

Im Gespräch mit dem Heilpraktiker-Newsblog kommentiert Hilpert-Mühlig ihren Talkshow-Auftritt bei „Maischberger“: „Mit uns reden, nicht nur über uns, das ist mein Anliegen. Denn nur so können Unterstellungen und Vorurteile aufgedeckt werden, die Heilpraktiker nahezu monatlich in den Medien zu lesen und hören bekommen.“

Das Datum hat die Redaktion (offenbar zufällig) treffend ausgesucht: am 10. April ist der Geburtstag Samuel Hahnemanns.

Als weitere Gäste benennt die Redaktion mit diesem ARD-Text: „Claudia Kleinert (ARD-Wettermoderatorin, nutzt auch alternative Medizin) Oxana Giesbrecht (ihr Sohn starb nach Masernerkrankung)  Jacqueline Klaus (ihr Vater wurde Opfer eines Wunderheilers)“.

Wiederholungen der Sendung

Do, 11.04.19 | 00:55 Uhr | WDR
Do, 11.04.19 | 02:25 Uhr | Das Erste
Do, 11.04.19 | 08:05 Uhr | WDR
Do, 11.04.19 | 21:02 Uhr | tagesschau24
Fr, 12.04.19 | 01:50 Uhr | MDR
Sa, 13.04.19 | 04:45 Uhr | SWR RP
Sa, 13.04.19 | 23:10 Uhr | 3sat

 

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Hintergrund für Journalisten

zur Anti-Alternativmedizin-Lobby und ihrem PR-Testimonial Natalie Grams

Strukturen und Personen der Kampagne gegen Homöopathie und Heilpraktiker:

Die Anti-Homöopathie- und Anti-Heilpraktiker-Lobbyistin Grams hat eine Dissertationsschrift über die chinesische Alternativmedizin TCM verfasst. Sie ist die ex-Ehefrau des TCM-Professors Henry Johannes Greten. Nach der Trennung von Greten lief Natalie Grams in das Lager der Anti-Alternativmedizin-Lobbyisten über. Sie ist heute beim Abmahnverein Dt. Konsumentenbund angestellt, der u.a. Geld damit verdient, Webseiten von Heilpraktikern und Homöopathen abzumahnen. Grams ist auch Angestellte der Lobbygruppe Die Skeptiker/GWUP und Vorstand derer Interessengemeinschaft INH, mit der sie gegen Heilpraktiker und Homöopathie agitiert. Die Lobbygruppe INH wird ebenfalls vom Abmahnverein Dt. Konsumentenbund finanziert.

Die Anti-Alternativmedizin-Lobby INH bekommt in den letzten sechs Monaten (u.a. seit Start des Homoeopathiewatchblog und des Heilpraktiker-Newsblog, die über die Kampagne gegen Homöopathie und Heilpraktiker aufklären) zunehmend inhaltliche Glaubwürdigkeitsprobleme (sie zweifelt alle anerkannten 1.200 Homöopathie-Studien an, ihr Argument ist: „Homöopathie ist Zucker“), weshalb die Lobby ihre Diskreditierungskampagne gegen Homöopathie und Heilpraktiker augenscheinlich verstärkt auf das PR-Gesicht von Grams zu konzentrieren versucht.

Gegen die Anti-Homöopathie-Lobby beginnt sich die pro-Homöopathie-pro-Heilpraktiker-Community zu wehren, wie dieses Beispiel zeigt: ein offizieller Unterstützer der INH-Lobbygruppe ist der ehemalige gesundheitspolitische Sachverständige der Bundesregierung, Prof. Gerd Glaeske. Er wurde kürzlich von einem Anwalt der Homöopathie-Community (Hevert-Arzneimittel) erfolgreich abgemahnt. Glaeske hat daraufhin im Januar eine Unterlassungserklärung unterschrieben, dass er nicht mehr behaupten wird, für Homöopathika gebe es keine Wirksamkeitsbelege (Link). 

 


 

Foto: Studio Maischberger (Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons). Text HP-Newsblog.

 

BMG will Heilpraktikern die Eigenbluttherapie untersagen: Verband FDH protestiert mit Schreiben an Gesundheitsausschuss

Mit einem Verfahrenstrick will das Bundesgesundheitsministerium einen Passus im Gesetzentwurf des GSAV (Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung) so verändern, dass Heilpraktikern die Eigenbluttherapie faktisch verboten wird. Am 4. April hat die erste Lesung des Gesetzes im Bundestag stattgefunden. Zum 1. Juli soll es in Kraft treten. Bisher wurde noch kein Heilpraktikerverband von der Politik dazu angehört.
Der Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH) protestiert mit einem Schreiben an die Politik (Auszüge im Blog) gegen das Verbot der Eigenbluttherapie für Heilpraktiker.

Verfahrenstrick der Politik

Der Verfahrenstrick des Ministeriums besteht darin, dass er Nicht-Ärzten die erlaubnisfreie Herstellung verschreibungspflichtiger Arzneimittel untersagt (durch eine Änderung im Paragraph 13, Satz 2 b im Arzneimittelgesetz AMG). Die neue Formulierung laut GSAV (Kabinettsentwurf vom 30.1.) würde dafür sorgen, dass die Verschreibungspflicht nach § 48 AMG in Verbindung mit der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) auszulegen ist. In deren Anlage 1 steht: „Blutzubereitungen humanen Ursprungs zur arzneilichen Anwendung im oder am menschlichen (oder tierischen) Körper.“ Somit wäre die Eigenbluttherapie Heilpraktikern untersagt – durch einen Verfahrenstrick im GSAV-Gesetz.

Protestschreiben des Heilpraktikerverbandes FDH

Die Präsidentin des FDH, Ursula Hilpert-Mühlig, schreibt dazu an die Abgeordneten des Gesundheitsausschusses des Bundestages: „Die vorgesehene Gesetzesänderung würde Heilpraktikern die klassische naturheilkundliche Eigenbluttherapie faktisch komplett verbieten; das halten wir für absolut unverhältnismäßig auch hinsichtlich des Patientenschutzes.“ Denn es ist nicht ersichtlich, welche Gefahrenabwehr hier erfolgen soll. „Mit seinem eigenen Blut kann ein Patient sich nicht (nochmal) infizieren.“

Sie richtet sich an die Abgeordneten: „Wir appellieren daher auch im Namen unserer vielen Patienten, denen mit Eigenblutbehandlung vielfach geholfen werden konnte und kann, für eine gesetzliche Lösung zum Erhalt dieser Therapie durch Heilpraktiker. Sie ist laut Umfragen das dritthäufigste Verfahren, das in unseren Praxen angewendet wird.“

Aktivitäten

Weiterführende Informationen zum Thema inklusive Stellungnahmen, Einschätzungen, Informationen über Anhörungen im Bundestag bietet der FDH als Zusammenfassung für Interessierte auf seiner Webseite an: Link. Darin schildert der Verband auch seine politischen Aktivitäten, mit denen er sich für die Eigenbluttherapie einsetzt.

 

Hintergrund der politischen Kampagne gegen die Therapie:

Die Strategie auf Bundesebene im Rahmen politischer Kampagnen gegen den Heilpraktiker-Beruf besteht darin, den Heilpraktikern einzelne Therapien zu entziehen. Dazu gehören aktuell die Eigenbluttherapie, für Osteopathie einen eigenen Beruf zu schaffen (Bericht im HP-Newsblog) oder auch die Homöopathie zu dezimieren (durch die politisch unterstützte Kampagne gegen diese Therapie, Berichte im Homoeopathiewatchblog). Dadurch soll der Beruf immer weiter ausgehöhlt und ihm immer mehr Therapien und somit auch die wirtschaftliche Grundlage entzogen werden. Indem immer mehr einzelne Therapien verboten werden, kommt dies einem schleichenden Berufsverbot gleich.

Parallel arbeitet auf Länderebene die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) daran, die gesetzlichen Grundlagen für den Beruf z.B. bei Ausbildung und Berufsausübung zu erschweren (Bericht im HP-Newsblog).

Das GSAV-Gesetz tritt am 1. Juli in Kraft, die Vorschläge für eine Ausbildungs- und Berufsordnung für Heilpraktiker soll im Juni die GMK in Leipzig präsentieren. 


 

Auch die Ärztezeitung berichtet über das Thema (Link):

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Zum Weiterlesen die 20 neuesten Heilpraktiker-Newsblog-Artikel:

 

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88 Tote durch Behandlungsfehler von Ärzten in 2018, meldet BÄK heute

Jährlich stellt die Bundesärztekammer BÄK einen Bericht zu ärztlichen Behandlungsfehlern vor. Heute in Berlin hat sie den für das Jahr 2018 präsentiert.

Laut BÄK starben 88 Patienten in 2018 durch Behandlungsfehler von Ärzten. Wie sie zu Tode kamen, darüber gibt die BÄK in ihrem statistischen Bericht keine Auskunft. Bei weiteren 127 Patienten führten die Behandlungsfehler zu einem schweren Dauerschaden. Insgesamt wurden 1.499 Fälle ermittelt, in denen Patienten wegen Behandlungsfehlern von Ärzten eine Entschädigung zustanden.

Die Zahl der tödlichen Behandlungsfehler durch Ärzte hat in 2018 zugenommen. 2017 meldete die BÄK noch 62 Todesfälle. Das entspricht einer Steigerungsrate von 42 % der Todesfälle von 2017 (62 Fälle) auf 2018 (88 Fälle).

Der Gutachter-Leiter Prof. Andreas Crusius kommentiert die Zahl der Behandlungsfehler von Ärzten insgesamt laut BÄK-Presseinfo mit den Worten: „Zahl der Behandlungsfehler im Promillebereich.“

Behandlungsfehler werden im Gesundheitssystem von der Politik unterschiedlich bewertet – je nach Berufsgruppe. Das zeigt ein Vergleich von politischen Reaktionen auf Fehler von Ärzten und Heilpraktikern (Link).

Quellen:

BÄK-Statistik Behandlungsfehler Ärzte 2018 (Link, Todesfälle auf Seite 5)

BÄK-Statistik Behandlungsfehler Ärzte 2018 (Link, Todesfälle auf Seite 5)


 

Foto: Screenshot Statistik BÄK 2018, Link siehe oben

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Behandlungsfehler bei Ärzten werden klein geredet, bei Heilpraktikern starten Politik, Medien und Lobbyisten Kampagne zur Abschaffung des Berufs

Behandlungsfehler in der Medizin können für Patienten fatale Folgen haben, egal wer der Therapeut ist. Was mich als Patient erstaunt, ist, mit wie unterschiedlichen Abhorch- und Bewertungs-Methoden die Behandlungsfehler von Ärzten und Heilpraktikern von der Gesundheitspolitik je nach Behandler eingestuft werden, wie dieser Blog zeigt.

Hier einige Beispiele, wie unterschiedlich die Politik reagiert. Die andersartigen Reaktionen auf Behandlungsfehler von Ärzten und Heilpraktikern lassen den Rückschluss zu, dass die Politik von Lobbygruppen beeinflusst sein könnte, für die der Heilpraktiker-Beruf ein Wettbewerber im Gesundheitsmarkt ist. Außerdem wirkt die Orchestrierung der Kampagne von Politik, Medien und Anti-Heilpraktiker-Lobbygruppen so, als habe man auf solch einen Fall wie in Brüggen-Bracht gewartet, um eine lang geplante Kampagne gegen den Berufsstand mit 45.000 Heilpraktikern zu starten.

Bei diesem Vergleich „Behandlungsfehler Arzt-Heilpraktiker“ geht es nicht darum, Behandlungsfehler zu relativieren oder Zahlen zu vergleichen. Es geht allein darum, zu zeigen, wie unterschiedlich Politik und Medien reagieren.

Zum Vergleich hier die Reaktionen:

Fälle bei einem Heilpraktiker (einziger den Behörden bekannter Fall):

Bei einem Heilpraktiker versterben nach einer Behandlung drei Patienten. Der Fall „Brüggen-Bracht“ ist seit 29.3. vor Gericht.
Medien: bisher ca. 2.500 Medienberichte
Reaktionen Politik:
1. Bundesministerium für Gesundheit will per GSAV-Gesetz 2019 Heilpraktiker-Beruf stark regulieren (Argument im Gesetzentwurf GSAV: Brüggen-Bracht)
2. Gesundheitsministerkonferenz der Bundesländer will Heilpraktiker-Gesetz 2019 komplett überarbeiten (Argument der GMK bei Präsentation: Brüggen-Bracht)
3. FDP-Arbeitsgruppe Gesundheit der Bundestagsfraktion (Bericht im Ärzteblatt) fordert zusammen mit Vertretern der Lobbygruppen der konventionellen Ärzte und Die Skeptiker die Abschaffung des Heilpraktiker-Berufs (Argument: Brüggen-Bracht)

 

Fälle Ärzte (kleine Auswahl von vielen Fällen):

Patient verstirbt durch Behandlungsfehler bei Hausarzt in Niedersachsen. Gericht verurteilt ihn zu Schmerzensgeld von 500.000 Euro.
Medien: ca. 10 Berichte
Politik: keine Reaktion. Kein Politiker fordert die Abschaffung des Arzt-Berufs.

Zahnarzt zieht bei mehreren Patienten gesunde Zähne. Gericht verurteilt ihn zu Bewährungsstrafe.
Medien: ca. 10 Berichte
Politik: keine Reaktion. Kein Politiker fordert die Abschaffung des Zahnarzt-Berufs.

19.000 tödliche Behandlungsfehler in Krankenhäusern listet der AOK-Krankenhausreport 2014 auf.
Medien: ca. 20 Berichte
Politik: argumentiert, man müsse die Zahl der Fälle in Relation mit der Zahl der Behandlungen insgesamt sehen. Aber man wolle ein Datenerhebungsinstitut für Kliniken gründen.

 

 


 

Zum Weiterlesen die 20 neuesten Heilpraktiker-Newsblog-Artikel:

 

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Heilpraktiker wehren sich gegen EU-Verbot der Anwendung von Tier-Homöopathika durch Nicht-Ärzte

Kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird bisher eine Verordnung der EU, auf die dieser Blog hinweist. Sie verbietet Nicht-Ärzten wie Heilpraktikern den Einsatz von Homöopathie bei Tieren in der Lebensmittelproduktion. Ab 2022 wird damit Tierheilpraktikern, Landwirten und anderen Nicht-Ärzten verboten, Tiere wie z.M. Milchkühe mit Homöopathika zu behandeln. Der EU-Trick ist, dass diese Arzneimittel verschreibungspflichtig werden und somit dürfen sie nur noch Tierärzte anwenden.

Doch es gibt eine Chance, diese EU-Regelung durch deutsche Regelung zu verändern. Dafür ist Öffentlichkeitsarbeit und politisches Lobbying notwendig. Dies geschieht bereits von Verbänden der Tierheilpraktiker. Über die Details berichtet die landwirtschaftliche Fachzeitschrift Agrarheute (Link). Sie schreibt: „Die Kooperation deutscher Tierheilpraktiker Verbände und ihre Einzelverbände sind derzeit dabei, Kontakte zu Landwirtschaftsministerien einzelner Bundesländer aufzunehmen, um für eine Ausnahmeregelung zu werben.“

2016 gab es bereits eine Petition von Heilpraktikern beim Bundestag genau zu diesem Thema, die mit 52.000 Unterschriften eine Anhörung im Bundestag erzwungen hat (Link).

Presserat verurteilt Falschaussage über Heilpraktiker

In der Online-Ausgabe einer überregionalen Tageszeitung ist ein Artikel mit der Überschrift „Heilpraktiker – Gefahr oder Segen?“ erschienen. Eine Leserin hatte die Zeitung beim Presserat angezeigt, da er aus ihrer Sicht mit unbelegten Tatsachenbehauptungen den Ruf der Heilpraktiker schädigt. Der Journalist hatte behauptet, Patienten trauten sich oft nicht, gegen Heilpraktiker vorzugehen. Im Prozess hat der Presserat, ein Organ der Journalisten, der Klageführerin Recht gegeben und die Tageszeitung verurteilt (Aktenzeichen 1106/17/1). Der Beschwerdeausschuss des Presserates erkenne eine Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht. Bei der Aussage des Journalisten handele es sich um eine unbelegte Tatsachenbehauptung. Die Redaktion habe diese Behauptung nicht mit Fakten untermauert. Aufgrund der Tragweite der Behauptung wäre dies jedoch notwendig gewesen, so der Presserat.

Ein einfaches Googlen zeigt, dass der Berliner Tagesspiegel einen Artikel unter der Überschrift „Heilpraktiker – Gefahr oder Segen?“ veröffentlicht hatte. Der Journalist Hinnerk Feldwisch hatte im Artikel den Satz „Doch trauen sich Patienten oft nicht, gegen ihren Heilpraktiker vorzugehen.“ geschrieben. Feldwisch ist als Journalist für seine Anti-Heilpraktiker- und Anti-Homöopathie-Artikel bekannt. Er betreibt mit einer ex-Spiegel-Journalistin seit kurzem die Webseite Medwatch, die finanziell offiziell u.a. vom Dt. Konsumentenbund DKB finanziert wird. Der DKB ist ein Abmahnverein, der Heilpraktiker für Webseiten und Werbeaussagen abmahnt. Der DKB finanziert neben Medwatch auch das Informationsnetzwerk Homöopathie, deren Vorstand Natalie Grams ebenfalls eine Aktivistin gegen Heilpraktiker und Homöopathie ist, und die von Feldwisch gern interviewt wird. Botschaften und Themen des INH gegen Heilpraktiker finden sich in letzter Zeit in Feldwischs Seite Medwatch wieder – und dann auch in anderen Medien, für die er schreibt. Wie im Tagesspiegel.

Wer sich beim Presserat über ungerechtfertigte Berichterstattung gegen Heilpraktiker beschweren möchte, kann dies ganz einfach online tun: Link.

Wie ist der Zeitplan der Kampagne gegen Heilpraktiker von Politik, Medien, Lobbygruppe Skeptiker von Mai 2018 bis Juni 2019? Eine Analyse mit Zeitstrahl

Die aktuell wahrnehmbare Kampagne gegen den Heilpraktiker-Beruf lässt sich mit Aktionen der Akteure der Lobbygruppe Die Skeptiker, Politik, Medien gegen den Beruf mit einem Zeitplan von Mai 2018 bis Juni 2019 hier im Blog deutlich machen:

Lobby Die Skeptiker:
Mai 2018: Ärzte der Lobbygruppe „Münsteraner Kreis“ mit Mitgliedern der Lobbygruppe Die Skeptiker fordern Abschaffung des Heilpraktiker-Berufs (Link).

Politik:
Juni 2018:  Gesundheitsministerkonferenz von 16 Bundesländern beschließt eine „Reform“ des Heilpraktiker-Berufs mit den einzelnen Positionen Ausbildungsordung, Berufsordnung, einzelne Therapien, Heilpraktikergesetz und gründet eine Länderkommission unter Leitung der Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (Link).

Lobby Die Skeptiker:
Oktober 2018: Die Skeptikerin Natalie Grams startet eine Kampagne gegen den Heilpraktiker-Beruf via Social Media und Medien mit den Slogan #Heilpraktikalypse auf Twitter (Link)

Medien:
November 2018: die Medienkampagne der Skeptiker startet mit einen Artikel im Magazin Der Focus, in dem die Abschaffung des Heilpraktiker-Berufs gefordert wird (Link)

Politik:
November 2018: BMin Jens Spahn und FDP-Bundestagsfraktion agieren gegen Heilpraktiker-Beruf. Spahn will Therapien verbieten, die FDP den Beruf abschaffen

Lobbygruppe Die Skeptiker:
Januar 2019: Die Skeptikerin Natalie Grams trifft sich mit FDP-Bundestagsfraktion, um über Abschaffung Heilpraktiker-Beruf zu sprechen. Zuvor rief sie auf Twitter dazu auf, ihr (angebliche Fehl-) Fälle von Heilpraktikern zu melden (Link), die sie bei der FDP vorstellen kann.

Politik:
März 2019: Gesundheitsministerkonferenz gesteht auf Nachfrage des Heilpraktiker-Newsblog, dass sie den Heilpraktiker-Beruf radikal verändern will (Link)

Medien:
März 2019: Parteiübergreifend fordern Politiker in der Tageszeitung Die Welt die grundlegende Überarbeitung des Heilpraktiker-Berufs (Link) und kündigen gesetzgeberische Maßnahmen an.

Politik:
Für 5./6. Juni 2019 ist in Leipzig eine Gesundheitsministerkonferenz angekündigt, auf der die Länderkommission unter Leitung der Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks ihre Vorschläge zum radikalen Umbau des Heilpraktiker-Berufs vorstellt (Link).

 

 

 

Politik startet PR-Kampagne gegen Heilpraktiker-Beruf heute in DIE WELT

Eine politische Kampagne gegen eine Berufsgruppe wie den Heilpraktiker fährt immer zweigleisig, belegt dieser Blog. Ein Gleis ist die politische Kampagne, um Gesetze zu ändern. Begleitet wird dies immer durch eine PR-Kampagne auf dem zweiten Gleis. Ziel der zweigleisigen Kampagne ist es, dem Beruf Ketten anzulegen.

Genau dieser Ablauf lässt sich auch bei der Kampagne gegen Heilpraktiker momentan beobachten. Die Politik will dem Heilpraktiker-Beruf Ketten anlegen. Seit Juni 2018 arbeitet im Hinterzimmer nicht öffentlich eine Länderkommission im Auftrag der Gesundheitsministerkonferenz GMK daran, Vorschläge zu erarbeiten, wie der Beruf des Heilpraktikers eingeschränkt werden kann – die Politik nennt das beschönigend „Reform“.

In dieser Woche hat der Homoeopathiewatchblog durch eine Presseanfrage ein wenig Licht ins Dunkel gebracht, was die genaue Zielrichtung der GMK ist (Link). Der Watchblog hat auch am 9. Februar vorhergesagt, dass die Politik den Gerichtsprozess Brüggen-Bracht zum Start einer PR-Kampagne gegen den Beruf des Heilpraktikers nutzen wird (Link). Und so geschieht es aktuell. Vorbereitet wurde die Kampagne von der Lobbygruppe Die Skeptiker aus dem hessischen Rossdorf. Sie hat die Kampagne gegen den Heilpraktiker-Beruf im Herbst 2018 auf Twitter gestartet (Slogan #Heilpraktikalypse), dem folgten eine medialer Verriss des Berufs in der Zeitschrift Focus sowie öffentlich gemachte Gespräche der Skeptiker mit der FDP-Bundestagsfraktion.

Die Bundes-Politik startet heute parteiübergreifend mit einem Artikel in der Tageszeitung DIE WELT (Link zum Artikel) die vorhergesagte PR-Kampagne gegen den Beruf des Heilpraktikers als Begleitung der politischen GMK-Kampagne gegen den Beruf.

Im WELT-Artikel kommen verschiedene Politiker zu Wort, warum der Beruf aus ihrer Sicht „reformierungsbedürftig“ sei. Zu den zitierten Politikern, die sich für die Überarbeitung des Heilpraktiker-Berufs aussprechen, gehören Kathrin Helling-Plahr (FDP), Kordula Schulz-Asche (Grüne), Karin Maag (CDU), Heike Werner (Linke), Jens Spahn (CDU) sowie die Hamburger Gesundheitsbehörde mit SPD-Gesundheitssenatorin Cornelie Prüfer-Storcks als Federführende der Kampagne gegen den Heilpraktiker-Beruf auf Länderebene.

Zur Verteidigung des Heilpraktiker-Berufs kommt Ursula Hilpert-Mühlig vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker in der WELT kurz zu Wort.

Wer hat eigentlich konkret Vorteile, wenn der Heilpraktiker-Beruf eingeschränkt wird? Hier eine Analyse. Der Ärzte-Lobbyist, Ärztekammer-Präsident und Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke (CDU) geht mit dem Thema offen um: nur noch Ärzte sollen behandeln dürfen, Heilpraktiker nicht mehr, so seine Forderung.

 

Quellen:

WELT-Artikel, Titel: „Heilpraktiker – die Suche nach dem Fehler im System“ (Link)

Presseanfrage an Gesundheitsministerkonferenz von Homoeopathiewatchblog (Link)

Vorhersage des PR-Kampagne gegen Heilpraktiker-Beruf am 9.2. im Homoeopathiewatchblog (Link)

 

Kampagne gegen Heilpraktiker geht nun gegen Osteopathie bei Heilpraktikern

Die Kampagne gegen den Berufstand des Heilpraktiker s nimmt sich immer wieder unterschiedliche Themen und Therapien vor (Bericht im Blog). Und Medien unterstützen diese Kampagne, orchestriert von einer PR-Agentur der Skeptiker.

Aktuell scheint die bei Heilpraktikern seit langem verankerte Therapieform der Osteopathie das Angriffsfeld nun auch von Medien zu sein. Erste öffentlich-rechtliche Sender steigen in dieses Bashing von Heilpraktikern und ihren Therapien ein.

Der Deutschlandfunk greift in einem Beitrag vom 22. Februar den Beruf des Heilpraktikers an und nutzt dazu die Therapieform Osteopathie. Der Autor Peter Kolakowski erhebt schwere Vorwürfe gegen den Beruf des Heilpraktikers.

Bei solchen Beschimpfungen durch Radio-Journalisten hilft nur eine Programmbeschwerde bei der Beschwerdestelle der Landesmedienanstalten (Link

Ich habe die Heilpraktikerin und Präsidentin des Fachverbandes Deutscher Heilpraktiker, Ursula Hilpert-Mühlig, gefragt, was sie vom Beitrag hält. Hier ihre Einschätzung:

Die verkannte Qualifikation von Heilpraktikern

In seiner Sendereihe „Nachspiel“ hat der öffentlich-rechtliche Deutschlandfunk Kultur am 22. Februar 2019 einen Hörbeitrag zur Osteopathie „Die Wirkung der Osteopathie. Die verkannte Heilkunst“von Peter Kolakowski gesendet. (Link) (Abschrift)

Neben einer umfassenden Darstellung der Methode, kommen sowohl eine Reihe von Behandelnden als auch Patienten und Patientinnen zu Wort.

Bei der Beschreibung der Methode und ihren Anwendern wird immer wieder die Bezeichnung Osteopath/Osteopathin verwendet. Dies ist grundsätzlich irreführend, das impliziert einen eigenständigen Beruf, den es jedoch so nicht gibt. Osteopathie bezeichnet eine Therapieform, wer sie anwendet übt Heilkunde aus. Die Ausübung von Heilkunde ist im Heilpraktikergesetz definiert und geregelt. Sie ist nur Ärzten und Heilpraktikern erlaubt (§1 HeilprG).

Korrekt wäre die Formulierung also: osteopathisch tätiger Arzt/osteopathisch tätiger Heilpraktiker.

Und dies gerade deshalb, um den Patienten nicht vorzugaukeln, es handele sich um einen eigenständigen Beruf mit vorgeschriebener Ausbildung!

Doch das eigentlich Ungeheuerliche tut sich unter der Überschrift „Nahe an der Scharlatanerie“ auf.
Hier erlaubt sich der Autor alle Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker öffentlich zu diskreditieren.

„Fatal ist: Auch Heilpraktiker ohne fundierte vier- bis fünfjährige Ausbildung in Osteopathie dürfen laut Gesetz diese Heilkunst anwenden.
Das Wissen darüber, so sieht es die Prüfungsordnung für Heilpraktiker vor, kann sich jeder in wenigen Stunden theoretischen Selbststudiums daheim aneignen. Daraus abzuleiten, dass die 55.000 in Deutschland zugelassenen Heilpraktiker das osteopathische Handwerk beherrschen, die vielfältigen Querverbindungen zwischen Muskeln und Gelenken, zwischen Organen, Bändern und Gefäßen tatsächlich und umfassend kennen, ist absurd. Aus Patientensicht eindeutig fahrlässig und nah an der Scharlatanerie. Patienten und Kassen, die die Kosten für osteopathische Behandlungen übernehmen, müssten sich aber auf eine fachgerechte Dienstleistung verlassen können. „

Dazu ein paar Richtigstellungen:

– Die Erteilung der Heilpraktikererlaubnis ist an die Erfüllung von Zugangsvoraussetzungen gebunden. Maßgebliches Kriterium dabei ist eine Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten, die aufgrund von Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktiker-Anwärtern bundesweit einheitlich geregelt sind. Diese gesetzliche Klarstellung im HeilprG, dass hinsichtlich der Erlaubniserteilung bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten nachgewiesen werden müssen, dient dem Patientenschutz. Sie gewährleistet, dass die Tätigkeit des Heilpraktikers mit dem individuellen und kollektiven Gesundheitsschutz in Einklang steht.

Welche heilkundlichen Fachkenntnisse konkret erforderlich sind, um unmittelbar mit der nichtärztlichen Behandlung verbundene Risiken auszuschalten bzw. zu minimieren, wird anhand der Kenntnisse und Fähigkeiten beurteilt, die Gegenstand der Zulassungsüberprüfung sind. Diese ist im Übrigen so umfangreich, dass deren Inhalt schwerlich im Selbststudium erlernbar ist. Das erklärt die hohen Durchfallquoten (74 bis 85%), die auch staatlich geprüfte Gesundheitsberufe wie beispielsweise Physiotherapeuten betreffen.

– Die „Prüfungsordnung“, wie der Autor diese Leitlinien fälschlicherweise bezeichnet, kann nur Kenntnisse und Fähigkeiten überprüfen, die medizinwissenschaftlich anerkannt sind. Da der Staat keine von der Wissenschaft unabhängige Sachkunde besitzt, kann erauch nicht gegen den Stand der Wissenschaftdie Gewähr und Verantwortung für die Güte nicht medizinwissenschaftlich anerkannter Methoden (wozu auch die Osteopathie zählt) gegenüber der heilungssuchenden Öffentlichkeit übernehmen.

– Zum Vorwurf der Fahrlässigkeit: Der Autor scheint noch nie etwas vom Zivilrecht und insbesondere vom Behandlungsvertrag, geregelt im BGB §§ 630 ff., gehört zu haben.
Der Heilpraktiker unterliegt bezüglich dieses Behandlungsvertrages den gleichen Pflichten wie ein Arzt (Einwilligung des Patienten, Informations-, Aufklärungs-, Dokumentationspflicht etc.). Und auch der fachliche Standard ist im Behandlungsvertrag explizit erfasst: der Heilpraktiker muss ausreichende Sachkunde über die von ihm angewendeten Behandlungsweisen einschließlich ihrer Risiken, vor allem die richtigen Techniken für deren gefahrlose Anwendung haben. Demgemäß verstößt er in gleicher Weise wie ein Arzt gegen die gebotene Sorgfalt, wenn er eine Therapie wählt, mit deren Handhabung, Eigenarten und Risiken er sich zuvor nicht in dem erforderlichen Maß vertraut gemacht hat, wie es notwendig gewesen wäre. Weiterhin hat sich der Heilpraktiker über die Fortschritte der Heilkunde in den von ihm angewendeten Heilverfahren zu unterrichten (siehe dazu auch das sog. Sorgfaltspflichturteil des BGH, VI ZR 206/90).

Und weiterhin kann die Nichteinhaltung des Selbstbeschränkungsgrundsatzes, etwa bei Anwendung von Verfahren, die der einzelne Heilpraktiker nicht beherrscht u.U. sogar zur Rücknahme der Heilkundeerlaubnis führen (§ 7 DVO-HeilprG)

All dies müsste insbesondere den Vorsitzenden der einschlägigen Osteopathie-Verbände (hier die im Beitrag erwähnten VOD, BVO) bekannt sein, da sie ja selbst die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde nach dem HeilprG besitzen. Heilpraktiker ist also der Beruf, der ihnen erlaubt, (auch) Osteopathie auszuüben. Ich kann nur sehr schwer nachvollziehen, warum sie ihre eigene Berufsgrundlage derart diskreditieren?
Erhofft man sich mit solchen Diffamierungen tatsächlich, dass der Gesetzgeber einen eigenständigen Heilberuf Osteopath/in kreiert, damit dieser nicht mehr mit den Schmuddelkindern Heilpraktiker vorlieb nehmen muss?

Und noch ein Wort zu Peter Kolakowski: eigentlich ein erfahrener Journalist, Autor und Medienproduzent. Was mag ihn bewogen haben, derart ungenau zu recherchieren und mit unhaltbaren Unterstellungen den ganzen Berufsstand Heilpraktiker in einem öffentlich-rechtlichen Sender zu diskreditieren?“

Ursula Hilpert-Mühlig

Präsidentin des

Fachverband Deutscher Heilpraktiker e.V.

Wer geht zum Heilpraktiker und warum?

Hier einige statistischen Zahlen im Blog, welche Patienten zum Heilpraktiker gehen und aus welchen Gründen.

 

Frau oder Mann?

65 % der Heilpraktiker-Patienten sind Frauen, 35 % Männer

Quelle: [1]

 

Alt oder Jung?

50% sind zwischen 30 und 60 Jahren,

25% sind bis 30 Jahre alt,

20% sind über 60 Jahre jung.

Quelle: [1]

 

Wie gebildet?

Heilpraktiker schätzen bei ca. 50 % ihrer Patienten, dass sie eher normal oder eher höher gebildet sind.

Quelle: [1]

 

Wer bezahlt es?

Über 70% der Patientinnen und Patienten zahlen die Heilpraktikerbehandlung aus eigener Tasche und entlasten so das Krankenkassensystem. Mehr als 10 % der Behandelten haben in eine Zusatzversicherung für Heilpraktiker investiert, genauso viele sind privat versichert und circa 10% der Patientinnen und Patienten sind beihilfeberechtigt.

Quelle: [1]

 

Wie häufig?

46 % haben schon einmal alternative Heilmethoden genutzt, 13 % nutzen sie regelmäßig

Quelle: [2]

 

Wegen welcher Erkrankungen?

Patienten gehen wegen dieser Beschwerden zum Heilpraktiker:

Kopfschmerzen/Migräne (38 %)

Rückenschmerzen (35 %)

Magen-/Darmbeschwerden (32%)

Hautprobleme (32 %)

Quelle: [2]

 

Welche Therapien nutzen Patienten bei Heilpraktikern? Reihenfolge

Akupunktur
Entgiften/Entschlacken,

Homöopathie,

Schmerztherapie und

Allergiebehandlung.

Schröpfen

Gesundheits- und Präventionsberatung

Injektionstechniken

Ausleitungsverfahren

Ernährungstherapie.

Quelle: [1]

 

Quellen:

[1] Umfrage eines Heilpraktikerverbandes bei Heilpraktikern 2017 (Link

[2] Umfrage Statista 2017 (Link

Heilpraktiker werben für Homöopathie bei Internationaler Homöopathie-Woche im April

Vom 10. bis 16. April findet die Internationale Woche der Homöopathie statt, und zwar weltweit in über 40 Ländern – mit vielen Aktionen der Heilpraktiker, berichtet dieser Blog. Mit dem gemeinsamen Motto „Homöopathie für Verdauungsstörungen“ finden unterschiedliche Aktivitäten wie Vorträge, Messen, Tage der offenen Tür, Beratungen etc. statt, um die Homöopathie in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Veranstalter ist die World Homeopathic Awareness Organization (WHAO) aus den Niederlanden (Link).

heilpraktikerIn Deutschland ist die Heilpraktikerin Sabine Schönfelder eine Organisatorin und Ansprechpartnerin (Link) – die auch selbst eine Veranstaltung durchführt.

Der Veranstalter WHAO gibt ein Papier heraus, in dem er vorschlägt, wie jeder Heilpraktiker und Homöopath sich beteiligen kann (Link).

Ein weiteres Beispiel für eine Veranstaltung sind die Traunsteiner Homöopathie-Tage vom 12. bis 13. April (Link).

Das Event wird jedes Jahr in der Geburtswoche von Samuel Hahnemann – dem Begründer der Homöopathie – veranstaltet.

In Frankfurt bietet die Heilpraktikerin Anja Trinklein eine Vortrag zum Thema „Einführung in die homöopathische Hausapotheke“ an. (Link)


 

Gerne können Sie Ihre weiteren Veranstaltungen zur Homöopathie-Woche vom 10. bis 16. April unten als Kommentar ergänzen. Mit dem wichtigsten Angaben (Was, wann, wo, für wen, Link).

Zum Download und selbst Schreiben: der Brief der 1009 Heilpraktiker an Abgeordnete

1009 Heilpraktiker haben in der letzten Woche an Bundestagsabgeordnete einen Brand-Brief geschrieben und sie aufgefordert, sich für Homöopathie und den Beruf des Heilpraktikers einzusetzen (Bericht im Blog). Nun bieten die Heilpraktiker auf der Heilpraktiker-Webseite Prohom den Brief für jeden Heilpraktiker und Interessierten zum Download an. Mit dem Brief könne jeder Heilpraktiker an seinen Wahlkreis-Abgeordneten schreiben, so die Heilpraktiker.

Der Brief ist auf der Webseite Prohom der Heilpraktikerin Anja Trinklein online (Link zum Brief im Word-Format) inkl. zahlreicher ergänzender Informationen (Link).

heilpraktiker

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